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Klartext!
  1. Klartext-Interview mit Tanja Gabler: “Hauptsache Online”

    Aug 19 2010

    tanja_gabler

    Was halten Sie vom Disput zwischen Bloggern und Journalisten? Warum mögen Sie Facebook oder Twitter und was nervt Sie daran? Klicken Redakteure auf Online-Werbung? Klartext ist neugierig und fragt bei ausgewählten Online-Experten und Fachredakteuren nach. Heute im Interview: Tanja Gabler, Bloggerin und Leiterin der Online-Redaktion von Internet World Business.

    Journalisten contra Blogger – ein Grabenkampf mit Happy End oder ein unsinniger Disput ohne Ende?

    Für mich sind Journalisten und Blogger Kollegen, die mit unterschiedlichen Stilmitteln beziehungsweise in anderen Textformen arbeiten. Viele Journalisten haben eigene Blogs – und viele Blogs werden längst in den klassischen Medien zitiert. Das liegt einerseits daran, dass die Qualität der Blogbeiträge gestiegen ist, und andererseits daran, dass viele (Online-)Medien ihr Misstrauen gegenüber dieser Ausdrucksform verloren haben.

    2.    Warum mögen Sie Twitter, Facebook und Co.? Und was nervt?

    Twitter ist wie ein Gespräch unter Freunden, in das ich mich einklinken kann, wenn ich Lust darauf habe. Hier bekomme ich in Sekundenschnelle Antworten auf Fragen. Ich erfahre, wer was zu sagen hat und welche Themen die Branche gerade bewegen. Nervig ist nur, wegen Pressemeldungen nicht nur über Mail und Telefon, sondern auch über Twitter und Facebook kontaktiert zu werden.

    3.    Welche aktuellen Themen und Kampagnen der Online-Branche bewegen Sie derzeit?

    Am spannendsten finde ich im Moment Social Media: wie soziale Netzwerke die Art prägen, wie wir Informationen erhalten und weitergeben – und wie sie den Umgang zwischen Unternehmen und Verbrauchern verändern. Ein großes Thema, über das wir auch bei internetworld.de viel berichten, ist derzeit die Erfolgsmessung von Marketingaktivitäten auf Facebook oder Twitter. In diesem Bereich bewegt sich gerade viel.

    4.    Targeting und Profiling sind…

    … wenn sie gekonnt eingesetzt werden, wichtige Instrumente für Werbetreibende, um User mit bestimmten Interessen oder Merkmalen zu erreichen. Die Anonymität der Internetnutzer sollte selbstverständlich gewahrt bleiben.

    5.    Was halten Sie von Internet-Hypes wie ‚Chatroulette‘? Und welche Seite im Netz würden Sie verbieten, wenn Sie könnten?

    Bei Chatroulette habe ich schon Tränen gelacht. Wer’s nicht glaubt, soll’s ausprobieren, am besten mit einer Frau vor der Webcam. Gut gefallen hat mir auch die FCUK-Kampagne, bei der Chatroulette-User einen Einkaufsgutschein gewinnen konnten, wenn es ihnen gelang, eine Frau von sich zu überzeugen. Welche Seiten ich verbieten würde? Da ich gegen Zensur bin, nur jene, die ohnehin illegal sind.

    6.    Haben Sie einen Pop-Up-Blocker im Browser? Und wie gehen Sie mit Werbung im Netz generell um?

    Ich hab keinen Pop-up-Blocker aktiviert. Denn nur über Werbeeinnahmen ist es möglich, journalistische Inhalte für die User kostenlos anzubieten. Deshalb stehe ich Werbung positiv gegenüber, auch wenn ich mich selbst nur schwer zum Klick auf Banner verleiten lasse.

    7.    Wenn Sie heute nicht Fachjournalistin für die digitale Wirtschaft wären, dann…

    … wäre ich in der PR oder im Marketing tätig. Hauptsache online.

    Haben Sie Folge 1 unserer Interviewserie verpasst? Hier finden Sie das Interview mit Jens von Rauchhaupt, dem stellv. Chefredakteur von Adzine.

  2. Straßenschlacht im falschen Graben

    Aug 17 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Fühlen Sie sich auch unwohl, wenn fremde Leute an Ihrem Haus vorbeigehen und von außen durch ihre Gardine sehen? Ach, Sie haben gar keine und die Leute gucken eh schon auf Ihren Tisch? Dann wäre doch eine natürliche Reaktion, entweder eine Gardine aufzuhängen oder sich einfach nicht daran zu stören, oder? Anders scheint es dem Bürger zu gehen, wenn jemand per Internet auf die Räuberhöhle oder das Bettlaken mit der Goldkante schaut. Dann plötzlich liegt ein ganz anderer Tatvorwurf vor. Wobei unklar ist, warum sich mehr Leute am Rechner vor ihr Fenster verirren sollten, als Passanten im Leben 1.0 ihre Straße durchstreifen. Wenn ich nun den Street Viewern verbiete die Fassade zu filmen, müsste ich konsequenterweise auch jedem Fußgänger verbieten, mein Haus anzuschauen. Ich bin bei weitem kein Rechtsexperte, halte aber den hierfür notwendigen Aufwand zur Überwachung für überproportional. Es ist faktisch so, dass wir die einzige staatliche Behörde, die sich der Aufgabe gewachsen gefühlt hätte, vor rund 20 Jahren zu Grabe getragen haben. Ein neues „Ministerium für Street View Sicherheit“ (kurz MFS) dürfte in Zeiten knapper Kassen und unter der Prämisse der Ausweitung auf den imperialistischen Lebensraum im Westen, nur schwer umsetzbar sein.

    Eine andere Frage die mich beschäftigt ist, ob ich zukünftig mit gepixeltem Balken vor dem Gesicht in die Kneipe, den Supermarkt oder den Strapsclub gehe? Das wäre ja nur konsequent, wenn ich alle Gesichter auch bei Street View verfremdet sehen möchte. Ich für meinen Teil habe aber entschieden, die Pixelbalken wegzulassen, da ich mich in den seltensten Fällen in Öffentlichkeit traue, wie ich niemals gesehen werden möchte. Und ob in einem dieser seltenen schwachen Momente gerade der Google-Spähpanzer anrückt, darf dann auch eher als unwahrscheinlich gelten. Im Zweifelsfall kann man ja auch noch die sich natürlich bietenden Deckungen nutzen (Autos, Bäume, Rentner) oder mit einem geistesgegenwärtigen Sprung in die Hecke dem Big Googler entkommen. Anders formuliert sehe ich es so: Wer sich öffentlich bewegt, muss damit rechnen gesehen zu werden und wer ein Horizontalcenter betritt sollte sich bewusst sein, dass der Eingang nun mal an der Straße liegt, eine Kamera (!!!) hat und die Damen tendenziell Sekt dem Selters vorziehen. Somit ist die Street View Debatte in meinen Augen hoffnungslos gegenstandslos. Wenn mir dann  noch Politiker erzählen, dass sie ihr Domizil nicht verpixelt sehen wollen, muss ich auch die berechtigte Forderung vertreten können, dass eben jene Politiker auch in den Nachrichten nicht mehr scharf gezeigt werden und ihre Stimme wie die von Micky Maus klingen müsste. Denn der Politiker verlangt einen Schutz vor dem gemeinen Volk. Ich (als Teil des gemeinen Volkes) verlange einen Schutz vor den Politikern. Wer rettet uns denn vor den Westerwelles, Ernsts, Profallas, Roths und Heils dieser Welt? Da unterschreibt mir auch kein Gericht eine einstweilige Verfügung.

    Neben der Absurdität der Debatte wird dabei auch deutlich, dass weder Bevölkerung noch Politik verstanden hat, wo die Probleme liegen und wo nicht. Die gleichen Leute die sich jetzt über Momentaufnahmen beschweren, löschen vermutlich nie ihre Cookies, nutzen G-Mail, haben ein App inklusive permanenter Ortung auf ihrem Handy oder nutzen Android, dass eine Lokalisierung prinzipiell möglich macht. Wer sich Gedanken um Sicherheit und Datenschutz macht, sollte hierüber diskutieren, sonst macht er sich lächerlich oder aber er fürchtet den Donner mehr als den Blitz.

  3. Wenn der EuGH die Pforten öffnet…

    Aug 12 2010

    Taskin Erdem…muss man selbst sehen, wie man ab 14. September 2010 seine Marke beim Suchmaschinengiganten Google  schützt. Denn schon im März 2010 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) beschlossen, dass der Technologieanbieter auch in Deutschland zukünftig nicht mehr verantwortlich für Markenrechtsverletzungen bzw Markenschutz ist.

    Bis jetzt war es noch möglich und üblich, über einen „Trademark Complaint“ (Markenreklamation) sich als Unternehmen alle patentierten Markennamen über Google schützen zu lassen, so dass ausser dem Unternehmen und den von ihm genannten Ausnahmen keine anderen bezahlten Anzeigen bei den gesuchten Markenbegriffen automatisiert durch das Google-System erschienen.

    Jetzt wird alles anders…

    Es ist zwar gesetzlich immer noch so eine Sache, ob Marken in Anzeigentexten erscheinen dürfen – wohl eher nicht, jedoch seit 04.08. in US, Canada und Irland praktiziert – aber jeder darf jetzt jeglichen Markenbegriff bewerben und seine Anzeige auf Google und Partner schalten. Natürlich bringt es nicht jedem etwas über alle möglichen Markenbegriffe Traffic auf die eigene Seite zu bringen, mal ganz abgesehen von den Kosten die dadurch aufkommen würden, aber für Vergleichsseiten, Affiliates & Co. eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten.

    Was ist also zu erwarten?

    • Die Kosten für die supergünstigen Klicks für Markenbegriffe werden extrem steigen.
    • User werden von Anzeigen verunsichert, die nicht dem Markeninhaber gehören.
    • Markeninhaber, die bisher gute Rankings im nichtbezahlten Bereich hatten, werden zwangsläufig Markenbegriffe einkaufen müssen, damit sie nicht allzu große Trafficverluste hinnehmen werden.
    • Unternehmen werden vermehrt Geld und Zeit in den Markenschutz investieren, um über Tools rauszufinden, ob es zu Markenrechtsverletzungen kommt und dementsprechend rechtliche Schritte einleiten.
    • Google verdient mehr Geld.
    • Anwälte verdienen mehr Geld.
    • Anbieter für Tools zum Markenmonitoring auf Suchmaschinen verdienen mehr Geld.

    Was ist zu tun?

    Meine Empfehlung ist es, auf keinen Fall Kurzschlussentscheidungen auf Tages-, Stunden- oder Minutenbasis zu treffen und entweder ständig Klickpreise hoch und runter zu schrauben, Kampagnen abzustellen, Keywords von Konkurrenten einzubuchen oder noch schlauere Maßnahmen anzugehen. Bei Google Sturm zu klingeln wird übrigens auch nix bringen. Besser ist es, Ruhe zu bewahren und abzuwarten, ob alle, die auf fremde Marken bieten langfristig dabei bleiben, da ja Klicks über Fremdmarken höchstwahrscheinlich nicht zu Conversions führen und nur Kosten verursachen. Das heisst, nach einiger Zeit werden viele sich wieder nur auf die eigene Marke besinnen und aufhören, fremde Marken einzubuchen. Die Kosten für „Fremdbucher“ werden dank des Quality Scores sowieso immer höher sein.

    Eine weitere Möglichkeit ist es, sich mit Vertriebspartnern abzustimmen und somit aktiv dafür zu sorgen aus mehreren Kanälen Traffic für die eigene Marke zu erzielen und zwar ohne besondere Mehrkosten, aber dafür über mehrere Kanäle. Fast wie Double-Serving…

    Nach Einführung des Quality Scores und dem Streichen des Best Practise Funding ist dies der nächste Schritt von Google, schnell viel Geld zu verdienen und einige Leute zu verärgern.

  4. Zahlen bitte!

    Jul 30 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    “Die Zahl ist das Wesen aller Dinge”, sagte einst Pythagoras (der Erfinder der Dreiecks-Beziehung) und wusste vielleicht gar nicht, wie Recht er damit hat. Denn ein Wesen wiederum kann sehr launig sein, die Meinung plötzlich ändern oder aber Interpretationsspielraum für jedwede Form der Deutung ermöglichen. Wenn die Zahlen durch kleine Kniffe und große Griffe einer verzerrten Darstellung zugeführt werden, kann man sogar vom Unwesen sprechen. Gleiches gilt, wenn die Zahlen wirklich schlecht sind. Wie eine Zahl durch simple Verdrehung dann eine Aussage ermöglicht, die gar nicht haltbar ist, zeigt uns Herr Born sehr anschaulich in seinem sehr kurzweiligen Blog. Auch für Menschen, die mit Touristik – abgesehen vom Pauschalurlaub auf Malle – wenig zu tun haben, lohnt eine Lektüre der Beiträge des humorigen Professors.

    Eine besonders obskure Zahlenreihung findet sich auch jedes Mal dann wieder, wenn ein vertiefender Blick in die Nielsen und Thomson Statistiken ansteht. So valide die Zahlen für Offlinemedien auch sein mögen, in Online erweisen sich stückkostenbasierte Abrechnungsmodelle, eine verwirrende Vielzahl an Websites inklusive proprietärer Bereiche und eine mangelnde Flexibilisierung der Systeme als Wundertüte, deren Ergebnisse in Teilen an die hellseherischen Fähigkeiten des Orakels von Delphi erinnern. Leider werden – soweit mir bekannt ist – bei den Webstatistiken allerdings keine Priesterinnen mehr unter Drogen gesetzt und auch das Schlachten von Ziegen wurde erst neulich von einer EU-Verordnung gekippt. Der Einzige Trost ist, dass sich die Systeme immer relativ lange gleich irren und man aufgrund der Konstanz durchaus wiederum Veränderungen in den Kampagnenstrukturen der Mitbewerber ableiten kann. Ob man dann analog zu manchem Fachblatt die Werte ohne weiterführende Prüfung – trotz mahnender Worte – als bare Münze darstellen muss, ist eine bedenkliche Geschmacks­sache. Ich bin mir allerdings in einem Punkt sicher: Die Wahrscheinlichkeit, dass meine Freundin Top Spender bei Esprit ist, liegt deutlich höher als die Annahme, dass Esprit Top Spender in der Online-Branche ist.

    Zu guter Letzt kommt dann auch noch ein wilder Marktforschungstrupp (das ganze Gemetzel findet sich hier) daher, welcher uns erklärt, dass der iPad-Nutzer an und für sich ein egoistischer Unmensch ist. Tja, das kommt wohl raus, wenn man sich Facebook-Profile anschaut und diese dann in Relation zu irgendwas setzt. Mit ein bisschen gutem Willen finde ich vielleicht auch noch raus, dass iPad-User überproportional oft Thunfischsandwich  essen (Ausbeutung der Meere!), Naturisten sind (pfui!) und jemanden kennen, der auf Werbebanner klickt (macht doch sonst keiner!). Ich bin entsetzt und werde zukünftig jeden iPad-Nutzer böse angucken.

  5. Affiliate Marketing Teil 2: Cookie-Weiche Ja oder Nein

    Jul 21 2010

    Taskin ErdemIn letzter Zeit hört man im Online Marketing einen Begriff immer öfter: Cookie-Weiche. Meistens fällt er im gleichen Atemzug mit Affiliate Marketing. Was aber verbirgt sich hinter diesem Begriff? Wie funktioniert es und wozu ist es gut? Diese Fragen beantworten wir im zweiten Teil unserer Affiliate Serie.

    Die Cookie-Weiche – Erklärung am Beispiel eines Online Kaufabschlusses

    Ein User surft im Netzt und klickt auf eine Werbeeinblendung und besucht daraufhin die Seite eines Online-Shops. Der User ist sich noch nicht sicher, ob ihm das Angebot zusagt und vergleicht es mit jenen anderer Online-Shops. Über weitere Werbeeinblendungen auf Portalen, Special Interest Sites, Suchmaschinen, Newslettern etc. besucht er den Shop immer wieder und kauft schließlich etwas.

    Was ist aber bei diesem Prozess wirklich passiert?

    Bei jedem Klick auf ein Werbemittel wurde ein Cookie des Werbeträgers und des Trackingsystems auf dem Rechner des Users abgelegt. Beim dem tatsächlichen Besuch der Webseite, kommen zudem die Cookies des Online-Shops dazu. Am Ende stellt sich die Frage, welcher Klick letztendlich zum Kaufabschluss geführt hat, denn nur dieser wird vom Kunden honoriert (s. dazu auch unser Beitrag Last Cookie Wins). Wenn aber nun keine technische Lösung vorhanden ist, die den Online Kauf (Conversion) einer Quelle (d.h. einem Cookie) zuordnen kann, erscheint es so, als ob alle Klicks zum Kauf geführt hätten.

    Doch es gibt eine Lösung: Durch die Last Cookie Wins Methode kann die Bestellung dem letzten Klick zugeordnet werden, der zum Kaufabschluss geführt hat. Das heißt, der Kauf (Conversion) wird dem letzten Werbeträger zugesprochen. Damit das automatisiert betrieben werden kann, bedarf es einer Cookie-Weiche.

    Einige Affiliates haben das Prinzip natürlich schon längst durchschaut und versuchen ihren Cookie möglichst als letzten zu platzieren, z.B. durch das Ablegen während der Werbeeinblendung statt beim letzten Klick. Bei einem Abschluss spricht man dann von einer Post-View-Conversion. Falls über die Cookie-Weiche Impressions (Werbeeinblendungen) nachverfolgt werden, können natürlich auch diese Conversions zugeordnet werden. Dem heutigen Standard entsprechend sollte die Conversion aber dem letzten Klick zugeordnet werden. Ob das wirklich das Maß aller Dinge ist, sei dahin gestellt.

    Man muss individuell entscheiden, ob sich der Einsatz einer Cookie-Weiche lohnt oder nicht.

    Dabei sollten neben den Kosten, die ein Nachteil sein können, auch die positiven Aspekte betrachtet werden. Für den Einsatz einer Cookie-Weiche spricht beispielsweise die exakte Zuordnung der Conversions und die dadurch resultierende Kontrolle und Messbarkeit des Kampagnenerfolgs. Falls die Cookie-Weiche über ein Container Tag innerhalb eines Trackingsystems agiert, ergibt sich zusätzlich der Vorteil, dass zukünftige Trackingpixel von Werbetreibenden nicht unbedingt auf der „Danke-schön-Seite“ implementiert werden müssen. Sie können auch komfortabel über das Interface in die Datenbank des Trackingsystems aufgenommen und entfernt werden. Mit der gewonnenen Transparenz kann entschieden werden, ob grundsätzlich die laufende Maßnahmen sinnvoll sind.

    Aus unserer Sicht bringt eine Cookie-Weiche nur Vorteile!

    Eine richtig eingesetzte Cookie-Weiche kann die Leistungsstärke der Kanäle genau messen und Mehrfachvergütungen ausschliessen. Falls der Anbieter die Userpfade über alle Werbemaßnahmen hinweg darstellt, kann auch die Leistung derjenigen Kanäle bestimmt werden, die nicht zum direkten Abschluss geführt, aber erheblich dazu beigetragen haben. Erst dann wird klar, welcher Kanal wichtig ist, in welchen Kanal mehr investiert werden soll und welcher zurückgefahren wird.

  6. Nachgefragt: Online-Experte Jens von Rauchhaupt im Interview

    Jul 15 2010

    JvR_adzine (2)

    Was sind die aktuellen Trends der Branche? Ist Facebook wirklich so schlecht wie sein Ruf und welches Werbeformat kommt in den nächsten Monaten richtig groß raus? Wir wollten es wissen und haben          deshalb bei ausgewählten Online-Experten und Fachredakteuren nachgefragt. Heute im Interview: Jens von Rauchhaupt, stellv. Chefredakteur adzine.

    1.    Wie wird man schreibender Experte für Performance Marketing?

    Das ist wohl eher ein schleichender Prozess. Und als Experten würde ich mich auch nicht gleich bezeichnen. Die echten Experten sitzen in den Agenturen, die die  Budgets der Advertiser innehaben und sinnvoll, also effizient einsetzen. Ich bin ja nur Fachjournalist für Online Marketing und wie Sie sicherlich wissen, hat sich im Display Bereich der Anteil der Werbespendings deutlich in Richtung Performance Marketing verschoben. Ich muss also eher versuchen auf der Höhe der Zeit zu sein und das ist schwieriger als es den Anschein hat. Schließlich ist Perfomance Marketing ja nur eine Teildisziplinen des Online Marketings. Und hier gilt wie überall in der Branche: Panta rhei!

    2.    Wo informieren Sie sich über die aktuellen Themen und Trends der Branche?

    Die Basis stellen natürlich die eingehenden Pressemitteilungen dar. Da ich bei Adzine das Online Ressort verantworte und daher auch häufig die News generiere, kommt da so einiges auf den Tisch. Weitere Quellen sind Beiträge von unseren Contentpartnern aus UK. Ganz wichtig sind natürlich die persönlichen Gespräche, also die so genannten Hintergrundgespräche. Wir haben da einige Leute in der Szene, die auch als informelle Mitarbeiter durchgehen könnten. Besonders wertvoll für uns sind dabei solche Personen, die mehr oder weniger von Anfang an dabei sind und viele Online Marketing Stationen beruflich durchschritten haben.

    3.    Welche Performance Marketing Kampagne ist Ihnen in den letzten sechs Monaten besonders aufgefallen? Warum?

    Die neuen Dreier Anzeigen, meistens mit Telco Visuals, weil sie drei unterschiedliche Cookies setzen. Dann Groupon-Citydeal Kampagnen und diese mehr als fragwürdigen Gewinnspiele zu Apple-Produkten, bei denen man gleich ein nutzloses Mobile Entertainment Abo an der Backe hat. Wäre ich in letzter Zeit im Internet auch mal ordentlich „shoppen“ gegangen, dann wären mir wahrscheinlich einige zalando- oder mirapodo-Kampagnen aufgefallen. Citydeal ist mir aufgrund des besonders hervorgehobenen Ortsbezugs aufgefallen. Die erwähnten Abofallen interessieren mich aufgrund ihrer rechtlichen Fragwürdigkeit: Ich glaube nicht, dass man die Auslobung eines Preises mit einer Bedingung (Abo) verknüpfen darf. Wir lassen das gerade prüfen. Apropos Abo: Mir sticht auch immer wieder die Pop-Under Werbung für das FAZ-Abo ins Auge. Pop-Under Werbemittel halte ich für eine extrem interessante Werbeform, weil sie – anders als Pop-Up und Layer Ads – die Internetnutzung nicht unterbricht.

    4.    Gibt es aus Ihrer Sicht einen Trend im Performance Marketing, der sich in den nächsten zwölf Monaten durchsetzen wird?

    Also wenn Retargeting vor einen Jahr trendy war, dann ist die fortschreitende Einkaufsautomatisierung auf Advertiserseite ein Trend der nächsten 12 Monate, Stichwort DSP (Demand Side Plattformen und Realtime Bidding). Wir berichten dazu ausgiebig in der neuen Adzine Print 2/2010. Als weitere Trends sehe ich den auf uns zukommenden Parallelschwung von TV- und Online Werbung. Die Advertiser werden immer häufiger TV-Kampagnen mithilfe von Performance-Kampagnen im Netz verlängern, um den Abverkauf anzukurbeln. Es macht durchaus Sinn, nicht nur die Keywords der TV-Kampagnen im SEM zu nutzen, sondern auch im Bereich Display mit bekannten Visuals aus den TV Kampagnen performancebasiert zu arbeiten. Die Hannoversche Leben macht das ja z.B. schon länger. Einen weiteren Trend sehe ich zudem im Aufbau von anonymen Profildatenhäusern, die als Marktplatz, also als eine Art Profil Exchange fungieren. Hier werden die Adserver-Anbieter eine interessante Rolle spielen. Aber das Thema berührt auch das klassische Display-Advertising.

    5.    Haben Sie einen Pop-Up-Blocker im Browser? Und wie gehen Sie mit Werbung im Netz generell um?

    Ich sehe vor allem den Einsatz von Layer Ads kritisch. Sie sind absolut kontraproduktiv für den Werbungtreibenden. Am Ende (des Tages) zahlt er die Zeche in Form von genervten Verbrauchern. Das wirft ein schlechtes Bild auf die beworbene Marke. Außerdem sind die CTRs dort häufig falsch, da die meisten User das Werbemittel fast immer schließen wollen. Ich setze aber keinen Pop-Up-Blocker mehr ein, und natürlich auch keinen Ad Blocker. Ich muss ja sehen können, worüber ich schreiben will. Und wie gesagt: Pop-Under Werbemittel halte ich für eine sehr elegante Lösung.

    6.    Online Behavioral Advertising finden Sie …

    absolut notwendig, um die richtige Zielgruppe anzusprechen. Das gilt vor allem Publisher übergreifend. Der Advertiser will ja nicht immer die Zielgruppe mit denselben Werbeträgern erreichen. Ich glaube, zu Beginn hatten die Premiumvermarkter das Thema etwas falsch adressiert, da sie dachten, dass sie mit Behavioral Advertising (wieso eigentlich nicht Targeting?) eine Lizenz zum Gelddrucken erworben haben. Natürlich rechtfertigt der Einsatz der Behavioral Targeting/Advertising Technologie  einen höheren Preis. Allerdings muss der wohl aus Advertiser-Sicht immer im Verhältnis zum gewünschten Erfolg stehen.

    7.    Apropos Facebook: Sind Sie drin? Und bestätigen Sie berufliche Kontakte als Freunde? Oder was ist Ihre ganz persönliche Social Media-Strategie?

    Das sind  alles Baustellen bei mir. Als Journalist muss man doppelt aufpassen, was man kommuniziert. So halte ich mich im Netz mit persönlichen Meinungen inzwischen ziemlich zurück, um Neutralität zu wahren. Ja, ich habe einen Facebook Account, aber auch einen StudiVz und einen Lokalisten und MySpace und Twitter Account. Allerdings nutze ich in meinem persönlichen Social Media Leben meinen alten Spitznamen aus der Schulzeit. D.h.: Ich bestätige keine beruflichen Kontakte als Freunde. Für die berufliche Kontaktpflege gibt es schließlich Xing.

  7. Von Äpfeln und Birnen: AGOF führt neue Kenngröße ein

    Jul 13 2010
    Tobias Wegmann

    Tobias Wegmann

    Das überarbeitete Berechnungsmodell  der AGOF und die darauf beruhenden Reichweitenzahlen der neuen Ausgabe der Internet Facts haben in den vergangenen Tagen einigen Wirbel in der Onlinewelt ausgelöst. In der Fachpresse,  auf Facebook und auch hier im Blog entwickelte sich eine lebhafte Diskussion um die Sinnhaftigkeit des neuen AGOF-Modells. Dabei fallen zwei Dinge ins Auge: Wie immer, wenn im Internet Modelle und Messrealität der Adserver aufeinander treffen, ist es nicht einfach, diese zur Deckung zu bringen. Dies gilt speziell dann, wenn  verwirrende Namenskonventionen dazu einladen, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

    Deshalb heute ein wenig Obstkunde: Wir haben schon vor einiger Zeit berichtet, dass die Kenngröße Unique  User, die der Adserver in seinen Reports ausspuckt, keinen “User”  beschreibt, der vor seinem Rechner sitzt. Gemessen wird vielmehr der Unique Client, also ein Browser auf einem internetfähigen Endgerät, der über eine eindeutige Cookie-ID identifiziert wird.  Die AGOF gibt die Reichweiten der Internetangebote ebenfalls in Unique Usern an und meint damit tatsächlich die Personenreichweite. Und sie benutzt den Begriff damit sicherlich korrekter, als es, aus historischen  Gründen, die Adserver tun.  Also bennenen alle die Adserver ihrer Unique User-Reports in Unique Client-Reports um und alles ist gut?  Fast.

    Denn mit dem Unique Client ist es auch so eine Sache. Die AGOF setzt in ihrer Definition des Unique Clients voraus, dass dieser mindestens “zwei” Impressions an unterschiedlichen Kalendertagen auf einer der von ihr gemessenen Angeboten erzeugt hat. Die Adserver dagegen zählen für die Ermittlung der  Unique Clients im Regelfall einfach die Cookie IDs. Um diese zu erzeugen, genügt “eine” Impression. Wieviele Unique IDs bei der AGOF-Messung  nicht als Unique Clients gezählt werden,  in den Adserverstatistiken aber als Unique Clients auftauchen, wissen wir nicht genau.  Der  Unterschied  dürfte aber erheblich sein: Misst man ihn testweise singulär auf  einer größeren Website, so verliert man durch die strengere Definition der AGOF schnell mindestens ein Viertel der Unique Clients. Hilft es also, wenn die Adserver zur Berechnung der Unique Clients sich der AGOF-Definition annähern?  Zumindest würden sich in diesem Fall das Studienmodell und die Messrealität ein Stück weit aufeinander zu bewegen.

    Der tatsächliche  Unique User, den die AGOF nach ihrem eben frisch korrigierten Multi-Client-Modell aus den Unique Clients zusammenfügt, wird im Adserver aber niemals messbar sein. Und deshalb  verbieten  sich spätestens hier alle Reichweitenvergleiche.  Diese werden natürlich dennoch ständig angestellt – aber wie war das noch mal mit den Äpfeln und  den Birnen? Wenn man sie klein schneidet und mixt, kommt Mus heraus.

  8. iPad – das trojanische Pferd für die Verlagsbranche?

    Jul 07 2010
    Wolfgang Bscheid

    Wolfgang Bscheid

    “Jeder Verleger sollte sich einmal am Tag hinsetzen, beten und ihm dafür danken, dass er mit diesem Gerät die Verlagsbranche gerettet hat” (Horizont, Ausgabe 26). Einprägsame Worte eines jüngst eher verzweifelt wirkenden Mathias Döpfner, seines Zeichens Axel-Springer-Chef und einer der großen Verleger in Deutschland.  Gemeint ist damit Steve Jobs und die Einführung des iPads, das die Verlagsbranche, so zumindest der Glaube von Herrn Döpfner, aus dem Tal der Tränen ins gelobte Land führen wird. Aber ist diese Einschätzung überhaupt richtig? Oder ist eine solche Reaktion nicht doch etwas zu euphorisch? Denn Fakt ist, dass die Geschichte der Markteinführung des iPads auch einen ganz anderen Ausgang nehmen könnte! Und dann wäre Herr Döpfner wohl eher vergleichbar mit Priamos, dem Herrscher Trojas, der das nette Holzpferd auch für ein wunderbares Abschiedsgeschenk der Griechen gehalten hatte. Der Rest ist hinlänglich bekannt.

    Woher kommt dieser unbeirrbare Glaube, dass das iPad vor allem für Verlage eine neue Erlösquelle sein könnte? Warum sollten User plötzlich massenhaft für Inhalte bezahlen, die einen Click weiter wie immer kostenlos zu haben sind? Zumal die Revolution ja leider nur im Bereich der Gestaltung zu finden ist. Oder was sollten Verlage plötzlich inhaltlich zu leisten in der Lage sein, was ihnen im Netz nicht möglich war? Noch mehr Multimedialität? Da wird sich der eine oder andere Leser sicher freuen. In der Bilanz tauchen diese Positionen aber immer noch auf der Kostenseite auf. Und wer sich mal die Mühe gemacht hat, die Kommentare zu diversen News-Apps zu lesen, der wird festellten, dass es durchaus eine Fraktion gibt, der es weniger auf multimedialen Schnickschnack ankommt, als vielmehr auf schnelle informative Angebote. Eine Postition, die ich durchaus nachvollziehen kann. Auf diesem Weg komme ich jedenfalls sicher nicht weiter und schon gar nicht zu einem völlig neuen revolutionären Verlagsangebot.

    Aber sehen wir uns doch mal die andere Seite an: Das iPad ist in erster Linie ein superschönes und praktisches “mobile” Device. Und wem das Web auf dem Handy bisher zu fuzzelig war, der wird mit dem iPad seine wahre Freude haben. Grosses Display, einfache Bedienung und optimale Lesbarkeit. Einfach eine perfekte Alternative zur guten alten Zeitung. Oder nicht? Immer akuell und interaktiv. Warum sollte ich mir jetzt eigentlich noch die Printausgabe kaufen? Denn auch auf dem Sofa und am Frühstückstisch ist das iPad eine wirkliche Augenweide.

    Tja, aus dieser Perspektive sieht die Sache schon ganz anders aus. Statt neue Erlöse über kostenpflichtige News-Aps zu schaffen, könnte das iPad auch die letzten Reste treuer Printkunden in die elektronische Welt konvertieren. Und dann, spätestens dann, brennt Troja wirklich.

  9. Eskimos auf den Mailingtagen gesichtet!

    Jul 01 2010
    Alexander Emmendoerfer

    Alexander Emmendoerfer

    Es gilt nicht als sicher, dass die Eskimos wirklich mehr als 100 Ausdrücke für Schnee haben. Interessierten sei hierzu ein Artikel der Zeit Online empfohlen. Was aber seit den Mailingtagen 2010 als absolut sicher gilt ist, dass Vermarkter inzwischen mehr als 100 Ausdrücke für die Generierung von E-Mail-Adressen kennen.

    Nicht nur, dass im Zuge der unvermindert großen und immer noch steigenden Bedeutung des Kommunikationskanals E-Mail (siehe ACTA 2009, S. 17) immer mehr Anbieter auch aus klassischen Dialog-Marketing-Bereichen ein “Online-Angebot” ausloben. Auch darüber hinaus produziert das Thema Leadgenerierung der Messe ganze Gewächshäuser an Stilblüten. Es findet sich kaum ein Anbieter, der für das Sammeln oder Verwenden von E-Mail-Adressen nicht eine eigene Wortschöpfung parat hätte. Natürlich kann ich als Vertreter der Agenturbranche jeden verstehen, der sich für sein Angebot, das sich kaum bis gar nicht vom Wettbewerb unterscheidet, eine schicke Namensgebung ausdenkt. Für den interessierten Messebesucher muss das jedoch mehr als verwirrend sein.

    Also hier nochmal in aller Deutlichkeit und für alle, die sich für das Thema Leadgenerierung interessieren, aber nicht die Zeit haben, alle Gewächshäuser dieser Welt zu durchforsten: Es gibt aktuell – neben der Generierung von Leads auf den eigenen Sites – nur sehr wenige sinnvolle bzw. effiziente Methoden Leads zu generieren, egal welche noch so kuriosen Namen die Angebote tragen:

    1. Co-Registrierung

    Direkt in einem Anmelde- oder Registrierungsprozess einer Website oder eines E-Mail-Accounts wird abgefragt, ob man nicht Angebote einer explizit genannten Marke per E-Mail erhalten möchte. Dies muss man ausdrücklich aktivieren bzw. bestätigen bevor man die E-Mails später erhält.

    2. Co-Sponsoring

    Im Rahmen zum Beispiel eines Gewinnspiels oder einer Umfrage wird beim Registrierungprozess abgefragt, dass man einverstanden ist, per E-Mail Angebote der “Sponsoren” zu erhalten. Diese Sponsoren müssen nach geltendem Recht zwar alle genannt werden, dem Teilnehmer solcher Aktionen wird das Auffinden aller Sponsoren in der Regel aber nicht gerade leicht gemacht.

    3. Vermarkter- und Affiliate-Kanal

    Man kann auch zusammen mit einem Vermarkter ein eigenes Gewinnspiel oder eine ähnliche Aktion entwickeln und darüber Leads generieren. Dabei kann man den Aktionsmechanismus dann selbst gestalten, und damit über ein markenaffineres Umfeld besser qualifizierte Leads generieren. Allerdings ist dann auch der Preis für einen einzelnen Lead in der Regel höher als bei den davor genannten Methoden. Alternativ kann hier auch der Affiliate-Kanal helfen die Kosten per Lead zu senken.

    4. Stand-Alone-Mail

    Nicht zu verwechseln mit den hier aufgeführten Methoden und gerade deshalb noch erwähnenswert ist das Anmieten von E-Mail-Adressen für eine gewisse Aussendung. Hier mietet man sozusagen die Adressen eines Vermarkters (der dafür eine ausdrückliche Erlaubnis besitzt!!) und der Vermieter der Adressen sendet an den vereinbarten Verteiler eine E-Mail, die praktisch im gesamten Contentbereich wie eine eigene E-Mail des Absenders aussehen kann. Genau deshalb wird dies meist als “Stand-Alone-Mail” bezeichnet. Der Vorteil des schnell verfügbaren, großen Verteilers ist hier genauso hervorzuheben, wie der Nachteil, dass die angemieteten Adressen nicht aus dem eigenen Postfach versendet werden und jeder neue Versand in der Regel etwas kostet.

    Das war‘s! Ende der Geschichte. Alles andere sind nach unseren Erfahrungen nette Wortschöpfungen aus der Marketing- oder Vertriebsabteilung, aber keine wirklich neuen Ideen oder Angebote. Sollten Sie der Überzeugung sein, Sie hätten doch eine wirklich neue Blüte entdeckt, oder sie pflanzen gerade selbst etwas, das sich wesentlich von den genannten Methoden unterscheidet, freue ich mich über Ihre Nachricht!

    2010_mailing_0686

  10. Arbeitsgemeinschaft Online-Fragezeichen

    Jun 29 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Kennen Sie die +4+5+9 Regel schon? Falls nicht, hilft ein gewiefter Blick in die neuen AGOF-Zahlen. Die haben ja schon für einige Diskussionen gesorgt und ich bin der Meinung, dass die Welt meine Sicht der Dinge dazu auch noch wissen sollte. Parallel verzichte ich aber darauf,  meine geringschätzige Meinung zu überflüssigen Facebook-Diskussionen kund zu tun.

    Zurück zur 4+5+9 Regel! Diese besagt, dass man als hochgelistete Website in der AGOF mit der neuen Erhebungssystematik entweder ca. 4 Mio. Unique User mehr hat (u.a. web.de, GMX, chip.de, spiegel.de, rtl.de – mit Volltreffer) oder ca. 5 Mio. oben drauf bekam (yahoo.de, msn.de, Windows Live) oder halt 9 Mio. (interessanterweise die Summe aus 4+5), wenn man T-Online heißt.

    Dabei ist ein Vergleich mit den alten Erhebungen natürlich strengstens verboten. Gerade dieses Verbot reizt mich ehrlich gesagt am meisten, die Werte doch mal gegenüber zu stellen. Ich kann noch nicht ganz nachvollziehen, was mit mir jetzt im Nachgang passieren wird. Werde ich verhaftet, stellt man mir Google ab oder bekomme ich eine elektronische Tastaturfessel? Liebe Arbeitsgemeinschaft: wenn Sie mir das SEK auf den Hals hetzen, teilen Sie mir doch rechtzeitig mit, wann die Beamten kommen. Ich würde dann auch bereitwillig die Tür aufmachen (die Ramme kann also im Auto bleiben) und serviere den Ordnungskräften gerne eine Tasse Kaffee und ein paar Cookies, bevor ich in einen nordkoreanischen Folterknast verschleppt werde, in dem ich dann mit der dortigen Nationalmannschaft (Abwehr + Torhüter) auf einen schmerzlosen Tod hoffe.

    Also auf zur (Straf-)Tat: Es ist in meinem Verständnis unmöglich, dass sich Werte derart radikal ändern können, ohne dass nicht eine der Erhebungen falsch war. Der Methodenwechsel mag ja Änderungen mit sich bringen, aber derart große sind nicht möglich und auch nicht erklärbar. Da hilft es auch nichts, propagandistisch die Mär von „Beides ist richtig“ zu wiederholen. Wenn die Grundgesamtheit um 12 Prozent steigt – unter anderem durch die Hinzunahme von Ausländern (was fast schon progressiv frühzeitig ist, aber zumindest in seinen Dimensionen dem tatsächlichen Bevölkerungsanteil entspricht), erwarte ich, dass die Website-Nutzung ebenfalls um einen entsprechenden Wert steigt. Da mag es dann Ausreißer geben, deren Webseite entweder besonders stark (z.B. 24 Prozent) oder garnicht von der Umstellung profitiert. Tatsächlich steigt die Userzahl aber bei den großen Websites um 20-130 Prozent und das scheint mir dann doch ein wenig unverhältnismäßig. Auch das Berücksichtigen von mehreren Endgeräten mag zwar die Nutzung von Sites anders ausfallen lassen, führt aber nicht zu mehr Usern. Zumindest ist mir bislang noch kein Fall bekannt, bei dem sich jemand linear mit der Anzahl seiner Endgeräte selber vermehren konnte, auch wenn einem auf Anhieb eine Menge praktischer Nutzungsmöglich­keiten einfallen würden.

    Da ich nun auch nicht weiß, welcher internet facts-Welle ich glauben soll, werde ich mich an die neuen Zahlen halten und die Umstellung hoffentlich bald verdrängt haben. Schließlich gibt es ja auch immer noch Bewertungsgrößen wie Klickraten, Kontaktdosen, Conversions und viele mehr. Diese stellen letzten Endes die härtere Währung dar, lassen sich in der Regel aber leider nicht so leicht verdoppeln. Oder kann mir da ein Forscher weiterhelfen? Vielleicht fehlen ja auch einfach nur die Bestellungen von Spätaussiedlern oder  iPad-Nutzern?!

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