mediascale - innovative medienvermarktung
Klartext!
  1. „Wetten, dass Glücksspiel anstrengend werden kann?“

    Sep 09 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Wetten, dass Oddset und die Staatslotterie in Berufung gehen!?

    Wetten, dass Glückspiel süchtig macht und die Teilnahme erst ab 18 Jahren erlaubt ist!?

    Wetten, dass trotz der Öffnung viele Anbieter ihren Firmensitz auf Malta, Jersey, oder in Gibraltar behalten werden!?

    Wetten, dass der Klimawandel morgen noch nicht da sein wird!?

    Wetten, dass die Zahl der kritischen Stimmen zur dmexco-Party wieder deutlich die Zahl derjenigen übersteigen wird, die sie gut fanden!

    Wetten, dass ich bald jeden Freitag wieder tipp24.de Pop-Under bekomme!?

    Wetten, dass es auch morgen wieder regnet!?

    Wetten, dass sich die Brand Targeting Initiative auch am Anfang sehr schwer tun wird!?

    Wetten, dass ich es schaffe, einen kompletten Blogartikel zu verfassen, in dem in jedem Satz „Wetten, dass…?“ steht!?

    Wetten, dass „Wetten, dass…?“ bald von bwin oder einem Wettanbieter ihrer Wahl gesponsort wird!?

    Wetten, dass ich beim Spiel FC Tegucigalpa vs. Belize Horizonte nicht den richtigen Tipp abgeben werde!?

    Wetten, dass ich beim Gebrauchtwagenhändler mit Kombi-Wette auf Unverständnis stoße!?

    Wetten, dass wenn sie soweit gelesen haben und es am Anfang auch noch ganz witzig fanden, so langsam den Nerv verlieren!?

    Wetten, dass ich jetzt aufhöre!?

    [Verloren!]

    Wetten, dass mir noch ganz viel einfallen würde, ich aber nun den Rechner runter fahre!?

    Wetten, dass ich das ernst meine!?

    Wetten, dass es jetzt wirklich reicht!?

    Wetten, dass ich es nun auch einsehe!?

    [Gewonnen!]

  2. VAST ist gar nicht wüst

    Sep 09 2010
    Tobias Wegmann

    Tobias Wegmann

    Wenn Techniker sich Produkte ausdenken oder Standards definieren, so lassen sie bei der Namensgebung meist alle Hemmungen fallen und erfinden  Begriffe, die kein Juniormarketer durchgehen lassen würde. Sie verewigen ihren Lieblingshorrorfilm, das Kuscheltier, das sie als Kind vollgesabbert haben oder verunglimpfen den Vornamen ihrer Schwiegermutter. Ähnliches ist den Kollegen beim Internet Advertising Bureau auch bei  der Schöpfung von VAST gelungen, einer Abkürzung, die so scheußlich ist, dass wohl niemand spontan etwas Positives mit dem Begriff verbinden wird.

    Dabei ist VAST eine durch und durch begrüßenswerte Neuerung, die der ganzen Branche die Arbeit erleichtern wird. VAST steht für  Digital Video Ad Serving Template und müsste damit eigentlich DVAST heißen – aber das  war wohl nicht wüst  genug. VAST soll helfen, die technische Zusammenarbeit der Marktpartner, das heißt der Websitebetreiber, Vermarkter und Agenturen, im Bereich der  Instreamwerbemittel so einfach (naja, einfach…) und unkompliziert zu machen, wie sie es bei den üblichen Onlinekampagnen auf den Standardwebeplätzen endlich geworden ist.

    Die Herausforderung im Bewegtbildbereich ist vor allem die Kommunikation zwischen den Filmplayern und den Adservern. Im Gegensatz zu Standardwerbeformen, die über einen Werbeplatz des Adservers ausgeliefert werden können, muss im Bewegtbildbereich die Werbung über den Player mit Hilfe eines XML Sheet gestartet werden. Um  hier eine reibungslosere Abwicklung der Kampagnen zu gewährleisten stellt VAST einen Standard bereit, der die Kommunikation zwischen dem Player und dem Adserver regelt. Dadurch wird es möglich, dass auch bei Streaming-Videos der Werbespot problemlos durch den Adserver der Agentur oder des Kunden im Redirectverfahren ausgeliefert werden kann. Er muss also nicht mehr physisch beim Vermarkter angeliefert werden, um von diesem eingebaut und ausgeliefert zu werden.  Auch für das Tracking der unterschiedlichsten Filmevents wie SpotStart, SpotStop, SpotCompleted, Replay, Fullscreen und einige mehr, stellt VAST vordefinierte Trigger zur Verfügung, die das Adservertracking dann nutzen kann. Ab diesem Herbst werden alle  namhaften Vermarkter und Videodienstleister in Deutschland VAST im Grundsatz unterstützen, so lauten zumindest die Absichtserklärungen.

    Und wir freuen uns  dann schon auf VPAID. Das ist kein revolutionär neues Abrechnungssystem für Pornovideos, sondern die Abkürzung für Video Player-Ad Interface Definition, ebenfalls ein IAB-Standard.  Damit soll es möglich werden auch Interaktionen in Videostreams standardisiert über alle Player und Dienstleister zu steuern, was innovativen Kampagnenideen sicher häufiger als heute zur Umsetzung verhelfen wird.

  3. Branchentreff dmexco – sind Sie auch dabei?

    Sep 07 2010
    Agnes Ley

    Agnes Ley

    Am 15. und 16. September ist es wieder so weit: Unsere Leitmesse, die dmexco in Köln, öffnet zum zweiten Mal ihre Pforten. mediascale ist auch dieses Jahr wieder auf der wichtigsten Branchenmesse für das Online-Marketing unterwegs. Dabei sind wir für unsere Kunden auf der Suche nach neuen Trends, informieren uns zu neuen Platzierungsmöglichkeiten und freuen uns auf anregende Gespräche.

    Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen in diesem Jahr einen Besuch in der Speaker´s Corner der dmexco. mediascale Geschäftsführer Wolfgang Bscheid hält dort am ersten Messetag um 16 Uhr einen kurzweiligen Vortrag zu einem unserer spannendsten Kampagnen des Jahres: die Markteinführungskampagne der OTTO-Tochter mirapodo. Dabei erwartet Sie – wie bei der Speaker´s Corner üblich – keine 90-seitige Powerpoint Präsentation, sondern ein spannender Vortrag in freier Rede, bei dem der Schwerpunkt auf die integrierte Aussteuerung der eingesetzten Maßnahmen und deren Ergebnisse gelegt wird. Neben praktischen Grundkenntnissen aus der Vernetzung von Displaywerbung, Search und eDialog belegt Wolfgang Bscheid den Kampagnenerfolg erstmals auch durch konkrete Werte, gemessen durch ein 360° Tracking. Sicherlich wird die ein oder andere Anekdote nicht fehlen, damit Sie auch einen Blick hinter die Kulissen erhaschen.

    Möchten Sie uns auch persönlich kennen lernen? Kein Problem – wir freuen uns auf einen Termin mit Ihnen! Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf und vereinbaren ein persönliches Beratungsgespräch. Nun bleibt mir nur noch, Ihnen viel Erfolg und Spaß auf der dmexco zu wünschen! Wir sehen uns!

  4. Die 10 besten Recycling Strategien

    Aug 31 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Viele haben es ja schon immer gewusst: Banken und Versicherungen kann man nicht trauen. Nun stellt sich noch heraus, dass die besagten Institute nicht einmal in der Lage sind, eine eigenständige Spotkreation zu entwickeln, sondern auf Spots und Filme zurückgreifen, welche unter Umständen von den eigenen Kunden im Schweiße ihres Angesichts erstellt wurden. Ist das nun ein Skandal oder eigentlich eher banal? Ich finde Letzteres, denn Recycling gehört nun schon seit Jahren zu einem unserer Grundwerte unter dessen Banner wir bald schon in der zweiten Generation Joghurtbecher ausspülen und die Tackernadel aus dem Teebeutel ziehen, damit Letzterer in die braune Tonne wandern darf. Es ist natürlich nicht okay, die eigentlichen Produzenten nicht gefragt zu haben. Allerdings geht es definitiv einen Schritt zu weit, wenn man Werbekopien mit dem Diebstahl von Kunst, Musik oder Patenten vergleicht. Es ist letzten Endes auch schon so viel produziert worden, dass es kein Wunder ist, dass sich gewisse Dinge wiederholen. Wobei es bei den Ergo- und UBS-Kampagnen sicher kein Zufall ist. Ein Armutszeugnis für die Kreativen ist somit aus meiner Sicht das Maximum an Verdammnis, welches ich hier für angemessen erachte.

    Nachahmen von bestimmten Prozessen oder Methoden eines Innovators oder Marktführers ist durchaus ja auch in einem gewissen Rahmen die Triebfeder allen Wirtschaftens – und wer wüsste es nicht besser als so manches Fachblatt. Auch hier gleichen sich des Öfteren die Inhalte und Aufmacher. Besonders beliebt ist zurzeit das Verwenden eines bestimmten Artikels (der, die, das), einer Zahl (insbesondere 7, 10 und 12),  eines Superlativs (besten, erfolgreichsten, wichtigsten), eines überbewerteten Themas  (Facebook, Twitter, Social Commerce) und des Wortes „Strategie“. Aus diesem Baukasten lässt sich problemlos für jede Woche eine Überschrift kreieren wie z.B.: „Die 10 besten Facebook Strategien“, „Die 12 erfolgreichsten Social Media Tools“, „Die 7 schlechtesten Newsflashs“,  „Die 10 schönsten Getreidesilos“, „Die 10 charmantesten 7 Geißlein“, „Die 12 wichtigsten Zahlen zwischen 1 und 100“,  „Die 7 nervigsten Aneinanderreihungen von Beispielen in einem Blogartikel“.

    Welche Publikation jetzt damit angefangen und wer es übernommen hat, dass lässt sich wohl nur schwer nachvollziehen. Es gibt aber eine gemeinsame Quelle von der sie alle abgekupfert haben: Die Bibel!!! Die Bibel ist das erste überlieferte Dokument, welches Zahl + x kombinierte, um es griffig in altertümliche Hirne zu impfen. Da sind die „10 Gebote“, die „7 Todsünden“, „die 10 Plagen“, „die 3 Weisen aus dem Morgenland“ und, und, und. Nur der Superlativ fehlt und die Strategie, aber Sünde ist Sünde und „die 10 beliebtesten Plagen“ wären vermutlich auch ein wenig irreführend gewesen und taugen höchstens für ein Sonja-Zietlow-Format um 20.15h.

    Tja meine lieben Leser, da muss wohl Ablass gezahlt und Vater Unser gebetet werden oder es wird nichts mit dem Himmel, weil Gott die Raubkopierer bestimmt auch nicht mag und sich ärgert, dass keine Gema-Gebühren an ihn abgeführt werden. Somit ist die nächste Naturkatastrophe vielleicht gar nicht einfach nur ein großes Unglück, sondern lediglich eine  einstweilige Verfügung vom Übervater vor dem Menschheitsgericht.

  5. Wenn die Friteuse brennt

    Aug 26 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Liebe Hollis,

    solltet ihr in diesen Sommerferien durch unsere Lande fahren, braucht ihr euch nicht zu wundern über das stete Lächeln, das wir Moffen (= abwertend für Deutscher) für euch übrig haben werden. Selbst das Verstopfen unserer Autobahnen mit euren LKWs (= Wassertomaten, Schnittblumen) noch das irrationale lenken eurer Wohnwagen (= Bummscontainer) wird uns dabei die gute Laune verderben. Versteht uns dabei aber bitte nicht falsch, denn wir lachen euch nicht an, sondern tendenziell eher aus. Das hat nichts mit der hart erkämpften Finalniederlage gegen die Toreros zu tun (s. Karate Frittje), sonden mit eurem neusten Geniestreich des allseits beliebten Holländischen Tourimusverbandes. Dieser rief die Seite frikandeljagd.de ins Leben und es ghört schon viel schlechtes Essen und ein langes verharren in überfluteten Poldern dazu, um dem Ganzen mehr abzugewinnen als Grenzdebilität.

    Mal ehrlich liebe Nachbarn, ich mag euch zumeist wirklich (= so lange es nicht um Fußball geht) und durfte ja selbst zwei Jahre unter dem Meeresspiegel wohnen. Dabei habe ich mich auch an so einiges gewöhnt (= Ausnahme: Hölländische Küche) und feststellen dürfen, dass euer Humor (= Spezialität: Weltkriegswitze)  ja durchaus weit entwickelt ist. Was ihr hier aber anstellt, dass kann man weder als östlicher Nachbar, noch als Betroffener, gut heißen. Bringt uns doch lieber Frau Antje in hochhackigen Holzschuhen zurück, erfindet einen Sylvie van der Vaart-Stimmverzerrer oder schenkt uns einen zweiten Rudi Carrell. Aber verschont uns bitte mit tanzenden Frikandeln die schlechte Wortwitze (derer ich mich in diesem Artikel auch für schuldig bekenne) und ihren Namen tanzen. Es ist nicht immer alles gut, was Sauce Special Media heißt und es kurbelt auch nicht zwangsläufig den Tourismus an.

    Dank u wel en prettig vakantie

  6. Klartext-Interview mit Tanja Gabler: “Hauptsache Online”

    Aug 19 2010

    tanja_gabler

    Was halten Sie vom Disput zwischen Bloggern und Journalisten? Warum mögen Sie Facebook oder Twitter und was nervt Sie daran? Klicken Redakteure auf Online-Werbung? Klartext ist neugierig und fragt bei ausgewählten Online-Experten und Fachredakteuren nach. Heute im Interview: Tanja Gabler, Bloggerin und Leiterin der Online-Redaktion von Internet World Business.

    Journalisten contra Blogger – ein Grabenkampf mit Happy End oder ein unsinniger Disput ohne Ende?

    Für mich sind Journalisten und Blogger Kollegen, die mit unterschiedlichen Stilmitteln beziehungsweise in anderen Textformen arbeiten. Viele Journalisten haben eigene Blogs – und viele Blogs werden längst in den klassischen Medien zitiert. Das liegt einerseits daran, dass die Qualität der Blogbeiträge gestiegen ist, und andererseits daran, dass viele (Online-)Medien ihr Misstrauen gegenüber dieser Ausdrucksform verloren haben.

    2.    Warum mögen Sie Twitter, Facebook und Co.? Und was nervt?

    Twitter ist wie ein Gespräch unter Freunden, in das ich mich einklinken kann, wenn ich Lust darauf habe. Hier bekomme ich in Sekundenschnelle Antworten auf Fragen. Ich erfahre, wer was zu sagen hat und welche Themen die Branche gerade bewegen. Nervig ist nur, wegen Pressemeldungen nicht nur über Mail und Telefon, sondern auch über Twitter und Facebook kontaktiert zu werden.

    3.    Welche aktuellen Themen und Kampagnen der Online-Branche bewegen Sie derzeit?

    Am spannendsten finde ich im Moment Social Media: wie soziale Netzwerke die Art prägen, wie wir Informationen erhalten und weitergeben – und wie sie den Umgang zwischen Unternehmen und Verbrauchern verändern. Ein großes Thema, über das wir auch bei internetworld.de viel berichten, ist derzeit die Erfolgsmessung von Marketingaktivitäten auf Facebook oder Twitter. In diesem Bereich bewegt sich gerade viel.

    4.    Targeting und Profiling sind…

    … wenn sie gekonnt eingesetzt werden, wichtige Instrumente für Werbetreibende, um User mit bestimmten Interessen oder Merkmalen zu erreichen. Die Anonymität der Internetnutzer sollte selbstverständlich gewahrt bleiben.

    5.    Was halten Sie von Internet-Hypes wie ‚Chatroulette‘? Und welche Seite im Netz würden Sie verbieten, wenn Sie könnten?

    Bei Chatroulette habe ich schon Tränen gelacht. Wer’s nicht glaubt, soll’s ausprobieren, am besten mit einer Frau vor der Webcam. Gut gefallen hat mir auch die FCUK-Kampagne, bei der Chatroulette-User einen Einkaufsgutschein gewinnen konnten, wenn es ihnen gelang, eine Frau von sich zu überzeugen. Welche Seiten ich verbieten würde? Da ich gegen Zensur bin, nur jene, die ohnehin illegal sind.

    6.    Haben Sie einen Pop-Up-Blocker im Browser? Und wie gehen Sie mit Werbung im Netz generell um?

    Ich hab keinen Pop-up-Blocker aktiviert. Denn nur über Werbeeinnahmen ist es möglich, journalistische Inhalte für die User kostenlos anzubieten. Deshalb stehe ich Werbung positiv gegenüber, auch wenn ich mich selbst nur schwer zum Klick auf Banner verleiten lasse.

    7.    Wenn Sie heute nicht Fachjournalistin für die digitale Wirtschaft wären, dann…

    … wäre ich in der PR oder im Marketing tätig. Hauptsache online.

    Haben Sie Folge 1 unserer Interviewserie verpasst? Hier finden Sie das Interview mit Jens von Rauchhaupt, dem stellv. Chefredakteur von Adzine.

  7. Straßenschlacht im falschen Graben

    Aug 17 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Fühlen Sie sich auch unwohl, wenn fremde Leute an Ihrem Haus vorbeigehen und von außen durch ihre Gardine sehen? Ach, Sie haben gar keine und die Leute gucken eh schon auf Ihren Tisch? Dann wäre doch eine natürliche Reaktion, entweder eine Gardine aufzuhängen oder sich einfach nicht daran zu stören, oder? Anders scheint es dem Bürger zu gehen, wenn jemand per Internet auf die Räuberhöhle oder das Bettlaken mit der Goldkante schaut. Dann plötzlich liegt ein ganz anderer Tatvorwurf vor. Wobei unklar ist, warum sich mehr Leute am Rechner vor ihr Fenster verirren sollten, als Passanten im Leben 1.0 ihre Straße durchstreifen. Wenn ich nun den Street Viewern verbiete die Fassade zu filmen, müsste ich konsequenterweise auch jedem Fußgänger verbieten, mein Haus anzuschauen. Ich bin bei weitem kein Rechtsexperte, halte aber den hierfür notwendigen Aufwand zur Überwachung für überproportional. Es ist faktisch so, dass wir die einzige staatliche Behörde, die sich der Aufgabe gewachsen gefühlt hätte, vor rund 20 Jahren zu Grabe getragen haben. Ein neues „Ministerium für Street View Sicherheit“ (kurz MFS) dürfte in Zeiten knapper Kassen und unter der Prämisse der Ausweitung auf den imperialistischen Lebensraum im Westen, nur schwer umsetzbar sein.

    Eine andere Frage die mich beschäftigt ist, ob ich zukünftig mit gepixeltem Balken vor dem Gesicht in die Kneipe, den Supermarkt oder den Strapsclub gehe? Das wäre ja nur konsequent, wenn ich alle Gesichter auch bei Street View verfremdet sehen möchte. Ich für meinen Teil habe aber entschieden, die Pixelbalken wegzulassen, da ich mich in den seltensten Fällen in Öffentlichkeit traue, wie ich niemals gesehen werden möchte. Und ob in einem dieser seltenen schwachen Momente gerade der Google-Spähpanzer anrückt, darf dann auch eher als unwahrscheinlich gelten. Im Zweifelsfall kann man ja auch noch die sich natürlich bietenden Deckungen nutzen (Autos, Bäume, Rentner) oder mit einem geistesgegenwärtigen Sprung in die Hecke dem Big Googler entkommen. Anders formuliert sehe ich es so: Wer sich öffentlich bewegt, muss damit rechnen gesehen zu werden und wer ein Horizontalcenter betritt sollte sich bewusst sein, dass der Eingang nun mal an der Straße liegt, eine Kamera (!!!) hat und die Damen tendenziell Sekt dem Selters vorziehen. Somit ist die Street View Debatte in meinen Augen hoffnungslos gegenstandslos. Wenn mir dann  noch Politiker erzählen, dass sie ihr Domizil nicht verpixelt sehen wollen, muss ich auch die berechtigte Forderung vertreten können, dass eben jene Politiker auch in den Nachrichten nicht mehr scharf gezeigt werden und ihre Stimme wie die von Micky Maus klingen müsste. Denn der Politiker verlangt einen Schutz vor dem gemeinen Volk. Ich (als Teil des gemeinen Volkes) verlange einen Schutz vor den Politikern. Wer rettet uns denn vor den Westerwelles, Ernsts, Profallas, Roths und Heils dieser Welt? Da unterschreibt mir auch kein Gericht eine einstweilige Verfügung.

    Neben der Absurdität der Debatte wird dabei auch deutlich, dass weder Bevölkerung noch Politik verstanden hat, wo die Probleme liegen und wo nicht. Die gleichen Leute die sich jetzt über Momentaufnahmen beschweren, löschen vermutlich nie ihre Cookies, nutzen G-Mail, haben ein App inklusive permanenter Ortung auf ihrem Handy oder nutzen Android, dass eine Lokalisierung prinzipiell möglich macht. Wer sich Gedanken um Sicherheit und Datenschutz macht, sollte hierüber diskutieren, sonst macht er sich lächerlich oder aber er fürchtet den Donner mehr als den Blitz.

  8. Wenn der EuGH die Pforten öffnet…

    Aug 12 2010

    Taskin Erdem…muss man selbst sehen, wie man ab 14. September 2010 seine Marke beim Suchmaschinengiganten Google  schützt. Denn schon im März 2010 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) beschlossen, dass der Technologieanbieter auch in Deutschland zukünftig nicht mehr verantwortlich für Markenrechtsverletzungen bzw Markenschutz ist.

    Bis jetzt war es noch möglich und üblich, über einen „Trademark Complaint“ (Markenreklamation) sich als Unternehmen alle patentierten Markennamen über Google schützen zu lassen, so dass ausser dem Unternehmen und den von ihm genannten Ausnahmen keine anderen bezahlten Anzeigen bei den gesuchten Markenbegriffen automatisiert durch das Google-System erschienen.

    Jetzt wird alles anders…

    Es ist zwar gesetzlich immer noch so eine Sache, ob Marken in Anzeigentexten erscheinen dürfen – wohl eher nicht, jedoch seit 04.08. in US, Canada und Irland praktiziert – aber jeder darf jetzt jeglichen Markenbegriff bewerben und seine Anzeige auf Google und Partner schalten. Natürlich bringt es nicht jedem etwas über alle möglichen Markenbegriffe Traffic auf die eigene Seite zu bringen, mal ganz abgesehen von den Kosten die dadurch aufkommen würden, aber für Vergleichsseiten, Affiliates & Co. eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten.

    Was ist also zu erwarten?

    • Die Kosten für die supergünstigen Klicks für Markenbegriffe werden extrem steigen.
    • User werden von Anzeigen verunsichert, die nicht dem Markeninhaber gehören.
    • Markeninhaber, die bisher gute Rankings im nichtbezahlten Bereich hatten, werden zwangsläufig Markenbegriffe einkaufen müssen, damit sie nicht allzu große Trafficverluste hinnehmen werden.
    • Unternehmen werden vermehrt Geld und Zeit in den Markenschutz investieren, um über Tools rauszufinden, ob es zu Markenrechtsverletzungen kommt und dementsprechend rechtliche Schritte einleiten.
    • Google verdient mehr Geld.
    • Anwälte verdienen mehr Geld.
    • Anbieter für Tools zum Markenmonitoring auf Suchmaschinen verdienen mehr Geld.

    Was ist zu tun?

    Meine Empfehlung ist es, auf keinen Fall Kurzschlussentscheidungen auf Tages-, Stunden- oder Minutenbasis zu treffen und entweder ständig Klickpreise hoch und runter zu schrauben, Kampagnen abzustellen, Keywords von Konkurrenten einzubuchen oder noch schlauere Maßnahmen anzugehen. Bei Google Sturm zu klingeln wird übrigens auch nix bringen. Besser ist es, Ruhe zu bewahren und abzuwarten, ob alle, die auf fremde Marken bieten langfristig dabei bleiben, da ja Klicks über Fremdmarken höchstwahrscheinlich nicht zu Conversions führen und nur Kosten verursachen. Das heisst, nach einiger Zeit werden viele sich wieder nur auf die eigene Marke besinnen und aufhören, fremde Marken einzubuchen. Die Kosten für „Fremdbucher“ werden dank des Quality Scores sowieso immer höher sein.

    Eine weitere Möglichkeit ist es, sich mit Vertriebspartnern abzustimmen und somit aktiv dafür zu sorgen aus mehreren Kanälen Traffic für die eigene Marke zu erzielen und zwar ohne besondere Mehrkosten, aber dafür über mehrere Kanäle. Fast wie Double-Serving…

    Nach Einführung des Quality Scores und dem Streichen des Best Practise Funding ist dies der nächste Schritt von Google, schnell viel Geld zu verdienen und einige Leute zu verärgern.

  9. Zahlen bitte!

    Jul 30 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    “Die Zahl ist das Wesen aller Dinge”, sagte einst Pythagoras (der Erfinder der Dreiecks-Beziehung) und wusste vielleicht gar nicht, wie Recht er damit hat. Denn ein Wesen wiederum kann sehr launig sein, die Meinung plötzlich ändern oder aber Interpretationsspielraum für jedwede Form der Deutung ermöglichen. Wenn die Zahlen durch kleine Kniffe und große Griffe einer verzerrten Darstellung zugeführt werden, kann man sogar vom Unwesen sprechen. Gleiches gilt, wenn die Zahlen wirklich schlecht sind. Wie eine Zahl durch simple Verdrehung dann eine Aussage ermöglicht, die gar nicht haltbar ist, zeigt uns Herr Born sehr anschaulich in seinem sehr kurzweiligen Blog. Auch für Menschen, die mit Touristik – abgesehen vom Pauschalurlaub auf Malle – wenig zu tun haben, lohnt eine Lektüre der Beiträge des humorigen Professors.

    Eine besonders obskure Zahlenreihung findet sich auch jedes Mal dann wieder, wenn ein vertiefender Blick in die Nielsen und Thomson Statistiken ansteht. So valide die Zahlen für Offlinemedien auch sein mögen, in Online erweisen sich stückkostenbasierte Abrechnungsmodelle, eine verwirrende Vielzahl an Websites inklusive proprietärer Bereiche und eine mangelnde Flexibilisierung der Systeme als Wundertüte, deren Ergebnisse in Teilen an die hellseherischen Fähigkeiten des Orakels von Delphi erinnern. Leider werden – soweit mir bekannt ist – bei den Webstatistiken allerdings keine Priesterinnen mehr unter Drogen gesetzt und auch das Schlachten von Ziegen wurde erst neulich von einer EU-Verordnung gekippt. Der Einzige Trost ist, dass sich die Systeme immer relativ lange gleich irren und man aufgrund der Konstanz durchaus wiederum Veränderungen in den Kampagnenstrukturen der Mitbewerber ableiten kann. Ob man dann analog zu manchem Fachblatt die Werte ohne weiterführende Prüfung – trotz mahnender Worte – als bare Münze darstellen muss, ist eine bedenkliche Geschmacks­sache. Ich bin mir allerdings in einem Punkt sicher: Die Wahrscheinlichkeit, dass meine Freundin Top Spender bei Esprit ist, liegt deutlich höher als die Annahme, dass Esprit Top Spender in der Online-Branche ist.

    Zu guter Letzt kommt dann auch noch ein wilder Marktforschungstrupp (das ganze Gemetzel findet sich hier) daher, welcher uns erklärt, dass der iPad-Nutzer an und für sich ein egoistischer Unmensch ist. Tja, das kommt wohl raus, wenn man sich Facebook-Profile anschaut und diese dann in Relation zu irgendwas setzt. Mit ein bisschen gutem Willen finde ich vielleicht auch noch raus, dass iPad-User überproportional oft Thunfischsandwich  essen (Ausbeutung der Meere!), Naturisten sind (pfui!) und jemanden kennen, der auf Werbebanner klickt (macht doch sonst keiner!). Ich bin entsetzt und werde zukünftig jeden iPad-Nutzer böse angucken.

  10. Affiliate Marketing Teil 2: Cookie-Weiche Ja oder Nein

    Jul 21 2010

    Taskin ErdemIn letzter Zeit hört man im Online Marketing einen Begriff immer öfter: Cookie-Weiche. Meistens fällt er im gleichen Atemzug mit Affiliate Marketing. Was aber verbirgt sich hinter diesem Begriff? Wie funktioniert es und wozu ist es gut? Diese Fragen beantworten wir im zweiten Teil unserer Affiliate Serie.

    Die Cookie-Weiche – Erklärung am Beispiel eines Online Kaufabschlusses

    Ein User surft im Netzt und klickt auf eine Werbeeinblendung und besucht daraufhin die Seite eines Online-Shops. Der User ist sich noch nicht sicher, ob ihm das Angebot zusagt und vergleicht es mit jenen anderer Online-Shops. Über weitere Werbeeinblendungen auf Portalen, Special Interest Sites, Suchmaschinen, Newslettern etc. besucht er den Shop immer wieder und kauft schließlich etwas.

    Was ist aber bei diesem Prozess wirklich passiert?

    Bei jedem Klick auf ein Werbemittel wurde ein Cookie des Werbeträgers und des Trackingsystems auf dem Rechner des Users abgelegt. Beim dem tatsächlichen Besuch der Webseite, kommen zudem die Cookies des Online-Shops dazu. Am Ende stellt sich die Frage, welcher Klick letztendlich zum Kaufabschluss geführt hat, denn nur dieser wird vom Kunden honoriert (s. dazu auch unser Beitrag Last Cookie Wins). Wenn aber nun keine technische Lösung vorhanden ist, die den Online Kauf (Conversion) einer Quelle (d.h. einem Cookie) zuordnen kann, erscheint es so, als ob alle Klicks zum Kauf geführt hätten.

    Doch es gibt eine Lösung: Durch die Last Cookie Wins Methode kann die Bestellung dem letzten Klick zugeordnet werden, der zum Kaufabschluss geführt hat. Das heißt, der Kauf (Conversion) wird dem letzten Werbeträger zugesprochen. Damit das automatisiert betrieben werden kann, bedarf es einer Cookie-Weiche.

    Einige Affiliates haben das Prinzip natürlich schon längst durchschaut und versuchen ihren Cookie möglichst als letzten zu platzieren, z.B. durch das Ablegen während der Werbeeinblendung statt beim letzten Klick. Bei einem Abschluss spricht man dann von einer Post-View-Conversion. Falls über die Cookie-Weiche Impressions (Werbeeinblendungen) nachverfolgt werden, können natürlich auch diese Conversions zugeordnet werden. Dem heutigen Standard entsprechend sollte die Conversion aber dem letzten Klick zugeordnet werden. Ob das wirklich das Maß aller Dinge ist, sei dahin gestellt.

    Man muss individuell entscheiden, ob sich der Einsatz einer Cookie-Weiche lohnt oder nicht.

    Dabei sollten neben den Kosten, die ein Nachteil sein können, auch die positiven Aspekte betrachtet werden. Für den Einsatz einer Cookie-Weiche spricht beispielsweise die exakte Zuordnung der Conversions und die dadurch resultierende Kontrolle und Messbarkeit des Kampagnenerfolgs. Falls die Cookie-Weiche über ein Container Tag innerhalb eines Trackingsystems agiert, ergibt sich zusätzlich der Vorteil, dass zukünftige Trackingpixel von Werbetreibenden nicht unbedingt auf der „Danke-schön-Seite“ implementiert werden müssen. Sie können auch komfortabel über das Interface in die Datenbank des Trackingsystems aufgenommen und entfernt werden. Mit der gewonnenen Transparenz kann entschieden werden, ob grundsätzlich die laufende Maßnahmen sinnvoll sind.

    Aus unserer Sicht bringt eine Cookie-Weiche nur Vorteile!

    Eine richtig eingesetzte Cookie-Weiche kann die Leistungsstärke der Kanäle genau messen und Mehrfachvergütungen ausschliessen. Falls der Anbieter die Userpfade über alle Werbemaßnahmen hinweg darstellt, kann auch die Leistung derjenigen Kanäle bestimmt werden, die nicht zum direkten Abschluss geführt, aber erheblich dazu beigetragen haben. Erst dann wird klar, welcher Kanal wichtig ist, in welchen Kanal mehr investiert werden soll und welcher zurückgefahren wird.

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