mediascale - innovative medienvermarktung
Klartext!
  1. Transparenz? Logo! Die USA machen es vor…

    Okt 05 2010

    …machen wir mit? Wie in der New York Times von gestern berichtet wurde, haben sich in den USA alle grossen Interactive Verbände dazu entschlossen, in ihre über Online Behavioral Advertising (OBA)-Systeme ausgesteuerten Kampagnenwerbemittel ein Informationsicon einzubauen, das den User über die Herkunft der Kampagne und die Möglichkeit eines Opt-Outs informiert.

    Macht dieses Prinzip auch in Deutschland Schule?

    Hierzulande werden ebenfalls die Stimmen lauter, die fordern, dass alle Unternehmen, die OBA anbieten, mehr für die Transparenz ihrer Kampagnen tun müssen. Denn damit kann einer staatlichen Regulierung vorgebeugt werden. Und dies vermindert das enorme Risiko einer Überregulierung, die der gesamten Branche schaden könnte. Neudeutsch nennt man sowas Selbstregulierung. Für den Kunden bedeutet es schlicht und einfach mehr Information über ausgestrahlte Kampagnen und die Möglichkeit, sich beispielsweise auf dem dargestellten Layer, der bei Mouse Over hinter dem Logo erscheint, direkt oder indirekt für die jeweilige OBA Kampagne auszuloggen (zu „opt-outen“).

    Gut für den User?

    Ein klares Jein: Eines muss uns klar sein – der User wird auch in Zukunft Werbung sehen, sicherlich auch Werbung der Marke bzw. des Unternehmens, dessen OBA-Kampagne er per Click „abgewürgt“ hat. Das heißt: Weniger wird es nicht. Ob man nun Werbung gut findet oder nicht, sie ist notwendiger Teil des Systems „freies Internet und freier Content“, deswegen fällt man durch diesen Logout wieder auf Standardwerbemittel zurück. Denn Werbung brauchen die Marktteilnehmer, sonst ist die Zeit des freien Spiegel Online oder des kostenlosen Bild.de bald vorbei!

    Intelligentes Targeting sieht der User nicht!

    Konsequenterweise heißt das:  OBA muss besser, also vor allem intelligenter werden! Ich kann viele User gut verstehen, die keine Lust haben, nur weil sie einmal nach Motoröl bei einem grossen Onlineportal gesucht haben, die nächsten 24 Monate von Motoröl-Bannern umringt zu werden, wo doch das gute Auto nun wirklich nicht so durstig nach dem edlen Tropfen ist. Da hilft dann auch die schlaueste Technik nicht mehr, mit der man grundsätzlich Trillionen von AdImpressions durchs Netz pumpen kann, sondern leider nur noch Hirn und Sitzfleich, um gemeinsam mit dem werbetreibenden Unternehmen ein individuelles und auf die Kaufabsichten des Kunden abgestimmtes OBA zu entwicklen. Und das gilt nicht nur für Re-Targeting, sondern insbesondere für die weiteren Spielarten von Online Behavioral Advertising. Denn gerade hier trennt sich die Spreu der Technikverliebten vom Weizen der intelligent arbeitenden Kampagnenplaner.

    Und wenn die Kampagnen so gut sind, dass Sie dem Kunden und User nicht mehr als „schlimme Targetingkampagnen, die mich verfolgen“ auffallen, wird auch das Logo eher als Qualitätsmerkmal denn als Brandmarke für Targetingkampagnen funktionieren.

  2. Real Time Bidding Teil1: Klassischer Mediaeinkauf war gestern…

    Sep 28 2010
    Wolfgang Bscheid

    Wolfgang Bscheid

    …das Zauberwort der Zukunft lautet Real Time Bidding! Denn der Internetmarkt zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er jedes Jahr etwas spektakulär Neues zu bieten hat. Noch vor einem Jahr hat Targeting zu hitzigsten Diskussion geführt. Zwölf Monate später gehört es für viele Agenturen und Vermarkter bereits zum Tagesgeschäft. Aktuell nimmt eine neue Innovation Anlauf, den Markt zu verändern: Real Time Bidding.

    Wer den Begriff “Real Time Bidding” googelt, wird sich sehr schnell auf klassischen Brokersites wiederfinden. Und hier liegt auch sein Ursprung: Echtzeithandel. Das Thema ist im Grunde nicht neu. Egal ob gefrorener Orangensaft oder Zement – an den Börsen dieser Welt kann heute mit fast jeder Ware gehandelt werden. Und dank der technischen Entwicklung der vergangenen Jahre auch in Echtzeit. Warum also sollte das nicht auch mit Online-Werbeplätzen möglich sein?

    Die Systeme dazu gibt es bereits. Speziell in den USA werden bereits nennenswerte Umsätze über Bidding-Plattformen erzielt. Aber wo steckt die wirkliche Innovation? Oder besser gefragt: Wem soll diese Innovation das Leben leichter oder die Taschen voller machen?

    Schauen wir uns  zuallererst das Prinzip einer Bidding-Plattform an: Die Grundfunktion ist denkbar einfach. Auf der einen Seite werden über entsprechende Schnittstellen die Reichweitenangebote der Publisher (ihr verfügbares Inventar) eingespielt. Die Gegenseite, also die Einkäufer von Agenturen oder Kunden, haben nun die Möglichkeit, ihre Gebote für das jeweils gewünschte Produkt abzugeben. Und eigentlich war es das auch schon.

    Die wirkliche Spannung entsteht – wie schon an der Börse  – erst aus dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Und hier verbirgt sich schon die erste Stolperfalle: Bricht die Nachfrage ein, können die Kurse – in diesem Fall die Preise – oft ins Bodenlose fallen. Diese schmerzliche Erfahrung werden viele von Ihnen in den letzten Jahren am eigenen Leib erlebt haben. Denn das ist der Fluch der Transparenz: Jeder kann “Just in Time” sehen, wie es um die Begehrlichkeit der unterschiedlichen Werbeplätze und -formen bestellt ist.

    Aber genau darin liegt auch der Charme einer Handelsplattform. Es gibt zwei Marktsituationen, in denen Bidding-Systeme eine hohe Dynamik erzeugen können. Für den Websitebetreiber, die Publisher, und/oder -Vermarkter wird es in einem reinen Käufermarkt richtig kritisch. Also dann, wenn es viel Angebot und wenig Nachfrage gibt. Leider ist gerade dies eines der größten aktuellen Probleme des deutschen Online-Werbemarkts.  Denn für viele Umfelder, Inventarkategorien und Zielgruppen gibt es seit langem ein deutlich größeres Angebot als die Nachfrage benötigt. Das war bisher ein offenes Geheimnis für die Akteure, ein Bidding-System würde daraus aber eine transparente Wahrheit für alle machen. An der Bidding-Börse würde damit das Preisniveau für diese Angebote faktisch abstürzen. Schöne Perspektiven für Kunden und Agenturen.

    Die zweite spannende Situation, ist der Verkäufermarkt, wenn zuviele ein und dasselbe Angebot wollen und das Angebot die Nachfrage bei weitem übersteigt. Ist dies der Fall, können sich die Vermarkter die Hände reiben. Die spannende Frage lautet also: Wer hat oder braucht welches Angebot?

    In Amerika, wo das Bidding deutlich weiter ist, sieht die Sache ein bisschen anders aus. Denn in den USA spricht man nicht mehr in erster Linie über Platzierungen, sondern über Profilgruppen. Damit ist auch der zu handelnde Wert nicht  mehr die Werbefläche an sich, sondern das Profil des Users. Und weil man in den USA in Punkto Profil- und Datenhandel deutlich weniger rechtliche Einschränkungen hat als hier zu Lande, dreht sich dort die Nachfrage meist um wirklich aktuelle konsumrelevante Interessenteninformationen. So interessieren sich beispielsweise die Marketer der Automobilbranche vor allem für User, die sich gerade für einen Autokauf interessieren. Deshalb wird voraussichtlich die Nachfrage nach diesen Profilgruppen das Angebot deutlich übersteigen. Gleichzeitig wir das Angebot an konventionellen Männer- oder Motorsport- Umfeldern deutlich grösser sein als die entsprechende Nachfrage. Eine Branche und zwei völlig unterschiedliche Marktsituationen. Das verspricht spannend zu werden.

    Jetzt müssen Sie nur noch für sich die Frage beantworten, welches Produkt Sie zukünftig handeln möchten? Dann wissen Sie, ob Ihnen Real Time Bidding Lust oder Frust bereiten wird!

  3. Klartext im Interview mit Digital-Experte Leif Pellikan

    Sep 23 2010

    PellikanLeif_1 Ein Tag ohne das Internet? Eine Performance Kampagne, die Aufsehen erregt hat? Und was überhaupt ist ein Digital Native? Klartext war mal wieder neugierig und hat nachgefragt. Diesmal bei Leif Pellikan, Redakteur Medien und Digital bei Werben & Verkaufen.

    1. Es ist noch immer Urlaubszeit: Wie lange würden Sie es ohne PC, Internet und Handy aushalten?

    Es kommt darauf an, wo ich bin. In fremden Städten sind Handy und Web allein schon aus organisatorischen Gründen unverzichtbar. Aber in unserem finnischen Sommerhaus gibt es keinen Strom und das Wasser kommt aus dem See. Ein freies High-Speed-WLan ist im Dorf vorhanden, doch wozu? Es fällt dort in der Natur für zwei Wochen nicht schwer, sogar auf aktuelle Fußballergebnisse zu verzichten.

    2. Verraten Sie uns Ihre persönlichen Top 3 der aktuellen Branchen-Trends!

    Für alle Trendthemen gilt eines: Jetzt werden die Weichen gestellt. Die Medienkonvergenz ist technisch nicht mehr nur eine Zukunftsfantasie.

    Cross-Channel-Marketing: Die Vernetzung der verschiedenen digitalen Disziplinen stellt im Moment die größte Herausforderung für Onliner dar. Klassische Web-Werbung (der Begriff ist inzwischen angebracht), Performance-Ansätze, Social-Media sowie Werbung über Apps und im mobilen Web, können inzwischen sinnvoll verknüpft werden. Und das muss alles mit klassischen Medien im crossmedialen Mix effizient zusammenspielen. Hier sind neue Wege und spannende Ideen gefragt.

    Bewegtbild-Werbung: Das Fernsehen breitet sich auf alle Kanäle aus – TV und Web wachsen jetzt endlich zusammen. Das werden sich die Werbungtreibenden zu Nutze machen. Ein Zukunftsszenario: Die Telekom kann in der Theorie das Nutzungsverhalten in 1,3 Millionen Haushalten beobachten, messen und alle ansteuern. Theoretisch können diese Nutzer vom Telekom-Vermarkter Interactive Marketing per Bannerwerbung über Re-Targeting-Verfahren angesprochen werden. Und nochmal: Technisch wäre das bereits heute möglich.

    Targeting über alle Medienkanäle hinweg: Derzeit lässt sich Targeting in messbarer Form und in Echtzeit nur in den einzelnen Kanälen der Online-Welt realisieren. Die Herausforderung, über der alle Marketers derzeit für die Zukunft brüten, ist: Wie lässt sich die zielgruppengenaue Ansprache über alle Werbekanäle aussteuern? Modeling-Ansätze werden hierbei Zug um Zug durch harte Daten ersetzt – allerdings mit entsprechend vielen Fehlerquellen.

    3. Was sind für Sie typische Digital Natives? Und was unterscheidet sie von den klassischen Experten?

    Die Eingeborenen der digitalen Welt lassen sich nicht auf die „jungen Menschen“ reduzieren. Jede Altersstufe hat seine Pioniere, seine early Adopters, die Zurückhaltenden und die Verweigerer. Zudem nutzt jeder digitale Angebote entsprechend seinem persönlichen Nutzen. Allerdings sind die nachwachsenden Natives wesentlich schneller in der Lage, Nutzen zu erkennen. Ganz im Gegensatz dazu Experten. Sie haben aufgrund des Tempos und der Komplexität der Entwicklung längst kein umfassendes Bild mehr und müssen sich jede neue Nutzungs-Situation und -Disziplin hart erarbeiten. Das fällt auch mir zunehmend schwerer, der 1985 seinen ersten Rechner mit 14 Jahren bekam, 1993 Onliner wurde und nahezu jede technische Entwicklungsstufe mitgemacht hat.

    4. Welche Performance Marketing Kampagne ist Ihnen in den letzten sechs Monaten besonders aufgefallen? Warum?

    Pop-Unders sind wieder schwer im kommen. Der Abo-Aufruf des Handelsblatts dürfte an keinem User in der Medienbranche vorbeigegangen sein. Daneben liefern sich Telekom und Sky eine Schlacht um die Fußball-Kunden. In Bezug auf die Spielanteile dürfte die Partie wohl langfristig zugunsten des größeren Budgets der Telekom ausgehen.

    5. Mein Geheimtipp im Netz vs. das überlebt bei mir keinen Klick:

    Mut zur Lücke ist mein Geheimtipp. Anders sind Mails, Facebook-Notes, News-Seiten und diverse Foren nicht in den Griff zu bekommen. Insofern überlebt in meinem Kopf auch nichts, was nicht binnen einer Zehntelsekunden Aufmerksamkeit erregt.

    6. Werbung im Netz ist…

    der Treiber für ganz viele, spannende und neue Entwicklungen. Auch wenn die allermeisten mit Werbung zu wenig verdienen, um ihre Business-Modelle nachhaltig gestalten zu können.

    7. Was halten Sie von der aktuellen Diskussion in Deutschland über Google Street View? Reines Medienthema oder berechtigte Panik?

    Das Thema Streetview kratzt nur an der Oberfläche. Die Diskussion zeigt, dass die große Mehrheit der Online-Nutzer (von Presse über Verbraucherschützer bis in die Politik) keinen blassen Schimmer hat. Datenschutz oder besser ausgedrückt: eine digitale Privatsphäre, ist eine Illusion. Wer nicht will, dass Privates bekannt wird, muss entsprechend mit dem Web und seinen Angeboten umgehen. Deshalb müssen alle Anbieter beziehungsweise alle Nutzer von Daten, viel mehr tun, um die Konsumenten transparent und verständlich auf die Verwendung von Daten hinzuweisen. Hierbei gilt: je konkreter und banaler, desto besser. Nur wenn Intentionen, Risiken und Auswirkungen bekannt sind, können dramatische Einschränkungen seitens der Legislative verhindert werden.

    8. Eine gute Performance im Netz ist…

    seine Ziele zu erreichen. Ausschlaggebend ist die Performance bei der Definition der Ziele.

  4. Die Messe ist gelesen: Rest-AIs vom Wortstoffhof

    Sep 21 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Wie bereits in der vergangenen Woche angekündigt, folgt auf die Vorberichterstattung hier nun eine kleine Review. Wenn ich mich an dieser Stelle gleich selber loben darf:  Ich lag bei vielen Prognosen richtig – nur Pizza habe ich nicht bekommen, weswegen mir auch nicht der Schnabel flambiert wurde. Gut besucht war die Veranstaltung allemal. Insbesondere auf den Ständen gab es zum Teil kein Durchkommen. Auch die Internationalisierung war deutlich zu spüren. So war neben englischsprachigen Referenten  auch sehr viel holländisches und anderweitiges Kauderwelsch unserer lieben Nachbar- und EU-Staaten im Messeshuttle zu vernehmen. Bei der Anfahrt an sich bewahrheitete sich dabei auch in diesem Jahr wieder: ÖPNV hui, Taxi pfui! Denn S-Bahn und Shuttle fuhren reibungslos und oft, wohingegen  der wahre Überlebenskünstler dadurch hervorstach, beim Kampf um das nächstbeste Taxi am ersten Messeabend in kürzester Zeit zum Ziel zu kommen. Hier bewährte sich die Freischärler-Strategie: Überquerung der Straße im dichten Verkehr, Überwinden des dort angebrachten Zauns und des hochwuchernden Grünstreifens und Abfangen des Taxis, bevor es zur Messe abbiegen konnte. Alle List und Tücke war dann jedoch am Donnerstagmorgen nutzlos, weil Taxen noch nicht einmal geordert werden konnten. Was macht die Stadt Köln eigentlich, wenn sie eine wirklich große Messe beherbergt???

    Kommen wir aber zur Messe selbst und den gesammelten Erfahrungen. Entgegen meines festen Vorsatzes, habe ich dem Konferenzprogramm wieder komplett entsagt und bin eifrigst Standverpflichtungen nachgekommen. Das Topthema hierbei lautete in diesem Jahr: Wir haben auch Mobile! Ein Schelm der vermuten würde, dass es im direkten Zusammenhang mit den nun erscheinenden AGOF Mobile facts steht. Nachdem uns aber ja auch 3 Jahre lang die Bewegtbild- und Behavioural Targeting-Geschichte gepredigt wurde, kann man zum einen davon ausgehen, dass der Durchbruch noch ein wenig auf sich warten lässt (oder im Fall von BT erst noch eintreten muss). Zum anderen war es eine neue Litanei und da will ich nicht undankbar sein. Thema Nummer 2 war die Buchungslage. Wenn ich die Statements komprimiert wiedergebe, sind eigentlich alle in Q4 ausgebucht und wir können froh sein, wenn wir noch ein paar ranzig geklickte Flächen bekommen oder ein paar Rest-AIs vom Wortstoffhof. Letzteres dokumentiert dann auch nur zu gut,  dass die erwartete „Hurra-Stimmung“ in das große Onlinehaus wieder eingezogen ist – und sich auf eine 2-3 jährigen Party einstellt. Wir dürfen uns auf ausgebuchte Headhunter und abgeholzte Wälder einstellen, wenn die neuen Visitenkarten gedruckt werden. Thema Nummer 3 war das Ansinnen einiger Organisatoren, die Messe auf drei Tage auszudehnen. Um hier schon mal Position für meine Kollegen und alle mit denen ich gesprochen habe zu beziehen: BITTE NICHT! So viel Smalltalk kann ja nun wirklich keiner befürworten respektive führen. Und wer nach 48h immer noch nicht genug hat, möge sich doch bitte anderweitig Ereignisse suchen. Anlässe gibt es hierfür genug und im Zweifelsfall hilft die Anschaffung eines Hundes.

    Zu guter letzt noch ein Wort zur Party: Sie war besser als letztes Jahr! Ich denke, das sagt alles, steht für sich und bietet Raum für Interpretationen sowie Luft nach oben.

  5. Große Schatten werfen ihre Ereignisse voraus

    Sep 14 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Es ist soweit! Die dmexco öffnet diese Woche ihre Pforten und ich bin dazu auserkoren, ein paar wärmende Worte zum einzig nennenswerten Branchentreff des Jahres zu formulieren. Okay, um ehrlich zu sein, war mein Arm der erste der hochging als die Frage aufkam: Wer macht es?! Nebenbei musste ich noch zwei reflexschnelle Kollegen aus dem Weg räumen, aber es hat geklappt.

    Was erwartet uns also? Zum einen sicherlich ein Konferenzprogramm, welches in Qualität und Quantität alles bisher Dagewesene übertreffen soll. Die Vielzahl der hochkarätigen Talkgäste und nicht zuletzt die hohe Zahl internationaler Gäste sind vielversprechend. Die Realität muss dann aber dennoch zeigen, ob sich hier neue Perspektiven eröffnen oder ob es eine Litanei bekannter Interessen und Gräben wird wie: Kunde will Agentur mehr in der Pflicht sehen, Agentur will seine eigene Interessen gegen den Vermarkter etablieren und Vermarkter will Datenhoheit und mehr Geld. Zu guter Letzt kommt dann Herr Welte und sagt, dass Online sowieso kein Medium ist in dem er werben würde, selbst wenn er das Geld dafür geschenkt bekommt. Diese Gefahr lauert bei jeder Diskussion, aber wir wollen hoffen, dass es nicht nur so ausgehen wird.

    Dann wäre da noch die Messe selber, von der keine größeren Überraschungen zu erwarten sind. Die Stimmung sollte allseits gut sein und  bevor man sich versehen hat, stehen Verabredungen für 55 Bier auf der Party am Abend – was selbst mir als erfahrenen Kölschtrinker leberistische Höchstleistungen abverlangt. Währenddessen gerät der selbst gesteckte Zeitplan bereits ab Mittag aus den Fugen, weil der Pizzaofen bei Stand XY Identitätsprobleme hat, einem aber doch nun einmal Pizza versprochen wurde und aus Höflichkeit auch noch wartet, bis sich der Gaumen dank zu hastigem Essen in einen Traum aus Feuer und Flamme verwandelt. Schnell noch ein paar unvorhergesehene Überraschungen eingeschoben und schon ist es 17h, die Hände sind wund geschüttelt und die Versuchung ist groß, das resultierende leichte Zittern mit einem der 55 versprochenen Gerstensaftkaltschorlen zu kompensieren, um nebenbei auch nicht die ganze Masse am Abend bewältigen zu müssen.

    Und dann kommt sie! Die Party! Die Quoten für diejenigen, die auf einen gelungenen Partyabend wetten, sind in der Regel extrem gut. Bei oddset werden solch mutige Tipps mit einer Quote von 1:12 honoriert (zum Vergleich: Ein Auswärtssieg von Köln in München liegt bei 1:10). Nun kann ich zumindest noch anführen, dass die neue Location nicht mehr so grätzig daherkommt, wie die alte Schredderbude. Aus diversen Jugenderfahrungen kann ich berichten, dass man aus der Halle etwas machen kann. Die Betonung liegt dabei auf „kann“. Ich werde mich hüten, Versprechen abzugeben, die ich nachher bereue (die Quoten sind ja bekannt). Wer übrigens das Abendessen woanders einnimmt, sich dabei der magischen 55 weiter annähert und dann frohgelaunt um 23.15h die Party betritt, empfindet den Partyabend deutlich weniger desaströs.

    Der Morgen danach wird maßgeblich davon bestimmt, inwieweit man den gesellschaftlichen Verpflichtungen am Vorabend nachgekommen ist. Dabei ist allerdings eine zunehmende (und von manchem bedauerte) Professionalisierung zu beobachten. Gehörte es auf meiner ersten OMD (2003) noch zum guten Ton, den nächsten Tag mit Schräglage zu begrüßen, so ist es heutzutage eher so, dass die meisten dem Schönheitsideal des gepellten Ei’s nacheifern und partout auch am 2. Messetag in der Früh noch gut aussehen wollen. Unverbesserlich aber nachvollziehbar. Im weiteren Verlauf gestaltet sich Tag 2 auch nicht anders als Tag 1, außer dass der Gaumen bereits verbrannt und somit abgehärtet ist.

    Der letzte Schritt aus der Messehölle ist der Rückflug, der gerne überbucht ist, zu spät fliegt, verpasst wird oder einfach mal ausfällt. Wohl dem, der im Flieger sitzt, sich zur Sicherheit schon mal an den Sitz gekettet hat und die Worte „Ready for Take Off“ vernimmt. Denn dann ist es geschafft, das Portemonnaie voller neuer Visitenkarten alter Gesichter und ein redseliger Kommentator wird sich genau an dieser Stelle daran machen, eine Review zu schreiben. Et kütt, wie et kütt und et hätt noch immer joht jejange!

  6. „Wetten, dass Glücksspiel anstrengend werden kann?“

    Sep 09 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Wetten, dass Oddset und die Staatslotterie in Berufung gehen!?

    Wetten, dass Glückspiel süchtig macht und die Teilnahme erst ab 18 Jahren erlaubt ist!?

    Wetten, dass trotz der Öffnung viele Anbieter ihren Firmensitz auf Malta, Jersey, oder in Gibraltar behalten werden!?

    Wetten, dass der Klimawandel morgen noch nicht da sein wird!?

    Wetten, dass die Zahl der kritischen Stimmen zur dmexco-Party wieder deutlich die Zahl derjenigen übersteigen wird, die sie gut fanden!

    Wetten, dass ich bald jeden Freitag wieder tipp24.de Pop-Under bekomme!?

    Wetten, dass es auch morgen wieder regnet!?

    Wetten, dass sich die Brand Targeting Initiative auch am Anfang sehr schwer tun wird!?

    Wetten, dass ich es schaffe, einen kompletten Blogartikel zu verfassen, in dem in jedem Satz „Wetten, dass…?“ steht!?

    Wetten, dass „Wetten, dass…?“ bald von bwin oder einem Wettanbieter ihrer Wahl gesponsort wird!?

    Wetten, dass ich beim Spiel FC Tegucigalpa vs. Belize Horizonte nicht den richtigen Tipp abgeben werde!?

    Wetten, dass ich beim Gebrauchtwagenhändler mit Kombi-Wette auf Unverständnis stoße!?

    Wetten, dass wenn sie soweit gelesen haben und es am Anfang auch noch ganz witzig fanden, so langsam den Nerv verlieren!?

    Wetten, dass ich jetzt aufhöre!?

    [Verloren!]

    Wetten, dass mir noch ganz viel einfallen würde, ich aber nun den Rechner runter fahre!?

    Wetten, dass ich das ernst meine!?

    Wetten, dass es jetzt wirklich reicht!?

    Wetten, dass ich es nun auch einsehe!?

    [Gewonnen!]

  7. VAST ist gar nicht wüst

    Sep 09 2010
    Tobias Wegmann

    Tobias Wegmann

    Wenn Techniker sich Produkte ausdenken oder Standards definieren, so lassen sie bei der Namensgebung meist alle Hemmungen fallen und erfinden  Begriffe, die kein Juniormarketer durchgehen lassen würde. Sie verewigen ihren Lieblingshorrorfilm, das Kuscheltier, das sie als Kind vollgesabbert haben oder verunglimpfen den Vornamen ihrer Schwiegermutter. Ähnliches ist den Kollegen beim Internet Advertising Bureau auch bei  der Schöpfung von VAST gelungen, einer Abkürzung, die so scheußlich ist, dass wohl niemand spontan etwas Positives mit dem Begriff verbinden wird.

    Dabei ist VAST eine durch und durch begrüßenswerte Neuerung, die der ganzen Branche die Arbeit erleichtern wird. VAST steht für  Digital Video Ad Serving Template und müsste damit eigentlich DVAST heißen – aber das  war wohl nicht wüst  genug. VAST soll helfen, die technische Zusammenarbeit der Marktpartner, das heißt der Websitebetreiber, Vermarkter und Agenturen, im Bereich der  Instreamwerbemittel so einfach (naja, einfach…) und unkompliziert zu machen, wie sie es bei den üblichen Onlinekampagnen auf den Standardwebeplätzen endlich geworden ist.

    Die Herausforderung im Bewegtbildbereich ist vor allem die Kommunikation zwischen den Filmplayern und den Adservern. Im Gegensatz zu Standardwerbeformen, die über einen Werbeplatz des Adservers ausgeliefert werden können, muss im Bewegtbildbereich die Werbung über den Player mit Hilfe eines XML Sheet gestartet werden. Um  hier eine reibungslosere Abwicklung der Kampagnen zu gewährleisten stellt VAST einen Standard bereit, der die Kommunikation zwischen dem Player und dem Adserver regelt. Dadurch wird es möglich, dass auch bei Streaming-Videos der Werbespot problemlos durch den Adserver der Agentur oder des Kunden im Redirectverfahren ausgeliefert werden kann. Er muss also nicht mehr physisch beim Vermarkter angeliefert werden, um von diesem eingebaut und ausgeliefert zu werden.  Auch für das Tracking der unterschiedlichsten Filmevents wie SpotStart, SpotStop, SpotCompleted, Replay, Fullscreen und einige mehr, stellt VAST vordefinierte Trigger zur Verfügung, die das Adservertracking dann nutzen kann. Ab diesem Herbst werden alle  namhaften Vermarkter und Videodienstleister in Deutschland VAST im Grundsatz unterstützen, so lauten zumindest die Absichtserklärungen.

    Und wir freuen uns  dann schon auf VPAID. Das ist kein revolutionär neues Abrechnungssystem für Pornovideos, sondern die Abkürzung für Video Player-Ad Interface Definition, ebenfalls ein IAB-Standard.  Damit soll es möglich werden auch Interaktionen in Videostreams standardisiert über alle Player und Dienstleister zu steuern, was innovativen Kampagnenideen sicher häufiger als heute zur Umsetzung verhelfen wird.

  8. Branchentreff dmexco – sind Sie auch dabei?

    Sep 07 2010
    Agnes Ley

    Agnes Ley

    Am 15. und 16. September ist es wieder so weit: Unsere Leitmesse, die dmexco in Köln, öffnet zum zweiten Mal ihre Pforten. mediascale ist auch dieses Jahr wieder auf der wichtigsten Branchenmesse für das Online-Marketing unterwegs. Dabei sind wir für unsere Kunden auf der Suche nach neuen Trends, informieren uns zu neuen Platzierungsmöglichkeiten und freuen uns auf anregende Gespräche.

    Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen in diesem Jahr einen Besuch in der Speaker´s Corner der dmexco. mediascale Geschäftsführer Wolfgang Bscheid hält dort am ersten Messetag um 16 Uhr einen kurzweiligen Vortrag zu einem unserer spannendsten Kampagnen des Jahres: die Markteinführungskampagne der OTTO-Tochter mirapodo. Dabei erwartet Sie – wie bei der Speaker´s Corner üblich – keine 90-seitige Powerpoint Präsentation, sondern ein spannender Vortrag in freier Rede, bei dem der Schwerpunkt auf die integrierte Aussteuerung der eingesetzten Maßnahmen und deren Ergebnisse gelegt wird. Neben praktischen Grundkenntnissen aus der Vernetzung von Displaywerbung, Search und eDialog belegt Wolfgang Bscheid den Kampagnenerfolg erstmals auch durch konkrete Werte, gemessen durch ein 360° Tracking. Sicherlich wird die ein oder andere Anekdote nicht fehlen, damit Sie auch einen Blick hinter die Kulissen erhaschen.

    Möchten Sie uns auch persönlich kennen lernen? Kein Problem – wir freuen uns auf einen Termin mit Ihnen! Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf und vereinbaren ein persönliches Beratungsgespräch. Nun bleibt mir nur noch, Ihnen viel Erfolg und Spaß auf der dmexco zu wünschen! Wir sehen uns!

  9. Die 10 besten Recycling Strategien

    Aug 31 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Viele haben es ja schon immer gewusst: Banken und Versicherungen kann man nicht trauen. Nun stellt sich noch heraus, dass die besagten Institute nicht einmal in der Lage sind, eine eigenständige Spotkreation zu entwickeln, sondern auf Spots und Filme zurückgreifen, welche unter Umständen von den eigenen Kunden im Schweiße ihres Angesichts erstellt wurden. Ist das nun ein Skandal oder eigentlich eher banal? Ich finde Letzteres, denn Recycling gehört nun schon seit Jahren zu einem unserer Grundwerte unter dessen Banner wir bald schon in der zweiten Generation Joghurtbecher ausspülen und die Tackernadel aus dem Teebeutel ziehen, damit Letzterer in die braune Tonne wandern darf. Es ist natürlich nicht okay, die eigentlichen Produzenten nicht gefragt zu haben. Allerdings geht es definitiv einen Schritt zu weit, wenn man Werbekopien mit dem Diebstahl von Kunst, Musik oder Patenten vergleicht. Es ist letzten Endes auch schon so viel produziert worden, dass es kein Wunder ist, dass sich gewisse Dinge wiederholen. Wobei es bei den Ergo- und UBS-Kampagnen sicher kein Zufall ist. Ein Armutszeugnis für die Kreativen ist somit aus meiner Sicht das Maximum an Verdammnis, welches ich hier für angemessen erachte.

    Nachahmen von bestimmten Prozessen oder Methoden eines Innovators oder Marktführers ist durchaus ja auch in einem gewissen Rahmen die Triebfeder allen Wirtschaftens – und wer wüsste es nicht besser als so manches Fachblatt. Auch hier gleichen sich des Öfteren die Inhalte und Aufmacher. Besonders beliebt ist zurzeit das Verwenden eines bestimmten Artikels (der, die, das), einer Zahl (insbesondere 7, 10 und 12),  eines Superlativs (besten, erfolgreichsten, wichtigsten), eines überbewerteten Themas  (Facebook, Twitter, Social Commerce) und des Wortes „Strategie“. Aus diesem Baukasten lässt sich problemlos für jede Woche eine Überschrift kreieren wie z.B.: „Die 10 besten Facebook Strategien“, „Die 12 erfolgreichsten Social Media Tools“, „Die 7 schlechtesten Newsflashs“,  „Die 10 schönsten Getreidesilos“, „Die 10 charmantesten 7 Geißlein“, „Die 12 wichtigsten Zahlen zwischen 1 und 100“,  „Die 7 nervigsten Aneinanderreihungen von Beispielen in einem Blogartikel“.

    Welche Publikation jetzt damit angefangen und wer es übernommen hat, dass lässt sich wohl nur schwer nachvollziehen. Es gibt aber eine gemeinsame Quelle von der sie alle abgekupfert haben: Die Bibel!!! Die Bibel ist das erste überlieferte Dokument, welches Zahl + x kombinierte, um es griffig in altertümliche Hirne zu impfen. Da sind die „10 Gebote“, die „7 Todsünden“, „die 10 Plagen“, „die 3 Weisen aus dem Morgenland“ und, und, und. Nur der Superlativ fehlt und die Strategie, aber Sünde ist Sünde und „die 10 beliebtesten Plagen“ wären vermutlich auch ein wenig irreführend gewesen und taugen höchstens für ein Sonja-Zietlow-Format um 20.15h.

    Tja meine lieben Leser, da muss wohl Ablass gezahlt und Vater Unser gebetet werden oder es wird nichts mit dem Himmel, weil Gott die Raubkopierer bestimmt auch nicht mag und sich ärgert, dass keine Gema-Gebühren an ihn abgeführt werden. Somit ist die nächste Naturkatastrophe vielleicht gar nicht einfach nur ein großes Unglück, sondern lediglich eine  einstweilige Verfügung vom Übervater vor dem Menschheitsgericht.

  10. Wenn die Friteuse brennt

    Aug 26 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Liebe Hollis,

    solltet ihr in diesen Sommerferien durch unsere Lande fahren, braucht ihr euch nicht zu wundern über das stete Lächeln, das wir Moffen (= abwertend für Deutscher) für euch übrig haben werden. Selbst das Verstopfen unserer Autobahnen mit euren LKWs (= Wassertomaten, Schnittblumen) noch das irrationale lenken eurer Wohnwagen (= Bummscontainer) wird uns dabei die gute Laune verderben. Versteht uns dabei aber bitte nicht falsch, denn wir lachen euch nicht an, sondern tendenziell eher aus. Das hat nichts mit der hart erkämpften Finalniederlage gegen die Toreros zu tun (s. Karate Frittje), sonden mit eurem neusten Geniestreich des allseits beliebten Holländischen Tourimusverbandes. Dieser rief die Seite frikandeljagd.de ins Leben und es ghört schon viel schlechtes Essen und ein langes verharren in überfluteten Poldern dazu, um dem Ganzen mehr abzugewinnen als Grenzdebilität.

    Mal ehrlich liebe Nachbarn, ich mag euch zumeist wirklich (= so lange es nicht um Fußball geht) und durfte ja selbst zwei Jahre unter dem Meeresspiegel wohnen. Dabei habe ich mich auch an so einiges gewöhnt (= Ausnahme: Hölländische Küche) und feststellen dürfen, dass euer Humor (= Spezialität: Weltkriegswitze)  ja durchaus weit entwickelt ist. Was ihr hier aber anstellt, dass kann man weder als östlicher Nachbar, noch als Betroffener, gut heißen. Bringt uns doch lieber Frau Antje in hochhackigen Holzschuhen zurück, erfindet einen Sylvie van der Vaart-Stimmverzerrer oder schenkt uns einen zweiten Rudi Carrell. Aber verschont uns bitte mit tanzenden Frikandeln die schlechte Wortwitze (derer ich mich in diesem Artikel auch für schuldig bekenne) und ihren Namen tanzen. Es ist nicht immer alles gut, was Sauce Special Media heißt und es kurbelt auch nicht zwangsläufig den Tourismus an.

    Dank u wel en prettig vakantie

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