
Dominik Frings
Die Firma Apple ist ja um vieles zu beneiden. Die Produkte passen, die Kunden lieben das angeknabberte Kernobstgewächs und die gewinne sprudeln wie Öl ins Meer. Die Anlehnung an die Petro-Industrie scheint dabei nicht nur makaber, sondern auch unzutreffend. Bis gestern dachte ich zumindest Letzteres auch, aber dann sah ich folgenden Artikel auf einer der Branche wohlbekannten Seite (sie wissen schon, die mit den vielen Newlsettern!;)). Es ist also tatsächlich soweit, dass ein IT-Unternehmen die Großen dieser Welt in dem Rennen nach maximaler Kapitalisierung angreift. Das Spiel kennen wir eigentlich schon aus den Zeiten des Dotcom-Schlaraffenlandes, in denen Unternehmen allein aufgrund von Phantasien plötzlich so viel wert waren wie Deutschland, Taiwan und ganz Afrika inklusive Blutdiamanten. Da konnte dann auch ein Distributor von Gratis CDs viel größere Konzerne schlucken, die so lästige Sachen hatten wie Infrastruktur, Immobilien bzw. Anlagevermögen im Allgemeinen. Das daraus der sonst so wahnsinnig talentlose (außer es ging ums eigene Bankkonto) Manager Thomas M. hier dann tatsächlich zum besten Deal seines Lebens genötigt wurde – welcher die Gütersloher heute noch erfreuen dürfte – gehört wohl ebenso zur Ironie des Schicksal wie der weitere Lauf der Dinge. Auch die Yahoo‘ler waren mal mehr Wert als Mercedes. Aber Gott sei es gedankt, kam es dann zu keiner Übernahme. Andernfalls würde der Wagen mit dem Stern wohl auch dieser Zeit hinterher taumeln, wie das alte Schlachtross aus Sunnyvale.
Dennoch erlaubt sich der direkte Vergleich nicht, denn anders als der ein oder andere Glücksritter vergangener Tage, hat sich Apple stetig entwickelt, einen durchaus langfristigen Aufschwung hingelegt und ja, es stehen auch tatsächliche Assets dahinter und nicht nur Büroräume und ein paar Jungs mit Akne, Visionen und Laptops. Auch wenn natürlich die Produktionen ausgelagert sind und die Montage eher von armen suizidgefährdeten Teufeln im chinesischen Akkord gefertigt werden, so darf man doch von einem Unternehmen mit einer gewissen Wertschöpfung sprechen. Vielleicht noch viel wichtiger sei der Hinweis, dass das Unternehmen inzwischen von einer Vielzahl von Produkten und Innovationen getragen wird und nicht nur von einer obskuren Idee. Ob es sich damit qualifiziert mehr wert zu sein als große Industriemagnate, Konsumgütehersteller oder die angesprochenen Ölkonzerne, sei dahingestellt. Ebenso kann es natürlich wieder bergab gehen wenn mal die Produkte nicht mehr passen, die Zeitumstellung auf den Endgeräten fehlschlägt oder der soziopathische Herr Jobs den Lötkolben weiterreicht an einen Manager mit dem Format eines oben angesprochene Herrn M. Doch was währt schon ewig und es gilt als nahezu sicher, dass der Niedergang eher langsam und auf schleichenden Sohlen daherkommt. Bis dahin rollt der Rubel, kaufen die Leute rauschend und wer braucht schon Benzin, wenn man alles über das Ipad frei Haus bestellen kann?



Wie in meinem Blogbeitrag 

