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Dominik Frings
Digitale Kuriositäten waren ja schon des Öfteren Thema meiner kleinen Hobby-Lyrik-Ecke. Und auch heute bin ich wieder in der Lage, neue Facetten dieser Art zu liefern. Das Fass zum Überlaufen brachte folgende Mitteilung, die in namhaften Publikationen auftauchte: „User wünschen sich In-Text-Werbung mit Mehrwert“. Da erschauere ich schon wieder vor der monumentalen Monstrosität dieser Aussage. Ich möchte die Frage dazu aber gerne mal umformulieren: Gibt es einen User, der sich Werbung mit Minderwert wünscht? Ich habe das Gefühl, dass ich hier relativ wenig Menschen zusammentreiben kann, die ohne vorheriges Einflößen von gepunchtem Korn oder nach dem übermäßigen Konsum von Lachgas ein entsprechendes Statement abgeben würden. Die spannendste Aussage zu diesem Artikel folgte dann aber gleich im ersten Satz: 21 Prozent der Internetuser wünschen sich mehr In-Text-Werbung. Ja nun gut, also 79 Prozent wohl eher nicht! Vor dem Hintergrund, dass sich laut selbiger Forschung nur 10 Prozent mehr Displaywerbung wünschen, scheint nun wieder ein (löchriger) Schuh draus zu werden. Meine eigene bescheidene MaFo sagt: NIEMAND, den ich privat kenne, würde sagen: “Ja, gebt mir mehr Displaywerbung!” Letzendlich geklickt hat die Banner höchstens mal ein mongolischer Austauschstudent, der dachte, er wäre der glückliche Gewinner eines Autos, wenn er in den nächsten 10,9,8…Sekunden darauf reagieren würde. Ich sympathisiere nebenbei sehr stark mit den beiden Kommentatoren des Artikels, aber das haben Sie sich wahrscheinlich schon gedacht. Um nun aus der Studienwelt wieder zurück zu kommen in die reale Welt: In-Text-Werbung hat bei uns in 100 Prozent aller Fälle nicht besser abschneiden können als Display. Und die im Durchschnitt eine Response nach dem Klick, würde ich vermutlich selbst als Quantenphysiker als eher unbedeutend bezeichnen.
Mein absoluter Favorit für diese Woche ist aber folgende Schlagzeile: „Facebook sucht Personal für den deutschen Markt“! Chapeau Facebook, jetzt habt ihr es geschafft. Während armseelige Agenturen und Krauter-Vermarkter so nervige Sachen machen müssen wie Headhunter zu beauftragen oder eine Stellenanzeige zu schalten, bekommt ihr die Anzeige kostenlos als Content geschaltet. Dass man in Dublin arbeiten muss und dass es einen Teamleiterposten gibt sowie einen Accountmanager, hilft da ja schon zur groben Orientierung. Folgende Angaben fehlen mir aber noch:
-Â Â Â Â Â Â Gehalt (fix/variabel)
-Â Â Â Â Â Â Goodies wie Handy etc.
-Â Â Â Â Â Â Starttermin
-      Kündigungsfristen
-Â Â Â Â Â Â Urlaubsregelung
-      Unterstützung (vor allem finanziell) beim Umzug auf die Kerry Gold Insel ja/nein?
-      Anschrift des zuständigen Personalers
-      Ist ein 100%ig freigeschalteter Facebook Account Voraussetzung und gibt es ein Master-PW?
Falls Irland nun doch nicht so ihr Fall ist, betätigen Sie aber doch bitte den Like-Button rechter Hand, wagen dann noch einen hastigen Click auf den Skyscraper mit dem Inhalt: W&V Seminar “Social Media leicht gemacht” (vom Berichterstatter zum Fan) und melden sich dort an. Mir hätte allerdings fast besser gefallen, wenn die Werbung In-Text aufgeblendet wäre, als meine verdutzte Mouse über den Begriff „Facebook“ fährt. Ich glaube, das wäre ein echter Mehrwert gewesen und ich wünschte mir mehr derartige Anzeigen, mehr Facebook, mehr Stellen in irischen Gefilden und am liebsten kein Display mehr.


[...] Neues aus der Wundertüte [...]