
Dominik Frings
Bei der morgendlichen Lektüre einschlägiger Fachpublikationen stieß ich heute auf einen Beitrag mit oben genannter Überschrift auf meedia.de. Es geht in dem Artikel darum, dass die Werbetreibenden im Bereich Online den digitalen Zeitungsablegern besonders schlechte Noten im Bereich Auftritt und Werbeleistung attestieren. Die goldene Himbeere darf nebenbei bemerkt ein TV-Ableger in seine Trophäensammlung aufnehmen.
Nun frage ich mich, wie meine persönliche Bewertung für den deutschen Markt ausfällt? Kann man pauschal urteilen, dass Zeitungsderivate im Onlinebereich besonders schlecht oder gut sind? Ich sage: NEIN, pauschal möchte ich das nicht sagen. Aber JA, es gibt Bereiche, da haben die Kollegen der digitalisierten Offlinezunft Nachholbedarf!
Zunächst möchte ich die Frage beantworten, wie ich Zufriedenheit definiere. Für mich beinhaltet das drei Dimensionen: Preis-/Leistungsverhältnis, Reichweite und fähiges Personal, welches guten Service in allen operativen Belangen gewährleistet.
Geht es um das Preis-/LeistungsÂverhältnis, so haben/hatten die tradierten Medienhäuser zumeist insbesondere ein Problem mit der Flexibilität. Plötzlich brach der Ruf nach Performancekampagnen aus, wie der Vesuv über Pompeji und es durchzuckte sie der alte Reflex: Ist neu, ist ne Herausforderung, lehnen wir ab. Als plötzlich die Erlöse erodierten wie der Boden in der Sahelzone, machten einige die Schleusen auf, um genau das zu erzielen, was sie eigentlich immer vermeiden wollten: Eine Preisspirale, die sich rasant gen Erdmittelpunkt bewegt. Dave Katz, der sich im Artikel äußert, hat meiner Meinung nach richtig analysiert, wenn er sagt: „Es könnte sein, dass das Digital-Geschäft lange Zeit bei ihnen nicht im Fokus stand.” Es wurde zu lange an alten Gewohnheiten festgehalten und der dynamische Onlinemarkt überforderte die antiquierten Muster. ABER: Viele Medienhäuser haben aufgeholt, viele haben gelernt und viele haben ihre reinen Webkollegen inzwischen überholt. Das alte Schlachtschiff Printhaus mag zwar schwer in Gang kommen, aber bei voller Fahrt fädelt es sich des Öfteren auf der Überholspur ein.
Wenn wir über die Reichweite sprechen, attestiere ich der Zeitungsbranche eine inzwischen sehr gute Abdeckung und diese zumeist auf qualitativ hochwertigem Niveau. Nun mag die eine oder andere Zeitung inzwischen auch zum PI-Schinder verkommen sein (ich will mal keine Namen nennen;)), dennoch ist eine Belegung in der Regel mit passablen Conversions verbunden. Jedenfalls ist mir eine mittlere Reichweite mit guten Performancewerten lieber, als gehypte Sozialfälle à la Web 2.0, deren Volumen man häufig mit dem Hirn eines Elefanten gleichsetzen kann: Sehr groß, mit wenig inhaltlicher Substanz! Umgekehrt darf man die Propagandalektüre des VDZ, die in den vergangenen Tagen in meiner Schneckenpost landete, nicht überbewerten. Es ist halt nicht alles Gold, was glänzt, liebe Zeitschriftenverleger.
In Bezug auf das fähige Personal und den zwischenmenschlichen Faktor kann ich im Grunde keine direkte Trennlinie ziehen. Es gibt über alle Anbieter hinweg Fälle, in denen ein smarter Verkäufer für Höheres geboren wurde, das BackOffice  allerdings auf einem Niveau agiert, dass vergleichbar dem Spiel der Bayern in der 2. Halbzeit gegen Bordeaux ist. Umgekehrt wiederfährt einem auch nur zu oft eine gute Abwicklung, die  mit überschaubaren Talenten im Vertrieb auch nicht zu einem Optimum des Vermarktungspotenzials führt.
So bleibt mir als Fazit, dass die Studie von der Insel in Teilen das reflektiert, was wir auch auf dem deutschen Markt erleben. Eine Pauschalisierung greift allerdings zu kurz und führt im Zweifel nicht weiter. Und ALLE die was anderes behaupten sind blöd ;-) !


Sehr amüsant Kollege Frings. Bin mittlerweile ein großer Fan von Deinen literarischen Ergüssen. Wäre Klasse, wenn Du nächsten Samstag in der Süddeutschen Zeitung auch mal ein Interview zur Lage des 1. FC Köln geben könntest…
Lieber Kollege Bardowicks,
wieder einmal hast du dich als Laie geoutet, da nächste Woche Länderspielpause ist und man wichtige Interviews nur vor wichtigen Spielen gibt. Dennoch will ich dir gerne einen kurzen Überblick geben:
1. Die Transferpolitik ist zu hinterfragen.
2. Es fehlen die Anspielstationen im Mittelfeld
3. Mit 7 Toren 12 Punkte zu machen, würde den guten alten Trappatoni jeden Morgen mit Freudentränen erwachen lassen.
P.S.: Danke für den sicherlich verdienten Siegen gegen die Verbotene Stadt.