Sind Sie Teil der Werbeindustrie? Dann kennen Sie das: Erzählt man, was beruflich das tägliche Schnitzel sichert, fallen folgende Sätze so gut wie immer: (Online-)Werbung? Die ignoriere ich. Banner? Habe ich noch nie drauf geklickt! TV-Werbung? Schalte ich weg!
Werbung ist halt ein Thema, zu dem niemand stehen möchte und reiht sich ein in eine Vielzahl von Themen, die man am liebsten verdrängt: Umweltverschmutzung? Machen andere – und ab geht es mit dem Urlaubsflieger auf die CO2-Antillen. Würden offiziöse Meinungsäußerungen auch nur ansatzweise zutreffen, wäre die Erotikindustrie von sehr überschaubarer Größe und das TV-Programm hätte wieder Niveau. Dass es nicht so ist, können Sie auf RTL2 eindrucksvoll mit ihrer getauschten Frau bestaunen.
Die Steigerung des Gutmenschen ist der Realitätsignorant, der z.B. ein öffentliches Nahverkehrssystem mit 24-Stunden-Beförderungsgarantie wünscht, jedoch nicht bereit ist ein Ticket zu kaufen. Ein O-Ton, den ich live erleben durfte: „Ich hasse Schaffner und würde nie regulär zahlen. Die Bahn kommt ja auch eh immer zu spät.“ Der Sinngehalt einer solchen Aussage lässt sich in einer Amöbe spielend unterbringen. Gleiches gilt für die Kollegen, die freudestrahlend erzählen, dass sie nunmehr Werbung via Adblocker unterdrücken, was ohnehin viel besser sei und das Internet besser macht.
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