
Dominik Frings
Kennen Sie die +4+5+9 Regel schon? Falls nicht, hilft ein gewiefter Blick in die neuen AGOF-Zahlen. Die haben ja schon für einige Diskussionen gesorgt und ich bin der Meinung, dass die Welt meine Sicht der Dinge dazu auch noch wissen sollte. Parallel verzichte ich aber darauf,  meine geringschätzige Meinung zu überflüssigen Facebook-Diskussionen kund zu tun.
Zurück zur 4+5+9 Regel! Diese besagt, dass man als hochgelistete Website in der AGOF mit der neuen Erhebungssystematik entweder ca. 4 Mio. Unique User mehr hat (u.a. web.de, GMX, chip.de, spiegel.de, rtl.de – mit Volltreffer) oder ca. 5 Mio. oben drauf bekam (yahoo.de, msn.de, Windows Live) oder halt 9 Mio. (interessanterweise die Summe aus 4+5), wenn man T-Online heißt.
Dabei ist ein Vergleich mit den alten Erhebungen natürlich strengstens verboten. Gerade dieses Verbot reizt mich ehrlich gesagt am meisten, die Werte doch mal gegenüber zu stellen. Ich kann noch nicht ganz nachvollziehen, was mit mir jetzt im Nachgang passieren wird. Werde ich verhaftet, stellt man mir Google ab oder bekomme ich eine elektronische Tastaturfessel? Liebe Arbeitsgemeinschaft: wenn Sie mir das SEK auf den Hals hetzen, teilen Sie mir doch rechtzeitig mit, wann die Beamten kommen. Ich würde dann auch bereitwillig die Tür aufmachen (die Ramme kann also im Auto bleiben) und serviere den Ordnungskräften gerne eine Tasse Kaffee und ein paar Cookies, bevor ich in einen nordkoreanischen Folterknast verschleppt werde, in dem ich dann mit der dortigen Nationalmannschaft (Abwehr + Torhüter) auf einen schmerzlosen Tod hoffe.
Also auf zur (Straf-)Tat: Es ist in meinem Verständnis unmöglich, dass sich Werte derart radikal ändern können, ohne dass nicht eine der Erhebungen falsch war. Der Methodenwechsel mag ja Änderungen mit sich bringen, aber derart große sind nicht möglich und auch nicht erklärbar. Da hilft es auch nichts, propagandistisch die Mär von „Beides ist richtig“ zu wiederholen. Wenn die Grundgesamtheit um 12 Prozent steigt – unter anderem durch die Hinzunahme von Ausländern (was fast schon progressiv frühzeitig ist, aber zumindest in seinen Dimensionen dem tatsächlichen Bevölkerungsanteil entspricht), erwarte ich, dass die Website-Nutzung ebenfalls um einen entsprechenden Wert steigt. Da mag es dann Ausreißer geben, deren Webseite entweder besonders stark (z.B. 24 Prozent) oder garnicht von der Umstellung profitiert. Tatsächlich steigt die Userzahl aber bei den großen Websites um 20-130 Prozent und das scheint mir dann doch ein wenig unverhältnismäßig. Auch das Berücksichtigen von mehreren Endgeräten mag zwar die Nutzung von Sites anders ausfallen lassen, führt aber nicht zu mehr Usern. Zumindest ist mir bislang noch kein Fall bekannt, bei dem sich jemand linear mit der Anzahl seiner Endgeräte selber vermehren konnte, auch wenn einem auf Anhieb eine Menge praktischer NutzungsmöglichÂkeiten einfallen würden.
Da ich nun auch nicht weiß, welcher internet facts-Welle ich glauben soll, werde ich mich an die neuen Zahlen halten und die Umstellung hoffentlich bald verdrängt haben. Schließlich gibt es ja auch immer noch Bewertungsgrößen wie Klickraten, Kontaktdosen, Conversions und viele mehr. Diese stellen letzten Endes die härtere Währung dar, lassen sich in der Regel aber leider nicht so leicht verdoppeln. Oder kann mir da ein Forscher weiterhelfen? Vielleicht fehlen ja auch einfach nur die Bestellungen von Spätaussiedlern oder iPad-Nutzern?!


Hi Dominik,
das Thema wird auch an anderer Stelle heiß diskutiert:
http://www.facebook.com/pages/ADZINE-Magazin-fur-Online-Marketing/389186281094?v=wall&story_fbid=120389031338996
Möglicherweise hilft die Erklärung von Claudia Dubrau weiter…
Grüße aus HH….
[...] Arbeitsgemeinschaft Online-Fragezeichen Letzte Kommentare [...]