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Klartext!
  1. Das neue Display-Öko-System ?

    Jul 28 2011
    Tobias Wegmann

    Tobias Wegmann

    Heute sprechen wir nicht selbst, sondern lassen Mike Nolet zu Wort kommen. Der Adexchange-Veteran und CTO (Chief Technical Officer) der Demand Side Plattform Appnexus hat in seinem Blog die aktuellen Entwicklungen rund um den Realtime-Hype analysiert. Besser hätten wir unsere Sicht auf den Markt selbst nicht formulieren können. Viel Spaß bei der Lektüre, bitte einfach auf den Screenshot klicken.

     

     

     

    Blogpost of Mike Nolet


  2. Google Plus – das neue Facebook?

    Jul 26 2011

    Taskin Erdem

    Das war zumindest mein erster Eindruck nach dem Einloggen in Google+. Kollege Frings hatte ja letztens mit seinem Beitrag „Goliath vs. Goliath“ schon zu diesem Thema berichtet. Nun möchte ich eine erste Bilanz ziehen: Welche Erkenntnisse gibt es nach zwei Wochen? Welcher Nutzen bietet sich für Unternehmen?  Wie sieht die Zukunft aus? Und wer macht das Rennen, Facebook oder Google+?

    Meiner Meinung nach ist Google+ kein Facebook-, Twitter- oder sonst was -Killer. Es ist eigentlich noch nicht mal wirklich ein Social Network, sondern eher ein Tool, mit dem man seine Kontakte geschickter pflegen kann. Es sieht Facebook ähnlich, das stimmt, aber es geht bei Google+ hauptsächlich um den Informationsaustausch zwischen unterschiedlichen Parteien. Informationen jedem und überall verfügbar zu machen, war schon immer das Ziel von Google. Neben all den Produkten von Google ist diese Einrichtung aber dafür gedacht, dass man einfacher selbst bestimmen kann, welche Informationen wem und von wem zur Verfügung gestellt werden. Dies geschieht in sogenannten Kreisen beziehungsweise Circles.

    Auch wenn Google+ nicht Facebook ist, will ich trotzdem mal ein bisschen vergleichen, damit die Größenordnungen klar werden. Google+ (aktuell noch in der Betaphase) hat in den ersten 16 Tagen die Zehn-Millionen-Nutzergrenze geknackt. Nur zur Erinnerung: Facebook brauchte dafür 852 Tage. Um bei Google+ dabei sein zu können, braucht man ein Google-Konto. Klingt zunächst nach einer Hürde, aber diese löst sich in Luft auf, wenn man weiß: Jeden Tag kommen weltweit 500.000 Android-Nutzer dazu, die alle auch ein Google-Konto zum Freischalten benötigen.

    Man kann bis zu 5.000 Nutzer in seine Circles aufnehmen. Also genau wie bei Facebook. Dort darf man pro Konto 5.000 Freunde hinzufügen. Auf Google+ werden derzeit eine Milliarde Inhalte zwischen den Nutzern geteilt. Das ist eine Menge, wenn man bedenkt, dass wir von knapp 20 Tagen Existenz sprechen. Ganz unabhängig von den Zahlen kann man sagen, dass Google je eine Stärke von Twitter und Facebook für sich nutzt. Einerseits kann man auf einfachstem Weg Inhalte von Personen erhalten, die man interessant findet, sozusagen „followen“, und andererseits kann man à la Facebook Inhalte mit bestimmten Personen teilen.

    Nun zu den Features, die zwar noch nicht existieren, aber bereits angekündigt sind: Für uns als Agentur werden natürlich in erster Linie Marken- und Firmenprofile interessant sein. Ob diese noch zusätzliche Features gegenüber privaten Profilen haben werden, ist noch nicht bekannt. Sicher ist aber: Die große Nachfrage nach diesen Profilen zieht hohe Qualitätsansprüche nach sich.

    Es ist natürlich auch zu erwarten, dass Google so schlau sein wird und sein neues Baby mit allen möglichen bisherigen Errungenschaften verknüpft. Google Reader für Artikel, Google Docs zum Teilen von Arbeiten, Google Calender für Events aller Art, Android für unterwegs etc. Eine entsprechende App gibt es bereits. Doch noch wichtiger wird wohl die Einbindung von Werbeformaten wie Adwords beziehungsweise Adsense. Ich gehe stark davon aus, dass diese Funktion nicht lange auf sich warten lässt.

    Es bleibt also kompetitiv, da Google+ Facebook und Twitter nicht ersetzt, sondern eine zusätzliche Plattform mit neuen Features bietet. Weder Google noch Twitter noch Facebook macht das Rennen, weil die Netzwerke gar nicht am gleichen Wettbewerb teilnehmen. Ich glaube, dass die User die verschiedenen Angebote langrfristig parallel nutzen werden und je nach Zweck das eine oder andere bevorzugen. Natürlich ist es dabei durchaus möglich, dass eines der Netzwerke schlapp macht, wie es beispielsweise bei myspace der Fall war.

  3. Investoren versus Unternehmer – zwei Blicke auf das Thema Real Time Bidding

    Jul 21 2011

    Wolfgang Bscheid

    Nun ist es doch schon einige Tage her, seit ich auf der Ad Trader Conference in Hamburg war. Und normalerweise klingen solche Veranstaltung nicht sehr lange nach. Doch dieses Mal war das anders. Irgendetwas hatte mich irritiert. Und lange war mir nicht ganz klar, was.  Schon öfter hatte ich mit Kollegen oder Journalisten das Thema Real Time Bidding (RTB) diskutiert, und meine Sicht auf die Dinge hatte sich dabei nicht wirklich verändert.

    Und plötzlich bei einem netten Mittagessen fiel der Groschen. Wieder kreiste das Thema um Veränderungen im Markt, um Targeting und RTB. Und ich erzählte ein bisschen von der Veranstaltung in Hamburg. Vor allem von der fast euphorischen Stimmung und dass alle Anwesenden einhellig der Meinung waren, hier wieder mal den ganz großen Fisch am Haken zu haben. Dabei stellte ich mir natürlich unbewusst die Frage: “Hast Du irgendwas übersehen oder warum fällt es dir so schwer, in diesen Chor der Enthusiasten miteinzustimmen?” Aber dann hat´s geklickt: Hier treffen zwei völlig verschiedene Sichtweisen aufeinander. Wir waren immer damit beschäftigt, zu bewerten, wie sich das Thema sinnvoll in unsere Arbeit integrieren lässt, welche realen Voraussetzungen wir benötigen, damit das Ganze auch in der Praxis funktioniert. Viele andere haben sich derweil darauf konzentriert, der “Geschichte” immer mehr Drehgeschwindigkeit zu geben. Aber warum? Geht es ihnen vielleicht gar nicht darum, das Thema so schnell als möglich in die Realität zu zwingen? Nein, denn es gibt auch eine ganz andere Art, Geld zu verdienen. Nicht mit der Realität von heute, sondern mit dem Glauben an die Realität von morgen. Aus dieser Perspektive macht nun vieles Sinn, was ich vorher nicht so recht verstehen konnte. Vor allem auch die vielen “Wer kauft denn nun wen?”-Diskussionen. Wenn nicht die Rendite aus dem operativen Geschäft im Fokus steht, sondern mögliche Verkaufserlöse, dann ist die Geschichte der Schlüssel zum Erfolg. Und wenn man erst einmal begonnen hat, alles aus diesem Blickwinkel zu betrachten, stellt man fest, dass dieses Spiel nicht zum ersten Mal abläuft. Am Anfang steht die Idee. Sie darf nicht zu sperrig sein. Jeder sollte sie zumindest so weit verstehen, um daran glauben zu können. Sie braucht ein gewisses revolutionäres Potential, um Machtverhältnisse zu verschieben. Und am besten ist es, wenn sie auf der anderen Seite des Teiches schon Sagenhaftes verändert hat.

    Was nun abläuft, folgt fast immer demselben Muster. Aus Gerüchten werden erste Berichte. Experten äußern sich unkonkret hoffnungsvoll. Schließlich kann ja nichts schiefgehen. Und wer möchte in unserer Branche schon zu den Skeptikern und ewig Gestrigen zählen? Langsam fängt das Ganze an, Fahrt aufzunehmen. Die Erfolgsstorys aus den USA mehren sich. Experten und Unternehmen bestätigen: Wir sind dran. Jetzt nur nicht zugeben, den Zug verschlafen zu haben. Mangels Fakten werden harte Marktzahlen durch Prognosen ersetzt. Und spätestens, wenn Presse und Veranstaltungsplaner den neuen Hype identifiziert haben, ist der Zug kaum noch zu stoppen. Für alle, die mit Visionen handeln, kommt jetzt die spannendste Zeit. Denn nun gilt es, Käufer finden. Gott sei Dank gibt es hierzulande immer noch genug Unternehmen, die mit ausreichend Mitteln und ein bisschen Zukunftsangst ausgestattet sind, um schon für alle Fälle zu kaufen. Nur nicht schon wieder ins Hintertreffen geraten…

    Und jetzt ist mir auch klar, was diese Party am allerwenigsten braucht: irgendwelche Miesepeter, die auf einen Reality-Check drängen.

    Aber wie geht die Geschichte nun aus? Variante 1: Eine neue Revolution zieht über uns hinweg und verändert alles – Google. Variante 2: Etablierte Unternehmen überbieten sich dabei, die vermeintlichen Filetstücke und Schlüsseltechnologien zu ergattern. Haben sie das Ganze endlich teuer erkauft, stehen sie vor der nicht immer leichten Aufgabe, sich das Geld wieder zu verdienen, das sie soeben ausgegeben haben. Aber das ist dann eine ganz andere Geschichte und die ist meist deutlich langweiliger. Wenn alle Stricke reißen, dann schreibt man das Ganze eben ein paar Jahre später ab. Auch das ist nicht selten das Ende vom Lied.

    Gott sei Dank bin ich kein Miesepeter, sondern habe mir nur so meine Gedanke gemacht, ob es nicht doch zwei Sichtweisen einer Geschichte geben kann.

  4. Endlich kommt mal jemand und erklärt uns unseren Job!

    Jul 19 2011

    Dominik Frings

    Es ist nicht immer leicht in diesem fadenscheinigen Onlinegeschäft. Das Medium wird häufig nicht verstanden und wenn doch, stellt man fest, dass man nur belogen und betrogen wird, dass wir falsch zählen und dann auch noch die falschen Parameter angucken. Sehen Sie das anders? Tja, dann sollten Sie den Worten des Herrn Dolinar lauschen, der erklärt es Ihnen.

    Worum geht es? Mein Kollege Wegmann war ja schon mal so frei, die aktuellen Diskussionen über requested und received Impressions in einem Artikel zu erläutern. In die Diskussion mischen sich natürlich vor allem auch Anbieter ein, die jeweils Sichtbarkeitsmessungen durchführen. Hierzu gehört auch Alenty, der neuste Exportschlager der Grand Nation, welchem unbestritten das Recht gegeben sein muss, sich zu positionieren und zu vermarkten. Was dann aber im Interview rauskam, waren Phrasen, die schlimmer gedroschen wurden als die öffentliche Kritik an unserer kickenden Bundesterrine nach dem WM-Aus. Es geht los mit der „Tatsache“, dass der bevorzugte User eh nicht klickt, und wenn er klickt, ist er nicht so schön, nicht so schlau und nicht gut genug für die Zielgruppe. Übersetzt käme man dann zu einer Welt, die wie folgt aussieht: Sie sehen eine Werbung in der U-Bahn auf dem Infoscreen, z.B. von einer Bäckerei, die seit neuestem Wurstsemmeln mit Sauerkraut anbietet. Daraufhin schlagen Sie den direkten Weg zu besagter Bäckerei ein, um die Semmel zu ordern. Der Bäcker fragt Sie, woher Sie das Produkt kennen, und Sie sagen wahrheitsgemäß: Von der Werbung in der U-Bahn, und Sie seien darauf direkt in den Laden gestürmt. Der Bäcker mustert Sie von oben bis unten angewidert und komplimentiert Sie mit den Worten „Raus, du minderbemitteltes Würstchen, du bist es nicht wert, von mir bedient zu werden“ aus seinem Geschäft. Bedient werden Sie hier nämlich nicht, wenn Sie direkt auf eine Werbung reagieren, sondern wenn Sie erst mal die Werbebotschaft mit mindestens 2-n Kontakten vernommen haben, dann über den Sinn des Lebens reflektieren, eine Soja-Diät machen und sich erst danach an das krautige Wurstgemüse im Brötchen machen.

    Gut, Sie wissen nun also, dass eine direkte Werbewirkung im Land des guten Essens verpönt ist. Unbestritten bleibt natürlich die Tatsache, dass ein Kontakt intensiver ist, je länger er andauert. Dass jetzt aber Banner im nicht-sichtbaren Bereich ausgeliefert werden, ist insbesondere bei Branding-Kampagnen eher der Ausnahmefall, und langsame Ladezeiten oder endlos lange Geschichten auf einem Werbemittel sind häufig kein Vermarkter-, sondern gerne auch mal ein Kreationsproblem. Es spricht auch von einer gewissen Realitätsferne, wenn jemand fordert, dass eine Mediaagentur auf einer Seite, die nur drei Sekunden gesehen wird, kein Werbemittel mit 15-sekündigem Loop laufen lässt, sondern sich individuell der Sitenutzung anpasst. Ich sehe schon das Briefing für die nächsten Flights vor mir, welches Wallpaper, Billboards und HalfpageAds in den Varianten 1, 2,  π, 3, 5, 15 und 38,26 Sekunden vorsieht. Der Produkionsplan wird dann wohl künftig auf Endlospapier gedruckt. Zusätzlich empfehle ich, je nach Stimmung des Users ein passendes Moodlight zu hinterlegen und klassische Musik über das Radio im Bad hinzu zu steuern.

    Wenn nun plakativ aber polemisch behauptet wird, dass dem Advertiser hier 25% verloren gehen, mag dass in Einzelfällen sicherlich stimmen. Die Frage ist allerdings: Wie viel habe ich denn überhaupt für eine Platzierung bezahlt, und komme ich mit ¼ Verschnitt nicht vielleicht immer noch günstiger weg als woanders mit 97,5%? Denn klar ist, dass auf einer Anmeldeseite zu einer Social Community ein User schneller weiterklicken und somit weniger von einem Wallpaper mibekommen wird als beispielsweise bei handelsblatt.com. Ich kenne aber keinen Mediaplaner, der sich für beide Platzierungen mit dem gleichen Preis abfindet. Vielmehr wird die Community deutlich günstiger sein. Somit sind also unterschiedliche Nutzungssituationen und Wertigkeiten von Platzierungen schon in die Mediakosten eingepreist. Davon abgesehen: Wenn ich nicht gesehen werde, kann ich nicht geklickt werden, werde also in der Bewertung schlechter aussehen…ach nein, Clickraten und rechnerische CPCs  waren ja für anachronistische Neandertaler.

    Ich will das Ganze jetzt hier auch nicht zu weit treiben – es gäbe noch reichlich weitere kritische Anmerkungen – und die grundsätzliche Sinnhaftigkeit von Werbezeitmessungen auch nicht in Frage stellen. Doch was wir brauchen, sind nicht aufgekochte Pseudoweisheiten, sondern konsensfähige Standards aller Marktteilnehmer, die sich entweder in gängige AdServer implementieren lassen oder auch gerne von Dritten angeboten werden.

  5. Werben in Social Communities – Teil 2

    Jul 14 2011

    Agnes Ley

    In Teil 1 dieser Reihe habe ich einen groben Überblick über die allgemeinen Buchungsmöglichkeiten im Bereich Social Media gegeben. Etwas detaillierter bin ich auf die unterschiedlichen Buchungsmöglichkeiten bei Facebook eingegangen (Premium Ads und Marktplatz Ads). Zu den Premium Ads habe ich noch ein kleiner Update: Ich hatte das Mindestbuchungsvolumen bei Facebook für die Premium Ads mit 20.000 Euro genannt. Ab August 2011 wird dieses auf 15.000 Euro reduziert – immer noch kein Schnäppchen.

    Heute möchte ich nun aber viel mehr auf die inhaltlichen Möglichkeiten eingehen, wie man bei Facebook werben kann. Hier werden die Facebook Ads und die Sponsored Stories unterschieden:

    Die Facebook Ads gibt es in unterschiedlichsten Ausprägungen – je nach Kampagnenziel. Im Grundsatz handelt es sich immer um eine Bild-Text-Kombination. Und so besteht das Standard Ad auch nur aus einem kleinen statischen Bild, einer Überschrift und einem kurzen Body-Text. Die Standard-Anzeige kann innerhalb von Facebook auf ein Profil verlinkt werden, genauso jedoch extern auf eine Landingpage oder Website.

    Will man Freunde für ein Facebook-Profil generieren, empfiehlt sich das Like-Ad. Zu Bild und Text erscheint zusätzlich die Anzahl der Fans, welche die Site bereits hat sowie der berühmte “Like-Button” bzw. in unseren Gefielden der “Gefällt mir-Button”. Klickt ein User diesen, ist er automatisch Freund des Profils und wird in Zukunft über Neuigkeiten informiert. Bei dieser Art des Facebook Ad ist keine externe Verlinkung möglich – jedoch auch nicht sinnvoll. Um Like-Ads für ein Profil schalten zu können, muss man Administrator des Profils sein.

    Like Ad

    Like Ad

    Ein aufmerksamkeitsstärkere Variante bildet das Video Ad (der Name ist Programm), das jedoch nur als Premium Ad einbuchbar ist und damit nur auf TKP und unter oben beschriebenem Mindestbuchungsvolumen geschaltet werden kann. Neben der Integration eines Videos können im Ad auch Kommentare hinterlassen werden.

    Der Vollständigkeit halber möchte ich hier noch das Poll Ad (hier kann der Werbetreibende eine Frage an die User stellen, die dann per Radiobutton ihr Meinung kundtun), das Event Ad (ein angekündigtes Event kann mit einem Klick zur Liste der nächsten Events hinzugefügt werden) und das Application Ad (hier wird kein Profil, sondern eine App beworben) nennen. Für diese drei gilt auch jeweils ein stark sozialer Fokus, da in allen drei Ads ganz unten angezeigt wird, welche Freunde schon am Event Interesse haben, an der Umfrage teilgenommen haben etc.

    Der große Unterschied bei den Sponsored Stories ist, dass die Werbemessage an einen User geknüpft wird. Ich erhalte also beispielsweise eine Anzeige, dass meine Kollegin (mit der ich auf Facebook befreundet bin) jetzt Fan des Facebook Profils von xy ist. Der Clou: Meine Kollegin wird so zum Werbeträger für die Message. Diese Sponsored Stories gibt es ebenfalls in unterschiedlichsten Varianten, an dieser Stelle möchte ich aber nicht zu langatmig werden und denke, sie können sich das mit ein paar Stichworten ganz gut vorstellen:

    - Page Like: eine Sponsored Story mit integriertem “Gefällt mir-Button”

    - App Used: eine Sponsored Story mit der Message, dass jemand meiner Freunde nun die App xy nutzt

    - Game Played : eine Sponsored Story mit der Message, dass jemand meiner Freund das Game xy spielt

    Es gäbe hier noch einige Varianten zu ergänzen, aber der Grundsatz ist ja jetzt klar. Nach so viel Theorie freue ich mich auf Teil 3, wo ich praktischer werde und einige Learnings der Social Media Kampagnen zum besten geben werde.

  6. Goliath gegen Goliath!

    Jul 12 2011

    Dominik Frings

    Nun ist es also vollbracht, das nächste Gesprächsthema Nr. 1 ist gefunden: Google+ ist da! Und es ist schon erstaunlich, mit welch kreativer Namensgebung gearbeitet wurde. Mir wären alternativ auch noch die Begriffe Google², Google* (man beachte vor allem die wortspielerischen Möglichkeiten, wenn man das Produkt mit „Google mal mit Google Mal“ bewirbt), GoogleXXL oder GoogleMaxi eingefallen.

    Nun hat das Tool bislang noch bei weitem nicht jeder zu Gesicht bekommen, und es ist auch noch vollkommen unklar, inwieweit sich hier tatsächlich eine neue Macht in der Kontaktpflege entwickelt. Aber wer jetzt ruht, der wird zu den Verlierern gehören – könnte man zumindest meinen. So gibt es bereits die 10 besten Tipps im Umgang, die Untersuchung, ob es für die Newsbranche taugt, und auch die ersten Firmenrepräsentanzen sind schon in der Pipeline. Das erinnert doch fast schon an SecondLive oder Randgruppenthemen wie Twitter. Um jetzt nicht falsch verstanden zu werden: Ich traue Google+ durchaus zu, eine veritable Verbreitung zu finden und die bisherigen Fehlversuche der Suchmonogarchen aus Mountainview vergessen zu machen. Die Berichterstattung aber zeugt von einer gewissen Besessenheit bzw. von einem kurzatmigen Hecheln nach Sensationsmeldungen. Nur weil sich zu Anfang mehrere hunderttausend Menschen für das Produkt interessieren, heißt das nicht, dass der Durchbruch schon geschafft ist. Die surfende Menge ist schon immer sehr neugierig gewesen, und das ist auch gut so. Genauso schnell kann sie aber auch ihre Vorlieben wieder ändern, was die VZ-Netzwerke oder auch myspace gerade merken, obwohl es diese ja scheinbar schon geschafft hatten, einen dauerhaften Platz im Herzen der Surfer zu ergattern. Google+ ist noch ein gutes Stück davon entfernt.

    Was aber, wenn es Google diesmal gelingt, einen Facebook-Mitbewerber zu etablieren? Dann kommt es endlich zum Kampf der Giganten, dann landen Alien vs. Predator in einem Ring, und die große Schlacht um Mittelnetz kann beginnen. Facebook wäre demnach anzuraten, den Börsengang nun doch zu beschleunigen und sich in Sachen PR vielleicht die ein oder andere freigewordenen Ressource aus dem „News of the World“-Biotop zu angeln. Google selber muss eigentlich nichts weiter tun, als sich im Glanze des Lichtes zu sonnen und den Geldspeicher zu erweitern, mit dessen Hilfe man über Scheinfirmen dann wieder Facebook-Aktien kaufen könnte, um „den Gegner“ von innen heraus zu lähmen. Weitere Gedankenspiele möchte ich hier nicht ausführen, aber gerade Verschwörungstheoretiker haben nun einen neuen Ansatzpunkt.

    Vielleicht kommt es aber auch anders, und es entsteht eine Parallelnutzung. Hierzu gibt es einen sehr lesenswerten Artikel von einem nicht ganz unbekannten Bürstenschnitt. Zugleich ist seine Einschätzung auch das mit Abstand differenzierteste, was ich zum Thema gelesen habe. Allerdings passt die stimmige Theorie nicht ganz in mein Konzept, denn ich habe schon Chips und Bier vor dem Rechner bereitgestellt und warte nun, dass der Gong zur ersten Runde ertönt!

  7. Bye, bye Ad Impression ?

    Jul 07 2011
    Tobias Wegmann

    Tobias Wegmann

    Wenn Sie einen Onlinemediamenschen einmal wirklich auf die Probe stellen wollen, dann bitten Sie ihn um die genaue Definition des Begriffes Ad Impression. Natürlich wird er  mit dem Wort etwas anzufangen wissen, schließlich hat er es in seiner Juniorenzeit gelernt und war damals wahrscheinlich stolz, die Ad Impression von der Page Impression (dem Seitenaufruf einer Website) unterscheiden zu können. Schließlich ist diese Messgröße auch die Grundlage für Angebotserstellung und Abrechnung aller Onlinekampagnen, die auf TKP-Basis, also nach Kontakten, geplant werden.

    Die Definition, die er  Ihnen gibt, wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit falsch sein, denn er wird die Ad Impression als Sichtkontakt, Werbemittelauslieferung auf einer Website oder ähnlich erklären. Womit wir bei einem der großen Missverständnisse der Onlinewelt angelangt wären. Der Begriff Ad Impression ist schon eine Weile auf der Welt, die offizielle Definition für den deutschen Markt stammt aus dem Jahr 1998, nach der Zeitrechnung der Onlinewelt also etwa aus der Jungsteinzeit:

    Ad Impressions sind der messbare Werbemittelkontakt. Sie bezeichnen die Anzahl der von den Clients der Nutzer abgerufenen (requested) Werbemittel vom Server eines Werbeträgers oder anderen AdServers.

    Lesen Sie diese Defintion aufmerksam, werden Sie bemerken, dass hier weder von Sichtkontakt noch von Werbemittelauslieferung die Rede ist. Gemessen wird von den Adservern bei der Ad Impression nur der Request, also die Anforderung des Werbemittels durch den Browser des Users. Ob das Werbemittel auch tatsächlich im Browser angeliefert, gerendert und dargestellt wurde, ist damit nicht gesagt, weil es nicht nachgeprüft wird.

    Unter optimalen technischen  Bedingungen ist die Differenz zwischen Anforderung und Anlieferung allerdings vernachlässigbar gering, was sicherlich mit ein Grund war, dass man sich ursprünglich auf den einfacher  zu messenden Request als marktweit einheitliche Messgröße verständigte. Das technische Umfeld im Internet ist aber häufig, milde ausgedrückt, recht heterogen, und die Webseiten sind in Zeiten der Breitbandanschlüsse
    deutlich komplexer mit Inhalten beladen, was Einfluss auf die Ladezeiten der Seiten im Browser hat. Durch die verbreitete Zweit- und Drittvermarktung der Werbeflächen werden auch bei  der Bannerauslieferung meist  deutlich mehr Stationen durchlaufen als in der Vergangenheit. Dies führt dazu, dass die Differenzen zwischen gemessener Anforderung und tatsächlicher Auslieferung des Werbemittels bei manchen Schaltungen signifikante Werte erreichen können. Eine professionelle Mediaagentur erkennt natürlich die Problematik über die Messdifferenzen, die in diesen Fällen zwischen den beteiligten Adservern auftreten und wird den Vermarkter dazu bringen, mit einer kostenlosen Mengenüberlieferung dafür zu sorgen, dass der gebuchten Menge an Ad Impressions auch eine entsprechende Menge an tatsächlichen Auslieferungen gegenübersteht.

    Dennoch sind sich alle Marktpartner im Prinzip einig, dass die Ad Impression als alleinige Metrik für die Werbemittelauslieferung nicht mehr zeitgemäß und eine tatsächliche Messung der Anlieferung notwendig ist. Im Gespräch ist deshalb die Einführung einer Received Impression als zusätzliche neue Messgröße. Hierbei wird, etwas vereinfacht erklärt, im Browser des Users nachgeprüft, ob das Werbemittel, also die Bannerdatei, dort auch tatsächlich angekommen ist. Technisch ist eine solche Messung natürlich machbar, die große Herausforderung für den Markt liegt darin, dass alle an der Auslieferung der Kampagnen beteiligten Adserversysteme  eine entsprechende Messung standardisiert unterstützen müssen. Darüber hinaus sollten sie sich dann noch jeweils verständigen können, nach welchem Verfahren in der aktuellen Schaltung geliefert und gezählt wird.

    In der Praxis wird dies wahrscheinlich bedeuten, dass die Ad Impression als kleinster gemeinsamer Nenner, den alle Systeme unterstützen, dem Markt noch eine ganze Weile erhalten bleiben wird. Daneben könnte aber die Received Impression als neue Messgröße treten und damit dem Markt sowohl mehr technische  Solidität, als auch die Möglichkeiten zu neuen Abrechnungsmodellen geben. Warum sollte ein Kunde in Zukunft nicht zwischen einer Buchungen auf Basis von Ad Impressions und einer Recieved-Impressions-Schaltung wählen können ?

  8. Klartext-Interview mit Michael Wörmann, facit digital: “Stellen wir den Nutzer in die Mitte.”

    Jul 05 2011
    Michael Wörmann

    Michael Wörmann

    Es geht Schlag auf Schlag mit unseren Kundeninterviews. Lesen Sie heute Teil 4. Befragt haben wir dieses Mal Michael Wörmann, Director of Consulting bei facit digital:

    1. facit digital führt regelmäßig Evaluationsstudien zum Targeting-System von mediascale durch. Was zeichnet für Sie eine erfolgreiche Targeting-Kampagne aus?

    Sie muss ganz einfach überzufällig die richtigen Leute ansprechen. Das heißt, die Trefferquote muss deutlich über der liegen, welche man beim Raten erzielen würde. Und das muss auch nachweisbar sein.

    2. Zu welchem Ergebnis kommt die Werbewirkungsforschung von facit digital? Welche Faktoren machen Online-Werbung besonders wirkungsvoll?

    Bei unseren 360-Grad-Werbeeffizienzstudien haben wir letzthin oft gesehen, dass auch Performancekampagnen eine bedeutsame Imagekomponente haben können. Wenn wir von Wirkung sprechen, sollte das Image also auch betrachtet werden. Hier sind Werbemittel mit themengerechten, aber nicht zu komplexen User-Interaktionen häufig im Vorteil.

    3. Welche Rolle spielt Social Media für die Marktforschung im nächsten Jahr?

    Das ist momentan das ganz große Ding. Social Media ist zum einen für die Sekundärforschung interessant: Bei der Social-Media-Analyse wird das Netz zu nutzergenerierten Inhalten zu einer Marke systematisch durchforscht. So erkennt man z.B. frühzeitig Themen, die zu einem Produkt hochkommen oder kann den Verlauf des “Buzz” einer Marke über die Zeit verfolgen.

    Zum anderen ergänzen Social-Media-Techniken wie Ad-hoc-Foren zunehmend die klassischen Marktforschungsinstrumente wie Fokusgruppen. Dies wird in Zukunft noch deutlich an Bedeutung gewinnen.

    4. Bewegtbildwerbung im Web wird…

    …von Usern gut akzeptiert, wenn man sie richtig macht. Aus unserer User-Experience-Forschung wissen wir, dass die Akzeptanz stark davon abhängt, wie steuerbar Bewegtbildwerbung ist. Der Nutzer will das Heft in der Hand behalten.

    5. Xing, Facebook oder etwas anderes? In welchen Sozialen Netzwerken fühlen Sie sich persönlich zu Hause?

    Mir hat Xing schon immer gut gefallen. Der jüngste Relaunch ist gut gelungen und gibt der Plattform wieder neuen Schwung. Ich hoffe, dass sich Xing langfristig gegenüber Facebook behaupten kann.

    6. Shoppen Sie oft im Internet? Was kaufen Sie und was würden Sie niemals online erwerben?

    Da ich mitten in der Münchner Innenstadt arbeite, kaufe ich den Onlineklassiker Bücher gerne in der guten alten Buchhandlung. Dort stöbert es sich einfach besser. Ansonsten kaufe ich aber tendenziell das meiste online. Da ist die Auswahl einfach größer.

    7. Wissen Sie, dass Ihr Spitzname Mr. Ray Ban ist? Verraten Sie uns, wie viele Sonnenbrillen Sie haben?

    Wusste ich gar nicht. Danke, dass Sie es mir sagen 8-)

    8. So, und jetzt haben Sie noch die Chance auf ein ganz persönliches digitales Fazit:

    Stellen wir die Nutzer in die Mitte. Das hilft eigentlich immer.