mediascale - innovative medienvermarktung
Klartext!
  1. Plädoyer für ein Affiliate Audit

    Dez 15 2010

    Taskin Erdem

    Affiliate Marketing hat in den letzten Jahren immer mehr Advertisern viel Umsatz beschert und gewinnt dadurch stetig an Popularität. Nicht zuletzt, weil es ein Vertriebskanal ist, der erfolgsbasiert abgerechnet wird und sich das Risiko somit in Grenzen hält. Allerdings gibt es durchaus negative Begleiterscheinungen, die dem Betreiber von Partnerprogrammen gar nicht bekannt sind oder aber zu spät erkannt werden.

    Neben einer genauen Kontrolle, was eigentlich Affiliates für einen Advertiser erledigen, stellen sich Unternehmen natürlich auch die Frage, was “ihre” Agentur konkret macht bzw. ob sie das macht, was die Advertiser brauchen. Eine berechtigte Frage, bedenkt man, dass die Betreuung eines Affiliate-Programms oder einer Affiliate-Kampagne durch eine Agentur ebenfalls meist erfolgsbasiert abgerechnet wird. So liegt es nahe, dass auch Agenturen davon profitieren, bestimmte Vorgänge intransparent zu halten, mal ein Auge zuzudrücken, wenn zu viel vergütet wird, bestimmte Affiliates bevorzugt zu behandeln und anderes mehr. Gelegentlich in ein schlechtes Licht gerückt wird die gesamte Affiliate-Branche auch durch  Mehrfachvergütungen, Cookie-Dropping, unzureichende Validierung, Ad Hijacking oder unprofessionelles Handling.

    Gegen die schwarzen Schafe im Markt haben gut zwei Dutzend Affiliate-Netzwerke, Publisher und Agenturen im Februar 2009 eine Selbstverpflichtung, den sogenannten Code-of-Conduct, unterzeichnet. mediascale gehört nicht zu den Unterzeichnern. Auch weil der Code of Conduct es bisher nicht geschafft hat, für mehr Verlässlichkeit bei den Advertisern zu sorgen und mehr Sicherheit für Werbekunden zu bieten.

    Statt einer schlecht oder gar nicht zu kontrollierenden Selbstverpflichtung arbeiten wir an einer aus dem klassischen Marketing kommenden Lösung: dem externen Auditing.

    Unserer Meinung nach können wir mit dieser Form der Qualitätskontrolle die Leistung, Ernsthaftigkeit, Professionalität und Notwendigkeit des Affiliate Marketings unter Beweis stellen. Ein professionelles, unabhängiges Affiliate-Audit kann nicht nur die Betreuung des Kunden durch ein Agenturteam überprüfen, sondern auch das Affiliate-Marketing nachhaltig und langfristig vom Schmuddelimage befreien.

    Wie stellen wir uns das genau vor? Es besteht bereits eine Vereinbarung zwischen dem Advertiser und der betreuenden Agentur. Nun wird eine unabhängige Auditing-Gesellschaft damit beauftragt, alle Bestandteile des Vertrages und somit sämtliche Leistungen unangemeldet, dafür aber regelmäßig zu kontrollieren. Dies hat zur Folge, dass Unternehmen sicher sein können, vernünftig betreut zu werden. Und Agenturen können nun sogar beweisen, dass ihre Leistungen nicht hinterfragt, sondern honoriert werden sollten. Aber auch Verstöße und Unregelmäßigkeiten werden so entdeckt. Durch den Einsatz einer unabhängigen dritten Partei als Auditor ist die Glaubwürdigkeit gewährleistet.

    mediascale führt derzeit schon Gespräche mit Auditing-Anbietern und fährt 2011 erste Testreihen.  Natürlich würden wir es begrüßen, wenn sich auch andere Teilnehmer des Affiliate -Marktes sich an dieser Initiative beteiligen. Wir möchten sie herzlich dazu einladen und freuen uns auf Feedback.

  2. Weihnachtswahnsinn: mediascale unter Beschuß

    Dez 09 2010
    Agnes Ley

    Agnes Ley

    Liebe Weihnachtsgeplagte,

    allerorten hört man derzeit fast identisches Wehklagen – noch so viel Arbeit vor Weihnachten, na klar, Geschenke muss ich auch noch kaufen, puh Plätzchen backen … diese Liste liesse sich nun  beliebig fortsetzen. Jedes Jahr nehme ich mir vor, die Weihnachtszeit im nächsten Jahr endlich mal geniessen zu können, weniger Termine zu machen, mich nicht hetzen zu lassen und es wirklich besinnlich angehen zu lassen. Und diese Jahr war ich wirklich auf einem guten Weg!

    Doch unverhofft kommt oft: Plötzlich taucht aus verstaubten Schubladen noch Budget auf, das dringend noch in diesem Jahr ausgegeben werden muss. Dies wiederum ist aber gar nicht so leicht. Zumindest, wenn es auch sinnvoll und nicht völlig blindlings (ohne auf die Performance zu achten) ausgegeben werden soll. Denn in diesem Jahr waren die Verfügbarkeiten bei vielen Vermarktern wirklich sehr knapp – und Anfragen waren oft vergebens.

    Mittlerweile sind auch die letzten Kröten für dieses Jahr verplant. Und schon geht es weiter mit guten Vorsätzen für 2011: Vielleicht schaffen wir es ja im kommenden Jahr mit einer ruhigen Weihnachtszeit?  Darum mein Aufruf: Liebe Kunden, verstecken Sie keine Geldsäcke in Budgetnischen, die Sie erst nächsten Dezember wieder finden! Als hilfreiche Strategie empfehle ich Jahresvereinbarungen bei den wichtigsten Umfeldern, die auch in Q4 ein entsprechendes Kontingent zu guten Preisen sichern. Dabei unterstützen wir Sie gerne.

    Und als kleine Auszeit vom Weihnachtswahnisnn möchte ich Ihnen noch unser Weihnachtsspiel empfehlen. Wie immer in der hektischen “staden Zeit” steht mediascale mächtig unter Beschuß. Klicken Sie was das Zeug hält und knacken Sie den Rekord - gleich hier auf unserer Website. Viel Spaß!

  3. Memo an mich: Weihnachtsgeschenke für den Onliner

    Dez 07 2010
    Tobias Wegmann

    Tobias Wegmann

    Die Vorweihnachtszeit ist für uns Internetmenschen alles andere als besinnlich. Ist sie doch die arbeitsintensivste Phase des ganzen Jahrs und noch dazu, dank der unausweichlichen Weihnachtsfeiern mit Allen und Jedem, ein harter Stoffwechselstresstest. Da bleibt nur wenig Muße, sich um nützliche und beschauliche Dinge Gedanken zu machen, die den Weg ins neue Jahr angenehm pflastern. Wir wollen helfen und veröffentlichen deshalb unsere ultimative Lieblingsgeschenk-Liste Weihnachten 2010:

    1. Der Wikileaks-Stift

    Aus unserer Sicht der absolute Hit der Saison. Der Smartpen digitalisiert nicht nur handschriftlichen Aufzeichnungen beim Schreiben, sondern kann darüber hinaus Ton aufnehmen und diesen dann passgenau zu den Notizen wieder abspielen. Wir freuen uns schon darauf, die Höhepunkte schwieriger Meetings jetzt öfter im Originalton nochmals nacherleben zu dürfen.

    2. Mal wieder ein gutes Blog lesen

    Exchangewire behandelt interessante Themen, hat gut informierte Schreiber und kaut nicht nur Infos wieder, die man an anderer Stelle schon mehrfach gelesen hat.

    3. Einfach mal abmelden

    Gönnen Sie sich doch mal eine halbe Stunde Zeit und durchfosten Ihren Posteingang, um alle Newsletter abzubestellen, die Sie sowieso fast nie lesen. Wir kamen auf die stattliche Zahl von 41 Abmeldungen und haben auch noch einige RSS-Feeds dem Orkus übergeben. Und da Sie in Zukunft wesentlich weniger Zeit brauchen werden, um ungelesene Mails zu löschen, können Sie diese gleich sinnvoll investieren. Freunden Sie sich doch schon einmal mit dem Thema Ad Verification an. Denn dieses wird unter Garantie eines der Huftiere sein, die 2011 mit lauten Begleitgeräuschen durchs Onlinedorf getrieben werden.

    In diesem Sinne: Klartext wünscht eine schöne Adventsszeit.

    P.S.: Sollten Sie Ihren Rechner zuhause gemeinsam mit Ihren Lieben nutzen, so aktivieren Sie zum Weihnachtsshopping am besten den Pornomodus des Browsers. Falls Sie das unterlassen, bestehen gute Chancen, dass die Lebensabschnittsgefährtin das online bestellte Nachtwams oder der Gatte das edle Schuhwerk bereits vor dem Auspacken auf vielen Retargeting-Bannern bewundern darf.

  4. Dummer Paket Dienst

    Dez 02 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Kennen Sie den “Dummen Paket Dienst”? Nun, dann wird es aber Zeit, denn der wird gerade in der Weihnachtszeit auch ihre Post transportieren. Und da kann es schon mal Scherben geben. Dies ist vor allem dann wahrscheinlich, wenn ihr Geschenk a) zerbrechlich ist und b) der gute Herr vom Paketservice mit der fragilen Fracht so umgeht, wie er Auto fährt. Auf den Punkt gebracht, lässt sich festhalten: Man kann bar jedweder Bildung und räumlichen Vorstellungsvermögens versuchen, einen gefühlt 2,50 Meter hohen Mercedes Sprinter  in eine Tiefgarage zu stopfen. Es wird einem aber von keinem Gesetz der Welt (noch nicht mal von einem amerikanischen Bundesgesetz) vorgeschrieben, und man ist folglich nicht dazu verpflichtet. Es gibt natürlich auch Grenzgänger, die bewußt die Gefahr suchen und nicht eher ruhen, bis das Kind in den Brunnen gefallen und der Bus durch das Tor gefahren ist.

    IMG00030-20101129-1217

    Immerhin stellte sich eine gewisse Selbsterkenntnis ein, als das Schild “Haus der Kommunikation” in ein “Haus der Karamboulage” umfunktioniert wurde. Nachteilig für unseren Bruchpiloten wirkte sich allerdings die Wetterlage aus, denn Gefrierfachtemperatur + Niederschlag ergibt Schnee, der plattgefahren gerne den Aggregatszustand “eisig” annimmt. Somit  lässt sich der träge Lastenesel auch nicht mehr wie geschnitten Brot aus der misslichen Lage bugsieren.

    Nach einer 30-minütigen Blockade der Tiefgarage, einer Streueinlage unserer fassungslosen Hausmeister und einigen Beinahe-Kollisionen mit dem Tor, konnte der Drahtseilakt aber letztlich noch glimpflich beendet werden. Übrig bleiben eine Rechnung der Firma Serviceplan für ein neues Schild (war aber eh nicht mehr CI-konform) und natürlich die Rechnung der Firma mediascale:

    Arbeitsausfall für ca. 15 gaffende Mitarbeiter für rund 20 min: 500€ pauschal

    Scheibenreinigung zur Beseitigung der Nasenabdrücke: 50€ pauschal

    Einmal richtig in die Scheiße reiten und zurück: unbezahlbar!

  5. Profilierung in Newslettern – Erntedankfest (Teil 2)

    Nov 30 2010
    Alexander Emmendoerfer

    Alexander Emmendoerfer

    Es hört sich an wie der Traum eines jeden Marketingverantwortlichen: Jeder Interessent sagt mir, was er will, und ich mache jedem ein Angebot genau passend zu seinen individuellen Bedürfnissen. Im Tante Emma Laden um die Ecke sicherlich schnell umgesetzt, aber wie schaffe ich das mit 500.000 Newsletterempfängern? Oder anders gesagt: Wie ernte ich jetzt die Früchte der Profilierung?

    Im ersten Teil ging es darum, wie und zu welchen Gelegenheiten man ein Profil für die Empfänger von Newsletter-Kommunikation am besten generiert. Im zweiten Teil wenden wir uns nun der Fragestellung zu, wie man die Profilinformationen nutzen kann und welche Herausforderungen es hierbei zu lösen gilt.

    Zu Frage zwei: Wie nutzt man eine Profilierung für eine effizientere und relevantere Newsletter-Kommunikation?

    In der Regel ist die zentrale Herausforderung zweigeteilt.  Denn sie hat sowohl eine technische, als auch eine konzeptionelle Seite.

    Technisch dreht es sich vor allem darum, für die unterschiedlichen Informationswünsche der Newsletter-Abonnenten die entsprechenden Informationen bzw. Angebote überhaupt parat zu haben und sie im Newsletter anzeigen zu können. Konventionelle E-Mail-Tools versagen an dieser Stelle, denn eine Vielzahl von Produkten kann dort nicht dynamisch integriert werden. Im Beispiel des Reiseportals aus dem ersten Teil dieses Artikels müssen zum Beispiel über 1000 tagesaktuelle Angebote jeden Tag gesammelt und für eine Integration aufbereitet werden. Das bedeutet in der Regel, dass man externe Datenbanken und Schnittstellen benötigt, um alle passenden Angebote überhaupt verfügbar halten zu können. Wir lösen dies mit einem eigenen „Dynamischen-Newsletter-Tool“, das über Schnittstellen tief ins Back-End des jeweiligen Kunden eingreift, sich von dort für alle denkbaren Wünsche die entsprechenden Informationen oder Angebote holt, danach grafisch zusammensetzt, und dann dem E-Mail-Tool entsprechend der Profilinformation eines einzelnen Empfängers passend bereitstellt.

    Da dies technisch erst zum Zeitpunkt des Öffnens des Newsletters erfolgt, entsteht ein angenehmer Nebeneffekt: Wenn gewünscht, sind im Newsletter nur tatsächlich verfügbare Angebote enthalten, obwohl der Mailversand vielleicht schon einige Tage vorher erfolgt ist. Ein unschlagbarer Vorteil, wenn zum Beispiel bei Schuhen eine entsprechende Größe schnell vergriffen sein kann und man nicht ständig enttäuschte Interessenten haben möchte.

    Voraussetzung für eine dynamische Angebotserstellung ist natürlich, dass zu jedem relevanten Angebot alle notwendigen Informationen, Preise, Bilder usw. vorliegen. Besonders bezüglich des Bildmaterials ist dies nicht immer selbstverständlich. In einigen Fällen, zum Beispiel für die Branchen Reise und Telekommunikation, halten wir inzwischen eigene externe Bilddatenbanken vor, um Angebote auch entsprechend bebildern zu können.

    Konzeptionell hängen praktisch alle Herausforderungen mit der Automatisierung einer profilorientierten Newsletter-Kommunikation zusammen. Ohne Automatisierung keine dynamische Angebotserstellung. Und ohne dynamische Angebotserstellung keine individuellen Angebote. Denn niemand kann für jeden Interessenten von Hand einzelne Angebote zusammenstellen.

    Sicherlich kann sich jeder gut vorstellen, dass beispielsweise der Entscheidungsprozess, welche drei Damenmäntel in einem aktuellen Newsletter gezeigt werden sollen, relativ komplex ist. Egal, ob dies bewusst oder unbewusst geschieht. Die Frage ist nur, ob und wenn ja, nach welcher Regel sich dies automatisiert abbilden lässt? Sollen die drei billigsten Mäntel angezeigt werden? Die drei beliebtesten? Die drei neuesten? Oder die drei renditestärksten? Keine dieser Regeln ist für sich betrachtet auch nur annähernd in der Lage, befriedigende Ergebnisse zu liefern. Die Kunst liegt in der Kombination. Nach unseren Erfahrungen sind mehrere, aufeinander folgende Abfragen dieser Art sogar in schwierigeren Umfeldern wie Mode durch aus in der Lage, sinnvolle Ergebnisse zu liefern.

    Aber auch wenn die Produktauswahl sachlich richtig ist, sind manchmal nicht alle Probleme gelöst. Nur weil ein Damenmantel für sich alleine betrachtet schön aussieht, muss das für denselben Damenmantel in einer Reihe mit zwei weiteren Damenmänteln im Newsletter nicht gelten. Und da Newsletter bei weitem nicht so ein flüchtiges Werbemedium sind wie zum Beispiel Banner, sind hier Darstellungsprobleme auch bei weitem nicht so trivial wie bei anderen Medien. In der Regel stehen aber im Back-End sogenannte “Shopmerkmale” zur Verfügung, die helfen die Auswahl sinnvoll einzuschränken und Grundfehler zu vermeiden.

    Unsere Erfahrungen zeigen – wie schon im ersten Teil dieses Blogs angedeutet – fast immer eines: Nicht eine Vielzahl von Profileigenschaften führt zum Erfolg, sondern wenige, sinnvoll ausgesuchte Wahlmöglichkeiten. Und diese wenigen Eigenschaften müssen dann mit weiteren Merkmalen kombiniert werden, um relevante und sinnvolle Angebote für Newsletter zu erhalten. Ein Kriterium wie “Farbe” bei Mode, oder “Dauer” bei Reise wird niemals eine sinnvolle Abfrage für eine Profilierung sein, kann aber enorm helfen, eine Angebotsauswahl und -darstellung sinnvoll und richtig aussehen zu lassen.

    Leider ist es an dieser Stelle nicht mal annähernd möglich, das Thema Profilierung in Newslettern umfassend darzustellen, aber eine Bemerkung muss zum Schluss noch sein: Der Profilierung gehört eindeutig die Zukunft, und sie lohnt sich bereits heute in immer mehr Fällen. Viele Marketingverantwortliche haben sicher grundsätzlich schon dann ein besseres Gefühl, wenn sie Interessenten passendere Informationen oder Angebote anbieten können, ohne dass gleich monetäre Interessen das vorrangige Ziel dabei wären. Aber auch in einer harten Cost per Order-Betrachtung schneiden alle unsere profilbasierten Newsletter dramatisch besser ab als ohne Profilierung.

    Ich denke, diese Ernte kann man doch mal mit einem Dankesfest feiern! Und wann immer Sie möchten, feiern Sie mit ;-)

  6. Marketing On Tourette

    Nov 25 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Mit einer Kollegin durfte ich mir vergangene Woche eine Fortbildungsreihe in München zu Gemüte führen. Die heutige Blogüberschrift unterscheidet sich nur wenig vom Titel der Veranstaltung. Wie nicht anders zu erwarten war, bot der Tag Licht und Schatten. Das Erheiternde sei hier zuerst erwähnt, schließlich heißt der Veranstalter dieser Tournee “Smile”.  Da die dunkle Seite um einiges humoriger zu beschreiben ist, hebe ich sie mir noch ein wenig auf.  Ich kündige dies absichtlich so deutlich an, damit Sie auch wirklich bis zum Ende lesen und nicht nur wieder die ersten Zeilen überfliegen und danach zu den Boulevardseiten mit den Klickstrecken aus dem Hause Axel Springer o.ä. wechseln.

    Ein Lichtblick war, dass die Mischung der Vorträge in Bezug auf ihren Anspruch sehr gelungen war. Bei vielen Basics beschäftigt man sich ja als Zuhörer naturgemäß eher mit dem Blackberry. Aber dieses Mal waren viele Informationen dabei, die mir so – zum Beispiel aus dem Bereich Newsletter-Marketing – nicht bekannt waren. Vor allem Norbert Rom von Adrom möchte ich hervorheben, der u.a. sehr anschaulich über Spam-Traps und Adress-Sabotage referierte. Auch Themen wie Webcontrolling, die einen als Agentur nicht unbedingt betreffen, wurden sehr kurzweilig präsentiert. Da die Themen in Blöcken vorgestellt wurden, ergaben sich lustige Konstellationen. So berichtete Mitbewerber X vor Konkurrent Y, und es waren nicht immer zwangsläufig die gleichen Zahlen, die sich an die Wand beamten. Die Spamquote aller verschickten Mails schwankt somit zwischen 87 und 97 Prozent; aber letzten Endes macht das den Junk-Ordner auch nicht mehr fett.

    Kommen wir nun zu den Kuriositäten der Veranstaltung: Der Hauptpreis geht nicht an einen speziellen Referenten, zu viele standen zur Auswahl. Man hätte bedenkenlos einen Preis vergeben können für die überflüssigsten Umschreibungen und Handlungsempfehlungen. Da war die Dame, die vom „Social Butterfly“ sprach, der ja ein besonders wichtiger Multiplikor sei und gleichzeitig deckungsgleich mit dem „Social Botschafter“ oder dem „Social Hub“. Bei so viel Neologismus und Expedition ins Tierreich hätte ich den „Social Rammler“ oder aber die „Social Eintagsfliege“ noch vorschlagen wollen. Auch wurde uns gefühlte 125 Mal erklärt, dass man „testen“, „testen“, „testen“ solle, worauf von alleine vermutlich keiner gekommen wäre.

    Ungeschlagen bleibt aber der Moderator des illustren Präsentationszirkels. Dieser schaffte es mit seiner einfühlsamen Art sofort, das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Gleich zu Beginn hob er hervor, wie scheiße das Wetter in München doch sei und dass er sich glücklich schätze, hier nicht mehr wohnen zu müssen, weil Hamburg ja sowieso viel schöner sei. Damit war die Nord-Süd-Verbrüderung gelungen. Wenn die Kollegen in Korea über so viel Diplomatie verfügten, bräuchten sie keine Granaten, sondern Wattebäuschchen. Während der Veranstaltung bezeichnete der Diskussionsleiter dann das Publikum als trägen Haufen, was er daran festmachte, dass sich einem nach einem Vortrag, der nicht unbedingt Spannung im Konzentrat geboten hatte, keine Fragen aufdrängten. Abgerundet hat der Moderator den Tag mit seiner Expertise zu Social Media: Man könne sich vor, in oder hinter den Zug werfen, und momentan habe er das Gefühl, die meisten würden sich erfrischend vor den Zug werfen. Schön, wenn man mitten in der Novemberdepression die Sprache der Branche so zielsicher trifft.  Derart großes Fingerspitzengefühl könnte für internationale Abrüstungsgespräche durchaus ein belebendes Element sein. Vielleicht sollte man das einfach mal  „testen“, „testen“, „testen“.

  7. iPad: Überhyped für Werbekunden

    Nov 23 2010

    Hat der Hype, den Apples iPad bei den Medien und Konsumenten auslöste, auch für Agenturen oder Werbekunden die selbe Relevanz? Auf der dmexco in Köln sprach mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid mit Bernd Pitz von media-treff. Ein paar Einschätzungen aus dem Video-Interview: “Das iPad ist für Werbekunden überhyped. Die Preise dafür liegen dramatisch über denen vergleichbarer Werbeformen. Und Apple & Co. schotten sich in der Regel maximal ab, was die Herausgabe von Informationen betrifft.”

    Für wen kommt dann Werbung auf dem iPad in Frage? Welche Grundüberlegungen sollten sich Unternehmen dabei machen? Wie nutzen User das iPad, die das Tablet bereits länger in Betrieb haben? Und auf wie viele seiner 80 Apps greift Wolfgang Bscheid im Alltag zurück? Antworten auf diese und andere Fragen erhalten Sie im Interview:

  8. Koexistenz zwischen Social Web und Mail-Marketing

    Nov 16 2010

    Auf den Mailingtagen in Nürnberg stellte sich Alexander Emmendörfer, Geschäftsleiter eDialog bei mediascale, den Fragen von Christian Schmitt bei  media-treff. Im Video-Interview spricht Alexander  Emmendörfer über die wichtigsten Erfolgsfaktoren für den eDialog und zeigt auf, wie Erfolg im E-Mail-Marketing konkret messbar gemacht werden kann. Hören Sie, warum der eDialog individuell, relevant und aktuell sein muss und warum Social Web und Mail-Marketing sich ergänzen werden:

  9. Geschmacklos in Gorleben?

    Nov 12 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Die Aktion war provokant und in der Fachpresse aufsehenerregend: Sixt macht sich die aktuellen Castor -Transporte zu Nutze und wirbt für eigene Angebote. Es war ja nicht das erste Mal, dass sich Sixt durch Außergewöhnliches hervortat, bislang wurde ihnen aber tendenziell eher auf die Schulter geklopft. Wer hat sich nicht über Bilder von Frau Merkel mit zerzausten Haaren gefreut oder über hämischen Anzeigen, als ein kleiner isländischer Vulkan Europas Fluggesellschaften eine Staublunge verpasste.  Nun sind sie aber böse, geschmacklos, zynisch und überhaupt outdatet, weil Kommunikation mit dem Dampfhammer ja eh nicht mehr zeitgemäß ist. Tja, so schnell kann es gehen lieber Autovermieter: Gestern noch gefeiert, heute schon der Buhmann. Im Grunde sehen wir hier den umgekehrten Gomez-Effekt. Aber was werfen die Kritiker dem Unternehmen bzw. der Agentur eigentlich vor?

    Zunächst ist da mal die Tatsache, dass die Agentur auch RWE betreut. Weiß das eigentlich ein Konsument? Ich bis gestern jedenfalls nicht. Kennt überhaupt jemand Jung von Matt, der sich nicht mit Branche beschäftigt? Vorsichtig formuliert dürfte die Masse der “Savants”  begrenzt sein und nur die wenigsten Nadeln im Heuhaufen sind Multiplikatoren. Davon abgesehen, darf ich dann nach der Definition nicht zeitgleich einen FMCG-Kunden und eine Krankenkasse betreuen oder einen Spirituosen-Hersteller und ein Automobil-Unternehmen. Wer hier schon einen Konflikt sieht, der sollte aufhören in der Werbebranche zu arbeiten und hätte vermutlich gar nicht anfangen sollen.

    Als nächstes wird angeführt, dass bei einer so ernsten Sache kein Spaß erlaubt sei. Ab dem Zeitpunkt begibt man sich als Kritiker allerdings auf ganz dünnes Eis. Denn bei der Frage der Moral geht der Interpretationsspielraum weit auseinander. Ich habe ja für jeden Anwohner Verständnis, der gegen die strahlende Fracht demonstriert. Auf der anderen Seite: Der Müll ist da und muss irgendwo hin! Die Franzosen werden den Müll nicht behalten wollen und meine Moral verbietet mir auch eine Verklappung im Meer vor einer Küste eines Dritte Welt-Landes unserer Wahl. Um nicht zu sehr abzuschweifen, bleiben wir bei belastbaren Fakten. Die Demos finden statt, kosten jede Menge Geld und werden von vielen wirtschaftlich be- bzw. genutzt. Das geht beim Würstchenverkäufer und Hotelbesitzer los und endet beim Spediteur, der die LKWs stellt, sowie beim Hersteller von Räumpanzern. Warum soll dann eine Autovermietung nicht auch profitieren dürfen? Was ist hieran schlimmer als der Mehrumsatz eines Tankstellenbesitzers im Wendland? Ich sehe da keinen Unterschied.

    Zu guter Letzt wird angeführt, dass die Aktion wenig Nutzen hat. Und ehrlich gesagt ist das der einzige Punkt, den man gelten lassen kann. Die Demonstranten fanden die Promo vermutlich eher wie die Fachpresse. Ein  Debakel ist es wohl dennoch nicht, denn wenn ich mir die Bilder anschaue, habe ich wenig potenzielle Sixt-Kunden gesehen und auch Frau Roth fährt wohl lieber mit der Fahrbereitschaft. Somit muss man streng fachlich anmerken, dass es weitaus bessere Profilierungsflächen und  Marketinginvestments für das Unternehmen gibt. “Geschmacklos” oder gar “verwerflich” sind aber sicher unzutreffende Beurteilungen, denn vor budgetären Fehlallokationen ist niemand gefeit. Schon gar nicht vor denjenigen, die den ersten Stein werfen sobald es publik wird. Die haben es ohnehin immer besser gewusst und gestern noch die Schulter zärtlich getätschelt.

  10. Augen auf beim Mediakauf oder warum Kuh4 den größten Haufen hat

    Nov 10 2010
    Michael Beuth

    Michael Beuth

    Weihnachtswunder oder wirtschaftliches Kalkül? Im Mediageschäft gilt: Je mehr Reichweite bei Vermarktern vorhanden ist, desto leichter sind Online-Werbeflächen zu vertretbaren Konditionen zu bekommen. Sobald die Tage jedoch kürzer und das Wetter hierzulande schlechter werden, schwinden ganz plötzlich die zur Verfügung gestellten Anzeigenflächen bei gleichzeitig steigender Grund-Reichweite. Sie kennen das Phänomen vielleicht von den Benzinpreisen vor den Sommerferien.

    Nennen wir diesen Ausnahmezustand, in dem einzelne Vermarkter die herkömmliche Gesetzmäßigkeit von Angebotsüberhang und Nachfrage gezielt außer Kraft setzen, doch einfach KUH4. Das vierte Quartal des Kalenderjahres, in welchem etliche Player der Online-Branche gerne mit dem Werkzeug der „künstlichen Verknappung“ hantieren, um den größten Haufen für sich selbst zu reservieren. Und das funktioniert dann so: Es sei eigentlich kaum noch möglich, Werbung im Internet zu platzieren, da alle Verfügbarkeiten scheinbar restlos ausgebucht seien. Es sei denn, man wäre dazu bereit, einen preislichen Aufschlag in Kauf zu nehmen. Dann, aber auch nur dann, könne man mit viel Glück vielleicht unter Umständen eventuell doch noch eine Platzierung ergattern!

    Hier gilt: Augen auf beim Mediakauf,  damit man als Planer nicht auf diesem riesigen, wohlkalkulierten Fladen (um im Bild zu bleiben) ausrutscht! Es ist unbestritten, dass es in der Tat auf prominenten Platzierungen und Websites mit Werbeplätzen in Q 4 eng werden kann – schließlich will der ein oder andere Werbetreibende just vor Weihnachten seinen Hauptumsatz erzielen. Hinzu kommen Kunden, die im November noch Geld „finden“, welches genau vor dem Jahreswechsel – und damit auch sinnigerweise im Vorweihnachtsgeschäft – eingesetzt werden muss und denen die Preise vollkommen egal sind. Somit konkurrieren medial und budgetär dann nicht nur der Milka-Weihnachtsmann mit dem Lindt-Nikolaus, sondern auch das Handymonster mit der Knorr-Familie sowie der Kaffee-Clooney mit der Käse-Antje. In diesem Ringen um den besten Werbeplatz sind Preisanpassungen unausweichlich und auch schon aus der TV-Mediaplanung gelernt. Hier gilt das eherne Gesetz der Marktwirtschaft.

    Was bei den einen verständlich und wirtschaftlich bedingt ist, wird von anderen jedoch restlos ausgenutzt. Denn leider ist diese Tatsache auch allen anderen Vermarktern bekannt, die sich selbst als Reichweiten- bzw. Premiumvermarkter titulieren. Die Folge: Auch diese versuchen nun ebenfalls an der Preisschraube zu drehen. Da sie jedoch jedes Quartal mit noch größeren Reichweitenangeboten aufwarten, führen sie ihre eigene Argumentation, dass die Preise aufgrund der zu hohen Nachfrage und der zu hohen Auslastung der verfügbaren Werbeflächen steigen, in diesem Augenblick ad absurdum. Man sollte sich daher bitte im Voraus überlegen was man denn nun ist: Porsche oder Golf? Ein Cross-Over macht zumindest aus heutiger Sicht wenig Sinn.

    Daher mein Tipp: Wer nicht ausrutschen will, sollte die Augen aufhalten beim Mediakauf. Dann bezahlt man auch nicht unnötige „KUH4 Aufschläge“. Denn niemand möchte für ein und dieselbe Leistung mehr bezahlen, nur weil heute zufällig Mittwoch ist, die Wetterlage auf das Gemüt drückt oder der Castor Transport gerade Verspätung hat.

  11. Seiten: zurück 1 2 3 ...10 11 12 13 14 15 16 ...23 24 25 vor