mediascale - innovative medienvermarktung
Klartext!
  1. Xing! Mich! An!

    Mai 27 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Zugegeben, ich mag manchmal ein wenig kleinlich und zu sehr web 1.0. zu sein, aber irgendwie finde ich das auch gar nicht so verkehrt. So bin ich seit 2004 stolzes Non-Premium Mitglied bei Xing (bzw. seinerzeit OpenBC).  Das Netzwerk fand ich ja auch immer ganz nützlich. Vor allem, wenn mal wieder Kontaktdaten verloren gegangen sind oder in Boomphasen andere die Jobs schneller wechselten, als ich mein Outlook aktualisieren konnte. Eine Sache ging aber schon immer gegen den Strich: Die Kontaktbestätigungswünsche von Leuten, die man gar nicht kennt. Ich nenne das Xing-Blind-Dating (und sehe das auch als Mitbewerber von Elitepartner) und im Grunde läuft es wie folgt ab: 2-3 Mal die Woche checkt man seinen Account und stellt fest, dass man wieder ein paar Anfragen hat. Dann Blicke ich des Öfteren in pixelgroße Gesichter, deren Namen mir gänzlich unbekannt sind. Nun bin ich keine Koryphäe in Bezug auf das Erinnern an bestimmte Menschen. Das ist in 95 Prozent der Fälle aber auch eine durchweg unnütze Eigenschaft, denn ich kenne die Damen und Herren beim besten Willen nicht. Da fragt man sich doch, welche Motivation haben diese Leute und warum verkaufen sie keine Staubsauger, Weinflaschen oder andere Dinge an der Haustür. Im Prinzip ist eine derartige Bekanntschaft ja in etwa so gewünscht wie der volltrunkene Typ neben einem an der Bar, der unbedingt mit einem ins Gespräch kommen möchte.

    Neulich war es wieder soweit, dass mich folgende stutzigen Worte begrüßten:

    „Hallo Herr Frings,“

    >>> (nun gut, es begann auch schon mal mit „Hey Dominik alte Hütte“)

    „Schön Sie auf Xing zu treffen.“

    >>> (wenn die-/derjenige meint! Ich kann es so nicht bestätigen.)

    „ […]würde mich trotzdem über einen Kontakt freuen.“

    >>> (woher will er/sie das wissen? Ich kann auch Aggro!)

    „Unsere Branche ist ja überschaubar.“

    >>> (wohl nicht genug)

    Viele Grüße
    XXX

    >>> Gruß zurück und „abgelehnt“.

    Wo ist das Problem einfach anzurufen, wenn man etwas zu sagen hat oder es bleiben zu lassen, wenn man sich die Frage – gerne nach reiflicher Überlegung – mit „nein“ beantwortet. Ich setzte jedenfalls voraus, dass ich in irgendeiner Form schon mal mit demjenigen in Kontakt getreten bin, bevor ich ihn bestätige. Das kann von mir aus per Telefon, Mail, Fax, Telegramm, Wurfpostsendung etc. passieren, bevorzugt auch persönlich.

    Vielleicht habe ich aber auch einfach nur beim „Spiel das Lied vom Kontaktchampion“ nicht zugehört, und es geht nur noch um bloße Menge an Kontakten. Dann würde ich mir allerdings nicht so viel Mühe machen und so lange Texte schreiben, sondern lieber die Taktik des Mr. Okolumbewabele (eh. Finanzminister von Nigeria) ausprobieren und den Schatz im Silbersee versprechen, für eine simple Bestätigung und die Überweisung von 500$ auf ein entsprechendes Konto.

  2. Targeting in der Praxis: Was macht den Unterschied?

    Mai 25 2010
    Wolfgang Bscheid

    Wolfgang Bscheid

    Alle reden über Targeting. Oder besser: Alle streiten über das Für und Wider und die Frage, welches Targeting am Ende das Bessere ist. Dabei fangen wir gerade erst an, die wahren Potentiale dieser Technologie zu erschließen. Fehlende Standards und eine viel zu große Anzahl ganz unterschiedlicher Targeting-Ansätze, erschweren es vielen Marketingentscheidern, die Effizienz von Targeting für die eigene Online-Kampagne zu erkennen.

    Entscheidend für den Erfolg einer Kampagne ist dabei immer die Zielgruppe. Aber wer genau verbirgt sich dahinter? Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, welche Aspekte oder Attribute ihre Wunschzielgruppe von allen anderen Menschen unterscheidet? Ist es wirklich das Alter oder das Geschlecht, das Einkommen oder der Bildungsstand? Oder ist es die viel beschworene Milieu- Zugehörigkeit? Bisher war das in in vielen Fällen eine Glaubensfrage. Denn wer konnte in der Praxis schon überprüfen, welches Zielgruppen- oder Planungsmodell die besseren Ergebnisse liefert.

    Daher ist es wichtig zu wissen, wie ein solches Planungsmodell in der Praxis funktioniert. Am Anfang steht immer eine grundlegende Klassifizierungslogik die versucht, Menschen in Einstellungs- und/oder verhaltensgleiche Gruppen zu bündeln. Im nächsten Schritt müssen möglichst viele Marktteilnehmer von der Leistungsfähigkeit dieses Modells überzeugt werden. Nur wenn es am Ende zu einer marktübergreifenden Akzeptanz kommt, hat das Planungsmodell Relevanz für die Praxis. Im Markt treffen jedoch in der Regel sehr unterschiedliche Interessen aufeinander. Und deshalb ist es nicht selten der kleinste gemeinsame Nenner, der am Ende übrig bleibt.

    In der Praxis soll ein solches Modell die oft sehr spezifischen Zielgruppenmerkmale von Marken oder Kunden so exakt wie möglich “planbar” machen. Dieser Anspruch kann jedoch nur sehr selten erfüllt werden und ist für eine erfolgreiche Zielgruppendefinition auch nicht nötig. Was zählt ist in erster Linie, dass durch das Modell die Qualität eines Kontakts bestimmt werden kann. Es geht also um ein Commitment zwischen Käufer und Verkäufer über die Warenbeschaffenheit bzw. Qualitätsklasse des Produkts. Der entscheidende Punkt ist daher, dass alle Marktteilnehmer diese Bewertungsregeln akzeptieren. Dabei ist es zweitrangig, welches Modell zum Einsatz kommt und ob dieses Modell die bestmögliche Zielgruppenbeschreibung liefert oder nicht. Wichtig ist vor allem das Commitment.

    Ein marktübergreifendes System muss darüber hinaus universell einsetzbar sein. Also für alle Marken, Produkte und Kommunikationsziele gleichermaßen passen. Und das kann nur ein sehr einfaches System leisten. Viele spezifische Ausprägungen müssen hier zwangsläufig auf der Strecke bleiben. Dem Handel mit Kontakten kommen diese Einschränkungen natürlich sehr zugute. Die entscheidende Frage ist aber, wie  stark die Planungsqualität unter solchen Verallgemeinerungen leidet.

    Eine weitere, aber durchaus entscheidende Schwachstelle herkömmlicher Planungsmodelle ist ihr Wahrscheinlichkeitsprinzip. Die Aussage lautet immer “x Prozent der Nutzer sind”… Es geht also nie wirklich um den Nutzer an sich, sondern immer nur um eine Merkmalshäufigkeit innerhalb einer Gesamtgruppe an Menschen. Das birgt zwei Probleme: Das erste sind die Streuverluste. 100-x Prozent der generierten Zielgruppe sind immer Streuverlust. Sie kaufen also immer eine Ladung Tomaten, bei denen ein Teil faulig ist. Die Planung zeichnet sich im Grunde dadurch aus, den Anteil an fauligen Tomaten so gering wie möglich zu halten. Noch wichtiger für die Zukunft ist jedoch das Fehlen der Eindeutigkeit. Ein Beispiel: Wenn Sie auf einer Platzierung eine 65-prozentige Wahrscheinlichkeit haben eine Frau anzutreffen, so wissen Sie trotzdem nicht, ob der nächste Kontakt mit einer Frau oder einem Mann stattfindet. Sie kennen eben nur die Wahrscheinlichkeit. Sie können daher nicht einfach 65 Prozent der Reichweite mit einem Werbemittel für Frauen und 35 Prozent mit einem Motiv für Männer ausliefern und davon ausgehen, dass diese auch wirklich ihr Ziel erreichen. Genau das kann nur eine profilgesteuerte Kampagne.

    Bei einer solchen Kampagne wird die Zielgruppe über das Surfverhalten der Internetnutzer auf der eigenen Webseite ermittelt. Ein Pool an anonymisierten, aber interessanten Profilen entsteht, der eine optimale Kampagnensteuerung ermöglicht und User interessengerichtet und sinnvoll informiert. Je hochwertiger das Profil, desto weniger Streuverluste und desto besser die Performance der Kampagne.

  3. Integration der Fachgruppe Online-Mediaagenturen (FOMA) in den BVDW abgeschlossen

    Mai 18 2010
    Julian Simons

    Julian Simons

    Jetzt ist es amtlich: Die Fachgruppe Online-Mediaagenturen (FOMA) ist nun offiziell ein Teil des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Damit setzt sich die Interessenvertretung der deutschen Online-Mediaagenturen innerhalb des Bundesverbands ab sofort verstärkt für die Themen Online-Mediaplanung, Effizienz und zielgerichtete Auslieferung von Online-Werbung ein. Aus diesem Grund hat die FOMA auf der letzten Sitzung auch den Führungskreis von aktuell zwei auf vier Personen erweitert: Manfred Klaus (Plan.Net Gruppe) wird ab sofort von Uli Kramer (pilot group), Sascha Jansen (Omnicon Media Group) sowie von Christian Zimmer (Isobar Germany) unterstützt.

    Fachgruppe Online-Mediaagenturen gründet Themen-Labs

    Gleichzeitig wurden Arbeitskreise, so genannte Labs, gegründet, in denen sich FOMA-Mitglieder gezielt mit den Kernthemen der Online-Mediaagenturen auseinandersetzen um diese sowohl innerhalb des BVDWs als auch innerhalb der Branche noch stärker zu verankern.

    Ein Lab treibt das Thema Online Behavioral Advertising weiter voran

    Spätestens seit der Veröffentlichung des Online Behavioral Advertising Manifest haben sich die in der FOMA organisierten Online-Mediaagenturen klar zum Thema geäußert. Aus diesem Grund war die Gründung eines eigenen Labs ein konsequenter Schritt: Als Leiter des OBA-Labs ist es mein besonderes Ziel, die mit dem Manifest gestartete Aufklärungsarbeit der Onlinemediaagenturen zum Thema Online Behavioral Advertising weiter voranzutreiben und gegenüber den im BVDW organisierten Interessensgruppen sowie in der Öffentlichkeit (z.B. gegenüber politischen Institutionen, Nutzern oder Verbänden) zu vertreten. Da gerade zu diesem Thema der Informationsbedarf besonders hoch ist, gilt es in einem ersten Schritt den Status quo innerhalb der Mediaagenturen abzubilden. Im Rahmen des bereits etablierten FOMA Trendmonitors wird das OBA-Lab im Auftrag der FOMA eine Spezialauswertung zum Thema Online Behavioral Advertising durchführen.

    Ich freue mich auf eine spannende Zusammenarbeit mit den Kollegen Christian Zimmer (Isobar Germany) und Andre Jonske (SinnerSchrader) sowie auf die zahlreichen Impulse und Anregungen durch den BVDW und seine Mitglieder. Anregungen und Fragen zum Thema Online Behavioral Advertising nehme ich jederzeit gerne entgegen!

  4. Realsatire in bewegten Zeiten

    Mai 12 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Ich werde öfters gefragt, wie ich eigentlich auf den ganzen Quatsch komme, den ich hier in meiner kleinen Selbstdarstellungsecke produziere. Die Antwort ist dabei denkbar einfach: Die Themen liegen auf der Straße. Manchmal liegt allerdings auf der Straße so viel rum, dass man gar nicht mehr hinterherkommt, vor allem wenn ich zwischendurch wirklich mal arbeiten muss. Vergangene Woche war es wieder soweit, dass eine Mischung aus Zeitmangel und einem Überschlagen der Ereignisse mich kaum Worte finden lassen, das Sammelsurium an Auswüchsen im Detail zu beschreiben. Es fängt ganz realpolitisch an bei dem Thema, dass den deutschen Steuerzahler zittern lässt und die Staatsfinanzen dem finalen Rettungsschuss einen Schritt näher bringt: Oslo-Lena zieht blank! Unglaublich oder? Ganze Banken wurden deshalb in mediterranen Gefilden schon flambiert und es kam zu tumultartigen Szenen bei den nicht für die WM nominierten Fußballern. Aus taktischen Erwägungen hat unsere Nationaltrainerin Angela Merkel mit den Griechen telefoniert und ihnen gesagt, dass sie nicht mehr mitmachen dürfen beim Euro. In den Perspektivkader rücken dafür die Schweiz, Kuwait und Brunei.

    Vor lauter Trubel ging fast unter, dass die Woche schon wieder fast Aus(t) war, nachdem sie uns so glorreich angepriesen wurde. Hektische Zeiten halt. Inhaltlich war die Woche gut (zumindest bis dato), wirtschaftlich hingegen fehlten ein paar Drachmen, so dass sie das Wochenende nicht erleben durfte. Es wird aber Die Zeit kommen, an dem eine Neue Woche entsteht und im Spiegel der Geschichte wird man sich fragen, warum hier nicht schon viel früher ein Focus drauf gelegt wurde.

    Dann war da noch die Sache mit Interactive Media und dem Performance Geschäft. Performance und Interactive Media – hatten wir das nicht schon mal? Ach ja richtig, wer erinnert sich nicht an adcatch. Aber nachdem das SetUp ja nun diesmal ein wenig anders aussieht, liegt die Lebenserwartung in diesem Fall dann doch über einem Sommer.

    Ansonsten hat Herr Kassaei ja vielleicht noch einen Kredit zur Hand und kann eine Zwischenfinanzierung sicherstellen. Wenn das mal wunderloop gewusst hätte, dann hätten die bestimmt auch noch nen Praktikanten abgestellt, der sich auf smava verirrt. Das der höchstdekorierte Kreative der Welt dann auch noch ne Fluppe auf den Werbemitteln raucht zeigt letzten Endes erst, wie kreativ er wirklich ist. Helmut Schmidt würde sich freuen und genug Geld für ein Kippchen zwischendurch scheint ja dann dank Direktkredit auch drin zu sein.

  5. E-Mail Marketing und Soziale Netzwerke: Erfolgsorientierung in der Betaphase

    Mai 11 2010
    Alexander Emmendoerfer

    Alexander Emmendoerfer

    In meinem letzten Beitrag habe ich über die grundsätzliche Verbindung von E-Mail Marketing und Sozialen Netzwerken geschrieben. Heute soll es nun konkreter werden. Es gibt hier in der Zwischenzeit viele Möglichkeiten, nur ebenso vieles ist bezüglich einer nachweisbaren Leistungsoptimierung im Sinne des Performance Marketing leider noch in der „Beta-Phase“…

    Die einfachsten und aktuell schon am besten erforschten Formen der Integration von Social Media im E-Mail Marketing sind die Funktionen Tell-A-Friend (TAF) bzw. Forward-To-A-Friend (FTAF) und Share-With-Your-Network (SWYN). Mit der Funktion Tell-A-Friend bzw. Forward-To-A-Friend können Abonnenten die erhaltenen E-Mailings an Freunde und Bekannte weiterleiten. Hierzu klickt der Empfänger auf einen Link im E-Mailing, welcher auf eine Landing Page führt. Dort kann der Nutzer dann Informationen wie Namen und E-Mail-Adresse des Freundes oder Bekannten eingeben und absenden. Daraufhin bekommt dieser die Empfehlung zugestellt. Das Anbieten dieser Funktion kann von Gerichten als unzumutbare Belästigung durch unverlangt zugesandte E-Mail-Werbung gemäß § 7 Abs. 2 Satz 3 UWG belangt werden. Aufgrund dieser rechtlichen Grauzone, in der sich FTAF bewegt, sollte die Weiterempfehlung an Freunde oder Bekannte frei von jeglicher Werbung sein und Informationen darüber enthalten, in wessen Auftrag der Versand erfolgt ist.

    Share-With-Your-Network ist eine Funktion in E-Mailings, welche es erlaubt, den Inhalt der E-Mailings ganz oder teilweise in sozialen Netzwerken wie Facebook oder MySpace zu kommunizieren und damit zu verbreiten. Dies kann entweder durch integrierte Empfehlungslinks geschehen, beispielsweise in Form von kleinen Symbolen bzw. Icons der sozialen Netzwerke, oder durch spezielle Werbung im E-Mailing, welche auf die Möglichkeit des Teilens der Informationen bewusst und augenscheinlich hinweist.

    Die Silverpop Systems, Inc. führte 2009 eine Studie durch, welche Aussagen über Leistung und Erfolg der Integration von Social Media im E-Mail Marketing macht (Silverpop Systems: Emails Gone Viral – Measuring “Share to Social” Performance. Studie 2009). Das Ergebnis ist einerseits ernüchternd, andererseits zeigt es viel vorhandenes Potenzial für diese Funktion auf. Ganze 35 Prozent der ausgewerteten E-Mailings mit integrierten Social Media Links erhielten keinen einzigen Klick auf solch einen Hyperlink. Fast die Hälfte aller E-Mailings erreichte lediglich eine Klickrate auf die SWYN-Hyperlinks von 0,1 Prozent oder weniger. Bei der Funktion Forward-To-A-Friend waren es sogar noch weniger. Der Studie nach ist die virale Reichweite durch die Funktion SWYN wesentlich höher als durch FTAF, wenn nicht zusätzliche Incentives angeboten werden. Allerdings wird ein E-Mailing, welches in einem sozialen Netzwerk verbreitet wurde, von durchschnittlich 1 Prozent mehr Nutzern betrachtet. Bei 100.000 E-Mail-Empfängern erhalten also weitere 1.000 Nutzer die Nachricht durch einen Austausch in einem sozialen Netzwerk wie Facebook. Laut Silverpop wird diese Zahl weiter ansteigen, sobald sich die Social Media Funktionen im E-Mail Marketing etabliert haben und sie auch für die Empfänger nicht mehr fremd sind.

    Allen Vorteilen der SWYN-Funktion zum Trotz werden Informationen, im Vergleich zu Blogs und sozialen Netzwerken, bevorzugt über das Medium E-Mail geteilt. Dies ergab eine weltweite Studie von StrongMail Systems, Inc. Mehr als 86 Prozent von Online-Inhalten wurden im 3. Quartal 2009 mithilfe von E-Mails ausgetauscht. Auch das Unternehmen ShareThis, dessen Schaltfläche „ShareThis“ oft am Ende von Artikeln oder Blogeinträgen den Leser dazu anregt, die Informationen mit anderen zu teilen, kommt zu dem Ergebnis, dass das Medium E-Mail hierfür am häufigsten verwendet wird. 46 Prozent der ausgetauschten Inhalte werden durch E-Mails an Freunde und Bekannte weitergegeben. Dabei ist allerdings die Klickrate auf Links in solchen E-Mails um ein Vielfaches geringer als auf Links, die über Twitter ausgetauscht werden. Dennoch führt der Informationsaustausch via E-Mail am ehesten zu Conversions wie dem Kauf von Produkten bzw. Dienstleistungen oder der Zustimmung zum E-Mail-Abonnement.

    Insgesamt zeigt sich also aus einer performanceorientierten Sichtweise auf die Integration von E-Mail Marketing und Sozialen Netzwerke noch ein durchwachsenes Bild. Insbesondere Effekte auf die „Hardfacts“ wie Kaufabschlüsse, Newsletter-Opt-Ins oder verbesserte Profilierungen sind noch längst nicht ausreichend untersucht. Dazu wird es aber sicher bald kommen, denn die Sozialen Netzwerke kommen mit aller Macht: In Deutschland nutzten 2009 23 Prozent der Bevölkerung im Alter von 14 bis 64 Jahren Soziale Netzwerke zur Kommunikation im Internet (Institut für Demoskopie Allensbach: Acta 2009 – Zentrale Trends der Internetnutzung in den Bereichen Information, Kommunikation und E-Commerce) Damit hat sich die Nutzung dieser Kommunikationsform gegenüber 2008 um die Hälfte erhöht…

  6. Ein Königreich für einen Babelfisch

    Mai 06 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Wenn ich in Meetings sitze, habe ich öfter das Gefühl, dass meine Deutschlehrerin seinerzeit eine massive underperformance an den Tag legte, als sie versuchte die Sprache zu forwarden. Fuzzy wird es dabei vor allem aufgrund der unheimlich hohen Dynamic, die sich in unserem täglichen Sprachgebrauch herausgebildet hat. Social Media ist inzwischen ja ein „Buzz Word“ aber immer noch besser als „Boring Bannering“ und zudem ein total guter Door Opener, um beim Kunden ins Relevant Set zu kommen. Push und Pull Communication darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen und Quick Wins in der Hand sind besser, als Low Hanging Fruits in des Nachbars Garten. Sie merken schon, dass Sätze ohne fancy Wordings inzwischen nicht mehr en vogue sind. Ich gehe dann wohl auch richtig in der Annahme, dass ihnen viele Umschreibungen häufig über den Weg laufen, was auf Dauer einfach too much sein kann.

    Das alles wäre ja noch zu verkraften, wenn sich die irren Medianer wenigstens untereinander in einer Sprache unterhalten würden. Da haben sie allerdings die invoice without the waiter gecharged. Geht man bei uns den Weg über den Hof zu den Freunden des web 0.0, dann fallen plötzlich Begriffe wie Touchpoints, Credentials, Proof of Concept und have you not seen. Da wird es schwierig die pace zu halten und on track zu bleiben, weil flankierende Below-the-line-Maßnahmen ganz schnell mal das Budget limiten. Hier will man als crazy Onliner natürlich nicht der Showstopper sein (rofl).

    Was passiert eigentlich, wenn wir uns anderen Sprachen bedienen würden? Dan zouden wij gauw mooie media plannetjes toesturen, aus mise  en  valeur  des  résultats entsprechende recommandation abzuleiten ohne dabei den competizione aus dem Auge zu verlieren, wobei vor allem xiān  jiàn  luóyī-hòu  jiàn  rén. Wenn mer dann noch ene bisschen Kölsch do verwuseln tät, hätte mer ne schöne Kauderwelsch datt klingt als küst de von jwd.

    Ich glaube der Hauptgrund für das abstruse Sprachverhalten liegt darin, dass wir einfach nicht verstanden werden wollen. Damit entgeht man der Gefahr, dass sich der Kern einer Aussage dem Zuhörer erschließt. Denn der Kern ist häufig so weich (soft) wie Spaghetti nach einem 20 minütigen Kochvorgang oder es gibt einfach keinen. Honni soit qui mal y pense!

  7. Warum vermarkterübergreifendes Targeting weiter wachsen wird

    Mai 04 2010
    Wolfgang Bscheid

    Wolfgang Bscheid

    Gerade in den letzten zwölf Monaten hat der deutsche Markt das Thema Targeting verstärkt für sich entdeckt. Anfang 2009 war Targeting für viele Marktteilnehmer vielfach noch eine abstrakte technische Vision. Heute zählt es zu den am stärksten nachgefragten Innovationsthemen in der Praxis der Online-Mediaplanung. Daran hat auch die Insolvenz von wunderloop nichts geändert.  Kaum ein größerer Pitch, in dem Targeting nicht ein zentrales Thema ist. Auch in der Praxis bringen immer mehr Kunden unterschiedliche Spielarten des Targeting zum Einsatz – das zeigt auch aktuell der Beitrag unserer Kollegen von nugg.ad. Bei den durch mediascale betreuten Kunden nutzen schon heute fast 80 Prozent Targeting zur gezielten Ansprache ihrer Interessenten. Aber auch bei den Seitenbetreibern und Vermarktern hat sich in den letzten Monaten viel getan. So können heute fast alle Auslieferungssysteme (Adserver) mit unterschiedlichen technischen Targeting-Lösungen zusammenarbeiten.

    Und hier kommen wir an einen Punkt, der vielleicht für die aktuelle Situation von wunderloop mitverantwortlich sein könnte. Und zwar die Frage, ob Investitionen und realisierbare Erlöse aktuell in einem sinnvollen Verhältnis stehen? wunderloop hat sich mit seiner Entwicklung vor allem auf den Bereich Behavioral Targeting konzentriert. Dieser auf komplexen Algorithmen basierende Targeting-Ansatz birgt aus unserer Sicht gleich zwei Fallen. Zum einen ist er mit deutlich höheren technischen Investitionen als z.B. klassisches Re-Targeting verbunden. Zum anderen kann Behavioral Targeting in vielen Fällen eine nur bedingt direkt messbare Leistungssteigerung innerhalb der Kampagnen nachweisen. Meist halten sich Leistungszugewinn und Mehrkosten eher die Waage. In der Praxis stellt vor allem der zweiten Punkt Anbieter wie wunderloop vor große Herausforderungen. Dort, wo Re-Targeting durch einen teilweise enormen und direkten Effizienzgewinn fast automatisch eine immer stärkere Nachfrage auf Kundenseite erzeugt, bedarf es bei Behavioral Targeting deutlich mehr und vor allem kontinuierlicher Vertriebspower. Aber auch das Erzielen von Umsatz ist im Bereich Behavioral Targeting nicht wirklich leicht. Immer mehr Kunden bewerten ihre Planungen vorwiegend leistungsorientiert. Das heißt:  Zusatzerlöse lassen sich nur aus Leistungszugewinnen realisieren. Bleiben diese aus oder bewegen sich diese auf einem niedrigen Niveau, wird es schwierig, dem Kunden entsprechende Mehrkosten zu begründen.

    Genau aus diesem Grund sind wir bei mediascale bei der technischen Entwicklung unseres eigenen Targeting-Systems einen anderen Weg gegangen. Aus der langjährigen Erfahrung der leistungsorientierten Kampagnenplanung und umfangreichen Testreihen mit unterschiedlichen Targeting-Ansätzen war sehr schnell klar, dass vor allem das temporäre Produktinteresse eine – wenn nicht sogar die – zentrale Größe beim Aussteuern der Kampagnen sein wird. Eigentlich auch nicht verwunderlich, sieht man sich die Erfolgsgeschichte von Google an. Damit hatten wir auch ein klares Ziel für die technische Entwicklungsplanung unseres Systems. Zuerst müssen wir alle Potentiale ausschöpfen, die sich über klassisches Re-Targeting generieren lassen. Und genau darauf haben wir uns mit NE.R.O. konzentriert. Heute verfügen wir daher nicht nur über einen umfassenden Profilstamm mit wirklich konsumrelevanten Nutzer-Informationen, sondern auch über Systemlösungen die es uns ermöglichen, just in Time die richtigen Botschaften beim richtigen Nutzer einzuspielen (siehe dazu auch Thomas Cook Case New Media Award 2009).

    Tatsache ist: Wer seinen Kunden eine Abverkaufssteigerung von über 300 Prozent bieten kann, hat eine bessere Ausgangssituation und kann in der Folge auch weitere Systeme anbieten, deren Effizienz vielleicht nicht sofort zu 100 Prozent nachweisbar ist. Deshalb haben wir, aber auch andere Agenturen, ein eigenes Targetingsystem entwickelt, das sich reibungslos in den bestehenden Workflow der Agentur integrieren lässt. Weil so der Buchungs- und Steuerungsprozeß für Kunden deutlich einfacher ist, läuft mittlerweile mehr Buchungsvolumen für Targeting-Kampagnen über agentureigene Systeme als über Vermarkter und ihre Spezial-Dienstleister.

    Agenturen, die noch kein eigenes System entwickelt haben, werden es sich reiflich überlegen, ob sie Systeme von Fremdanbietern oder von Spezial-Dienstleistern einsetzen. Und wenn ja, für welches System sie sich entscheiden. Wir haben uns bewusst und frühzeitig für ein eigenes Targetingsystem entschieden. Nicht nur, weil wir unseren Kunden zu 100 Prozent Stabilität gewährleisten wollen, sondern weil wir auch bei vorangegangenen technischen Innovationsthemen eine ganz wichtige Erfahrung gemacht haben: Der Know-How-Zuwachs im Team ist im Fall der Eigenentwicklung um ein vielfaches grösser, als wenn man einfach auf Standardprodukte setzt. Denn erst in der detaillierten technischen und konzeptionellen Auseinandersetzung bekommt man ein wirkliches Gefühl für die unterschiedlichen Potentiale einer Technik und ihrer Umsetzbarkeit.