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Klartext!
  1. Klartext-Interview mit Sebastian Badenberg: “Ich lasse mich gerade von Google Plus verführen.”

    Aug 30 2011
    Sebastian Badenberg

    Sebastian Badenberg

    Was hat der Esel mit E-Mail-Marketing zu tun? Was ist das nächste “big thing” in der digitalen Branche? Lesen Sie hier unser neues Experten-Interview. Heute haben wir bei Sebastian Badenberg, leitender Redakteur beim eCommerce-Magazin webselling, nachgefragt.

    1. Herr Badenberg, Xing, Twitter oder Facebook? Wie sieht es mit Ihrer persönlichen Online-Reputation aus, und wie viel Zeit nehmen Sie sich für die Pflege?

    Beruflich nutze ich Xing und Twitter, privat Facebook. Gerade lasse ich mich allerdings – wie fast alle meine Kollegen – von Google+ verführen. Mal sehen, was daraus wird. Meine Profile besuche ich mehrmals täglich. Ich würde mich als – im positiven Sinne – Internetjunkie bezeichnen. Letztes Jahr war ich im Urlaub drei (!) Wochen offline. Eine Art Selbstversuch. Schweißausbrüche, Panikattacken. Die ersten Tage waren wirklich hart. Dann habe ich erstmals fünf Bücher am Stück gelesen (Print, nicht eBook).

    2. Welche Online- oder Social Media-Kampagne ist Ihnen in den letzten sechs Monaten besonders aufgefallen? Warum?

    Ich fand den Social Media-Burger von Mc Donald´s spannend. Nette Idee, gute Umsetzung, hohe Response. Und: Inzwischen ist der Social Media-Burger im realen Leben – sprich in den Filialen – angekommen.

    3. Muss man als Verantwortlicher der webselling besonders häufig online shoppen? Was kaufen Sie, und was würden Sie niemals im Internet erwerben?

    Man muss nicht, tut es aber. Bücher, DVDs, Konzerttickets und Kleidung kaufe ich (fast) ausschließlich im Netz. Gerne auch mal einen Restaurant-Gutschein bei Groupon oder meine Bahnfahrkarte auf www.bahn.de. Bei Lebensmitteln, Möbelstücken und teuren Hardware-Produkten bevorzuge ich den klassischen Einzelhandel.

    4. Bewegtbildwerbung im Web wird…?

    …momentan noch viel zu wenig genutzt! Mit einem sinnvollen Konzept dahinter bietet Bewegtbildwerbung einen echten Mehrwert für den Kunden.

    5. webselling wird in Zukunft…?

    …mit der webmaking eine „kleine“ Schwester haben. Ein Magazin für Webdesigner, Coder, Administratoren und CTOs. Viel Nutzwert, viele Workshops. Webmaking erscheint zweimonatlich, seit dem 5. August gibt es die erste Ausgabe zu kaufen.

    6. Targeting, Real Time Bidding, Profiling oder…? Was ist für Sie das „next big thing“ in der Online Mediaplanung?

    Ohje! Schwierig, schwierig. Über diese Antwort habe ich wirklich lange nachgedacht. Ich finde alle drei Bereiche sehr spannend und wichtig. Deshalb möchte ich eigentlich keinen Bereich herausheben. Müsste ich mich entscheiden, würde meine Wahl wohl auf Real Time Bidding fallen. Zu diesem Thema hatten wir gerade einen spannenden Artikel in der webselling. Wobei, ein Artikel zu Profiling ist auch schon in Arbeit.

    7. Laut Facebook tragen Ihre Lieblingsbands Namen wie „Drunken Werewolves“, „Rat Monkeys“ und „The Meteors“. Was fasziniert Sie an Psychobilly?

    Soviel zum Thema Online-Reputation! Die Mitglieder von Bands mit solch eindrucksvollen Namen wie „Drunken Werewolves“, und „Rat Monkeys“ sind meist Freunde und Bekannte aus längst vergangenen Wuppertaler Jugendtagen, die übrigens wirklich tolle Musik machen. Die „Meteors“ sind schlicht und einfach die beste Band auf diesem Planeten. Jedenfalls in meiner Welt. An Psychobilly mag ich seine rohe und ursprüngliche Energie.

    8. Ein Online-Journalist ohne Twitter ist…?

    …wahrscheinlich gerade auf Facebook unterwegs.

    9. Ihr Lieblingstier soll angeblich der Esel sein. Welche Charaktereigenschaften gefallen Ihnen an diesem Tier denn?

    Klug, geduldig, liebenswert und manchmal bockig. Ein Arbeitstier mit eigenem Kopf und freiem Willen. Leider leidet der Esel in unseren Breitengraden etwas (und meiner Meinung nach völlig zu Unrecht) unter einem schlechten Image. Pferde werden dagegen, wie ich finde, völlig überbewertet. Stichwort: Totilas! Der Esel ist sozusagen das E-Mail-Marketing der Tierwelt.

    10. Und außerdem sollen Sie portugiesische Küche mögen. Verraten Sie uns Ihr Geheimrezept für ein erstes Date in Lissabon?

    Ich bin seit sieben Jahren in festen Händen. Ein erstes Date sprengt meine Vorstellungskraft.

  2. Review „Under The Bridge 2011“

    Aug 23 2011

    Es kam, wie es kommen musste: Ohne Regenschauer geht es halt nicht bei unserem Brückenfest, aber deswegen sind die schützenden Flussquerungen ja auch nie weit weg vom Veranstaltungsort. Gerade im aktuellen Sommer (also die drei Tage Sonnenschein, die es bis dato gab) war die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass sich der ein oder andere Niederschlag zu uns herablässt. Lassen wir die Dinge aber chronologisch Revue passieren:

    Es fing morgens grau in grau an und ich machte mir doch ernsthaft Sorgen. Es dauerte dann aber nur bis zum späten Vormittag, bis die Sonne verstohlen durch die Wolken linste und plötzlich Hoffnung aufkeimte, dass die Isarbrücke am Zoo doch nur schmückendes Beiwerk bleiben könnte. Zum Angrillen war dann auch alles vorbereitet. Ein besonderes Lob hier insbesondere an Organisationsmeister Jonny, der auch die Grillzange schwang. In Holzkohle geräuchert ist er jetzt auf alle Fälle und ich hoffe, dass sich die tränenden Augen am Folgetag beim Dino-Schlachtfest in der Arroganz Arena wieder beruhigten.

    Es trafen dann auch mehr und mehr hungrige Gäste ein. Der Zustrom verebbte, als sich die nächste Gewitterfront am Himmel in Position brachte. Die letzten Hoffnungen, dass die große schwarze Wolke – nennen wir sie einfach mal Übercloud – doch nur vorbeizieht, ertranken in den anschließenden Sommergüssen. So musste unter der Brücke zusammengerückt werden. Da Vorräte etc. bereits eh im Trockenen deponiert waren, blieben größere Komplikationen und hektische Rettungsaktionen aus.

    Under The Bridge 2011 - mediascale Sommerfest

    Die Wettermacher hatten zu guter Letzt ein Einsehen, verschonten uns mit stundenlangem Dauerregen und retteten uns vor einem Brückentag. So konnte in der Folge dann doch noch fröhlich gefeiert werden. Von diesem Angebot wurde auch gerne Gebrauch gemacht und so war es trotz diverser Unwägbarkeiten doch noch eine gelungene Veranstaltung.

    Für die kommenden Jahre liegen bereits folgende Anträge vor:

    1.    Termin im April, denn da ist das Wetter besser!

    2.    Location irgendwo an den südlichen Gardasee verlegen!

    Die Chancen auf Erfolg werden bei beiden Forderungen eher als marginal eingestuft, weswegen wir uns auch freuen, im August des nächsten Jahres wieder zu den Isarufern einzuladen.

  3. Location Based Advertising bei Foursquare

    Aug 19 2011

    Agnes Ley

    Heute möchte ich den Blog nutzen, um ein bisschen zum Thema Location Based Advertising, kurz LBA, zu philosophieren. LBA ist eine mittlerweile nicht mehr ganz so neue Form, Werbung gezielt standortbezogen auf mobilen Endgeräten auszusteuern. Aber welche Möglichkeiten der Werbung gibt es hier eigentlich?

    Am Beispiel des Location Based Service Anbieters Foursquare will ich an dieser Stelle etwas Licht ins Dunkel bringen:

    Wie funktioniert Foursquare? Bei Foursquare checken die User an unterschiedlichen Standorten, an denen sie sich gerade befinden, ein. Dabei profitiert die App vom Spieltrieb der User. Wer sich am häufigsten in einer Location einloggt, wird Mayor bzw. Bürgermeister. Zusätzlich kann man über die Logins Badges bzw. Medaillen erspielen.

    Die Werbemöglichkeiten bei Foursquare für Händler: Das Einstellen eines sogenannten Specials ist kostenlos. Ein Special/Angebot kann dabei ganz unterschiedlich gestaltet sein. Ein Add-on beim Kauf eines Produktes wie ein Gratis-Getränk zum Essen oder ein gewährter Rabatt auf ein Produkt. Dabei werden sieben Arten von Angeboten unterschieden:

    Mayor Angebot: Ein Sonderagebot des Unternehmens, das sich ausschließlich an den Mayor richtet. Hier wird also der treuste Kunde belohnt, und gleichzeitig wird natürlich der Major-Status umkämpfter.
    Stammkunden Angebot: Das Sonderangebot ist an die Häufigkeit des Check-Ins in der Location gebunden, es ist z.B. erst gültig nach dem zehnten Check-In.
    Freunde Angebot: Nutzt den sozialen Charakter durch die Bindung des Angebots an einen Freundeskreis, der sich gleichzeitig einchecken muss, um das Angebot freizuschalten.
    Schwarm-Angebot: Eine Gesamtanzahl an Foursquare Nutzern kann dieses Angebot freischalten. Dabei definiert der Werbetreibende, wie viele User sich in einer vorgegeben Zeit einloggen müssen, damit das Angebot zum Tragen kommt.
    Blitz Angebot: Ein Angebot, das nur kurze Zeit gültig ist und nur in begrenzter Stückzahl vorhanden ist. First-come, first-served.
    Neuling Sonderangebot: Kann zum Anlocken neuer Kunden genutzt werden. Sie erhalten das Sonderangebot beim ersten Check-In.
    Check-in Sonderangebot: Kann vom User bei jedem Check-in ohne Begrenzung genutzt werden.
    Für welche Unternehmen macht nun aber diese Art der Werbung Sinn? Da das Einstellen der Angebote kostenlos ist, können auch kleine Unternehmen davon profitieren. Aber auch für große Händler mit einem entsprechenden Netz an Filialen oder Niederlassungen handelt es sich um einen guten Direktmarketingkanal. Die Ansprache der Nutzer, die sich in der unmittelbaren Nähe aufhalten, kann gezielt und unter Kommunikation von Sonderangeboten erfolgen – dadurch ist der Streuverlust gering. Größter Hemmschuh ist aber die zum Teil sehr geringe Reichweite. So hat Foursquare weltweit über zehn Millionen Nutzer (laut eigenen Angaben), für Deutschland gibt es jedoch keine wirklich belastbaren Nutzerzahlen. Gemunkelt wird eine Million Nutzer, in der Diskussion mit Kollegen schätzen wir die Zahl sogar noch etwas geringer ein.

    Die Werbemöglichkeiten bei Foursquare für Marken ohne physische Adresse: Hat eine Marke keine Ladenlokale, in denen Sonderangebote promotet werden können, kann man dennoch bei Foursquare aktiv werden. Eine Möglichkeit ist das Erstellen einer Foursquare Seite – diese kann ähnlich wie bei Facebook individuell gestaltet werden. Mit der Seite versucht das Unternehmen Fans zu generieren. Diesen Fans kann die Marke dann Tipps zu Locations, Lokalen etc. geben. Dieses Engagement macht für eine Marke nur Sinn, wenn ein Konzept dahinter steht und ein langfristiges Engagement geplant ist (abzuwägen ist: Steht die geringe Reichweite im Verhältnis zum verursachten Arbeitsaufwand?). Anwendungsbeispiele könnten beispielsweise sein: Die Marke gibt Tipps zu speziellen Events oder Sportereignissen und verteilt dann Gratis-Proben an den Orten, die empfohlen wurden.
    Eine zweite Möglichkeit als Marke bei Foursquare präsent zu sein, ist das Sponsoring eines Badges. Die Nutzer erhalten das Partner Badge nur, wenn die von der Marke definierten Kriterien erfüllt wurden. So hat beispielsweise CNN einen gesunden Lebensstil belohnt und Usern, die auf Bauernmärkten eingecheckt haben, ein spezielles CNN Badge gegeben.

    Soweit ein erster Überblick zu LBA bei Foursquare. Ich gehe jetzt dann gleich mal bei Pizzahut vorbei, da gibt´s gerade zehn Prozent Rabatt, und danach gibt´s noch einen Donut mit 50 Prozent Rabatt. Es verabschiedet sich: Der Mayor von mediascale :-)

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  4. Klartext-Interview mit Walter Meyer, Onlineprinters: “Eigentlich gibt es nichts, was ich nicht im Web kaufen würde.”

    Aug 16 2011
    Walter Meyer

    Walter Meyer

    Print online bestellen. Das funktioniert bei diedruckerei.de bereits seit sieben Jahren. Walter Meyer, Geschäftsführer der Onlineprinters GmbH, hat uns im Klartext-Interview seine drei Geheimtipps für einen erfolgreichen Online-Shop verraten. Und warum soziale Netzwerke bei ihm (noch) keine große Rolle spielen.

    1. Herr Meyer, Sie sind Geschäftsführer eines Online-Unternehmens. Shoppen Sie privat auch im Netz? Was kaufen Sie, und was würden Sie niemals im Internet erwerben?

    Natürlich shoppe ich auch privat im Netz. Ich kaufe Bücher, Parfum, teilweise sogar Kleidung und noch einiges mehr online. Eigentlich fällt mir gerade nichts ein, was ich nicht im Internet erwerben würde.

    2. Sie haben vor sieben Jahren mit diedruckerei.de den Schritt ins Internet gewagt. Heute beschäftigt die Onlineprinters GmbH über 300 Mitarbeiter. Verraten Sie uns die drei wichtigsten Geheimnisse eines erfolgreichen Online-Shops?

    Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, da nicht jedes Produkt mit den gleichen Rezepten über einen Online-Shop beworben werden kann. Deshalb kann ich nur von unserer Warte aus Tipps geben. Eine Bemerkung möchte ich vorab aber noch loswerden. Sonst nützen all unsere „Geheimnisse“ nichts. Wir sind 2004 mit einem Anfangsbudget von 50.000 Euro im Internet gestartet. Meiner Ansicht nach ist es im Jahr 2011 nicht mehr möglich, ohne ein Vielfaches unseres damaligen Budgets überhaupt erfolgreich im Onlinegeschäft zu werden. Heutzutage stehen hinter bedeutenden Onlineshops entweder große Firmen mit entsprechenden finanziellen Möglichkeiten, oder die Startups holen sich die Gelder von Kapitalgebern, um den Erfolg zu finanzieren. Wir reden hier von mehreren hunderttausend Euro. Weil wir relativ früh dran waren, konnten wir unser Wachstum bis heute ohne Investoren oder andere Geldgeber selbst finanzieren.

    Wenn genügend Kapital vorhanden ist, dann helfen auch meine drei Tipps:
    Erstens: Sehr guter Service. Dies bedeutet: Der Kunde erreicht uns unkompliziert über Telefon, E-Mail, Social-Media oder über den Rückrufservice. Die Anfragen beantworten wir innerhalb von 24 Stunden. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es nichts Ärgerlicheres gibt, als auf Anfragen eine verspätete oder gar keine Reaktion zu bekommen. Auch auf Reklamationen müssen wir innerhalb kurzer Zeit reagieren. Wickeln wir Anfragen zufriedenstellend ab, entwickeln sich daraus oft treue Stammkunden. Ebenso wichtig sind schnelle Lieferzeiten und eine hohe und einwandfreie Qualität der Produkte.
    Zweitens: Attraktive Preise. Da man im Internet nur einen Klick von der Konkurrenz entfernt ist und somit sofort verglichen werden kann, spielt der günstige Preis eine wesentliche Rolle. Zusätzlich erleichtern vertrauensbildende Zertifizierungen (TÜV SÜD oder Trusted Shops) und eine gute Usability dem Kunden die Entscheidung.
    Drittens: Werbung, Werbung, Werbung.

    3. Zum umfangreichen Mediamix von diedruckerei.de gehört seit einiger Zeit auch Social Media. Können Sie eine erste Bilanz zu Facebook & Co. ziehen?

    Meines Erachtens ist es noch zu früh dafür. Zum jetzigen Zeitpunkt denke ich, dass diese Kanäle für den reinen Abverkauf nicht geeignet sind und es vielleicht auch nie sein werden. Für die Kundenkommunikation spielen diese Kanäle jedoch auf jeden Fall eine Rolle. Man muss dabei aber beachten, dass sich nur ein kleiner Bruchteil der Kunden (bei uns 1 Prozent) als Fans auf unserer Facebookseite wiederfinden. Da dies vermutlich nicht nur bei uns so ist, wird Social Media andere Kommunikationskanäle auf längere Zeit noch nicht ersetzen.

    4. Social Commerce ist…

    … aus meiner Sicht noch nicht ganz bei den Usern angekommen. Aktuell werden daraus noch keine nennenswerten Umsätze generiert.

    5. Xing, Facebook, Google+ oder was anderes? In welchen Sozialen Netzwerken fühlen Sie sich persönlich zu Hause?

    Wenn ich ehrlich bin, in keinem. Ich habe nur ein Profil auf Xing, sonst in keinem anderen Netzwerk. Aber auch bei Xing bin ich nur maximal einmal pro Woche.

    6. Welche Online-Marketing-Kampagne ist Ihnen persönlich in letzter Zeit besonders positiv aufgefallen?

    Ich kann mich an keine besondere Kampagne erinnern. Meist fallen mir immer nur unsere eigenen Banner auf. :-)

    7. Bewegtbildwerbung im Web ist…

    … wesentlich aufmerksamkeitsstärker als aktuell jede andere Werbeform im Web. Auch wir werden bei unserer Werbung darauf in Zukunft größeres Augenmerk legen.

    8. Maschinen, die rund um die Uhr laufen… Was unternehmen Sie, um das Tempo etwas zu bremsen? Haben Sie ein Hobby zum Entschleunigen?

    Kraft- und Ausdauertraining helfen mir, den Kopf frei zu kriegen und den körperlichen Ausgleich zu schaffen. An den Wochenenden widme ich mich meinen Büchern und natürlich meiner Lebenspartnerin. Das ist die perfekte Entschleunigung, bevor es am Montag mit Vollgas wieder weitergeht.

    9. Und zum Schluss: diedruckerei.de wird in Zukunft…

    … auch weiterhin großen Wert auf ausgezeichneten Service, Top-Qualität und attraktive Preise legen und den Kunden einen technisch einwandfreien Shop mit komfortabler und übersichtlicher Plattform bieten. Auch die Internationalisierung wird dabei nicht zu kurz kommen.

  5. Customer Journey: Wolfgang Bscheid im Interview

    Aug 11 2011

    Wolfgang Bscheid

    Derzeit wird in den Fachmedien viel über die „Customer Journey“ gesprochen. Gemeint ist dabei meistens die Reise des Nutzers durch das Web und seine Berührungspunkte mit Information und Werbung bis zum Kauf. mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid erklärt im Klartext-Interview, für wen das Thema Customer Journey besonders wichtig ist, wie man als Unternehmen am besten das Tracking aufsetzt und es schafft, aus dem daraus gewonnenen Wissen eine erfolgreiche Optimierungsstrategie abzuleiten.

    Herr Bscheid, Warum ist das Thema derzeit in aller Munde?
    Wolfgang Bscheid: Besonders auf Affiliate und Search spezialisierte Agenturen haben ein großes Interesse an diesem Thema. Nachdem Google seine Margen für Search gestrichen hat, suchen diese Agenturen nun nach Ersatz vor allem im Affiliatebereich. Erst wenn man durch Tracking und Analyse nachweisen kann, dass dem letzten Klick über eine Suchmaschine andere, viel entscheidungsrelevantere Kontaktpunkte vorausgingen, kann man das Last-Cookie-Wins-Prinzip in Frage stellen und Budgets von Search hin zu anderen Kanälen verschieben. So versuchen einige Agenturen, sich über Customer Journey-Analysen die Provisionen via Affiliate zurückzuholen, die sie bei Search verloren haben.

    Ist das der einzige Grund?
    Nein. Es gibt neben den Eigeninteressen der Search- und Affiliate-Agenturen auch ein großes Informationsinteresse der Kunden. Viele Werbungtreibende wollen mehr über die Customer Journey erfahren, um ihre Kampagnen zu optimieren. Der Kaufprozess im Netz verläuft selten gleich und weist doch bestimmte Muster auf. Wer dieses Wechselspiel zwischen natürlicher Suche, Displaywerbung, bezahlter Suche, eShops, Unternehmenswebseiten und Preisvergleichsportalen für seine Branche und seine Produkte versteht, hat viel gewonnen. Er kann dem potentiellen Kunden für die jeweilige Phase der Kaufentscheidung die jeweils passende Information im richtigen Kanal liefern. Das Thema ist jedoch sehr komplex und die zu analysierenden Daten extrem umfangreich.

    Und wie sollte man als Unternehmen ein sinnvolles Tracking aufsetzen, um daraus möglichst viele Informationen über die Customer Journey zu gewinnen?
    Es gibt zwei Möglichkeiten: Zum einen kann der Kunde einen seiner bestehenden Dienstleister zum Leader ernennen. Dann übernimmt beispielsweise die Agentur für Search und Affiliate auch das Tracking für Displaywerbung und eDialog. In der Praxis führt das meist zu Problemen. Die Trackingsysteme der einzelnen Kanäle sind schnell überfordert mit einem ganzheitlichen Ansatz. Und wenn mehrere Agenturen beteiligt sind, entstehen in der Regel Verwerfungen darüber, wer die Interpretationshoheit über die Daten hat. Jeder Dienstleister unterstellt dem anderen, dass er versucht, „seinem“ Kanal mehr Gewicht zu verschaffen.

    Wir empfehlen den Kunden stattdessen, einen neutralen, externen Spezialisten mit dem kanalübergreifenden Tracking zu beauftragen. Dieser bereitet die Ergebnisse dann idealerweise so auf, dass der Kunde gemeinsam mit seinen Dienstleistern (Affiliate, Display, eDialog und Search) die Ergebnisse hinterfragt und vor allem daraus Möglichkeiten zur Kampagnenoptimierung ableiten kann. Wir haben in der Praxis gemerkt, dass man viel Erfahrung benötigt, um aus den komplexen Verläufen der Kaufprozesse Muster abzuleiten, die dann in eine erfolgreiche Kampagnenplanung umgesetzt werden können.

    Wie schafft man es denn, aus dem Wissen um den Kaufprozess eine erfolgreiche Optimierungsstrategie abzuleiten?
    Das ist die erste Frage, die uns die Kunden stellen, nachdem sie die Trackinganalysen gesehen haben. Wir lösen diese Herausforderung, in dem wir an mehreren Stellen und Kanälen innerhalb der Kampagne A-B-Tests empfehlen, um herauszufinden, an welcher Stelle der Käufer im Netz welche Information benötigt. Ein Beispiel: Es macht wenig Sinn, einem Interessenten für einen neuen Fernseher, der erst sondiert, ob es ein Plasma, LCD oder LED sein soll, in dieser Phase gleich ein konkretes Produkt mit Preis einzublenden. In dieser Orientierungsphase ist eine Markenaussage deutlich wirksamer. Sie bewirkt eher, dass der Käufer später – nachdem er sich grundsätzlich für den Gerätetyp entschieden hat – seinen LED dann bei der beworbenen Marke oder dem Shop kauft.

    Wie erhebt man solche Wechselwirkungen beispielsweise zwischen Search und Display-Kampagnen?
    Wir arbeiten mit Usergruppen, deren Verhalten wir miteinander vergleichen. Wir haben z.B. die Kaufwahrscheinlichkeit von Menschen ohne Kontakt mit der Displaykampagne verglichen mit jenen, die mindestens einen Kontakt hatten und ebenfalls über die Suche auf die Landing Page des Unternehmens kamen. Das Ergebnis: Mit jedem Kampagnenkontakt vor Google nimmt die Kaufwahrscheinlichkeit nach dem Klick bei Google zu. Wir können mittlerweile sogar sagen, wann der Punkt erreicht ist, an dem ein weiterer Sichtkontakt keine signifikante Leistungssteigerung mehr bringt.

    Arbeitet mediascale nur mit Profilen von Käufern oder beziehen sie auch das Verhalten der Kontakte ein, die nicht zum Kauf geführt haben?
    Wenn man sich bei einer Customer Journey-Betrachtung ausschließlich die erfolgreichen Kaufverläufe anschaut, kann dies das Bild verzerren. Deshalb führen wir gelegentlich Plausibilitätsprüfungen durch, um zu erkennen, ob bestimmte Verhaltensmuster generisch sind und nichts über den Erfolg einer Kampagne aussagen. Im Rahmen einer Customer Journey alle User mit Sichtkontakt grundsätzlich auszuwerten und zu analysieren, würde aber den Rahmen sprengen.

    Gibt es eine Faustregel, die für alle Customer Journeys im Netz gilt?
    Das wäre schön. Mit der Zeit erkennt man einige Wirkungsmechanismen, die branchen- und kampagnenübergreifend gelten. So kann beispielsweise eine gute Displaykampagne den Search-CPO massiv senken. Grundsätzlich ist das Analysieren der Customer Journey jedoch ein individueller Prozess, der in enger Abstimmung mit dem jeweiligen Unternehmen erfolgt.

     

  6. Gib der Welt dein Gesicht!

    Aug 09 2011

    Dominik Frings

    Für diejenigen, die in den vergangenen Jahren einen Besuch bei den nordamerikanischen Griechen in ihrem Reisepass vermerkt haben, ist es nichts Neues: Man kommt an, gibt sein Auge, sein Ohr und seinen Fingerabdruck ab, beantwortet noch ein paar übellaunige Fragen zu seiner Nazi-Vergangenheit und den damit verbundenen Verbrechen zwischen 1939-1945 und darf dann einreisen in das „Land Of The Free“. Was haben die Amerikaner davon? Nicht viel, denn sie beklagen inzwischen die unglaublichen Daten-Tsunamis, die Tag für Tag in den Servern des Heimatschutzministeriums oder des FBIs herumschwappen. Was hat der Tourist davon? Ärger, Scherereien und einen ganzen Koffer voller Unverständnis. Gerne macht man sich darüber lustig, regt sich im Nachgang aber auch über die totale Überwachung auf.

    Inkonsequent wird es, wenn einem nicht bewusst ist, dass man auf Facebook mit der falschen Einstellung zur Gesichtserkennung noch viel mehr preisgibt als seine Ein- und Ausreise in Los Angeles, Miami oder Fort Alamo. Vielmehr lässt sich bei einer lebhaften Nutzung der Upload-Funktionen von einem selbst und seinen Freunden ein lückenloses Freizeitbild erstellen, und  das besteht nicht bei jedem aus dem Studium der schönen Künste oder dem Schmökern in weltliterarischen Werken der Sorte „Krieg und Frieden“. Vielmehr findet sich bei jeder Degustation von drei bis fünf Litern Bier (inkl. einem kleinen Jägermeister zur Geschmacksneutralisierung) immer einer, der mal eben zwei GB verknipst und schnell das Bilderglück ins Netz stellt. So lange man davon ausgeht, dass nur Freunde sich dafür interessieren, kann es einem egal sein. In Theorie und Praxis haben aber auch Arbeitskollegen, Vorgesetze, Ordnungsbehörden, Polizei und eigentlich jedermann Zugriff auf die Facebookdaten, und was die damit anfangen können, kann sich jeder selbst ausmalen.

    Unumstößlich wird sich diese Entwicklung fortsetzen, und irgendwann wird es auch User erwischen, die nicht bei Facebook & Co. gelistet sind. Die Vorstellung klingt noch befremdlich, wird aber sicherlich in den nächsten Jahren Realität werden. Man kann sich jetzt noch überlegen, wie lange es einem gelingt, sich der Vergesellschaftung der Privatsphäre zu entziehen. Es sei denn, die Internetnutzung ist einem nicht so wichtig, und das Tragen einer Maske (regelmäßig wechseln nicht vergessen) in der Öffentlichkeit bereitet keine größeren Umstände. Da das, was technisch möglich ist, auch gemacht wird, bringt es wenig, den Fortschritt an sich stoppen zu wollen. Ein paar Wünsche habe ich mir aber dennoch überlegt, und die sähen wie folgt aus:

    Wenn man bei Facebook schon die Gesichtserkennung freigegeben hat, könnten die US-Behörden doch auch direkt einen Abgleich fahren, das spart unnötige Fragen und Zeit. Schließlich kann man als 27-Jähriger nicht KZ-Wächter gewesen sein. (Nur auf Partyoutfits à la Harry Rommel sollte man verzichten, das bringt einen schneller hinter Gitter als man twittern kann.) Die Unsozialen wie meine Wenigkeit kämen dann wesentlich schneller durch die Kontrolle.

    Für Partys und dem Vergnügen gewidmeten Veranstaltungen fordere ich die Installation eines Störsenders, der alle Elektronik für Bild und Videoaufnahmen lahmlegt.

    Vielleicht kommt ja doch noch einer auf die Idee, Funktionalitäten zu verbieten, die einen öffentlichen Abgleich im großen Stil ermöglichen. Es mag ja durchaus auch praktisch sein, aber Risiken und Nebenwirkungen stufe ich höher ein als der Zugewinn von ein bisschen Bequemlichkeit.

  7. Klartext-Interview mit Karsten Zunke: Werbebanner kann man anklicken

    Aug 04 2011
    Karsten Zunke

    Karsten Zunke

    Was sind die aktuellen Trends der Branche? Welches Thema wird der diesjährige dmexco-Hype? Und wer überlebt am Ende, Facebook oder Google+? Wir haben wieder einmal bei einem Online-Experten nachgefragt. Heute steht uns Karsten Zunke, freier Fachjournalist für Online-Marketing-Themen, Rede und Antwort. Zunke schreibt unter anderem für die Acquisa, für adzine.de oder für die Internet World  Business.

    1. Herr Zunke, haben Sie schon einen Account bei Google+? Was glauben Sie, werden Facebook und Google+ parallel überleben, oder wird sich einer durchsetzen?

    Die Kapazitäten für das Google+ Projekt sind momentan offensichtlich ausgelastet, daher bin ich dort noch nicht aktiv. Aber ich denke, dass Google und Facebook durchaus parallel bestehen können. Alle anderen sozialen Netzwerke werden es durch Googles Vorstoß in Zukunft jedoch sehr schwer haben. Insbesondere die deutschen Social Networks haben mit Google jetzt einen weiteren sehr mächtigen Gegenspieler.

    2. Welche Online- oder Social Media-Kampagne ist Ihnen in den letzten sechs Monaten besonders aufgefallen? Warum?

    Ein Highlight der letzten Monate ist sicher die Tesco-Kampagne in Südkorea. Einfach in der U-Bahn Plakate von gefüllten Supermarktregalen aufzustellen und via QR-Code-Scan die abgebildeten Waren zu verkaufen, das ist wirklich schlau gemacht. Ganz zu schweigen davon, dass man als Kunde nicht an der Kasse anstehen muss und die Waren auch nach Hause geliefert bekommt.

    3. Shoppen Sie häufig online? Was kaufen Sie, und was würden Sie niemals im Internet erwerben?

    Ja, ich kaufe regelmäßig und querbeet im Internet ein – vom Dachgepäckträger über CDs bis zum Fernseher. Es gibt meines Erachtens kein Alltags-Produkt, das per se für den Online-Kauf ungeeignet ist. Was ich nach ein paar Versuchen jedoch nicht wieder online kaufen würde, ist Bekleidung. Klamotten probiere ich lieber im Laden an. Die Zurückschickerei ist mir zu aufwändig.

    4. Welcher Begriff ist für einen Fachjournalisten schwieriger zu erklären: Customer Journey oder Real Time Bidding?

    Den Lesern solche Begriffe zu erklären, fällt nicht schwer. Als Fachjournalist richte ich mich an ein internetaffines Publikum, bei dem das Web Bestandteil des Tagesgeschäftes ist. Man kann also einiges an Wissen voraussetzen. Kompliziert wird es, wenn Freunde oder Bekannte fragen, über welche Themen ich schreibe. Spätestens nach drei Sätzen schaue ich in ratlose Gesichter. Deutschland hat 82 Millionen Einwohner, aber mit Online-Marketing beschäftigt sich eben nur eine kleine Minderheit. Es gibt beispielsweise noch immer Leute, die gar nicht wissen, dass man Werbebanner auch anklicken kann.

    5.  Sie haben eine Berufsausbildung bei der Deutschen Bahn gemacht. Wollten Sie Lokführer werden?

    Nein, die Lokführer-Phase hatte ich schon im Kindergarten abgelegt. Aber meine kombinierte Berufsausbildung mit Abitur war für mich in der damaligen DDR die einzige Möglichkeit für die Hochschulreife. Ausbildungsort war zudem Berlin. Für jemanden, der seine Kindheit in der vorpommerschen Provinz verbringt, ist das ein schlagkräftiges Argument.

    6.  Nach Ihrem Studium in Berlin haben Sie lange in Bayern gearbeitet, leben und schreiben jetzt aber wieder in Berlin. Was bevorzugen Sie: Weißwurst oder Currywurst? Starnberger See oder Wannsee? Berliner Taxifahrer oder Münchner Tram?

    Eindeutig Currywurst und Wannsee. Auch die Berliner Taxifahrer sind netter als ihr Ruf. Ich habe mich in Bayern sehr wohl gefühlt, vor allem der für einen Berliner ungewohnt freundliche Umgang miteinander war dort sehr angenehm. Doch Berlin ist bodenständiger und direkter. Wenn der Berliner Busfahrer schlechte Laune hat, dürfen alle Fahrgäste daran teilhaben. Auch Möchtegern-Punks, die sich mit Haarspray ihre Haare stylen, bevor sie nach Kleingeld fragen, gibt es in Berlin nicht. Wenn hier jemand um Geld bettelt, sieht er auch so aus. Berlin ist das Leben pur. Und das ist gut so.

    7. Wie kommt man als Diplom-Geograph zum Journalismus?

    Im Rahmen meines Studiums verschlug mich ein Praktikum auch in die Redaktion eines Umweltmagazins. Dort entdeckte ich meine Leidenschaft für das Schreiben und Recherchieren. Nahezu zeitgleich kamen der dot.com-Boom und eine persönliche Begeisterung für Web und Marketing. Da lag es nahe, Spaß, Job und Zukunft miteinander zu verbinden.

    8. Die Zukunft der Fachmedien…

    …wird schwierig. Es gibt im Internet immer mehr hochwertige Plattformen, die den Fachmedien ihre Meinungsführerschaft in Detailfragen streitig machen – von Corporate-Publishing-Projekten über Firmen-Newsletter bis hin zu Blogs. Es sind tausende kleine Nadelstiche ins Kompetenzherz der Verlage. Hinzu kommt, dass Informationen durch das Web quasi ubiquitär geworden sind. Fachmedien können daher nur punkten, indem sie die unzähligen Informationen filtern, in höchster Qualität veredeln und in nutzbares Wissen für ihr Publikum umwandeln. Aber genau darum werden Fachmedien sich auch behaupten. Mit zunehmender Informationsflut werden sie sogar immer wichtiger werden. Aber sie müssen härter denn je dafür arbeiten.

    9. Und zum Schluss: Was wird Ihrer Meinung nach dieses Jahr DAS Thema auf der dmexco?

    Das eine Thema gibt es eigentlich nie. Dazu ist die digitale Branche zu vielfältig und zu dynamisch. Aber Real Time Bidding und Mobile Marketing werden sicher für sehr viel Gesprächsstoff sorgen. Wobei es mich auch nicht wundern würde, wenn in dieser extrem dynamischen Branche bis zur dmexco noch ein neuer Trend aus der Taufe gehoben würde.

  8. Werben in Social Communities – Teil 3

    Aug 02 2011

    Agnes Ley

    Im dritten und letzten Teil meiner Social Media Reihe möchte ich auf Kampagnenlearnings eingehen. Wer noch einmal die Basics nachlesen will: Im ersten Teil ging es um einen allgemeinen Überblick der Werbemöglichkeiten in Social Communities. Im zweiten Teil habe ich explizit über  Facebook und die unterschiedlichen Ads von Sponsored Stories über LikeAds bis VideoAds geschrieben.

    Was kann man sich aber nun von der Schaltung in Social Communities erwarten? Wir bei mediascale schauen ja in allen Kampagnen auf das Ergebnis, und genauso tun wir das auch bei Social Ads:

    1. Bevor wir zu den wirklich relevanten Kennzahlen kommen, will ich einen kurzen Seitenblick auf die Klickraten werfen: Die Klickraten sind bei Social Ads oftmals nicht vorhersagbar. Je nachdem was man bucht, gibt es hier riesige Unterschiede. Ein großes Format wie ein MaxiAd auf Logoutplatzierungen wie z.B. wer-kennt-wen.de kann bei einer Kampagne Klickraten von 0,25% und mehr erbringen. Als Beispiel: Aktuell hatte ich gerade eine CTR (Click-through-Rate) von 0,02%! Und es war kein dröges Werbemittel für ein furchtbar langweiliges Thema, sondern eine Kampagne aus dem Entertainment Bereich. Anders verhält sich das bei Facebook Ads - bei den Bild-Text-Kombis kann man mit Sicherheit immer vorab sagen, dass sie eine sehr geringe Klickrate haben werden - was aber bei Einbuchung auf CPC-Basis auch nicht weiter weh tut. Generell empfiehlt es sich, in sozialen Umfeldern auf CPC-Buchung zu gehen, damit sich die manchmal sehr geringen Klickraten nicht negativ auf die Kampagne auswirken. Wo das nicht möglich, eine Buchung aber dennoch wichtig ist, muss das Targeting so sinnvoll und spitz gewählt werden, dass man von einer guten Klickrate ausgehen kann. Vermeiden würde ich TKP-Buchungen als Rotation ohne Targeting.

    Logout-Platzierung bei wer-kennt-wen.de

    Logout-Platzierung bei wer-kennt-wen.de

    2. Eine wichtige Kenngröße bei Facebook und der VZ-Werbefabrik ist der Cost per Click (CPC), da die Kampagnen in beiden Systemen einem Bidding-Verfahren unterliegen. Hier muss man also versuchen, zu einem möglichst niedrigen CPC an möglichst affine Klicks zu kommen. Dabei haben wir in unseren Kampagnen festgestellt, dass auch hier das altbewährte trial&error-System funktioniert. Man schickt unterschiedliche Varianten der Bild-Text-Kombis an den Start und optimiert nach den Leistungswerten. Wie bei Standard-Display-Kampagnen ist es kaum möglich, übergreifende Learnings zu finden, die für alle Branchen und Kampagnen gelten. Was wir bis dato aber herausfinden konnten: Je klarer und einfacher erkennbar das Bild ist, desto besser ist die Performance. Zusätzlich liefern Bilder, die Personen zeigen, bessere Werte als graphisch gestaltete Bilder. Wichtig ist bei Kreationstestings jedoch, im Blick zu behalten, was man mit der Kampagne eigentlich erreichen möchte. Wenn ein Sale nach der Verlinkung generiert wird, kann manchmal ein höherer CPC doch zu einem geringeren CPO (Cost per Order) führen… Insofern sollte man Kreationstestings immer selbst steuern – also nicht der automatisierten Logik von Facebook überlassen. Dazu legt man die einzelnen Kreationen in getrennten Kampagnen an und kann den Werbedruck so selbst beeinflussen.

    In diesem Zusammenhang ist noch zu erwähnen, dass der durchschnittliche CPC durch immer mehr Werbetreibende im letzten Jahr kontinuierlich leicht angestiegen ist. Durch eine immer optimiertere Aussteuerung und Kreationstestings kann man diesem Trend etwas entgegenwirken.

    3. Wenn man über den Cost per Fan spricht, konnten wir bisher keine steigenden Werte beobachten. Die User werden der Vernetzung mit Profilen also nicht überdrüssig. Jedoch kann der Cost per Fan je nach Thema und Profil, für das Fans geworben werden, sehr stark schwanken. Hier muss jeder Werbetreibende selbst eine Antwort auf die Frage finden, was ihm ein Fan wert ist.

    4. Kommen wir nun noch zur härtesten Währung. Wie schlagen sich Social Media-Kampagnen im CPO-Vergleich? Nach meiner Erfahrung zum Teil sehr gut. Wir haben bei unterschiedlichsten Kunden und Kampagnen Social Media-Platzierungen von Lokalisten über wer-kennt-wen bis StudiVZ und Facebook, die sich im CPO durchaus mit anderen Display Platzierungen messen können – je nach Produkt sogar manchmal überdurchschnittlich gut abschneiden. Eine Detail-Studie hat jedoch ergeben, dass manchmal über Social Media ein deutlich geringerer Warenkorbwert ausgelöst wird, was an der zum Teil sehr jungen Nutzerschaft von StudiVZ und Facebook liegen mag.

    Übrigens kann man nicht davon ausgehen, dass die Menge der Facebook-User so groß ist, dass man jede erdenkliche Zielgruppe abbilden kann. So sucht man zum Beispiel junge Eltern mit Babys vergebens, wenn man mit entsprechenden Kriterien und Interessen versucht, diese Zielgruppe einzugrenzen. Die Fallzahlen sind so gering, dass man in der Woche ca. 50 Klicks erwarten könnte. Auch auf der Suche nach jungen Mädchen (unter 15 Jahren) mit Interesse an Pferden scheitert man an homöopathischen Fallzahlen.