mediascale - innovative medienvermarktung
Klartext!
  1. mediascale Glossar: QR-Codes

    Jul 31 2014
    Agnes Ley

    Agnes Ley

    1994 wurde der QR-Code erfunden – und zwar ursprünglich für Toyota in Japan, um Bauteile in der Automobilindustrie schneller zuweisen zu können. Seither hat sich das zumeist schwarz-weiße Gebilde aus kleinen Pixeln über die Welt verbreitet – vornehmlich dank der entwickelnden Firma, die keine Lizenz dafür verlangt, sondern die Entwicklung als offenen Standard kostenfrei zur Nutzung und Weiterentwicklung bereit stellte.

    QR-Codes finden sich heutzutage auf Plakaten in der Außenwerbung, auf Produkten, in Briefen, auf Visitenkarten, in Fernsehsendungen, am POS, auf Print-Anzeigen… Die Funktionsweise ist relativ simpel. Im QR-Code ist eine Information versteckt, die ein QR-Code Reader entziffern kann. Scannt man mit einem QR-Code Reader so einen Code ab, dann kann die Information ausgelesen werden. Diese Information ist oftmals ein Link zu einer Website, auf welcher der User dann mehr Informationen zum Produkt befinden. Hinter dem Link kann auch eine digitale Visitenkarte liegen (vCard), ein Link zu einem Download (z.B. App-Store) oder ähnliches liegen. So werden klassische Medien wie Anzeigen oder Plakate durch einen QR-Code rückkanal-fähig.

    Die kleinen QR-Codes fristen dabei oftmals kein Leben in schwarz und weiß mehr…

     qrcode_28_

    …sie kommen bunt und in den unterschiedlichsten Formen daher. Für den Reader ist wichtig, dass die drei Ecken immer erkenntlich sind – sie sind die Orientierungspunkte für den Reader.

     

    Einsetzen sollte man QR-Codes nur dann, wenn es wirklich Sinn macht. Sie können für den Kunden eine einfache Möglichkeit bieten, sich zu einem Produkt mehr Informationen zu beschaffen. Wenn sie eingebunden werden, dann sollten sie so positioniert sein, dass sie groß genug und damit sichtbar sind und vom Standpunkt des Users gut gescannt werden können. Ein klitzekleiner QR-Code auf einem riesigen Plakat, das nicht direkt zugänglich ist, kann zu klein werden, um ihn überhaupt sehen und scannen zu können.

    Die Informationen hinter dem QR-Code sollten einen wirklichen Mehrwert bieten. Man sollte einen QR-Code also nur dann einsetzen, wenn man tatsächlich etwas zu sagen hat. Und schließlich macht es für den Werbetreibenden Sinn die Aktivitäten rund um den QR-Code zu tracken und auszuwerten. Wie viele User haben den Code gescannt und sich mit den Inhalten dahinter beschäftigt? Schaffen Sie die Möglichkeit zur weiteren und nachhaltigen Kommunikation – z.B. durch Newsletter Leadgenerierung etc.

    Last but not least: QR-Codes sind weitverbreitet, aber es gibt noch eine Menge Leute, die noch niemals einen QR-Code gescannt haben oder schlichtweg die technischen Voraussetzungen dafür nicht haben. Die aktuelle Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA aus 2014) gibt an, dass 42% der Deutschen ab 14 Jahre noch keine QR-Funktion auf ihrem Handy haben. Vor dem Einsatz eines QR-Codes sollte man sich also vergewissern, dass die Zielgruppe ein Mobiltelefon besitzt, zumindest rudimentäre technische Interessen und Kenntnisse hat und man muss sich dennoch darüber im klaren sein, dass man einen Teil der Zielgruppe ausschließt.

  2. UTB 2014: nur der Wandel bleibt!

    Jul 28 2014
    Julian Simons

    Julian Simons

    Ach, wo sind sie hin die Jahre, in denen wir unter regnerischen Pavillons eng umschlungen versucht haben, nicht vollkommen durchnässt unsere Wurst zu essen, die Jahre, in denen eine Brücke v.a. noch als Unterstand galt, die Isar so hoch stand, dass wir auf Ausweichlocations zurückgreifen mussten, in denen solch eine große Gruppe wie unsere absoluten Seltenheitscharakter an der Isar hatte und wir uns alle v.a. darüber unterhielten, wie man den folgenden Samstag mit entsprechendem Kater hinter sich bringen wird ….. lang lang ist’s her.

    In den letzten Jahren vollzog sich doch ein erheblicher Wandel, dessen Dokumentation mir im Nachgang unseres Festes ein persönliches Anliegen ist:

    1. Wetter!

    Die Sonne bzw. der Sommer schenkt uns nun schon das vierte Jahr in Folge einen traumhaften Abend, den wir teils barfuß in der Isar, auf jeden Fall aber mit Sonnenbrille und leicht bekleidet bis spät in die Nacht ohne einen einzigen Tropfen Wasser, der vom Himmel fiel, genießen durften. Es gibt wahrlich Schlimmeres, unser Timing professionalisiert sich hier Zunehmens, denn die Prognosen waren (wie immer) noch eine Woche vorher ehr mau, aber Erfahrung zahlt sich eben aus!

    2. Location!

    Wo noch vor Jahren die Polizei persönlich vorbeikam, um uns zu maßregeln, sei es ob der Größe unseres Grills oder auch nur ob der schieren Anzahl der Teilnehmer kommt heute nur noch ein gelangweilter Sicherheitsdienst vorbei, dessen Engagement sich sichtlich in Grenzen hält. Da ist der größte Aufreger, dass nachts um 23h auf einmal die Metallmülltonne zu brennen beginnt und ebenfalls vollkommen entspannte Feuerwehrleute das Ganze innerhalb von 10 Minuten beenden – einziges Ergebnis: vollkommen verrauchte Klamotten….

    3. Themen!

    Ach, wo sind die Zeiten, als wir noch über geplatzte Dot.com Blasen und die revolutionäre Zukunft des Onlinemarketings philosophiert haben… da sind die Themen doch andere geworden: Häuslekauf, Kindergartensuche, Windelprobleme und Paninibilder. Tja, so ist das, nicht nur die Firma wird älter….

    4. Leute!

    Nicht nur, dass inzwischen schon die Gäste aus Hamburg gekommen sind (worüber wir uns sehr gefreut haben), nein, UTB entwickelt sich mehr und mehr zu einer Familienfeier, bei der der Anteil an zukünftigen Mediaplanerinnen und Planern – formerly known as Kinder – aus den eigenen Reihen ein prosperierendes Wachstum der mediascale über Jahrzehnte hinaus sicherstellt. Da braucht man sich keine Sorgen machen, dass in München kein Agenturnachwuchs bereit steht, einzig ein langer Atem ist von Nöten, aber wer will da schon dran zweifeln….

    Kurz um, schee war’s wieder, wie jedes Jahr.

    Vielen Dank an alle, die da waren, vielen Dank v.a. an Irina und Tobi für die hervorragende Orga, sowie an Andreas für die tatkräftige Unterstützung – mir bleibt nur noch, allen weiterhin einen schönen Sommer zu wünschen – in der Hoffnung, dass er kommt bzw. bleibt und nicht gleich wieder geht!

    Und hier noch ein paar Eindrücke für Euch!

    Orga_Team_Tobi_Irina_Andreas

    Alex_Tobi_Wolfgang

    Julian

    Overview

    Wasserparty

    Dämmerungs_Ambiente

  3. Mediennutzungsverhalten Teil IV: Parallelnutzung der Medien

    Jul 24 2014
    Agnes Ley

    Agnes Ley

    Im letzten Teil der Reihe zum Thema Mediennutzungsverhalten widmen wir uns der Parallelnutzung. Damit ist zumeist gemeint, dass neben dem Fernsehprogramm ein weiteres, digitales Medium genutzt wird. Das kann das Handy sein, der Laptop, der stationäre PC oder auch ein Tablet. Neben dem Begriff Parallelnutzung hört man auch oftmals das Wort Second Screen – eine klare Definition der beiden Begriffe hat IP Deutschland in der Studie „Kartografie von Bewegtbild 4“ gegeben:

    Von Parallelnutzung spricht man immer, wenn neben dem Hauptscreen (Fernseher) ein weiterer Screen genutzt wird – egal ob zum Mails checken, shoppen oder recherchieren. Laut einer Studie der Sevenonemedia nutzen über 68% der Deutschen Medien parallel. Und wie nicht anders zu erwarten: Bei den jüngeren Zielgruppen der 14-29jährigen sind es sogar durchschnittlich 81%.

    Von Second Screen spricht man, sobald der zusätzliche Screen in seiner Nutzung einen TV- oder Formatbezug hat. Beispiel: Im Fernsehen läuft Germany´s Next Topmodel und parallel dazu erfolgt ein Austausch zur Sendung über etwa Facebook oder Twitter. So genannten „talk of town“ Sendungen wie “Let´s dance”, “Superstar”, etc. rufen dabei eine besonders hohe Parallelnutzung hervor.

    In der Werbung wird die Nutzung des Second Screen in einigen Kampagnen aktiv herbeigeführt, z.B. um Zusatzinformationen für den User bereit zu stellen, wie im Beispiel von Toyota:

    Parallel1Fernsehsender wie z.B. RTL bieten zu ausgewählten Formaten Zusatzinfos – im Fall von RTL in der RTLInside App. Aber auch die öffentlich-rechtlichen Sender bieten hochwertigen Zusatzcontent auf dem Second Screen. So zum Beispiel gesehen während der WM in Brasilien: In der App gab es 20 frei wählbare Kameraperspektiven parallel zum Fernsehbild abzurufen.

    Parallel2

    Hier geht es zum Teil I – Mediennutzungsverhalten

    Hier geht es zum Teil II – Mediennutzungsverhalten: Junge Zielgruppen

    Hier geht es zum Teil III - Mediennutzungsverhalten: Mobile

  4. Und was kostet’s?

    Jul 22 2014
    Taskin Erdem

    Taskin Erdem

    Elektronik, Unterhaltung, Reise, Versicherung, Finanzen, eigentlich gibt es für alles Käufer im Internet. Nun kaufen die User auch meistens wenn der Preis passt. Da so gut wie alle Produkte und Dienstleistungen im Netzt mehrfach zu finden sind, aber der Preis eben nicht überall der gleiche ist, lohnt oft der Vergleich. Womit ich auch schon beim Thema wäre.

    >>PREISVERGLEICH<<

    Preisvergleich gabs schon immer und wird es wahrscheinlich auch immer geben, so lange es einen Wettbewerb mit ausreichend Konkurrenten geben wird. Wenn man jetzt mal den aktuellen Preisvergleich näher betrachtet, kann ich Euch ein paar grundlegende Erkenntnisse mitteilen. Neun von zehn Retail-Transaktionen finden im stationären Handel statt, wobei 3/4 dieser Käufer wiederum vorher bzw. vor Ort online recherchiert haben.

    Unbenannt

    Neben den unterschiedlichen Endgeräten, werden viele Möglichkeiten des Vergleichs genutzt. Einerseits über eine banale, sehr generische Suche auf Suchmaschinen oder sehr spezielle Suchen auf Spezialseiten, auf Social Plattformen, auf bekannten Presissuchmaschinen, usw.

    Ich widme mich in meinem Beitrag dem Retail Preisvergleich – also Produktsuchen mit Kaufabsicht online. Hier gibt es eine ganze Reihe von Kombinationsmöglichkeiten. Grundlage einer Bewerbung ist allerdings immer ein Produktdatenfeed, da alle Preisvergleicher (inklusive Google) nur mit einem Datenfeed der stattfindenden Produktsuche entsprechende Anzeigen ausliefern können. Kein Feed, keine Produktanzeigen. Dann kommt es natürlich darauf an in welcher Qualität das Feed vorhanden ist. Schön dass es eines gibt, aber sind die Felder komplett, werden alle Kriterien erfüllt, finden sich Werte zu Zustand, Lieferzeit, Preis in richtiger Währung, Herstellernummer, Qualitätsmerkmale, Identifikationsnummern, Produktbeschreibungen, URL, Bild-Url(s), Kategroriepfad, Artikelbezeichnung, usw. wieder. Und in welcher Güte sind diese Werte?

    Schon vergeht einem der Spass… Nicht ganz, denn diejenigen, die sich um ihr Feed kümmern und es sowohl automatisiert als auch manuell optimieren und ständig aktuell halten, erfreuen sich großer Umsätze über alle eingesetzten Werbekanäle. Es gilt also folgende Regel: Erforderliche & empfohlene Attribute + Genauigkeit der Daten = Datenqualität. Und je höher die Datenqualität, desto mehr Umsatz kann generiert werden. Ich sage explizit kann, denn allein das reicht natürlich nicht, da es bei einem schlechtem Produkt und bei überteuerten Preisen und bei Kombination aus beidem wohl eher nicht zu häufigen Abschlüssen kommen wird. Trotzdem muss gesagt werden, dass zwar der Preis Entscheidungskriterium Nr. 1 ist, aber je nach Feinheiten User auch nach Marke, Service, Lieferbedingungen und anderen Kriterien kauft.

    Feeds kommen beispielsweise hier zum Einsatz:

    - Preissuchmaschinen (Bsp. Idealo, Billiger.de, Günstiger.de, Check24, Geizhals)
    - Google Shopping
    - Affiliates
    - Retargeting/Remarketing
    - eigene Webseite

    und das ganze auf Desktop, Laptop, Tablet und Samrtphone. Da stellt sich schnell die Frage, was einem entgeht, der sich bis jetzt nicht um sein Datenfeed gekümmert hat. Aber jetzt mal angenommen wir haben ein spitzen-super-duper, ultra-aktuell gehaltenes Feed mit total gefragten Produkten zu 1A Preisen, usw. Was mach ich jetzt damit?

    Da so gut wie alle Produktsuchen erst mal bei Google anfangen liegt es auf der Hand Google Shopping (früher PLA = Product Listing Ads) einzusetzen. Man muss also sein Feed im Merchant Center anlegen und mit seinem Adwords-Konto verknüpfen. Google verlangt zwar, dass das Feed in einer bestimmten Reihenfolge und mit bestimmten Feldern und Inhalten bestückt ist, liefert dafür aber auch den stärksten Kanal. Dicht gefolgt kommen die Preisvergleicher und danach Spezialseiten, die oft auch als Affiliates auftreten. Um Gewinne zu erwirtschaften ist es natürlich notwendig auch in diesem Segment zu optimieren. Damit meine ich natürlich nicht nur das Feed und seine Inhalte, sondern auch den Mediaeinkauf. Google hat ein auktionsbasiertes CPC Modell (läuft ja auch über Adwords)  und kann wunderbar im Einkauf mit einem gut gefürten Bid-Management-System optimiert werden. Die meisten Preisvergleicher offiziell auch. Aber bei einer guten Marke und gut verkaufendem Shop muss kalkuliert werden, ob nicht ein Einkauf auf eigenen KPIs basierend zu noch mehr Erfolg führt. So kann bspw. vielleicht nach KUR eingekauft und dann sogar nach Produktkategorien geclustert werden (unterschiedliche Werte, je nach Plausibilität). Daraus lässt sich auch wunderbar ein Affiliateprogramm aufziehen. Kombiniert man diese Kanäle und betreibt auch noch ein geschicktes, profilbasiertes Retargeting mit entsprechend dynamisch generieten Werbemitteln, so steht dem maximalen Erfolg eigentlich nix mehr im Weg.

    So, jetzt wisst Ihr grob Bescheid. Wer mehr wissen will, meldet sich am Besten bei mir. Ich freue mich…

     

     

  5. Mediennutzungsverhalten Teil III: Mobile

    Jul 17 2014
    Agnes Ley

    Agnes Ley

    Nachdem in Teil I und Teil II dieser Serie das Online Mediennutzungsverhalten analysiert wurde, möchte ich heute das mobile Nutzungsverhalten genauer unter die Lupe nehmen.

    Das mobile Internet erreicht bereits eine breite Bevölkerungsschicht. Laut der letzten AGOF mobile facts 2014-I sind knapp 32 Millionen Unique User mit ihrem mobilen Device regelmäßig online. Dabei ist der Männeranteil mit knapp 55% noch etwas höher. Tendenziell ist die Nutzerschaft mit knapp 80% zwischen 14 und 49 Jahren eher jünger.

    Basen: 112.184 Fälle (=70,33 Mio.) und 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User) in der deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quellen: AGOF internet facts 2014-04 und AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights

    Basen: 112.184 Fälle (=70,33 Mio.) und 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User) in der deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quellen: AGOF internet facts 2014-04 und AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights

     

    Der durchschnittliche mobile Internetnutzer verfügt über hohe Bildung und ist mehrheitlich berufstätig.

    Basis: 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User in der deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quelle: AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights

    Basis: 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User in der deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quelle: AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights

    All das ist nicht weiter überraschend. Jüngere Männer haben tendenziell eine höhere Affinität zu technischen Produkten und damit zu Smartphones und Tablets. Fraglich ist nun: Nutzen User das stationäre Internet weniger auf Grund der mobilen Nutzung?

    Basis: 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User in der deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quelle: AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights

    Basis: 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User in der deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quelle: AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights

    Weniger als 20% der User nutzen das stationäre Netz weniger durch die Nutzung des mobilen Netzes. Somit sehen die meisten User das mobile Internet als eine Ergänzung zum stationären Surfen.

    Dies erklärt sich mitunter durch die Art der Nutzung – mobile Devices sind häufig Wegbegleiter, die in Wartesituationen genutzt werden, um sich die Zeit zu vertreiben oder um unterwegs Infos, Orientierungshilfen etc, abzurufen.

    Dabei unterscheidet sich das Nutzungsverhalten von Handies und Tablets, wie ein Blick auf die  Nutzung nach Tageszeit verrät. Das Mobiltelefon wird am stärksten von 17 bis 20 Uhr genutzt. Das Tablet hingegen wird ab 20 Uhr am stärksten genutzt. Tablets sind also Heimgeräte, wohingegen Handies mobile unterwegs genutzt werden und immer dabei sind.

    Basis: Deutschland, 2.084 Mitglieder des TFM-Netzwerks bzw. 459 iPad-User im des Netzwerk von TFM-Netzwerks; Quelle: Tomorrow Focus Media, Mobile Effects 2013-II und 2014-I / plan.net Insights

    Basis: Deutschland, 2.084 Mitglieder des TFM-Netzwerks bzw. 459 iPad-User im des Netzwerk von TFM-Netzwerks; Quelle: Tomorrow Focus Media, Mobile Effects 2013-II und 2014-I / plan.net Insights

  6. Unterstützung von TV Kampagnen durch Real Time Advertising

    Jul 15 2014
    Tobias Fritzsche

    Tobias Fritzsche

    Aktuelle Studien belegen, dass sich die Mediennutzung nicht mehr nur auf einzelnen Kanälen abspielt sondern simultan auf verschiedenen Medien. Während die TV Nutzung mit im Schnitt 242 Minuten pro Tag nach wie vor auf Platz 1 der Mediennutzungsdauer verweilt, holt das Internet rasant auf. Mit einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 108 Minuten pro Tag zwar immer noch hinter dem Hörfunk auf Rang 3, jedoch mit einem Anstieg von 30% im letzten Jahr stark erhöht.

     TF1

    Dass die Nutzung des Internets immer weiter steigt und es für viele kein „Neuland“ mehr ist, wird niemanden sonderlich überraschen. Auch dessen Bedeutung im Kaufentscheidungsprozess ist allen Marketeers geläufig. Die simultane Nutzung mehrerer Screens ist jedoch auf dem Vormarsch und eine intelligente Vernetzung der Kampagnen im TV mit den Online-Kampagnen steckt noch in den Kinderschuhen. Das sogenannte Multiscreening wird bereits gelegentlich von bis zu 37% der Konsumenten genutzt. Eine häufige zeitgleiche Nutzung verschiedener Bildschirme geben bereits bis zu 13% an.

    Der Multiscreener ist im Schnitt 37 Jahre alt und zu 52% männlich, respektive zu 48% weiblich, und besitzt ca. 6 Screens im Haushalt. Die Zahlen verdeutlichen, dass die von vielen Werbetreibenden gewünschte Zielgruppe sich bei den Multiscreenern befindet.

    Die am häufigsten genutzte Kombination aus Screens ist TV mit Smartphone. Mal eben die Zwischenstände der anderen Bundesliga Partien checken, die „Wer wird Millionär“ Frage nachschlagen oder sich über ein beworbenes Produkt informieren. Immerhin geben schon 33% der deutschen Onlinenutzer ab 14 Jahren an, während dem Fernsehen das Internet mit Bezug zur Fernsehsendung zu nutzen. Am einfachsten und komfortabelsten geht das mit dem Smartphone. Das Tablet ist wohl noch nicht weit genug verbreitet und rangiert an letzter Stelle der Screen Kombinationen.

     TF2

     

    Untersuchungen haben belegt, dass die Ausstrahlung eines TV Werbespots mindestens kurzfristige Auswirkungen auf die Site Visits des beworbenen Unternehmens hat. Diese Erkenntnis lässt sich natürlich nicht verallgemeinern, es lässt sich jedoch daraus ableiten dass zwischen den beiden Medien Wechselwirkungen bestehen. Um diese für die werbetreibenden Kunden zu nutzen und deren Site Visits noch weiter zu steigern, können integrierte Kampagnen gefahren werden. Eine simultane Ausspielung des TV Spots und der Online Kampagne um einerseits die Recognition sowie die Kontaktdosis zu erhöhen und um andererseits einen Teil der Multiscreener zu erreichen.

    Eine TV Kampagne wird so durch einen Online Push in die digitale Welt erweitert. Nun sollte kein armer Praktikant oder Werkstudent in der Agentur stundenlang vor dem Fernseher sitzen und auf die Werbespots warten um den Start Knopf der jeweiligen Online Kampagnen zu drücken. Leider ist es auch nicht möglich den exakten Slot der TV Werbeeinspielung vorherzusagen (z.B. aufgrund von Live-Sendungen). Um sicherzustellen dass die Online Werbemittel auch sichtbar und prominent vertreten sind, bietet sich eine Aussteuerung durch unser hauseigenes Targeting-Tool NE.R.O in Kombination mit unserem TV Booster an. Durch eine innovative Verknüpfung des Adservers mit der Ausstrahlung des TV Spots, werden ab dem Zeitpunkt der Ausstrahlung auch im Online Umfeld potentielle Interessenten mit einem überproportional starken Werbedruck angesprochen.

    Man erreicht natürlich aufgrund der starken Streuung einer reichweitenstarken Kampagne nicht exklusiv die Gruppe derjenigen, die den TV Spot gesehen haben. Man erreicht auch nicht die vollen 13% der im Text erwähnten Multiscreener. Der Mehrwert für die beworbene Marke ergibt sich durch den Multiplying Effect.

     TF3.jpg

     

    Ob nun mit einem zusätzlichen Targeting die hohe Reichweite qualitativ verbessert werden soll oder eventuell neue Zielgruppendefinitionen für den Werbetreibenden erschlossen werden sollen, bleibt natürlich der Zielsetzung überlassen. Diese und weitere innovative Optionen können von den Agenturen eingestellt und betreut werden.

    tl;dr:

    Multiscreen ist auf dem Vormarsch und die Erhöhung des Werbedrucks durch simultane Kampagnen ist über alle Screens gleichzeitig möglich.

  7. Mediennutzungsverhalten Teil II: Junge Zielgruppen

    Jul 10 2014
    Agnes Ley

    Agnes Ley

    Im ersten Teil dieser kleinen Reihe zum Mediennutzungsverhalten habe ich über die Entwicklung der einzelnen Medien berichtet.

    Heute möchte ich zusätzlich zum ertsen Teil das Mediennutzungsverhalten im Tagesverlauf unter die Lupe nehmen. Das klassische Modell der TV Prime-Time funktioniert nach wie vor. Abends ab 19.00 Uhr versammelt sich Durchschnitts-Deutschland vor dem Fernseher.

    Basis: ¼-Std-RW im Tagesablauf, BRD gesamt, Mo-So, 5-24 Uhr, 14+ Jahre, MK 2005 Deutsche, MK 2010 deutschsprachige Bevölkerung Quelle: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010 / plan.net Insights

    Basis: ¼-Std-RW im Tagesablauf, BRD gesamt, Mo-So, 5-24 Uhr, 14+ Jahre, MK 2005 Deutsche, MK 2010 deutschsprachige Bevölkerung
    Quelle: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010 / plan.net Insights

    Die gestrichelte Linie zeigt die kumulierte Mediennutzung über alle aufgeführten Medien im Tagesverlauf. Der Ausschlag in der Prime-Time ist vornehmlich auf TV zurückzuführen.

    Auch hier lässt sich in der jüngeren Zielgruppe der 14- bis 29-jährigen ein Wandel erkennen. Das Mediennutzungsverhalten steigt zwar ebenfalls im Lauf des Tages an, jedoch ist der Ausschlag von TV in der Prime-Time nicht annähernd so deutlich wie in der Gesamtbevölkerung.  Vielmehr spielt auch hier das Medium Online eine deutlich höhere Rolle. Für dieses geringere Interesse am Fernsehen gibt es nicht die eine Begründung. Vielmehr ist es ein Sammelsurium: Manche nutzen das Internet parallel zum Fernsehen, andere haben kein Interesse an laufenden TV-Sendungen und stellen sich das Programm über das Internet lieber on-demand zusammen. Wieder andere vertreiben sich die Zeit Abends lieber in sozialen Netzwerken oder spielen Online Games.

    Basis: ¼-Std-RW im Tagesablauf, BRD gesamt, Mo-So, 5-24 Uhr, 14-29 Jahre, deutschsprachige Bevölkerung Quelle: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010 / plan.net Insights

    Basis: ¼-Std-RW im Tagesablauf, BRD gesamt, Mo-So, 5-24 Uhr, 14-29 Jahre, deutschsprachige Bevölkerung
    Quelle: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010 / plan.net Insights

  8. Konsolidieren Sie sich bitte!

    Jul 08 2014
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Auf Märkten ist immer wieder das gleiche Spiel zu beobachten: Ist der Markt neu und ungesättigt tauchen eine Vielzahl von Markteilnehmer auf und liefern sich einen Wettbewerb weitestgehend auf Augenhöhe. Irgendwann bilden sich dann durch schlaueres Handeln oder Zukauf größere Player, die wiederum ab einer gewissen kritischen Größe weitere Unternehmen schlucken oder von einem größeren Hecht im Teich geschluckt werden.  Das zumeist bekannte (vorläufige) Endszenario ist dann ein Oligopol, in dem wenige Anbieter den Markt dominieren und im schlimmsten Fall ohne große offizielle  Absprache zu dem Schluss kommen, dass Sprit an Pfingsten und zu den großen Reisewellen 14 Cent teuer ist als sonst.

    Aktuell sehen wir am Telekommunikationsmarkt, wie sich die Verdichtung sich langsam in eine finale Form gießt. Mit dem Zusammenschluss  von o2 und E-Plus sinkt die Zahl der großen Konzerne auf 3. Eine solche  Entwicklung ist ja auch nicht zwangsläufig schlecht, sofern sich handelnden Akteure nicht noch geringer wird. Nebenbei wäre es bei der Marken-Menagerie insbesondere von E-Plus vielleicht auch an der Zeit, den Stall auszumisten. Ich vermute selbst die meisten Konzernmitarbeiter würden bei einer ungestützten Abfrage aller Marken kläglich scheitern.

    Im Onlinewerbemarkt (Display) dürfte derweil noch Konsolidierungsspielraum sein, wobei sich die Landschaft auch dank aktionistischer Außenwerber deutlich strukturierter darstellt, was im Zuge immer mehr verzweigte Pfade zum Inventar einer besseren Navigation sehr zuträglich ist. Denn gerade die venture-gedüngten Technologieanbieter haben die Pilze beim Sprießen aus dem Boden inzwischen weit überflügelt. Dass es irgendwann mal so viele werden, dass es eigentlich keiner mehr überblicken kann, hatten wohl die wenigsten erwartet. In Zeiten von marginalen Zinsen und leicht verfügbarem Kapital kann sich jedoch eine solche Entwicklung schnell verselbständigen mit allen Stilblüten die dazugehören. Am beliebtesten sind bei uns immer die Superverkäufer, die leider vergessen, dass die Versprechungen auch technisch möglich sein sollten oder aber die Nerds, die eigentlich besser einen Superverkäufer auf die Menschheit loslassen sollten, um ihr Produkt an den Mann zu bringen. Doch bei aller vielfältiger Verwirrung bleibt die Gewissheit, dass irgendwann der Zusammenschluss-Tsunami über die ungeahnten neuen Möglichkeiten hinwegschwappt.

    Beim Beschwören vor großen Wellen darf indes nicht vergessen werden was passiert, wenn nur noch ein Anbieter den Markt beherrscht. Diese Situation ist uns nicht gänzlich unbekannt und Sie ahnen vermutlich schon worauf ich hinaus will (und ich meine nicht Facebook). Deshalb überlasse ich die Aussprache des konkreten Namens auch ihrer Kombinationsfähigkeit. Bemerkenswerter Weise fand hier das Wachstum weitestgehend organisch und ohne große Zukäufe o.ä. statt. In dem Fall hat es der User ganz von alleine hinbekommen. Das wiederum zeigt, dass man Konsumenten die alleinige Gestaltung der Märkte genauso wenig anvertrauen sollte, wie den Unternehmen selber.

     

  9. Die Fußball-WM 2014 – Neulich in der Cafeteria bei mediascale

    Jul 03 2014
    Emanuele Fino

    Emanuele Fino

    Mitten in der Fußball-WM. Deutschland schwitzt. Morgen spielen wir gegen Frankreich im ersten Spiel der Viertelfinalrunde. Wie geht das aus? Deutschland gewinnt natürlich….oder? Wer wird der „Man of the Match“? Warum setzt sich Per Mertesacker drei Tage in eine Eistonne? Freistoß oder Elfmeter? Für wen sind denn jetzt eigentlich die Italiener? Schaffen wir unseren vierten Titel?? Jogi, Du hast die Haare schön!

    Kommentare über Kommentare und Spekulationen von jedermann. Das sind die Gesprächsfetzen, die wir in den Biergärten, Restaurants und bei den Kaffeemaschinen im Büro aufschnappen. Auch bei der mediascale ist die WM ein heißes Thema. Und manchmal trifft auch bei uns in der Cafeteria ein Profi auf einen Laien – Dialog zwischen Emanuele Fino, Leiter Einkauf mediascale und Julia Jans, Teamleiterin Agenturservice mediascale.

    Julia Jans

    Julia Jans

     

    Hallo Manu,

    jetzt ist es soweit: alle Welt redet nur noch von Fußball. In der Werbung geht es nur noch um Fußball. (Dieser Artikel spricht mir im Übrigen aus der Seele) Und selbst in geschäftlichen Emails „muss“ man sich zu Fußballthemen möglichst fachmännisch äußern. Da kann auch ich mich als Anti-Kicker und nicht-fußball-affiner Mensch nicht mehr verweigern und hab mir gestern dieses aufwühlende Spiel gegen Algerien angeschaut. Da haben sich dann aber doch einige Fragen aufgedrängt von denen ich hoffe dass du sie mir beantworten kannst:

    Sind alle Fußball Fans Assis? Oder gibt es einen Grund für das Gepfeife und Ausbuhen?

    Hallo Julia, wie immer sehr gerne. Tendenziell ist die Assiquote in Fußballstadien wohl ein bisschen höher als im Armani-Store in der Maximilianstraße. Allerdings sollte man auch hier vorsichtig sein zu sehr zu pauschalisieren. Das Gepfeife und Ausbuhen hat eigentlich nur den Grund die geschmähte Mannschaft weiter zu verunsichern. Sollte aber nicht persönlich genommen werden, in der Regel kann man wohl außerhalb des Fußballfeldes durchaus noch Freunde werden.

    Der Kommentator hatte im Spiel gegen Algerien erwähnt, dass Manuel Neuer mit seinem Spiel eine rote Karte riskiert? Ist das richtig und was passiert dann?

    Unser Manuel interpretiert das Torwartspiel natürlich sehr offensiv, was bei einer weit aufgerückten Abwehr auch so gewünscht ist, da man gegnerische Angriffe bereits im Ansatz entschärfen kann. MaNe der Libero sozusagen. – Achtung! Sparwitz, der Insiderwissen bedingt – Manni der Libero war eine Fernsehserie der 80er Jahre. – Besteht der Viererverbund vor ihm wie im Spiel gegen Algerien allerdings aus Spielern mit einem Wendekreis von Öltankern und der Reaktion einer Valium Tablette, muss er überdurchschnittlich oft vor dem gegnerischen Angreifer klären und riskiert so auch mal eine Zehntel-Sekunde zu spät zu kommen und damit eine klare Torchance zu vereiteln – Notbremse – Feldverweis. Vorab zu Beruhigung für dich und alle anderen weiblichen Fans – nach Erhalt der roten Karte verschwindet er nicht für immer von der Fußballbildfläche – wenn er nicht gerade seinem Gegner das Schlüsselbein rausbeißt. Eine Runde aussetzen müsste er allerdings schon.

    Wer oder was zum Teufel ist denn jetzt wieder ein Libero? Klingt wie ne Limonade….

    Der Libero ist eine defensive Spielposition im Fußball. Ist allerdings ein wenig aus der Mode gekommen. Das in Deutschland bekannteste Testimonial für diese Position ist Franz Beckenbauer – seit dem Algerienspiel jetzt auch Manuel Neuer. Übersetzt: freier Mann – hinter der Abwehrkette.

    Ich persönlich fand ja er hat eine hervorragende Figur in seinem blauen Trikot gemacht. Steht ihm einfach besser als gelb oder orange. Was meinst Du als Experte dazu?

    Schön, dass du das Thema ansprichst. Hier ist es bei Fußballern wohl wie bei uns Bürohengsten. Sitzt der Anzug, fühlt man sich wohl und man kann Leistung bringen. Seiner Leistung nach zu Urteilen gefällt ihm sein Trikot wohl selbst auch sehr. Noch ein Satz zur Farbe. Man spricht ja von typgerechten Farbtönen und Blau ist definitiv die Manuel Neuer Farbe (Schalke sei Dank).

    Egal wie gut sie in den Trikots aussehen, Ich persönlich finde ja so eine Verlängerung immer extrem uncool. 90 Minuten reichen meiner Meinung nach vollkommen aus. Glücklicherweise leben wir in einer Welt der Second- (und in meinem Fall sogar Triple-) Screens. Ich kann mich also ganz entspannt mit Gala-Artikeln und Schuh-Shopping beschäftigen und mich darauf verlassen, dass sobald der Kommentator lauter und seine Stimme schriller wird, es sich lohnt hinzuschauen. Wie hält der Rest der Zuschauer das aus?

    Eine Fachfrage? Um es knapp zu halten. Du befindest Dich in guter Gesellschaft. Laut einer Studie von Sevenone mit mindline Media und Forsa nutzen rund 75% der 14-49 Jährigen TV plus Internet parallel. Ganz vorne weg bei den Aktivitäten befindet sich natürlich die E-Mail-Nutzung oder der Besuch bei sozialen Netzwerken, aber auch Online-Shopping ist bei den Parallelnutzern sehr beliebt. 72% der Internetaktivitäten haben aber tatsächlich TV Bezug wie z. B. das Aufrufen des Fernsehprogramms oder das Kommentieren des Gesehenen in sozialen Netzwerken. Während Frau wohl vermehrt den von Dir genannten Aktivitäten während des Spiels frönt, wird Mann sich tendenziell eher Zusatzinfos zur Partie beschaffen und in sozialen Netzwerken seine Fußballkompetenz unter Beweis stellen. Soll aber auch Kollegen gegeben haben, die zur Halbzeit ins Bett gegangen sind – und das ganz ohne Screen. Zero Screen!

    Unfassbar aber wahr: Ich habe noch nie Fußball gespielt und kann das alles körperlich daher nicht so recht nachvollziehen. Also Hand aufs Herz: Tut es wirklich so sehr weh, wenn man einen Tritt gegens Schienbein bekommt, dass man laut schreiend zusammenbrechen muss, harten Männern Tränen über die Backen laufen und sie sich auf dem Gras wälzen wie ein Maikäfer auf Koks? Falls nein: Meinst Du der ein oder andere bekommt Schauspielunterricht?

    Auch hier wieder ein gut gewähltes Thema von dir. Und du befragst hier auch einen absoluten Experten, da ich als Stürmer mit italienischen Wurzeln zu meiner aktiven Zeit natürlich unter Generalverdacht stand. Ich denke, darauf kann man ganz klar mit „Kommt drauf an“ antworten. In vielen Fällen neigen natürlich gerade Offensivspieler zu leichter Theatralik. Allerdings soll dem ein oder anderen auch schon mal das Schienbein durchgetreten worden sein. Hier empfehle ich folgenden Link aus dem Mutterland des gepflegten Tritts: Argentinien.

    Ich glaube Schauspielunterricht benötigt keiner. Der eine hat‘s im Blut – Robben, Reus, C. Ronaldo – der andere eher nicht – Mertesacker, Jeremies, Kohler. Oder anders: der eine ist das Opfer – der andere der Täter. Wobei ich schon an Trainingseinheiten teilgenommen habe, bei denen man sich selber unten gegen den Schuh getreten hat um das notwendige Geräusch zu erzeugen und anschließend umgefallen ist.

    Es war ja wirklich schön, dass uns dieser rotblonde Jüngling im letzten Spiel mit seinem 1:0 von der Anspannung erlöst hat. Aber mal ganz ehrlich: Das war doch mehr Glück als Können, oder?

    Geh mal davon aus, dass Herr Schürrle als Fußballprofi über ein gutes peripheres Sehen verfügt und seine Extremitäten soweit im Griff hat, dass die Aktion durchaus gewollt war. Allerdings gehört hier, wie so oft im Leben, auch Glück dazu.

    Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview – jetzt kann ich beim nächsten Kaffeekränzchen wieder mit schlauen Sprüchen auftrumpfen. Die Fußballer sind da ja entweder nicht ganz so wortgewandt, ich denk da an Mr. Podolski oder gleich direkt richtig Aggro wie der Hüne Mertesacker. Wird letzterer jetzt vom Jogi „a bissale verschompfa“ weil „er so ed mit de Leud schwätza darf“? Oder darf man sich als Profi-Kicker aufführen wie man will?

    Ist mir völlig wurscht. Wat willst Du jetzt von mir?

    Zur Frage – Mir als Fernsehkonsument ist sowas natürlich immer ein bisschen lieber als diese mediengerechten 0815 Fußballerfloskeln. Die Medien haben was zu berichten, die Videoabrufe gehen nach oben. Alles gut also. Was Herr Löw dem Merte sagt und wieviel der davon auch wirklich versteht – Sprachbarriere Hilfsausdruck – kann ich Dir nicht sagen. Allgemein finde ich aber die Berichterstattung schon auch immer ein bisschen negativ – andere Nationen wären froh, noch im Viertelfinale dabei zu sein.

    Also dann, auf morgen! Daumen sind gedrückt!!

    Fußball Nubbsi_mediascale

  10. Auf der Suche nach der ewigen (Content-)Formel

    Jul 01 2014
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Es gleicht mitunter der Suche nach dem Gral, einem Perpetuum Mobile oder dem Geheimnis ewiger Jugend. Gemeint ist der ständige Drang, scheinbar neue Ansätze zu finden, die als Universalheilmittel alle Problem lösen. Diese systemimmanenten Arzneien heißen dann Viralspots, Native Ads oder seit neustem Content Marketing. Nun ist an den Arzneien als solches nichts auszusetzen. Ich habe ja auch nichts gegen Aspirin oder vergleichbare Produkte. Ich sollte mir aber sehr wohl im Klaren darüber sein, dass jenes Produkt der Leverkusener Werkself eben nur gegen Kopfschmerzen hilft, nicht jedoch gegen Juckreiz, Doppelkinn oder Hinkebein. So banal diese Feststellung, so  einfach im Grunde auch der Übertrag zum Content Marketing. Es gibt sicherlich kommunikative Herausforderungen, die über eine Contentstrategie eher mittel- bis langfristig ideal gemeistert werden können, die zudem einen User involvieren, emotional binden und somit langfristig zum loyalen Kunden entwickeln. Es kann aber sicherlich keine Blaupause sein, die für jedes Unternehmen greifen kann.

    Denn wir haben noch nicht über die Risiken und Nebenwirkungen gesprochen, die mit einer allzu großen Fokussierung einhergehen können. Da wäre zu nennen, dass Content Marketing Ressourcen verschlingt, die gegebenenfalls woanders fehlen.

    Um nicht missverstanden zu werden: Eine übergreifende Strategie zur Unternehmenskommunikation die von HR über PR bis zur Werbung und Produktpromotion greift, fällt hier nicht drunter, auch wenn sie die notwendige Basis aller Inhaltserzeugung- und verwertung sein muss.

    Grundsätzlich gilt: Je komplexer die Sache wird, desto mehr lohnt sich eine Investition in das Vermitteln übergeordneter Zusammenhänge. Darüber ist es thematisch nicht immer angebracht zu glauben, aus allem und jedem eine für den User spannende Geschichte kreieren zu können. Es gibt Produkte, da werde ich ob deren Banalität nur mit viel Poesie weiterkommen. Zu guter Letzt muss noch die Budgetkelle geschwungen werden. Denn von alleine fliegen Inhalte selten und bedürfen zumeist einer medialen Anstoßkette. Die Investitionen in Content und medialer Bekanntmachung kann sich aber nur leisten, wer entweder genug Budget zur Verfügung hat, um sein Bestandsgeschäft parallel direkt kommunikativ unterstützen zu können oder parallel einen langen Atem hat und kurzfristige Dellen im Absatz aussitzen kann. Im Idealfall hat man beides. Allerdings lehrt die Erfahrung, dass nur eine überschaubare Zahl an Geldspeichern vorhanden ist, die zeitgleich von Hütern mit dem Glauben an das Gute und Nerven wie Drahtseile bewacht wird.

    Es sei noch erwähnt (und ich werde nicht müde es genauso herunter zu beten, wie die Themen sisyphusesk immer wieder als Stein zum Gipfel der Wahrnehmung gerollt werden), dass wir hier nicht über eine Erfindung des Jahres 2013 sprechen, sondern solche Strategien schon vor Jahren mit Kunden umgesetzt haben. Das Fazit damals wie heute: Kann funktionieren/sinnvoll sein,  muss aber nicht!

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