mediascale - innovative medienvermarktung
Klartext!
  1. Stark, smart sexy

    Jun 24 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Keine Sorge, ich möchte mich mit der Überschrift nicht selbst beschreiben, sonst hätte ich wohl “smart” weggelassen. Aber immer wenn ich das Gefühl habe, alles gesehen zu haben, kommt doch wieder etwas um die Ecke, wo ich mir nur verwundert die Augen reibe. So geschehen bei dem Video-Interstitial, dass mir auf meiner Startseite wuv.de begegnete. Zunächst bleibt festzuhalten, dass die Werbeform zwar unheimlich innovativ daherkommt, aber so gesehen schon ein alter Hut ist und zudem unglaublich nervt (und hier spreche ich als User). Als dann der Ton losvuvuzelate, musste ich allerdings schnell den Mousezeiger hindern, den „Schließen“-Button zu betätigen, denn es war nicht irgendeine Werbung. Nein, es war der (ACHTUNG!) 60-Sekünder, der die Wahl zur Miss Media bewarb.

    screen_cormopolitan

    60 Sekunden sind natürlich für ein Online-Video eine total übliche Laufzeit. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass User im Netz gerne 2-Minüter über sich ergehen lassen, bevor der eigentliche Content startet. Inhaltlich wurde der sehr runde Eindruck dann wunderschön aufgegriffen mit den zwei blonden Damen, die im leicht säuseligen Ton die Features einer Miss Media charakterisieren (stark, smart, sexy soll SIE sein!). Chefredakteurin hin oder her, es ist eine bedenkliche Entwicklung, sich als Heidi für Mediamusen hinzustellen und Frauen zu suchen, die Gucken, Laufen und Präsentieren können.

    Sie fragen jetzt zu Recht, ob es nicht vielleicht noch weitere Steigerungen geben kann und ja, in meinem stetig brodelnden Gehirn haben sich bereits die ersten Ideen angesammelt, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte. Wie wäre es mit dem Format „Deutschland sucht den Superplaner“, bei dem eine Jury aus anerkannten Experten die Kandidaten auseinandernehmen. Parallel könnte Detlev D. Soost den Delinquenten den Marsch blasen. Alternativ hätten wir noch ein flottes „Bauer sucht Agenturverkäufer Süd“ (Sorry Boris, aber der musste raus). Als finalen Exitus kommt dann “Big Planner”, bei dem zehn ausgewählt unterbelichtete Juniorplaner 100 Tage in ein Büro gesperrt werden und versuchen müssen eine Planung zu erstellen, bei der nur Guerilla, Social Media und Teletext vorkommen und mit den AGOF internet facts hergeleitet werden soll. Währenddessen müssen die Herrschaften schwere Prüfungen bestehen, z.B. ein Häschenkostüm anziehen und im Garten Screenshots suchen oder sich bei DDB als Social Media Manager bzw. Channel Planner bewerben. Ich freue mich jetzt schon und suche nach einem geeigneten Produzenten. In der Zwischenzeit muss ich den Miss Medias leider mitteilen: Es tut mir leid, ich habe heute leider kein Foto für euch!

  2. Datenschutz goes Mainstream

    Jun 22 2010
    Tobias Wegmann

    Tobias Wegmann

    Der Facebook-Austritt von Frau Aigner wurde mit großem Getöse inszeniert. Hilflose Umsetzung oder PR-Masche – es bleibt die Frage, ob die Aktion jenseits des Atlantiks schlimme Existenzängste produziert hat oder überhaupt nicht wahrgenommen wurde.  Mich erinnert die Aktion der  Radio- und Fernsehtechnikerin ein wenig an die ebenso hochstilisierte Vuvuzela-Hysterie und die Forderungen nach  “Rechtsschutz gegen die Teufelströte“.

    Dennoch  ist der Austritt der Bundesverbraucherschutzministerin ein Zeichen. Es wird Zeit für eine ernsthafte öffentliche Diskussion über das, was soziale Netzwerke leisten und was sie sich im Gegenzug dafür leisten dürfen.  Egal, ob die Menschen eine Community dazu nutzen, um “endlich die Leute ins Bett zu bekommen, die man zur Schulzeit nie rumgekriegt hat”  (Steven Soderbergh) oder ob sie netzbesoffen gleich ihr gesamtes Privat- und Intimleben offenbaren – sie gehen selbstverständlich davon aus, dass sie für die Nutzung der Community keine Gegenleistung erbringen müssen. Es wurde ihnen ja auch nie etwas anderes gesagt.

    Die sozialen Netzwerke – Facebook voran – haben aber bekanntlich das Problem, dass sie in den  paar Tagesstunden, in denen sie nicht gerade nach der globalen Marktführerschaft streben, weiterhin verzweifelt nach einem ausreichend profitablen Geschäftsmodell suchen. Schließlich müssen auch Weltherrrscher irgendwann ihre Serverrechnungen bezahlen.

    Das dafür notwendige Geld mit Hilfe der persönlichen  Daten die User hinterlassen zu verdienen,  ist aber weder nett  noch klug. Facebook sollte stattdessen seinen Usern erklären, dass ein Organismus, der mehr leisten soll, als sagen wir mal das Gesundheitssystem in England, von seinen Mitgliedern eine gewisse freiwillige Gegenleistung erwarten darf. Wie diese aussehen kann, ist zu diskutieren und auszuprobieren. Diese Diskussion hat begonnen und hat inzwischen sogar die nicht gerade onlineaffinen Bereiche des Medienmainstreams erreicht.

    Harald Fortmann (das ist der Kollege, der  immer zu allem gefragt wird),  lässt  übrigens noch ausrichten, dass er Facebook inzwischen auch verlassen habe. Natürlich vor Frau Aigner. Ansonsten mache Mark  Zuckerberg  aber einen ganz tollen Job und habe die beste Community. Womit wir mal wieder bei Karl Valentin sind: Es ist schon alles gesagt, aber noch nicht von allen. Von mir jetzt auch!

  3. Ohne Special fahren wir zur WM

    Jun 08 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Es gibt ja dieser Tage ein Thema, das sich besonders anbiedert, im Blog kommentiert zu werden – die Fußball-WM. Und ja, auch bei mir steigt die Spannung, zumal unsere böllerwerfenden Freunde aus Bosnien schon einen Vorgeschmack darauf bekommen haben, wie die DFB-Auswahl die Vorrundengegner auseinandernehmen wird. Taktisch sei noch angemerkt, dass ich ein Bild vom Jogi verbrennen werde, wenn ich noch einmal den Trochowski in der Start-Elf sehe.

    Was mir bei aller Vorfreude ein wenig zu kurz kam, sind die ganzen WM-Specials, die ich in der Vergangenheit angeboten bekommen habe (oder auch EM-Specials). Nicht, dass ich jemals die Sparhämmer mit einem Nettowert von 250.000 Euro für ein Tickersponsoring gebucht hätte, aber irgendwie war es doch immer ganz schön, die entsprechend auf Hochglanz gebürsteten PDFs der Vermarkter zu wälzen. Die habe ich mir zum Teil sogar mit Begeisterung nur so zum Spaß ausgedruckt, ähnlich wie ich einst Panini-Bildchen gesammelt habe. Aber scheinbar ist die Thematik zielgerichteter an die potenziellen Kunden/Agenturen adressiert worden oder auf Vermarkterseite hat sich die Gewissheit eingenistet, dass bei mir sowieso nichts zu holen ist. Letzten Endes ist das ja auch kein falscher Gedankenzug, denn im Grunde gibt es drei Strategien, wie auf die WM zu reagieren ist:

    1. Voll auf den Zug aufspringen und im Fahrwasser mitfahren. Das lohnt in aller Regel aber nur für die größeren Werbekähne oder diejenigen, die ihre Breitbildfernseher, Gewinnspiele, Bierzapfanlagen oder Chipsletten mit Chakalaka-Geschmack sinnvoll thematisch mit dem 22er Spiel (+ schwarzer Mann)  in Verbindung bringen können.

    2. Man lässt die WM sein was sie ist und wirbt unbekümmert auf Sites weiter, die keinen direkten Bezug haben. Hier sind die Preise meist unverändert und auch sonst bleibt alles wie gehabt. Dies ist dann zu empfehlen, wenn Marke und Absatz von der WM komplett entkoppelt sind und die Kampagnen nicht auf Branding ausgelegt ist. Hierzu zählen z.B. Telekommunikationsprodukte.

    3. Den Trubel ganz vermeiden und sein Budget lieber auf die Zeiträume vor und nach der WM zu konzentrieren. Diese Variante empfiehlt sich für Werbetreibende, auf die eine Fußballorgie sogar negative Einflüsse haben kann wie z.B. im bestimmten Mode- oder Finanzbereichen. Auch Imageflights bieten sich ohne unmittelbare Nähe zum Thema Nummer 1 nicht an.

    Da bei den meisten unserer Kunden vor allem die Strategien 2 und 3 anzuwenden sind und die Performanceerwartungen eines Sponsorings ohnehin eher am unteren Rand der Skala ihr Dasein fristen, wäre das Herantragen eines WM Specials dann in der Tat vergebene Liebesmühe.

    Das gilt aber nur für  geschnürte Gesamtpakete. Geradezu fahrlässig ist hingegen das Ausbleiben von 30 Prozent WM-Rabatte auf Rotationen, die ich auch mit 70 Prozent Rabatt nicht buchen würde. Hier sehe ich schon auch den Vermarktermarkt in der Pflicht, mit hübsch gestalteten Newslettern entsprechende Schnäppchen unters Volk zu bringen. Also los lieber Verkäufer, lasst das Html-Template glühen.

    Zu guter Letzt hätte ich noch ein paar Anmerkungen für all jene, die fußballerisch nicht so bewandert sind (es sind wohl auch Frauen hierunter):

    -  Holland verdient es auszuscheiden, auch wenn sie „schön“ spielen!!!

    -  Auch wenn der Gegner besser ist als Jogi’s Jungs, verdienen sie nicht den Sieg!!!

    -  Bitte nicht beim Public Viewing Sätze sagen wie: „Ach ist der Schweini süß“, wenn gerade der Özil durchs Bild läuft.

    In diesem Sinne, bleibt mir nur noch übrig, eine schöne WM zu wünschen und mit den legendären Worten von Marcel „das ist zu wenig“ Reif beim Länderspiel Deutschland-Ghana zu enden: „Die Ghanaer erkennen Sie an den gelben Stutzen!“ – Anpfiff!

  4. Haben Sie Wien schon bei Tag gesehen?

    Jun 02 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    In meiner Eigenschaft als Business Kasper habe ich des Öfteren die Ehre, ein wenig durch die Welt zu lustwandeln, um bei diversen Terminen ein dummes Gesicht und einen guten Eindruck zu machen. Das ist nicht zwangsläufig immer spaßig oder gar beneidenswert, da man sich die Städte a) nicht selber aussuchen kann und b) die Möglichkeiten für Sightseeing begrenzt sind. So kenne ich von Heidelberg nur den Bahnhof (japanische Touristen kolportieren allerdings hartnäckig das Gerücht, dass die Innenstadt wirklich schön ist) und von Frankfurt – ach vergessen Sie es, da muss man nichts kennen!;).

    Zu den eher angenehmeren Aufenthalten zählen sicherlich meine Visiten im schönen Vienna. Das liegt wohl daran, dass die Stadt schon alleine beim Durchfahren seine Reize offenbart. Zugegeben, ein bisschen anders ist es hier schon in der alten KuK-Residenz. Da wäre z.B. die Schwechater Taxilobby, welche durchgesetzt hat, dass ein und dasselbe Taxi Passagiere immer nur zum Flughafen hin oder vom Flughafen weg transportieren darf. Somit entsteht immer eine Leerfahrt und führt zu einem mit Schmäh garnierten Hinweis, dass man schon mal 12€ Pauschale zahlt und unter 40€ sowieso nirgendwo hinkommt. Bei so viel Umweltbewusstsein, könnte BP auch noch halbwegs glaubhaft einen Imageflight launchen (Tank den Golf voll und dann ab zum Flughafen). Abgesehen davon konnte mir mein Taxifahrer aber sehr genau seine Sichtweise bezüglich unserem Ex-Super-Horst darlegen und im Meeting wurde uns (Deutschen) zum Erfolg von Zappel-Lena gratuliert. Soweit sind die Lebenswelten also dann doch nicht entfernt und ob in Bayern jeder den Köhler kennt, sei dahingestellt (der letzte wirklich anerkannte Regent fand hier ja seinen Tod beim schnorcheln im Starnberger See).

    Das genaue Beobachten was bei den Nachbarn im Norden passiert, war auch auf unsere Branche bezogen ein verbreitetes Phänomen. Nun geht bei uns (Piefkes) ja gerne der Blick gen UK oder USA und es fallen so bedeutungsschwangere Aussagen wie: „In UK ist der Markt ja schon viel weiter“, ohne das solch monumentalen Ergüssen eine Grundlage zugefügt wird, der sich die Floskel dann wieder selbst berauben kann. Eine ähnliche Bewertung wird der Österreicher auch über den preußischen Werbemarkt abgeben, jedoch häufig verbunden mit der Fragen, ob man denn dort überhaupt hin möchte??? Konkret wurde ich oft gefragt, ob zehn Targeting Anbieter sinnvoll sind, ob zwölf AdExchanges die Mediaplanung ohnehin obsolet machen und sowieso nur noch Ramschen gespielt wird? Auch wurde nicht ganz verstanden, warum Cookie-Dropping überhaupt in einem hohen Maße möglich war und worin die Existenzberechtigung für eine unüberschaubare Zahl an Drittvermarktern begründet liegt. Eine genaue Antwort blieb ich häufig schuldig, denn mehr als die Feststellung, dass der deutsche Markt aufgrund seiner Größe gerne ein Tummelplatz aller denkbaren Exzesse ist, fiel mir mitunter nicht ein.

    Nun ist der österreichische Markt sicherlich kein Hort der Glückseligkeit und zum Teil auch mit absurden Eigenarten gesegnet (wie z.B. Patente auf Werbeformen), aber aufgrund seiner geringen Größe, der nahezu ausschließlichen Fokussierung auf Wien (das Habsburgische ist halt doch noch nicht ganz raus!) und der vorwiegenden Einsicht, dass es gewisse Regeln gibt, hat sich bis dato ein Zustand erhalten, in dem eine vergleichsweise klare Ordnung vorherrscht. Da kann man sich dann entspannt zurücklehnen und zuschauen, was der Flachländer für eine Show bietet. Big Brother fürs Mediavolk gewissermaßen. Wohl dem, der auf der richtigen Seite der Kamera sitzt. Felix Austria!

  5. Integration der Fachgruppe Online-Mediaagenturen (FOMA) in den BVDW abgeschlossen

    Mai 18 2010
    Julian Simons

    Julian Simons

    Jetzt ist es amtlich: Die Fachgruppe Online-Mediaagenturen (FOMA) ist nun offiziell ein Teil des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Damit setzt sich die Interessenvertretung der deutschen Online-Mediaagenturen innerhalb des Bundesverbands ab sofort verstärkt für die Themen Online-Mediaplanung, Effizienz und zielgerichtete Auslieferung von Online-Werbung ein. Aus diesem Grund hat die FOMA auf der letzten Sitzung auch den Führungskreis von aktuell zwei auf vier Personen erweitert: Manfred Klaus (Plan.Net Gruppe) wird ab sofort von Uli Kramer (pilot group), Sascha Jansen (Omnicon Media Group) sowie von Christian Zimmer (Isobar Germany) unterstützt.

    Fachgruppe Online-Mediaagenturen gründet Themen-Labs

    Gleichzeitig wurden Arbeitskreise, so genannte Labs, gegründet, in denen sich FOMA-Mitglieder gezielt mit den Kernthemen der Online-Mediaagenturen auseinandersetzen um diese sowohl innerhalb des BVDWs als auch innerhalb der Branche noch stärker zu verankern.

    Ein Lab treibt das Thema Online Behavioral Advertising weiter voran

    Spätestens seit der Veröffentlichung des Online Behavioral Advertising Manifest haben sich die in der FOMA organisierten Online-Mediaagenturen klar zum Thema geäußert. Aus diesem Grund war die Gründung eines eigenen Labs ein konsequenter Schritt: Als Leiter des OBA-Labs ist es mein besonderes Ziel, die mit dem Manifest gestartete Aufklärungsarbeit der Onlinemediaagenturen zum Thema Online Behavioral Advertising weiter voranzutreiben und gegenüber den im BVDW organisierten Interessensgruppen sowie in der Öffentlichkeit (z.B. gegenüber politischen Institutionen, Nutzern oder Verbänden) zu vertreten. Da gerade zu diesem Thema der Informationsbedarf besonders hoch ist, gilt es in einem ersten Schritt den Status quo innerhalb der Mediaagenturen abzubilden. Im Rahmen des bereits etablierten FOMA Trendmonitors wird das OBA-Lab im Auftrag der FOMA eine Spezialauswertung zum Thema Online Behavioral Advertising durchführen.

    Ich freue mich auf eine spannende Zusammenarbeit mit den Kollegen Christian Zimmer (Isobar Germany) und Andre Jonske (SinnerSchrader) sowie auf die zahlreichen Impulse und Anregungen durch den BVDW und seine Mitglieder. Anregungen und Fragen zum Thema Online Behavioral Advertising nehme ich jederzeit gerne entgegen!

  6. Realsatire in bewegten Zeiten

    Mai 12 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Ich werde öfters gefragt, wie ich eigentlich auf den ganzen Quatsch komme, den ich hier in meiner kleinen Selbstdarstellungsecke produziere. Die Antwort ist dabei denkbar einfach: Die Themen liegen auf der Straße. Manchmal liegt allerdings auf der Straße so viel rum, dass man gar nicht mehr hinterherkommt, vor allem wenn ich zwischendurch wirklich mal arbeiten muss. Vergangene Woche war es wieder soweit, dass eine Mischung aus Zeitmangel und einem Überschlagen der Ereignisse mich kaum Worte finden lassen, das Sammelsurium an Auswüchsen im Detail zu beschreiben. Es fängt ganz realpolitisch an bei dem Thema, dass den deutschen Steuerzahler zittern lässt und die Staatsfinanzen dem finalen Rettungsschuss einen Schritt näher bringt: Oslo-Lena zieht blank! Unglaublich oder? Ganze Banken wurden deshalb in mediterranen Gefilden schon flambiert und es kam zu tumultartigen Szenen bei den nicht für die WM nominierten Fußballern. Aus taktischen Erwägungen hat unsere Nationaltrainerin Angela Merkel mit den Griechen telefoniert und ihnen gesagt, dass sie nicht mehr mitmachen dürfen beim Euro. In den Perspektivkader rücken dafür die Schweiz, Kuwait und Brunei.

    Vor lauter Trubel ging fast unter, dass die Woche schon wieder fast Aus(t) war, nachdem sie uns so glorreich angepriesen wurde. Hektische Zeiten halt. Inhaltlich war die Woche gut (zumindest bis dato), wirtschaftlich hingegen fehlten ein paar Drachmen, so dass sie das Wochenende nicht erleben durfte. Es wird aber Die Zeit kommen, an dem eine Neue Woche entsteht und im Spiegel der Geschichte wird man sich fragen, warum hier nicht schon viel früher ein Focus drauf gelegt wurde.

    Dann war da noch die Sache mit Interactive Media und dem Performance Geschäft. Performance und Interactive Media – hatten wir das nicht schon mal? Ach ja richtig, wer erinnert sich nicht an adcatch. Aber nachdem das SetUp ja nun diesmal ein wenig anders aussieht, liegt die Lebenserwartung in diesem Fall dann doch über einem Sommer.

    Ansonsten hat Herr Kassaei ja vielleicht noch einen Kredit zur Hand und kann eine Zwischenfinanzierung sicherstellen. Wenn das mal wunderloop gewusst hätte, dann hätten die bestimmt auch noch nen Praktikanten abgestellt, der sich auf smava verirrt. Das der höchstdekorierte Kreative der Welt dann auch noch ne Fluppe auf den Werbemitteln raucht zeigt letzten Endes erst, wie kreativ er wirklich ist. Helmut Schmidt würde sich freuen und genug Geld für ein Kippchen zwischendurch scheint ja dann dank Direktkredit auch drin zu sein.

  7. Vielen Dank für die Blumen!

    Apr 29 2010
    Agnes Ley

    Agnes Ley

    Wie schon in den vergangenen Jahren haben wir erneut unsere Kunden um ihre Meinung gebeten – und zwar rund um unsere Agenturleistungen Media, eDialog, Kreationsberatung und Targeting-Lösungen. Dabei wurden unterschiedlichste Kriterien von Effizienz über Kompetenz der Ansprechpartner und unsere Branchenkenntnis bis hin zu Proaktivität und Innovationskraft abgefragt.

    Unserem Aufruf sind über 50 unserer Ansprechpartner aus mehr als 30 unterschiedlichen Unternehmen nachgekommen. Vielen Dank an dieser Stelle für die Zeit, die Sie sich genommen haben. Durch ihr Feedback war es uns in den vergangenen Jahren möglich, unsere Leistung kontinuierlich zu verbessern.

    Als wir die aktuellen Ergebnisse aus der Marktforschung bekommen haben, hatten wir aber doch leicht schwitzige Hände. Denn die Meßlatte war extrem hoch durch unseren Vorjahreswert: 1,56 nach Schulnoten hatten wir damals erreichen können – das war schon ein super Wert. Umso stolzer sind wir darauf, dass unsere Kunden uns in diesem Jahr mit einem grandiosen Ergebnis von 1,31 in der Gesamtzufriedenheit bewertet haben!

    Herzlichen Dank für dieses tolle Ergebnis möchte ich an dieser Stelle an alle Kollegen von mediascale weitergeben. Danke für euren Einsatz, die manchmal nicht zu vermeidenden Überstunden und vor allem für euren Eifer, jede Kampagne zur Besten machen zu wollen!

  8. Was das Scheitern von wunderloop bedeutet

    Apr 22 2010
    Wolfgang Bscheid

    Wolfgang Bscheid

    Zunächst einmal vorweg: Targeting gehört zu den am stärksten wachsenden Online-Disziplinen. Das zeigt die seit Monaten steigende Nachfrage unserer Kunden, die mittlerweile fast alle eine oder mehrere unserer Targetingsysteme in ihre Kampagnen integrieren. Die Zahlungsunfähigkeit von wunderloop ist sicher äußert unangenehm für das Management und die Mitarbeiter. Aber es bleibt festzuhalten:

    Die wunderloop-Insolvenz ist kein Indikator für die tatsächliche Marktentwicklung!

    Wer sicher und analog zum Markt wachsen will, sollte auf ein maßvolles Investment in eigene Technologien setzen. Anders als wunderloop oder nugg.ad setzen wir von mediascale daher immer auf eigene Agentursysteme. wunderloop hat in der Vergangenheit hohe Investitionen vor allem in Technologie für Behavioral Targeting getätigt. Dieser Bereich ist nicht nur technisch sehr komplex, er ist auch andererseits den Werbekunden nicht besonders einfach zu vermitteln. Also ein hohes Investment bei noch vergleichsweise niedrigen Erlösen. Da war der Point of No-Return wohl schnell überschritten.

    Diese Entwicklung hat United Internet mit seinem eigenen System ähnlich durchlebt. Was Werbekunden an einer technologischen Innovation besonders überzeugt, sind schnelle Resultate. Und da kann das Retargeting mit wesentlich weniger Aufwand eine wesentlich bessere Performance liefern. Einfachere, überzeugende Produkte können helfen, den Targeting-Markt schneller auszubauen. Wer seinen Kunden eine Abverkaufssteigerung von bis zu 350 Prozent bieten kann, hat eine bessere Ausgangssituation und kann in der Folge auch weitere Systeme anbieten, deren Effizienz vielleicht nicht unmittelbar nachweisbar ist.

    Eigens entwickelte Targetingsysteme von Agenturen haben zahlreiche Vorteile

    Im Arbeitsalltag der Marktpartner spielt vor allem eine große Rolle, wie praktikabel die einzelnen Modelle in der Praxis sind. Der größte Diskussionspunkt dabei: Im Dreieck zwischen Agenturen (die Budgets für die Werbekunden buchen), den Anbietern von Reichweite (den Vermarktern) und den Targeting-Spezialisten (wie bspw. wunderloop) ist noch immer nicht genau geklärt, wie die Geschäftsbeziehungen laufen. Wer beispielsweise bezahlt wen für die Targetingleistung? Wer weiß was über die Nutzer? Und wer spricht mit wem im Arbeitsalltag? Bisher hat der Targeting-Spezialist mehr Information über die Qualifizierung der Nutzer als der Vermarkter. Im Alltag aber spricht die Agentur mit dem Vermarkter und nicht mit dem Targeting-Dienstleister. Für Agenturen, die das Optimum für Ihre Kunden herausholen wollen, gab es extern immer nur Insellösungen (wunderloop, nugg.ad, TGP). Das machte es sehr aufwändig, in der Entwicklungsphase der Targeting-Technologie erfolgreich Kundenprojekte zu planen. Da gab und gibt es noch etliche Baustellen. Aus unserer Sicht muss ein Targetingsystem daher vor allem an die Bedürfnisse des Kunden angepasst sein. Ausgehend von unserem bereits in der Praxis erfolgreich eingeführten Targetingsystem NE.R.O. arbeiten wir gerade gemeinsam mit unserem Kunden an differenzierten und individuellen Targetingmodellen, die an realen Kampagnen erprobt und weiterentwickelt werden.

    Das Vertrauen der Kunden spielt eine entscheidende Rolle

    Die Entwicklung einer neuen Technolgie ist immer Vertrauenssache. Insofern schadet die Insolvenz dem Image des Targeting kurzfristig. Nur wer den Werbekunden nachweist, dass er stabile technische Lösungen garantieren kann, bleibt künftig im Spiel. Wie groß der Schaden für Agenturen ist, die stark auf wunderloop als Partner gesetzt haben (z.B. unsere Kollegen von pilot 1/0), ist im Augenblick schwer einzuschätzen. Würde wunderloop vom Markt verschwinden, wären damit auch für viele Agenturen und Kunden unschätzbar wertvolle Daten verloren.

    Auch AdAudience, der Zusammenschluß von G+J Electronic Media Sales, IP Deutschland, Seven One Media und Tomorrow Focus zu einer Vermarkterallianz, muss seine Targetingpläne sicher überdenken. Die Zusammenarbeit war, so die Aussage einer wunderloop-Sprecherin, zwar vermeldet, wohl aber noch nicht vertraglich fixiert.

  9. Online Behavioral Advertising: Die USA geben die Taktung vor

    Apr 20 2010
    Julian Simons

    Julian Simons

    In New York haben gerade das Interactive Advertising Bureau (IAB) und die Network Advertising Initiative (NAI) die technischen Spezifikationen für eine zukünftige Darstellung von Profilinformationen in Onlinewerbemitteln veröffentlicht. Damit entsprechen sie ihren eigenen Sebstregulierungsbemühungen, die es auch zukünftig onlinewerbungtreibenden Unternehmen und Agenturen möglich machen, sowohl klassische Kampagnen als auch getargete Kampagnen auszusteuern. Die Veröffentlichung erklärt, wie dem User bereits im Werbemittel angezeigt werden kann, auf Grund welcher (Profil-)informationen er den jeweils angezeigten Banner zu sehen bekommt. Er kann auf ein standardisiertes Icon im Werbemittel klicken und kommt dann nicht auf die Seite des Werbungtreibenden, sondern entweder auf einen Layer, der diese Information bereithält oder eine spezielle Seite, die die Profilinformationen enthält. Damit hat der User einen transparenten Einblick und gleichzeitig die Möglichkeit, auf dem eingeblendeten Layer oder der angezeigten Seite zukünftige, profilbasierte Kampagnen des jeweiligen Kunden auszuschalten.

    Sinnvoll? Auf jeden Fall!

    Und zwar aus zwei Gründen:

    1.    Transparenz für den User: Wie auch schon im FOMA-Targeting Manifest gefordert, sollen die User ganz klar wissen, wer welche Daten erhebt. Mit diesem Modell hat der User jederzeit die Möglichkeit, sich bereits im Werbemittel oder (was als zweite mögliche Variante gedacht ist), auf einer eigens dafür gebauten Microseite, über die verwendeten Profildaten zu informieren. Dies wird dazu führen, dass die Skepsis gegenüber profilbasierter Online-Werbung sinkt und gleichzeitig die Akzeptanz steigt.

    Die zweite Form ähnelt unserem Vorschlag einer zentralen Seite, auf der der User sehen kann, welche Informationen über Targetings erfasst werden. Gleichzeitig bietet sie dem Kunden eine zentrale Möglichkeit des Opt-Outs. Heute schon zu finden auf www.meine-cookies.org.

    2.    Machbarkeit auch für 3rd Party-Cookie Nutzer (Agenturen, Adserverdienstleister, Kunden etc.):
    Ein Modell, das dem User die Möglichkeit gibt, sich auf einer Seite oder in einem Layer über die gespeicherten Daten zu informieren und ausserdem ein Opt-out durchzuführen, ist sinnvoll. Vor allem aber ermöglicht dieses Modell der werbetreibenden Zunft weiterhin die Nutzung ihrer technischen Infrastruktur, also ihren Adservern, die alle auf einer 3rd Party-Cookie-Technologie basieren. Wäre solch ein Modell in den USA nicht realisiert worden bzw. würde sich die EU gegen solch eine Möglichkeit für Europa aussprechen, wäre dies das Ende der werbetreibenden Industrie im Internet.

    Warum?

    Es ist heute schlicht technisch nicht praktikabel, ohne 3rd Party-Cookies sowohl eine normale, also nicht getargetete Kampagne, als auch eine profilierte Kampagne, auszusteuern. Denn dafür ist ein Adserver nötig, der immer auf Basis von 3rd Party-Cookies arbeitet. Würde man sich hiergegen verwehren und nur noch 1st Party-Cookies zulassen, könnten Kampagnen nicht mehr auf Seiten platziert, ausgesteuert und gemessen werden. Das hätte zur Folge, dass die Werbeeinnahmen der in der Regel werbefinanzierten Seiten wegbrechen und damit der zur Verfügung gestellte Content nicht mehr angeboten werden kann.

    Und nun?

    Bleibt abzuwarten, wie in Deutschland bzw. Europa die entsprechende Regelung aussehen wird. Wir können nur alle offensiv Aufklärung für solch eine machbare Regelung machen, die Alternativen wären verheerend!

  10. Newsticker:Heisse Online-Luft kalt serviert!

    Apr 13 2010
    Julian Simons

    Julian Simons

    Es ist heutzutage nicht einfach sich über die unterschiedlichsten Verlautbarungen der Online-Branche, die täglich über den Ticker flattern, noch zu wundern, geschweige denn zu amüsieren.

    Da schlage ich z.B. die aktuelle W&V (Nr. 18) auf und auf Seite 28 erklärt mir Herr Berndt von Publicis, dass für ihn ein „Bannering – System, das in Echtzeit Banner-Strategie und Kreation optimiert“ eine echte Innovation ist und sich mit diesem Tool bei der Neugeschäftsakquisition Türen öffnen. Na dann mal Glück auf, wenn das mal keine News ist! An dieser Stelle verweise ich gerne auf unseren Gewinn des NewMediaAwards 2009, den wir bereits letztes Jahr für eine Kampagne erhalten haben, in der genau solch ein Tool Teil des Erfolges war und durch die Jury mit dem Sieg belohnt wurde. Innovation sieht daher anders aus…

    Merke 1: Nur weil ich etwas nicht kannte, ist es noch lange keine Innovation!

    Auch die bahnbrechende News in der letzten Veröffentlichung des Adzine– Newsletters im Rahmen einer atemberaubenden Tooldarstellung der Onlinespeerspitze McKinsey: im Rahmen derer Analysen wurde die Modemarke Esprit hervorgehoben, die lt. Nielsen eine Steigerungsrate in den Spendings von 2008 auf 2009 von 48 Millionen Euro aufweist…. 48 Millionen Euro Steigerungsrate – wer’s glaubt wird selig. Es wäre schon ein Wunder, wenn das Gesamtspending 48 Mio Euro sein würde. Und auch dann sollte man den Zahlen nicht einfach glauben, denn 48Mio Euro bedeutet bei Nielsen ein Spending mit einem Durchschnitts-TKP von 5 Euro. Sind wir mal realistisch und nehmen unser Fachwissen hinzu, so stellen wir fest, dass Esprit v.a. eine massive Affiliatestrategie fährt und auch sonst eigentlich nur Restplätze bucht. Das wiederum heisst, dass der Durchschnitts-TKP sicherlich nicht bei 5 Euro, sondern eher bei max. 0,50 Euro liegt, eher aber wohl sogar bei nur 0,25 Euro. Und das bedeutet, dass aus der angenommenen Steigerungsrate von 48 Mio Euro irgendwas zwischen 2,4 Mio Euro und 4,8 Mio Euro werden wird – und jetzt sind wir wohl realistischerweise bei den Gesamtspendings und nicht bei der Steigerungsrate.

    Merke 2 – Statistiken sind geduldig und im Detail meist falsch oder anders und glaube nur den Zahlen, die Du selbst gemessen hast….

    Und so ließe sich die Liste der Hot News beliebig fortsetzen. Ich erspare es uns und fordere alle auf, sich sowohl bei der Veröffentlichung als auch der Interpretation solch nervenaufreibender Messages immer wieder selbst zu fragen,  ob das denn wirklich neu und auch nur einigermaßen fundiert ist. Denn am Ende sollte der Braten nicht nur dem Journalisten schmecken, sondern v.a. dem mündigen Leser ….

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