Wie erwartet, lässt Facebook mit Neuigkeiten nicht sehr lange auf sich warten.
So wird in den Medien derzeit viel über die neue Funktion „Graph Search“ berichtet. Hierbei handelt es sich um eine neue Suchfunktion, die Facebook seit letzter Woche als Beta-Version mit einer überschaubaren Anzahl an Usern testet.
Durch diese neue Funktion ist es möglich, innerhalb des Facebook Datenpools nicht nur nach Namen zu suchen, sondern vielmehr die semantischen Möglichkeiten des „Social Graph“ zu nutzen. Die Suche beschränkt sich also nicht nur auf Keywords, da die Zusammenhänge ganzer Sätze verarbeitet werden können.
Die alleinige Suche nach Freunden aus einer bestimmten Stadt gehört hier wahrscheinlich eher zu den banaleren Fällen. Interessant wird es erst, wenn man diese um bestimmte Kriterien erweitert, wie etwa die Lieblingsband, besuchte Orte oder gar den Beziehungsstatus. „Personen, die in meiner Stadt wohnen, musikbegeistert und single sind“ könnte solch eine Anfrage etwa lauten. Die Suchergebnisse sind dabei stark personalisiert und abhängig von den jeweils freigegebenen Daten. Die Relevanz der Ergebnisse bemisst sich dabei an Faktoren wie räumliche Nähe, Anzahl der Likes einer Seite etc. Zudem spielen auch die Kontaktintensität sowie gemeinsame Interessen eine große Rolle.
Datenschützer sind alarmiert, allerdings greift Facebook mit „Graph Search“ lediglich auf Informationen zurück, die Facebook-Nutzer entweder öffentlich im Netzwerk oder im Freundeskreis bereitstellen. Als Konkurrenz zu Google kann „Graph Search“ daher nicht bezeichnet werden, da kein Zugriff auf externe Daten erfolgt. Im Endeffekt muss sich also jeder Nutzer im Klaren darüber sein, dass er alle Daten, die er auf Facebook seinen Kontakten oder der Allgemeinheit zur Verfügung stellt, für die Suche zugänglich macht. In diesem Zusammenhang ist es also empfehlenswert, hin und wieder einen Blick in die eigenen Privatsphäre-Einstellungen zu werfen, denn ich bin immer wieder überrascht, wie viele private Profile für die Öffentlichkeit nicht gesperrt sind.
Wann „Graph Search“ für die Allgemeinheit zugänglich sein wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Facebook bezeichnet die Suche allerdings jetzt schon als drittes Standbein neben Newsfeed und Timeline. Aber was bedeutet die Neuerung für Werbetreibende? Laut Facebook sind neben den Sponsored Results zunächst keine weiteren Werbeformate angedacht. Es bleibt jedoch abzuwarten, inwiefern sich die neuen Funktionen positiv auf das Suchvolumen auswirken werden – und dann ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis die neuen Werbeformen sprießen.
Interessanter könnte „Graph Search“ indes für Betreiber von Facebook-Seiten oder Apps sein. So ist es z.B. möglich, dass das eigene Restaurant ganz schnell von potenziellen Besuchern über die entsprechende Facebook-Seite gefunden werden kann. Daher gilt es, ein paar Punkte zu beachten: Relevante Daten wie Name, Kategorie oder Anschrift sollten vollständig angegeben werden, damit die Seite in möglichst vielen Ergebnislisten erscheint. Um das Ranking positiv zu beeinflussen, ist nicht nur die Anzahl der Fans relevant, sondern vielmehr deren Interaktionsrate. Je mehr Fans mit der Seite durch Likes, Comments etc. interagieren, desto relevanter erscheint diese Seite auch in der Ergebnisliste.
Auf die Interaktionsrate und deren Bedeutung für die organische Reichweite werde ich allerdings beim nächsten Mal näher eingehen.









Wie in meinem Blogbeitrag 