mediascale - innovative medienvermarktung
Klartext!
  1. Print auf der digitalen Überholspur

    Jan 14 2010

    Sehr geehrtes nicht näher benanntes Verlagshaus ,

    Sie sind ausgezogen, Ihre Werbung auch in digitalen Medien zu platzieren und warben mit folgender Anzeige im W&V Newsletter:

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    Was soll ich sagen, Lenin als großer Humanist verschrieben, ist als sympathisches Testimonial eine sichere Wahl. Da kann man nicht meckern. Daneben hätten wir noch andere Segensspender des Volkes als Vorschläge gehabt, die vielleicht noch ein bisschen besser passen: Josef Stalin, Ivan der Schreckliche oder Walter Ulbricht drängen sich hier geradezu auf. Auch bei der Wahl des Slogans kämen uns noch ein paar alternative Sprüche in den Sinn. Was halten Sie von: „Ich wünschte es wäre Nacht oder die Abonnenten kämen“, „Alles was übrig bleibt ist Blut, Schweiß und Auflagengarantie“ oder um bei einem der oben genannten Herren zu bleiben „Niemand hat die Absicht, Budget in Online zu shiften“.

    In der weiteren Betrachtung haben wir trotz des fehlenden Absenders einen Click gewagt und siehe da, wir wurden zu folgendem formschönen PDF (in der Ansichtsgröße 42%) verlinkt. Nun waren wir dann doch sprachlos, denn die Auflagengarantie 2.0. sprang uns förmlich an. Der Text las sich von selbst und es war alles so schön übersichtlich gestaltet. Anmut und Grazie haben uns so übermannt, dass wir gleich ein Meeting anberaumt haben, ob wir nicht doch in den Markt der gedruckten Anzeigen einsteigen sollten. Keinem Kunden darf eine derart charmante Offensive vorenthalten bleiben und ich möchte enden mit den Worten: „Wir sind Print“.

  2. Goodbye 2009 – Hello 2010!

    Dez 16 2009
    Julian Simons

    Julian Simons

    Weihnachtszeit ist Aufräumzeit. Organisatorisch und mental.

    Mein Schreibtisch ist aufgeräumt, mental räume ich gleich hier auf:

    Wie war 2009?

    Mediascale hat in diesem Jahr vor allem in der Aussenwirkung vieles angepackt, was lange auf der To Do-Liste stand, aber nie so richtig umgesetzt wurde: wir haben eine neue Website, wir haben einen Blog, wir haben vor allem auch neue Leistungsbereiche wie eDialog oder Targeting organisatorisch wie auch konzeptionell gut aufgestellt. Kurzum, für 2010 haben wir in 2009 einige Vorarbeit geleistet, das Feld ist gut bestellt.

    Vielleicht sind solchen „Krisenjahre“ gerade auch genau dafür gut, vor seiner eigenen Haustüre zu kehren und eben das Feld für die kommenden Jahre zu bestellen. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen, war das Jahr kein Spaziergang, denn auch die Onlinebranche hat die Krise gespürt. Die Manschetten, mit denen wir um Kunden kämpften, wurden deutlich härter – sei es im Preiskampf bei Platzierungen, sei es bei Bewertungsmethoden von Erfolgszahlen (ich sage nur Post View…) oder auch in der Art und Weise, wie Kunden Agenturen gegeneinander benchmarkten. Jeder klassische Werber oder Mediaplaner wird sich denken – „tja Jungs, willkommen in unserer Welt, da sind wir schon seit Jahren“. Für die Onlinefraktion war hier 2009 das Jahr des Erwachens.

    Und 2010?

    Wir Onliner – egal ob Performance oder Klassik, egal ob Kreation, Media oder SEM – werden uns weiter professionalisieren müssen, wenn wir am Markt (v.a. gegen klassische Werbe- und Mediaagenturen) bestehen wollen – personell, konzeptionell, im Umgang mit Kunden, Partnern, Vermarktern, aber auch intern. Der Wettbewerb bleibt hart und die Kunden werden auch im nächsten Jahr nichts zu verschenken haben. Gewinnen kann nur, wer einen aufgeräumten Schreibtisch, eine erwachsene und erfahrene Mannschaft und einen freien Kopf für neue Ideen und operative Exzellenz hat.

    Und eines ist auch absehbar: Kunden erleben gerade, dass ein immer geringeres und durch mehrere Runden bis ans Limit gedrückte Honorar für den Dienstleister dazu führt, dass die Leistung sich ebenso wie das Budget am unteren Ende einpendelt. Ich bin überzeugt, dass auch hier in 2010 ein Umdenken erfolgt – Qualität kann preiswert sein, billig wird sie niemals sein können!

    In diesem Sinne, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

  3. Wenn 2 sich trauen

    Dez 08 2009
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Im Zuge von Fusionen, Konsolidierungen und weiteren Bestrebungen die Übersichtlichkeit und Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, erreichte mich neulich die Nachricht, dass IP Deutschland und Gruner & Jahr zukünftig auf der Vermarktungsebene kooperieren. Dabei soll G&J vor allem das Mobile-Geschäft ankurbeln, während IP Bewegtbild in Cash Flow wandelt. Erstaunlicherweise fand ich die Idee gut, zumindest was die Papierform betrifft. Die Kernkompetenzen der beiden Vermarkter werden gestärkt, die Reichweiten größer und für die zahlende Kundschaft ergo auch attraktiver. Außerdem muss man weniger auf Drittanbieter setzen, was dem Geldbeutel tendenziell gut zu Gesicht steht. So gesehen kann man sich beglückwünschen im Hause Bertelsmann. Zu Recht erwarten Sie jedoch von mir ein baldiges „ABER“.

    Dem will ich nachkommen und zwar mit der Anmerkung, dass ich eines gelernt habe: Es gibt in der bunten Business Welt Mitbewerber (= Feind), und es gibt Konzerntöchter (= Erzfeind). Im Grunde ist die Büchse der Wer-bekommt wie-viel-vom-Kuchen-Pandora zumindest hinter den Kulissen wohl soeben geöffnet worden und die Kollateralschäden könnte sicher noch nicht mal Minister a.d. Jung wegdiskutieren (oder ignorieren). Da hilft es auch nichts rtl.de auf Hochglanz zu polieren – was nebenbei bemerkt aus meiner Sicht farblich gelungen ist – auch wenn die Übersichtlichkeit nunmehr dem deutschen Steuergesetz gleicht.

    Als Werbetreibender kann interner Zoff im Grunde egal sein, nur ob man dann insgesamt bessere Angebote bekommt, bleibt abzuwarten. Dabei geht es dann noch nicht mal darum, dass bei Tiefpreisforderungen das interne Hauen und Stechen losgeht. Auch was Flexibilität und kundenindividuelles Entgegenkommen angeht, darf man gespannt sein. Was passiert bei Nachlieferungen, Überlieferungen, Kompensationen etc.?

    Es wird auch nicht der letzte Versuch sein, Kooperationen zu schmieden und Fusionen sowie strategische Partnerschaften zu etablieren, um die Positionierungen im Markt zu verbessern. Aktuelle Beispiele wie hi-media/adlink, das Gemscheinschaftsportal top.de oder ToFo/adcloud zeigen den Weg. Vom Tisch dürfte auch noch nicht die (Zwangs-)Liaison Yahoo/Microsoft sein.

    Wir freuen uns jedenfalls über ein mediales Gerangel und bis dato dürfte es spannend werden auf der Achse Köln-Gütersloh-Hamburg. Schon jetzt freuen wir uns auf die ersten Folgen der neuen Daily Soap: Gutes Streiten, Schlechtes Streiten! Katy Saalfrank ist bereits in Alarmbereitschaft und freut sich auf neue Wuthöhlen und stille Serverräume und wir kaufen vergnüglich die Produkte, die Hartz4-Empfängern nachmittäglich feilgeboten werden. Erare Humanum Est!

  4. Ode an den Marktführer

    Nov 27 2009
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Liebe Freunde aus Düsseldorf mit dem PKW Zeichen der Landeshauptstadt Bayerns im Namen!

    Ihr, die Ihr ja bei Kunden und Nochkunden als eigentliche Erfinder von Behavioral Targeting auftretet und außerdem als einzige Agentur, die Behavioural Targeting überhaupt im Einsatz hat, habt uns erfreut mit einer eigenen Konsumenten-Befragung. Ihr ließt schalten und walten auf sueddeutsche.de (@Yahoo und SZ: Sag mal habt ihr denn gar keinen Schmerz mehr?) und warbt mit dem Slogan: „Ihre Werbung soll schöner werden“.

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    Dies, lieber Agenturgoliath, ist höchst ehrenwert und wird sicher den Konsumenten zum Klick verführen. Sie hätten aber auch gleich schreiben können: „Verbessern Sie das, was Sie eh nicht leiden können“. Nun denn, altes Schlachtschiff, wir haben geklickt und kamen auf einen Fragebogen, der uns auf 17 Seiten mit unzähligen Multiple Choice Fragen so spannende Details entlockte wie Fragen nach sozialer Gerechtigkeit und sexuellen Vorlieben. Nebenbei wollte man noch die aktuelle PKW-Marke und die Bank des Vertrauens herausfinden.

    Nun weiß ich ja, dass ihr im Markt wirklich was reißt. Aber glaubt ihr, dass Otto Normalsurfer – auch wenn es der von Euch so sehr gesuchte LOHA ist – einen Endlosfragebogen ausfüllt, euch persönliche Daten anvertraut und das alles ohne Incentivierung? Ich habe schon Befragungen mit weit weniger Fragen durchgeführt und kann nur sagen: Meine Herren, da haben Sie noch was vor sich, um Fallzahlen auf Einzelaspekte zu bekommen, die den Nano-Bereich übersteigen.

    Interessantes tat sich auch auf, als mein Kollege sein Alter mit 65 Jahren – zugegebenermassen ein wenig tatsachenentfremdet – eingab. Dann nämlich war die Befragung zu Ende und man bedankte sich für die Teilnahme. Nun lieber Branchenprimus, dass fanden wir dann doch ein wenig diskriminierend – oder haben ältere Menschen bei Ihren Kunden keine Daseinsberechtigung? Das ist wirklich Schade, da die demografische Entwicklung nicht nur Ihre Zielgruppen in Greisenhaft nimmt. Auch Sie, liebe Networkler, werden irgendwann mal alt sein. Und es wäre doch schade, wenn Sie nicht von der zielgruppengenauen Aussteuerung profitieren könnten, die Sie einst entwickelt haben. Da hätte man zudem sicher noch ne Studie über Silver Surfer im Netz draus machen können, ohne Mehrkosten, ganz im Sinne des Hauses. Und auch Menschen unter 19 gibt es in Ihrer Welt nicht. Aber da will ich nicht meckern, denn ich habe ja gerade festgestellt, dass es diese Zielgruppe bald nicht mehr geben wird. Alles in allem ist es aber doch nur recht und billig, wenn Sie uns Ihre Kunden geben, die eher Jugendliche und ältere Menschen adressieren. Wir würden zumindest versuchen, die Damen und Herren mit unserem Targeting zu adressieren und glücklich zu machen. Für die schöne Werbung sorgen wir dann auch – versprochen. Zuschriften mit Bild und Budget senden Sie bitte an info@mediascale.de.

    Es grüßt von Herzen

    Derjenige, der im Fragebogen das Geschlecht gewechselt hat und jetzt Mitte 40 ist, kein Auto fährt und auch nicht so viel Kohle hat – weswegen das Konto bei der Sparda Bank auch Sinn macht. Außerdem wünsch ich mir nichts sehnlicher als Weltfrieden und sozialen Ausstieg sowie einen zügigen Atomkonsens ohne Laufzeitverlängerung. Kurzum:

    Ein LOHA

  5. mediascale jetzt auch in Österreich tätig

    Nov 19 2009
    Tele2 "Volles Rohr! Extra"

    Tele2 "Volles Rohr! Extra"

    Ab sofort dürfen wir auch einen Kunden aus dem österreichischen Markt zu unserem Kundenstamm zählen: Tele2.at.

    Für mediascale bedeutet das den Eintritt in einen spannenden Markt. Für mich persönlich heisst es: Geschäftsreisen nach Wien – eine ganz wunderbare Stadt, wie ich finde ;-)

    Seit dem 13. November läuft die erste Kampagne von Tele2 Österreich über unseren Server, die das Kombiangebot “Volles Rohr! Extra” (Breitband-Internet und Telefonie zum halben Preis) bewirbt.

    Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass sich Tele2.at, der größte alternative Telekom-Komplettanbieter in Österreich, trotz nationaler Bewerber, für uns entschieden hat. Unser Auftrag in dieser Kampagne: Über eine zielgerichtete Ansprache Neukunden für das Produkt zu werben. Parallel zur Performance-Kampagne läuft eine Branding-Kampagne die die gleichnamige Tele2-TV-Werbung ins Netz überträgt und dadurch gezielt auf die Marke einzahlt. Alle, die sich selbst ein Bild machen möchten, schauen am besten gleich heute (19.11.) auf  GMX.at oder noch bis Mitte Januar bei den österreichischen Seiten MSN.at, ORF.at, heute.at oder krone.at vorbei.

    Und wenn ich in nächster Zeit einen Tag geschäftlich unterwegs bin – dann vielleicht im großartigen Wien ;-)

  6. Mit einem Klick ins Performance Paradies

    Nov 17 2009
    Alexander Emmendoerfer

    Alexander Emmendoerfer

    Gut 80% unserer New Business Kontakte wollen es machen, gut 60% aller Kollegen aus anderen Abteilungen der Agenturgruppe finden es toll, und in mindestens 50% aller Vorträge zum Thema E-Mail-Marketing wird es ebenfalls als “Königsweg” zum performanceorientierten E-Mail Marketing beschrieben: das Aufzeichnen von Klicks in E-Mails und das Nutzen dieser Informationen zur effizienteren Aussteuerung von Botschaften über E-Mail.

    Die Erfahrungen der letzten Monate haben gezeigt, dass bei vielen Unternehmen die Botschaft jedoch noch nicht angekommen ist. Also hier noch einmal:

    DAS AUFZEICHNEN VON KLICKS IN E-MAILS IST NICHT ERLAUBT!

    Dabei ist es irrelevant, ob man die Informationen aus dem Klickverhalten wirklich für eine bessere Zielgruppenansprache nutzt. Schon alleine das Speichern von Informationen zu einer bestimmten E-Mail-Adresse ist nicht gestattet. Natürlich ist es erlaubt, die Anzahl der Klicks statistisch zu messen, um so wichtige Kennzahlen wie die Klickrate oder eine Klick-Conversion zu berechnen – solange die Information eines Klicks nicht zusammen mit einer einzelnen E-Mail Adresse gespeichert wird. E-Mail Adressen sind personenbezogene Daten, die im besonderen Maße durch den Gesetzgeber bzw. durch einzelne Richtlinien geschützt sind. Und da ein Empfänger einer E-Mail nicht ohne ausdrückliche Zustimmung davon ausgehen muss, dass sein Klickverhalten aufgezeichnet wird, ist es verboten.

    Nun finde ich es nicht wirklich schlimm, dass unsere Kunden, Interessenten, oder auch die geschätzten Kollegen darüber teilweise noch anders denken – hier liegt es an uns, für Aufklärung zu sorgen. Was ich sehr interessant finde ist, wie hartnäckig sich dennoch dieses “Gerücht” hält, das Aufzeichnen von Profildaten sei erlaubt. Die letzten Monate mit den teils unklaren, teils verwirrenden Wasserstandsmeldungen rund um das Thema Datenschutz und E-Mail-Marketing, haben sicher nicht zur Aufklärung beigetragen. Dennoch finde ich es höchst erstaunlich, wie sehr die Informationen aus dem Klickverhalten der Nutzer nach wie vor alle Beteiligten faszinieren. Zugegeben, es hört sich sehr verlockend an, und es ist auch immer noch dazu geeignet, meine Großmutter innerhalb von 10 Sekunden von den Vorteilen eines effizienten E-Mail-Marketings zu überzeugen: Ich schaue einfach, wer im ersten E-Mail beispielsweise auf das Produkt Fernseher geklickt hat, und im nächsten E-Mail gibt’s dann die volle Dröhnung zum Produkt Fernseher im Detail… Cool. Streuverluste und falsche Botschaften ade. Nur leider… na, Sie wissen schon.

    Dennoch gibt es auch eine gute Nachricht: das ist alles gar nicht so schlimm. Nach unseren Erfahrungen im performanceorientieren E-Mail-Marketing, gibt es eine ganze Reihe an Optimierungsmöglichkeiten, die weit mehr Potential haben als die verbotene Aufzeichnung des Klickverhaltens! Leider bleibt mir hier nicht genug Platz diese Möglichkeiten entsprechend darzustellen, aber eine kleine Rechnung soll wenigstens helfen das Thema Klickverhalten realistisch zu verorten: Nehmen wir an, 30% aller Empfänger öffnen eine E-Mail und 10% der Öffner klicken auf einen abgebildeten Fernseher. Dann habe ich von 3 % aller Empfänger meiner E-Mail die Information “Jetzt Fernseher-affin”. Nun versende ich eine neue Mail an diese 3 %-Gruppe, gerne auch mit passender Betreffzeile. Wenn 50% aller Empfänger die Mail anschließend öffnen und noch einmal tatsächlich 50% auf die tollen Fernseher klicken, habe ich nach Adam Riese 0,75% meiner Newsletter-Empfänger zu den Fernsehern im Web-Shop gebracht… Na, zufrieden? In unseren Auswertungen hätten wir das vielleicht gerade noch in den Anhang genommen.

    Verstehen Sie mich nicht falsch: natürlich wäre auch ich froh, sollte es eines Tages erlaubt sein, das Klickverhalten aufzuzeichnen. Daran glaube ich zwar ohne ausdrückliche Genehmigung nicht, aber langfristig könnte man damit sehr interessante Profilinformationen über Interessenten sammeln. Solange das nicht der Fall ist, erübrigen sich aus meiner Sicht alle weiterführenden Gedankenspiele dazu.
    Ende der Diskussion!

    Oder der Anfang?
    Schreiben Sie mir gerne Ihre Meinung!

  7. Werber unzufrieden mit Zeitungs-Websites

    Nov 05 2009
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Bei der morgendlichen Lektüre einschlägiger Fachpublikationen stieß ich heute auf einen Beitrag mit oben genannter Überschrift auf meedia.de. Es geht in dem Artikel darum, dass die Werbetreibenden im Bereich Online den digitalen Zeitungsablegern besonders schlechte Noten im Bereich Auftritt und Werbeleistung attestieren. Die goldene Himbeere darf nebenbei bemerkt ein TV-Ableger in seine Trophäensammlung aufnehmen.

    Nun frage ich mich, wie meine persönliche Bewertung für den deutschen Markt ausfällt? Kann man pauschal urteilen, dass Zeitungsderivate im Onlinebereich besonders schlecht oder gut sind? Ich sage: NEIN, pauschal möchte ich das nicht sagen. Aber JA, es gibt Bereiche, da haben die Kollegen der digitalisierten Offlinezunft Nachholbedarf!

    Zunächst möchte ich die Frage beantworten, wie ich Zufriedenheit definiere. Für mich beinhaltet das drei Dimensionen: Preis-/Leistungsverhältnis, Reichweite und fähiges Personal, welches guten Service in allen operativen Belangen gewährleistet.

    Geht es um das Preis-/Leistungs­verhältnis, so haben/hatten die tradierten Medienhäuser zumeist insbesondere ein Problem mit der Flexibilität. Plötzlich brach der Ruf nach Performancekampagnen aus, wie der Vesuv über Pompeji und es durchzuckte sie der alte Reflex: Ist neu, ist ne Herausforderung, lehnen wir ab. Als plötzlich die Erlöse erodierten wie der Boden in der Sahelzone, machten einige die Schleusen auf, um genau das zu erzielen, was sie eigentlich immer vermeiden wollten: Eine Preisspirale, die sich rasant gen Erdmittelpunkt bewegt. Dave Katz, der sich im Artikel äußert, hat meiner Meinung nach richtig analysiert, wenn er sagt: „Es könnte sein, dass das Digital-Geschäft lange Zeit bei ihnen nicht im Fokus stand.”  Es wurde zu lange an alten Gewohnheiten festgehalten und der dynamische Onlinemarkt überforderte die antiquierten Muster. ABER: Viele Medienhäuser haben aufgeholt, viele haben gelernt und viele haben ihre reinen Webkollegen inzwischen überholt. Das alte Schlachtschiff Printhaus mag zwar schwer in Gang kommen, aber bei voller Fahrt fädelt es sich des Öfteren auf der Überholspur ein.

    Wenn wir über die Reichweite sprechen, attestiere ich der Zeitungsbranche eine inzwischen sehr gute Abdeckung und diese zumeist auf qualitativ hochwertigem Niveau. Nun mag die eine oder andere Zeitung inzwischen auch zum PI-Schinder verkommen sein (ich will mal keine Namen nennen;)), dennoch ist eine Belegung in der Regel mit passablen Conversions verbunden. Jedenfalls  ist mir eine mittlere Reichweite mit guten Performancewerten lieber, als gehypte Sozialfälle à la Web 2.0, deren Volumen man häufig mit dem Hirn eines Elefanten gleichsetzen kann: Sehr groß, mit wenig inhaltlicher Substanz! Umgekehrt darf man die Propagandalektüre des VDZ, die in den vergangenen Tagen in meiner Schneckenpost landete, nicht überbewerten. Es ist halt nicht alles Gold, was glänzt, liebe Zeitschriftenverleger.

    In Bezug auf das fähige Personal und den zwischenmenschlichen Faktor kann ich im Grunde keine direkte Trennlinie ziehen. Es gibt über alle Anbieter hinweg Fälle, in denen ein smarter Verkäufer für Höheres geboren wurde, das BackOffice  allerdings auf einem Niveau agiert, dass vergleichbar dem Spiel der Bayern in der 2. Halbzeit gegen Bordeaux ist. Umgekehrt wiederfährt einem auch nur zu oft eine gute Abwicklung, die  mit überschaubaren Talenten im Vertrieb auch nicht zu einem Optimum des Vermarktungspotenzials führt.

    So bleibt mir als Fazit, dass die Studie von der Insel in Teilen das reflektiert, was wir auch auf dem deutschen Markt erleben. Eine Pauschalisierung greift allerdings zu kurz und führt im Zweifel nicht weiter. Und ALLE die was anderes behaupten sind blöd ;-) !

  8. Muss Windows 7 Web 5.0 können?

    Okt 28 2009
    Tobias Wegmann

    Tobias Wegmann

    Zum offiziellen Marktstart des neuen Microsoft Betriebssystems Windows 7 am 22. Oktober 09 gab es fast nur positive Kommentare von allen Seiten. Nach langem Aufstieg scheint  das Betriebssystem-Team bei Microsoft endlich einen Gipfel mit Aussicht erreicht zu haben. Ich selbst arbeite mit Windows 7 seit dem  RTM-Candidate im August und kann das ausdrücklich bestätigen.  Tatsächlich habe ich  mich seit der Installation noch nie über das System geärgert.  So ein Dauerhoch  in der eheähnlichen Beziehung, die man zu seinem engsten Arbeitspartner pflegt, grenzt schon an  ein kleines, dankbar  registriertes Wunder. Die Computerexperten vom Feuilleton der Süddeutschen Zeitung  sind jetzt die ersten, denen Windows 7 ganz und gar nicht gefällt. In der Montagsausgabe der SZ räumen sie dafür eine halbe Seite frei  (online zu lesen unter unter: http://www.sueddeutsche.de/computer/905/492264/text/ ). Dort erklären Sie  uns wortreich und bildungsschwanger, dass Windows 7 zwar ganz toll funktioniere, im letzten aber ein völlig verfehltes Produkt darstelle, da es nicht geignet sei, uns in den “wolkigen Raum  des Überall-Computings“ zu führen.  Letzeres ist  faktisch sicher richtig, nur, wie bitte soll denn das vernetzte Computing der Zukunft überhaupt aussehen? Es wird im Moment auf der Welt nur sehr wenige Menschen geben, die eine ernsthafte Vision von der Softwarewelt der Zukunft haben und auch diese werden sich später zum größten Teil böse geirrt haben, so lehrt es jedenfalls die  Erfahrung. Ein Betriebssystem, das heute auf den Markt kommt, kann kaum dafür haftbar gemacht werden, die unzähligen  Windungen  und Sackgassen auf dem Weg vom Jetzt in die glorreiche Wolke 5.0 schon  vorauszudenken. Bestenfalls kann es sauber Geräte aller Art vernetzen, sicher funktionieren und auch noch Spaß machen. All dies leistet Windows 7 und auch die SZ würde dies wahrscheinlich würdigen, käme das System nicht von Microsoft, sondern von einem der beiden Softwarehäuser, denen  der Zeitgeist des Feuilletons gewogener ist.

  9. Targeting: Wer zielt besser, Vermarkter oder Agenturen?

    Okt 26 2009

    Im Rahmen der dmexco-Conference trafen sich in der Debate Hall Dr. Oliver Rengelshausen (Leiter E-Commerce Thomas Cook), Stefan Noller (CEO Nugg Ad), Wolfgang Bscheid (Geschäftsführer mediascale), Matthias Pantke (Geschäftsführer AdScale), Oliver Busch (Geschäftsführer ad pepper media), Thomas Duhr (Leiter des Arbeitskreises Targeting im BVDW und Vize-Präsident IAB Europe) sowie Dr. Clemens Riedl (CEO StudiVZ) und diskutierten darüber, wer denn nun das bessere Targeting anbietet – Agenturen oder Unternehmen? Eins schonmal vorweg: Media Agenturen wie mediascale haben hinsichtlich Targeting einen großen Vorteil. Denn im Gegensatz zu einzelnen Werbenetzwerken, können sie Nutzerprofile portfoliounabhängig sammeln. Alle weiteren Antworten zeigt das offizielle Video zur Targeting Debatte auf der dmexco 2009:

  10. Strategischer Schachzug oder heiratet Not eher Elend?

    Okt 22 2009
    Wolfgang Bscheid

    Wolfgang Bscheid

    United Internet Media (UIM) und wunderloop “verschmelzen” ihre Targetingsysteme, melden die Kolleginn/en der Internetworld Business heute. Was soll man von dieser Elefanten-Hochzeit halten? Löst dieser Zusammenschluss wirklich eines der grundlegenden Probleme bei vermarkterseitigem Targeting? Oder vermählt sich da Not mit Elend? Richtig ist, dass durch die Hochzeit das wunderloop-Portfolio nun noch ein Stück wächst. Nur leider gibt es sowohl unter den AGOF-Reichweiten, als auch unter den unabhängigen Sites und unter den Vermarktern noch genügend Marktpartner, die nicht auf wunderloop setzen. Und genau hier liegt das wirkliche Problem. Es ist am Ende des Tages fast egal, wie gross das wunderloop-Portfolio ist, solange es nicht alle bzw. alle relevanten Sites enthält. Denn somit läßt sich mit einer solchen Lösung immer noch KEINE übergreifende Planung realisieren. Aus Sicht der Werbekunden und Agenturen ist sinnvolles Targeting aber NUR so als übergreifende Lösung wirklich handhabbar. Und dafür gibt es derzeit nur einen vernünftigen Lösungsansatz: Das Targeting kommt von der Agentur und wird dann auf alle in der Planung enthaltenen Reichweiten angewendet.

    Vielleicht hat die Verbindung von UIM und wunderloop aber auch einen viel banaleren Hintergrund: Beide Unternehmen haben in den letzten Jahren nicht unerhebliche Mittel in ihre Systeme investiert. Sowohl wunderloop als auch UIM sprechen von jeweils 40 Mio. Euro.  Seien wir ehrlich: Zwar wird das Thema Targeting heute mit Sicherheit häufig und heiß diskutiert, bisher konnten die realen Umsätze jedoch nicht die hohen Erwartungen der Unternehmen erfüllen. Demnach wäre die Vermählung also eher eine arrangierte Vernunft-Hochzeit, um dem Kostendruck Rechnung zu tragen. Zumal alle Bemühungen von United Internet Media, das hauseigene TGP-System als übergreifende Lösung zu etablieren, bisher gescheitert sind.

    Wir wünschen den frisch Vermählten, dass nach dem Presserummel genügend Tafelsilber auf dem Hochzeitstisch landet. Und wenn Sie Ihre Meinung zum Deal loswerden wollen: die Umfrage gibt es hier.

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