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Klartext-Interview mit Anja Schüür-Langkau: “Improtheater und Journalismus haben viel gemeinsam.”

Mrz 20 2012

Anja Schüür-Langkau

Was ist Trading? Was hat Improtheater mit Journalismus gemeinsam? Und welche Branchenveranstaltungen darf man dieses Jahr auf keinen Fall versäumen? Anja Schüür-Langkau, langjährige Branchenexpertin und Chefredakteurin der Fachzeitschrift media spectrum, hat uns im Klartext-Interview geantwortet.

1. Frau Schüür-Langkau, was sind die größten Herausforderungen dieses Jahr in der Mediaplanung?

Mobile, Konvergenz und Werbewirkungsnachweise sind Themen, die die Branche die nächsten Jahre intensiv beschäftigen werden. Vor allem die intermedialen Werbewirkungsnachweise stecken noch in den Kinderschuhen. Hier haben die Medien gemeinsam mit Agenturen und Werbungtreibenden noch großen Forschungsbedarf.

2. Welche Online- oder Social Media-Kampagne ist Ihnen in den letzten sechs Monaten besonders aufgefallen? Warum?

Das YouTube-Video „VW The Dark Side“ von Greenpeace als Reaktion auf den zu Recht sehr erfolgreichen VW-Spot „Darth Vader“. Zum einen zeigt die Aktion eindrücklich, dass Unternehmen mit dem Kontrollverlust einfach leben müssen, und zum anderen hat Greenpeace sehr erfolgreich gezeigt, wie Social Media-Maßnahmen intelligent genutzt werden können.

3. Trading ist…

…der Ausverkauf qualitätsorientierter Mediaplanung.

4. Welche drei Branchenveranstaltungen – außer Ihrem eigenen Media & Marketingkongress – dürfen wir 2012 auf gar keinen Fall verpassen? Und warum?

Das Get Together der OWM-Fachtagung: die beste Veranstaltung, um Werbungtreibende in entspannter Atmosphäre zu treffen

Natürlich die dmexco: der inzwischen wichtigste Branchentreff der Online- und auch Offline-Welt

Research & Results: eine breite Informationsplattform über die Entwicklungen in der Marktforschung mit zunehmender Internationalisierung

5. Was sagt man als Printjournalistin den ganzen Digitalos, die dauernd posten „Print ist tot!“?

Diese vermeintliche Provokation ist ein Tiger ohne Zähne. Optik, Haptik und Qualität sind immer noch die wichtigsten Argumente für Print. Zudem sind die gedruckten Medien ein notwendiger Gegenpool zur flüchtigen Onlinewelt, entfalten ihre volle Markenwirkung zukünftig aber erst durch die geschickte Vernetzung mit Online.

6. Ihre Zeitschrift media spectrum, ein monatlich erscheinendes Fachzeitmagazin, hat eine Facebook-Fanpage. Welche Ziele verfolgen Sie damit?

Bei uns geht Qualität klar vor Quantität. Uns geht es nicht darum, schnell möglichst viele Fans zu haben, sondern über Facebook den Dialog zu unseren Lesern zu suchen. Für uns ist Facebook ein weiterer Kanal, um unsere Nutzer über relevante Marktthemen zu informieren und auf redaktionelle Highlights im Heft aufmerksam zu machen. Zudem nutzen wir Facebook zunehmend für die Themenrecherche.

7. Xing, Twitter, Facebook oder Google+? Wie sieht es mit Ihrer persönlichen Online Reputation aus, und wie viel Zeit nehmen Sie sich für die Pflege?

Persönlich nutze ich nicht alle Plattformen, sondern Xing und Facebook. Ich muss nicht überall sein, sondern lege Wert darauf, meine öffentliche Online-Präsenz zu steuern und zu gestalten. Ein täglicher abendlicher Blick auf Facebook und gelegentliche Posts gehören dazu. Xing nutze ich etwa einmal wöchentlich als Plattform, um Kontakte zu pflegen.

8. Google verdanken wir die Erkenntnis, dass Sie auch mal Improtheater gespielt haben. Machen Sie das noch, und kann man das als Journalistin auch beruflich nutzen?

Improtheaterspieler und Journalisten habe viel gemeinsam. Sie müssen ständig improvisieren, sich auf neue Themen einstellen, neugierig sein und schnell reagieren. Insofern ergänzen sich mein Hobby und mein Beruf hervorragend. Auch bei beruflichen Moderationen profitiere ich von meinen Erfahrungen auf der Improbühne. Ich spiele öffentlich zwei bis dreimal jährlich in einem Wiesbadener Impro-Ensemble und trete mit meiner eigenen Gruppe an Wochenenden gelegentlich im Rhein-Main Gebiet auf.

9. Sie haben in Berlin studiert, lange Jahre in Hamburg gearbeitet und leben jetzt in Wiesbaden. In welchen drei Städten würden Sie gerne noch leben?

London – wegen der pulsierenden Szene

Paris – wegen des Savoir Vivre

St. Peter Ording – wegen der Nordsee (die ich in Wiesbaden vermisse) und der guten Luft

 


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