mediascale - innovative medienvermarktung
Klartext!
  1. Bscheid gsagt – Folge 18: Customer Journey

    Jun 26 2012

    Die Customer Journey ist ein omnipräsentes Thema in der Onlinebranche – auch in der neuen Folge von “Bscheid gsagt”. Bis jetzt ist es noch keinem Anbieter gelungen, eine Technologie zu entwickeln, die in der Lage ist, die “Reise des Kunden” vom Erstkontakt bis zum Kaufabschluss kanalübergreifend und lückenlos zu analysieren. Wolfgang Bscheid, Geschäftsführer von mediascale, ist überzeugt, dass Agenturen und Vermarkter sich mehr Zeit für das Thema nehmen und eine neue Arbeitsmethodik entwickeln müssen. Dabei geht es nicht nur darum, wie viele Kontakte zum Kauf geführt haben, sondern vor allem darum, wie wirkungsvoll diese Kontakte waren. Warum man die verschiedenen Disziplinen bündeln sollte und welche Rolle ein konsequentes A/B-Testing spielt, erörtert das Videointerview.

    Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

     

  2. Einkaufen? Macht mein Handy für mich!

    Jun 20 2012

    Dominik Frings

    In schöner Regelmäßigkeit wiederholen sich ja die Dinge im Leben, so wie die Wanderung der Karibus oder das rätselhafte Paarungsverhalten der Pinguine. Eine der schönsten und am häufigsten zitierten Litaneien ist dabei der Durchbruch von M-Commerce. Um Ihnen eine kurze Einordnung zu geben: M-Commerce kam nach E-Commerce aber vor F-Commerce, wobei F-Commerce schon wieder totgesungen wird, während die Wiederauferstehungsfeierlichkeiten in geheimen Laboren des Silicon Valley bereits geplant werden. E-Commerce wiederum ist ein alter Hut und eigentlich genauso dinoresk wie Festnetztelefonie. M-Commerce ist also ein evolutionärer Zwischenschritt, der allerdings noch nicht den Durchbruch geschafft hat. Das kann aber nur eine Frage der Zeit sein, und die Prognosen für die Eroberung der Weltherrschaft reichen von gestern über morgen bis schau’n mer mal.

    In dieser verwirrenden Gemengelage erblickten meine überraschten Augen einen Artikel, wonach M-Commerce schon bald den E-Commerce überholen werde und schon heute letzterem ordentlich Marktanteile abjage. Dies ist eine erhellende Erkenntnis, welche zwar gut klingt, leider jedoch vollkommen unsinnig ist. Die erste Frage, die man sich in dem Zusammenhang stellen muss, ist, was denn überhaupt das M vom E unterscheidet? Ist es das Endgerät? Hier fangen die ersten Definitionsprobleme an. Viele zählen über Tablets generierte Bestellungen als M-Commerce. Ich selber verweigere mich ja noch iPad & Co., aber in meinem Bekanntenkreis hat im Grunde jeder eines. Beachtenswert dabei ist, dass die überwiegende Nutzung in heimischen Gefilden stattfindet und das eigene W-Lan anzapft. Bei aller Liebe, aber das ist für mich keine mobile Nutzung. Und auch wenn sich in Cafés, Flughäfen etc. allen Sicherheitsbedenken zum Trotz fleißig eingeloggt wird, so machen dies Tablets- wie Notebookbesitzer in trauter Eintracht.

    Bleibt das Smartphone als Quelle allen M-Commerces, welches sicherlich dank weitverbreiteter Apps durchaus in einigen Bereichen einen beachtlichen Umsatz erzielen kann. Wenn es aber nur um den Umsatz geht, ist M-Commerce lediglich eine Ausprägung von E-Commerce und kann diesem keine Anteile abjagen. Genauso sinnhaft wären Sätze wie „Kreditkarten jagen Barzahlern Umsätze ab“ oder „Polen und Ukraine, diese zwei Fußballnationen müssen Sie sich merken“. Und dann sei noch die Anmerkung gestattet, dass sich einfache Produkte mit niedrigem Individualisierungsgrad durchaus einfach mobil kaufen lassen. Hier mal eine Fußballwette abgeben, dort mal ein Buch bestellen, sind Dinge, die von einem kleinen Display nicht aufgehalten werden. Bei Abschlüssen mit langwierigen Vertragslaufzeiten oder bei größeren und komplexeren Produkten dürfte die Scheu da schon größer werden. Durchaus keine bloße Utopie mehr ist eine zunehmende Verkehrung des ROPO-Prinzips. Wurde bis dato in vielen Fällen online informiert und offline gekauft, dürfte die Smartphonisierung durchaus gegenteilige Effekte zur Folge haben. Ein Beispiel: Man geht in ein Modegeschäft, probiert die begehrten Kleidungsstücke an, und wenn dann Größe etc. bekannt sind, bestellt man sich den schicken Fummel online für 10 Prozent günstiger. In dem Fall jagt M-Commerce dem stationären Handel dann tatsächlich Anteile ab bzw. schmälert dessen Renditen, denn umgekehrt können Kunden natürlich auch den Händler mit den günstigeren Onlinepreisen konfrontieren und in eine freudige Rabattdiskussion treten.

    So sind wir dann zu guter Letzt bei den Bezahlformen. Hier wird häufig „Near Field Communication“ (NFC) ins Rennen geworfen. Allerdings reden wir dabei über ein rein technisches Verfahren und sind wieder beim Bild der Kreditkarten (übrigens inzwischen auch NFC-fähig) und Barzahlern. Ob eine neue technische Bezahlform nun als Revolution gefeiert werden sollte, ist fraglich. Und ob man nun jede Funktionalität nutzen muss, nur weil es sie gibt, ebenfalls. Denn mit jedem Schritt in Richtung Bequemlichkeit wächst auch die Gefahr sowie die Abhängigkeit. Was passiert, wenn die technischen Geräte mal nicht funktionieren, durften wir heute Morgen bei einem lustigen Serverausfall erleben. Die Schreibtische sind nun jedenfalls aufgeräumt, und ich habe mir über mein Handy noch schnell ein Fußballtrikot bestellt. Es lebe der EM-Commerce!

  3. Und schon wieder Neues von Facebook

    Jun 14 2012

    Agnes Ley

    Mein letzter Blogartikel zu Facebook ist noch gar nicht lange her, und schon ist alles wieder veraltet. Ich bin mir sicher, dass auch die Infos, die ich hier und heute als News schreibe, in wenigen Tagen nicht mehr up to date sind – aber nichts desto weniger sind die aktuellen Änderungen es durchaus wert, einen Blick darauf zu werfen:

    1. Handlungen:

    Bei den Reports von Like-Ads, Sponsored Stories und Page Post Anzeigen gibt es seit neuestem auch „Handlungen“ als Wert, der ausgewiesen wird. Dieser Wert ist nicht gleichzusetzen mit Fans. Aber die Anzahl, der über die Anzeige generierten Fans, ist ein Teil der Handlungen. Darüber hinaus werden noch folgende Parameter mit in die Handlungen rein gerechnet: Seitenbeitrag Gefällt mir, Geteilte Seitenbeiträge und Kommentare zu Seitenbeiträgen. Die Summe dieser vier Aktionen wird dann als “Handlungen” ausgewiesen. Ob man diese neue Kennzahl nun wirklich für die Bewertung einer Ad heranziehen möchte, halte ich für fragwürdig. Wobei es sicherlich auf die Zielsetzung der Kampagne ankommt. Wenn mir eine Beschäftigung mit den Inhalten, ein Kommentieren etc. genauso wichtig ist wie ein Fan, dann kann man Handlungen heranziehen – aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich nicht um Unique Handlungen handelt. Wird also ein und derselbe User Fan und kommentiert gleichzeitig, so verursacht er zwei Handlungen.

    2. Buchung von Anzeigen im Newsfeed:

    Im letzten Blogartikel gings noch nicht – aber jetzt funktionierts: Man kann Ads direkt im Newsfeed einbuchen. Die Funktion ist aktuell noch nicht über das normale AdTool von Facebook buchbar, aber man kann sich z.B. mit dem Facebook Power Editor behelfen.

    Facebook Power Editor

    Wie das Bild schon zeigt, lässt sich auswählen, ob man die Ad auch bzw. nur in der mobilen Version aussteuern will. Nach wie vor aktuell ist aber, dass diese Buchungsoption nur bei Sponsored Stories möglich ist. Das Buchen dieser Ad unterliegt dem normalen Bidding-Mechanismus und ist auf CPC-Basis möglich - allerdings empfiehlt Facebook, das Bidding höher als gewöhnlich anzusetzen, wenn man ausschließlich auf diese Position bietet und nur dort ausgeliefert werden möchte. Stellt man so eine Anzeige im Power Editor ein, bekommt man immer eine Bidding-Empfehlung vom Tool. Aktuell ist es so, dass sich das vorgeschlagene Bidding nicht ändert, wenn man die Option der Anzeige im Newsfeed aktiviert. Wie sich die Ergebnisse in der Realität gestalten, bleibt abzuwarten.

    3. Promoted Posts:

    Hierbei handelt es sich um ein neues Produkt, das es aktuell wohl nur in den USA gibt und in Deutschland noch nicht gebucht werden kann. Normalerweise setzte man einen neuen Post im Profil ab und kann nicht weiter beeinflussen, wie viele der mit dem Profil befreundeten User diesen Post auch wirklich sehen. Der Promoted Post hilft, die Reichweite des Posts innerhalb der eigenen Fans in einem Zeitraum von drei Tagen durch Bezahlung auszudehnen, also eine klassiche Nettoreichweitenoptimierung. Darüber hinaus kann man auch die Freunde von Fans erreichen. Promoted Posts erscheinen für die Fans als Sponsored Story im Newsfeed. Beschäftigt sich ein Fan nun durch Kommentieren, Teilen etc. mit dem Post, so sehen dies auch seine Freunde. Wie viel Reichweite man genau haben möchte, kann über das Budget gesteuert werden.

    Promoted Post: Steuerung über Budget

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Und so sieht ein Promoted Post dann aus – identisch zu einer Sponsored Story:

    Promoted Post

    Promoted Post

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Sinn macht so ein Promoted Post sicherlich für alle Profile, die genau wissen, dass sie mit ihren Fans guten Umsatz machen und für die es eine Bereicherung ist, dass möglichst viele der bereits generierten Fans den Post lesen. Diese Werbeform hilft nur sehr bedingt, neue Fans zu generieren und unbekannte User auf die Angebote aufmerksam zu machen. Mal sehen, wann diese Werbeform auch in Deutschland buchbar sein wird.

    Die neuesten Meldungen heute Morgen besagen übrigens, dass Facebook nun auch ins Real Time Bidding einsteigen will. Ich bin mir sicher: Alles bleibt anders, und es gibt bestimmt bald wieder News von mir an dieser Stelle :-)

  4. Bscheid gsagt – Folge 17: Bong TV, der Videorekorder für die Hosentasche

    Jun 12 2012

    mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid hat in der neuen Folge seines Videoblogs “Bscheid gsagt” einen Tipp für alle Männer, die – so wie er – den Kampf um die Fernbedienung im heimischen Wohnzimmer verloren haben: Bong-TV, der Videorekorder für die Hosentasche.

    Mit der App (als Cloud Service) ist es möglich, sich ohne zusätzliche Hardware deutsche TV Sendungen und Filme seiner Wahl in höchster Qualität aufzuzeichnen und diese auf Tablet oder Smartphone in verschiedenen Auflösungen anzusehen, wann und wo immer man will. In kleinerem Rahmen kostenfrei und kostenpflichtig bei größerem Speicherplatz.

     

    Weitere Folgen von Bscheid gsagt, beispielsweise über Apple- und Google-TV, gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

  5. Wetten, dass Argentinien niemals Europameister wird?

    Jun 06 2012

    Dominik Frings

    „Jetzt mitmachen und ein iPad, einen Flachbildfernseher, eine Snackbox, Orion-Gutscheine und vieles vieles mehr gewinnen.” „Wer macht mit bei unserem Tippspiel? Für 2€ Einsatz seid ihr dabei und der Gewinner takes it all.“ So oder ähnlich hallt es durch die Postfachkorridore aller Orten und man kann sich dem Tipprausch eigentlich nicht entziehen. Mich wundert es in dem Zusammenhang, dass es noch keine Hochrechnung über den durch Tipprunden verursachten volkswirtschaftlichen Schaden gibt. Irgendwo in diesem Land der albernen Statistiken muss es doch einen gelangweilten Wissenschaftler geben, der den Abakus mal glühen lässt und uns eine wunderliche Geldsumme präsentiert.

    Natürlich bin auch ich vom Virus erfasst und habe schon fleißig bei Vermarkter A, Bürorunde B und Freundeskreis C die Vorrunde durchgetippt. Was, dass sollte man nicht? Man muss doch erst mal abwarten, wie sich die ersten Spiele entwickeln? UNSINN sage ich! Denn am Ende gewinnen bei großen Turnieren meistens Frauen und deren System ist – vorsichtig ausgedrückt – nicht von Wissenschaft und (Fußball-)Sachverstand geprägt. Im Gegenteil! Die weibliche Überlegenheit beruht darauf, dass sie sich von Logik nicht aufhalten lässt. Während unsereins noch langwierig überlegt, ob die polnischen Bundesligaspieler mit dem Heimvorteil im Rücken der überalterten hellenischen Schuldenarmee den angerührten Beton weich schießen, reicht für eine Frau ein Blick auf das Mannschaftsfoto, um zielsicher zu entscheiden: Die Griechen werden gewinnen! Auf die Frage nach dem “Warum” folgt dann die ehrliche wie verblüffende Antwort: Na weil sie besser aussehen, die schöneren Trikots haben und weil es denen doch eh gerade so schlecht geht. Aber in den nächsten Spielen darf dann ruhig Polen gewinnen, weil sie ja zu Hause spielen und – sie ahnen, was kommt – die Russen und Tschechen hässliche Trikots haben. Tja Männer, es ist traurig, aber wahr: Wir werden keine Chance haben, weil Fifa-Weltrangliste, statistische Direktvergleiche und Ergebnisse aus den Qualifikationsrunden häufig in einem Turnier nichts mehr wert sind. Warum erzähle ich Ihnen das alles? Es sind zwei Grundprobleme unserer Zeit, die hier ihre hässliche Fratze offenbaren:

    1. Wenn alle das Gleiche (hier Tippspiel) anbieten, wird es irgendwann undurchsichtig und nicht mehr differenzierbar. Der Nutzen für einen Vermarkter reduziert sich massiv, da man die Gewinne ja nicht mehr mit ihm in Verbindung bringt. Und bei allem Spieltrieb und Altruismus ist es ja schon die Intention, den ein oder anderen Marktpartner zu beglücken, der es dann hoffentlich in der Folge mit Sympathie heimzahlt. Das ließe sich aber auch auf viele andere Bereiche projizieren, wobei es weniger um den Zusammenhang Sympathie und Geld geht, sondern vielmehr um Verständnis und Durchsichtigkeit. Nehmen Sie die Vielzahl an Trading-Plattformen, die aus dem Boden schießen. Oder die Unmengen an neuen Social Media Angeboten/Agenturen. Irgendwann kann doch keiner mehr sagen, wer sich genau wie differenziert und was überhaupt das Herausragende an einer angebotenen Leistung ist. Genauso schwer fällt es zu beurteilen, ob hier nicht der ein oder andere ein Produkt mit einem Geschäftsmodell verwechselt.

    2. Die Vorhersagbarkeit von Ereignissen auf Datenbasis der Vergangenheit ist häufig ein tönernes Konstrukt. Natürlich ist Erfahrung wichtig und die Kenntnis der  Geschichte war selten kontraproduktiv. Dennoch darf man sich nicht alleine hierauf verlassen. Das wird in der Wirtschaft genauso häufig übersehen, wie bei einer EM-Endrunde. Wenn die Börse eine Entwicklung vorwegnimmt, ist das eine Falschaussage. Sie reagiert auf historische Daten und antizipiert eine Entwicklung, die sie gegebenenfalls selber durch einen Ausschlag nach oben/unten fördert oder konterkariert. Vorhersagen kann das Billiarden-Orakel aber noch nicht mal das Wetter der kommenden zwei Stunden. Selbiges gilt auch für Mediakampagnen. Bis zu einem gewissen Grad sind die Kampagnen auf Basis von (Media-)Studien planbar und es wäre töricht, die Instrumente nicht zu nutzen, die hierfür vorhanden sind. Ein blindes Vertrauen darauf führt aber auch auf den falschen Weg. Und häufig ist die Intuition (weibliche wie männliche) ein hilfreicher Wegbegleiter, der die Ergebnisse einordnen kann – sofern die Intuition wiederum auf einem gewissen Erfahrungsschatz aufbaut. Ein Eskimo wird sehr gut das Wetter am Nordpol, nicht aber die Conversionentwicklung einer Kampagne einschätzen können. Wobei eine Ausnahme gibt es natürlich doch: An der Börse kann man im Grunde vollkommen bar jeder Ahnung agieren, denn hier regiert posthum immer noch Herr Laplace.

    In diesem Sinne wünsche ich eine schöne Europameisterschaft. Ich selbst habe mich sicherheitshalber nach jedem (möglichen) Spieltag der Deutschen in Erwartung (!) einer schweren physischen Disharmonie im Voraus krankschreiben lassen und die Voodoo-Puppe mit dem orangefarbenen Trikot auf dem Fernseher positioniert. Es kann also losgehen!