
Dominik Frings
Keine Sorge, ich möchte mich mit der Überschrift nicht selbst beschreiben, sonst hätte ich wohl “smart” weggelassen. Aber immer wenn ich das Gefühl habe, alles gesehen zu haben, kommt doch wieder etwas um die Ecke, wo ich mir nur verwundert die Augen reibe. So geschehen bei dem Video-Interstitial, dass mir auf meiner Startseite wuv.de begegnete. Zunächst bleibt festzuhalten, dass die Werbeform zwar unheimlich innovativ daherkommt, aber so gesehen schon ein alter Hut ist und zudem unglaublich nervt (und hier spreche ich als User). Als dann der Ton losvuvuzelate, musste ich allerdings schnell den Mousezeiger hindern, den „Schließen“-Button zu betätigen, denn es war nicht irgendeine Werbung. Nein, es war der (ACHTUNG!) 60-Sekünder, der die Wahl zur Miss Media bewarb.

60 Sekunden sind natürlich für ein Online-Video eine total übliche Laufzeit. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass User im Netz gerne 2-Minüter über sich ergehen lassen, bevor der eigentliche Content startet. Inhaltlich wurde der sehr runde Eindruck dann wunderschön aufgegriffen mit den zwei blonden Damen, die im leicht säuseligen Ton die Features einer Miss Media charakterisieren (stark, smart, sexy soll SIE sein!). Chefredakteurin hin oder her, es ist eine bedenkliche Entwicklung, sich als Heidi für Mediamusen hinzustellen und Frauen zu suchen, die Gucken, Laufen und Präsentieren können.
Sie fragen jetzt zu Recht, ob es nicht vielleicht noch weitere Steigerungen geben kann und ja, in meinem stetig brodelnden Gehirn haben sich bereits die ersten Ideen angesammelt, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte. Wie wäre es mit dem Format „Deutschland sucht den Superplaner“, bei dem eine Jury aus anerkannten Experten die Kandidaten auseinandernehmen. Parallel könnte Detlev D. Soost den Delinquenten den Marsch blasen. Alternativ hätten wir noch ein flottes „Bauer sucht Agenturverkäufer Süd“ (Sorry Boris, aber der musste raus). Als finalen Exitus kommt dann “Big Planner”, bei dem zehn ausgewählt unterbelichtete Juniorplaner 100 Tage in ein Büro gesperrt werden und versuchen müssen eine Planung zu erstellen, bei der nur Guerilla, Social Media und Teletext vorkommen und mit den AGOF internet facts hergeleitet werden soll. Währenddessen müssen die Herrschaften schwere Prüfungen bestehen, z.B. ein Häschenkostüm anziehen und im Garten Screenshots suchen oder sich bei DDB als Social Media Manager bzw. Channel Planner bewerben. Ich freue mich jetzt schon und suche nach einem geeigneten Produzenten. In der Zwischenzeit muss ich den Miss Medias leider mitteilen: Es tut mir leid, ich habe heute leider kein Foto für euch!





