mediascale - innovative medienvermarktung
Klartext!
  1. dmexco im Spiegel der Zeit – eine Manöverkritik

    Sep 26 2011

    Tobias Wegmann

    Dominik Frings

     

     

     

     

     

     

    Dominik: Mensch, Tobi! Das blühende Leben sieht aber anders aus! Zu tief in Schnapsschorle getaucht?

    Tobi: Vielleicht solltest Du erst mal in den Spiegel schauen, bevor Du Dich so aus dem Fenster lehnst. Aber stimmt schon: Zwei Tage dmexco, Kaffee, Kekse und Würste, realtime Shuttling zu den Partys, kaum Schlaf, da wird man nicht schöner. Habe auch wild geträumt: vom OVK, der klickbare Banner bei Androhung von Haftstrafen verbietet. Clutter rulez. Dementoren stürmten das Admanagement und haben die Klickcommands konfisziert. Glücklicherweise nur die Nachwirkung von einer Putzeimerportion Rindertartar und zu viel Jubiläums-Aquavit. Ich werde deswegen jetzt Einkehr halten und auf dem Weg zum virtuellen Veganer eventuell den zweiten Schaltkreis anstreben.

    Dominik (legt mit ernstem Blick Tobi  kumpelhaft den Arm auf die Schulter): Und? Auch gute Termine gehabt?

    Tobi: Ja, Sidney Carton aus Minneapolis hat uns exclusiv seine neue DSP-Cloud Lösung Broken Wings vorgestellt, natürlich semantisch cookieless plugable. Hatte leider noch keine Business Cards, aber er will sich spätestens nächste Woche aus der Cloud melden. Ansonsten: Features, Features, Features, wohin das Auge in den Hallen fällt. Außer dort, wo Hostessen in Hotpants standen. Da kannst du auf der dmexco ja immer getrost vorbei gehen. Ehrlich vermisst habe ich die Koreaner und Chinesen mit ihren Klapptischchen. Da war die Messe wohl zu früh ausgebucht. In der Debate Hall konnte man dafür in den Pausen schön übernicken, und die Käsepromotion am Stand der Medienlandschaft NRW war geradezu phänomenal. Wie war es bei dir?

    Dominik: Zwei bis drei spannende Neukundengespräche gehabt – ich würde sagen so gut wie geclosed die Deals – und dazu interessante Speaches zum Thema mobiles ReTargteting und App-Interstitials. Jetzt einen Tag ausruhen, dann beide Füße aufs Gas und auf der Überholspur durch Q4. Werde nebenbei noch die Bewegungsanalysen der lieben Kollegen anschauen. Haben ja dieses Jahr erstmalig allen einen RFID-Chip in den Oberschenkel verpflanzt und jetzt wissen wir detailliert, wer, wo, was gemacht hat. Tolles Tool, und dann siehst auch, wer den ganzen Tag nur bei Oger Media am Stand herumgelungert und Cookies gemampft hat.

    Tobi: Oger Media? Ist Dir Shrek Rotten auch über die Füße gestolpert? Sah schlecht aus, der Knabe, am zweiten Messetag.

    Dominik: Nein, zum Glück nicht. Vielleicht hat es ja geschneit, passiert hier im Rheinland schon mal Mitte September. Und wenn man dann abends nicht rechtzeitig den Absprung schafft, heißt’s halt Schwemmbirne und Raubkater. Dumm, wenn dann ein Newbui am Morgen ansteht. Da kann man froh sein, wenn es bald Richtung Flieger geht.

    Tobi: Wenigstens das mit den Taxis klappte diesmal besser. Wollte nach den Erfahrungen des letzten Jahres schon auf Rikscha und Rheinfähre umsteigen, aber es lief ja ganz flüssig. Nur Telefonieren war mal wieder eine Katastrophe, und mailen konnte ich auch nicht. War dann immer nachmittags vorne im Copyshop und habe per Fax getwittert.

    Dominik: Hey richtig, echt übel. Ich hatte gerade meine zwei Mobiltelefone, das iPad, den Laptop und das ferngesteuerte Auto vom ebay-Stand automatisch ins W-Lan eingewählt: Ende Gelände. Dass man das aber auch nicht in den Griff bekommt. Wollte mit den Techies aus Halle 7 eine Mobile Video Conference machen und dann: nur weiße Mattscheibe und vegetierende Ladebalken.

    Tobi: Skandalös. Da wird es auch schwierig, den Traffic zu bidden, wenn der Performance bei solchen Kindereien schon die Puste ausgeht. Aber nun gut. Ich muss jetzt mal Gepäck aufnehmen und zum Flieger.

    Dominik: Dann können wir uns das Taxi teilen. Die anderen Jungs und das Mädel sind schon auf dem Weg.

    Tobi: Alle in einem Flieger? Und was machen wir, wenn die Maschine abstürzt?

    Dominik: Ähemm… das ist dann ja … wohl nicht mehr unser Problem, oder?

    Tobi (niest): Stimmt.

    Dominik: Gesundheit!

  2. Bscheid gsagt – Folge 1: Datenqualität im Targeting

    Sep 19 2011

    Premiere:  Heute starten wir mit unserem Videoblog “Bscheid gsagt”. Der Name deutet es an: mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid spricht künftig alle zwei bis drei Wochen Klartext. Über alle Themen, die die Online- und Mediabranche bewegen. Manchmal provokant, immer meinungsstark und (hoffentlich) nie langweilig.

    In der ersten Folge geht es heute – kurz vor der dmexco – um die Fragen: Bekommt der Werbekunde beim Targeting wirklich genau die Zielgruppen, die er gebucht hat? Und wie kann er überprüfen lassen, wie gut die Datenqualität seiner Targeting-Kampagnen ist?

     

  3. dmexco im Dialog – ein Zwiegespräch

    Sep 19 2011

    Tobias Wegmann

    Dominik Frings

     

     

     

     

     

     

    Dominik: Tach Tobi, alte Hütte! Lang nicht mehr gesehen. Wie läuft es bei dir so?

    Tobi: BLENDEND! Ich komme gerade aus der Übercloud, wo ich mit der Übercrowd ein wenig über Scourcing diskutiert habe. Shrek Rotten von Oger Media war auch da. Keine Ahnung, was der eigentlich  macht, aber tolle Wollmütze und gigantische Ausstrahlung. Ruht total in sich. Vulkanisch schlummernde Dynamik. Und wie geht es dir?

    Dominik: FANTASTISCH! Es läuft so richtig gut, Milch und Honig fließen, und es gibt nur ein Vorwärts, und die gebratenen Hähnchen fliegen mir in den Mund. Und das, wo weißes Fleisch so gesund ist! Und, gut gerüstet für Q4?

    Tobi: Ja, wir haben letzte Woche  dreiundzwanzig  neue DSPs an die SSP angeschlossen, um RTB im kommenden Jahr richtig zu etablieren. Dürften jetzt bald so achthundert Plattformen aufgeschaltet haben. Und dahinter kommt alles von denselben drei Vermarktern. Genial. Wir denken da auch schon an völlig neue Produkte und Mechaniken!

    Dominik: Wow, dann seid ihr ja ganz weit vorne. Welche Strategie verfolgt ihr denn?

    Tobi: Das Wichtigste ist, dass wir von den Finanzmärkten lernen. Wir packagen faulen Traffic in große Pakete und verkaufen die Anteile gestückelt an lizensierte Traffic-Händler.

    Dominik: Das klingt plausibel, man sollte das Ganze aber auch noch über Optionsscheine leveragen und auch auf sinkende Kurse wetten.

    Tobi: Oder Leerverkäufe. Wir verkaufen Traffic, den wir nicht haben, und wenn der Preis gefallen ist, kaufen wir ihn wirklich ein und verramschen ihn an Bestbietende mit den niedrigsten Ansprüchen. So spekulieren wir gegen die Preise der Google AdExchange und den PerformanceTraffic Allocator.

    Dominik: Aber hinter letzterem steht doch der griechische Staat oder? Es ist doch inzwischen ein offenes Geheimnis, dass die Griechen über den Real Time-Handel ihren Staatsbankrott aufhalten.

    Tobi: Na ja, allerdings auch nur solange, bis Google Griechenland kauft und daraus ein Testlabor für gebiddeten Mobile Traffic macht.

    Dominik: Mobile hatte ich ganz vergessen. Das kommt ja auch mit Macht auf uns zu!

    Tobi: Ja, und deswegen testet Google auch schon seine LBA-Angebote auf den äußeren Sporaden auf Herz und Nieren, damit beim weltweiten RollOut nix schiefgeht. Sollen vor Ort nur Probleme mit dem heißen Klima haben, sonst läuft alles wie geschmiert. Gibt ja auch nur einen einzigen Supermarkt dort. Spielt  das bei euch denn schon ne große Rolle?

    Dominik: Wir werden, denke ich, nächstes Jahr ca. 60 Prozent über Bewegtbild machen und mindestens genauso viel über Mobile. Dabei wird mindestens das Doppelte dann inzwischen realtime gehandelt.

    Tobi: Oh, nächstes Jahr! Da möchte ich noch gar nicht drüber sprechen. Große Unsicherheiten werden kommen und der große Knall zum Schluss.

    Dominik: Du meinst die Finanzkrise und deren Auswirkungen auf die Spendings? Da kann es natürlich schon sein, dass die Turbulenzen an den Börsen sich auf die Realwirtschaft durchschlagen und die Spendings negativ influenzieren.

    Tobi: Die Finanzkrise ist ja nur der Anfang. Erdbeben, Erdrutsche, Taifune, marodierende Riesenwesen, epidemischer Hautpilz … all das hat uns Aztec Predictive Oracle (APO) bereits in der DotCom-Blase vorhergesagt. Und Ende Dezember ist dann eh Schluss mit Vater Staat und Mutter Erde!

    Dominik: Oh, das klingt schlecht. Und was machen wir bis zum Weltuntergang? Gehen wir ne Wurst essen?

    Tobi: Ja, aber du holst die Gutscheine bei Tomorrow Focus.

    Dominik: Geht klar!

  4. SportScheck: Über die Marke zum Vertriebserfolg

    Sep 15 2011

    Index der Mediennutzung nach Altersgruppen, Quelle: ARD-Onlinestudien, Basis: Erwachsene ab 14 Jahre in Deutschland
    Index der Mediennutzung nach Altersgruppen, Quelle: ARD-Onlinestudien, Basis: Erwachsene ab 14 Jahre in Deutschland

     

    Was macht ein Handelsunternehmen, das bisher sehr effizient geworben hat, seine Kanäle schon sehr stark optimiert hat und trotzdem ambitioniert wachsen will? Vor dieser Situation stand im Herbst 2010 das erfolgreiche Multichannel-Unternehmen SportScheck.

    Während der Umsatz von SportScheck mit Bestandskunden konstant wuchs, trugen Neukunden unterproportional weniger zum Wachstum bei. Die Herausforderung lautete deshalb: Wie erreicht man ambitionierte Umsatzziele, wenn stark vertriebsorientierte Offline- und Online-Werbekanäle (Streuwurfsendung, Katalog, Affiliate, Search, Performance Display, etc.) in ihren Möglichkeiten für sich bereits weitestgehend ausgeschöpft sind? Die auf den ersten Blick überraschende Antwort: Nur mit gezielten Investitionen in die Marke – und mit einer außergewöhnlichen Bewegtbildkampagne, die auch die Mediennutzung (siehe Grafik oben) berücksichtigt!

    Gemeinsam mit der Schwesteragentur Mediaplus plante mediascale letztes Jahr die integrierte TV- und Online-Herbstkampagne für SportScheck. Mit einem breit angelegten Screenplanning ermittelten wir den optimalen Mix zwischen klassischer TV-Werbung und Online-Bewegtbild für unterschiedliche Zielgruppen. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift marke41 lesen Sie  die ganze Erfolgsgeschichte – oder online im ePaper (ab Seite 38).

     

  5. Die Jobkrise hat viele Gesichter…

    Sep 13 2011

    Dominik Frings

    Jenseits des Atlantiks braut sich mal wieder einiges zusammen. Nach der Ruhe legt der Sturm gleich mächtig los. Da sind die böigen Drehwinde, die sich neue Jagdreviere suchen. Da ist ein gewisser Herr Jobs, der die Apfelplantage verlässt, und dann ist da noch eine 62-jährige Dame, der man per Telefon mitteilte, dass sie nun  wieder dem freien Humankapitalmarkt zur Verfügung steht – und das in Zeiten von Rekordarbeitslosigkeit. Geht es noch herzloser?

    Wie sich nun der weitere Weg von Apple entwickelt, bleibt ungewiss und auch, inwieweit sich 450 Milliarden Dollar auswirken, die Barack Obama in den US-Arbeitsmarkt pumpen möchte. Was allerdings als gesichert gelten kann: Das Waschen schmutziger Wäsche in der Öffentlichkeit tut den beteiligten Parteien nur selten gut. So gesehen sind die Verlautbarungen, die nun zu uns durchdringen, neutral betrachtet, amüsant, für Beteiligte jedoch wenig zuträglich. Zusammengefasst gestaltet sich die Lage wie folgt: Frau Bartz wurde 2009 zu Yahoo geholt, um den Laden wieder auf Kurs zu bringen. Sie stellte rasch fest, dass es zu viele Häuptlinge und zu wenig Indianer gab, stutzte recht erfolgreich die Kosten und erhöhte die Profite. Erwartet wurde aber wohl auch noch ein Umsatzwachstum. Und da liegt das Kernproblem: Es gab wenig Phantasie, das Geschäft auf neuen Feldern zu positionieren und zu etablieren. Ob man jemanden deswegen per Telefon feuern muss, sei dahingestellt. Ebenso ist es fraglich, ob man den Verwaltungsrat in der Folge als einen Haufen Idioten bezeichnen muss, was Frau Bartz im Nachgang die stolze Summe von 10 Millionen Dollar kosten könnte. Nun bleibt die Frage, wie es weitergeht. Und da war es fast schon klar, dass sich eine Fusion mit AOL als erstes aufdrängte. Vielleicht musste die streitbare Dame auch einfach nur aus dem Weg geräumt werden, um einen Zusammenschluss zu ermöglichen. Größenwachstum über die bloße Addition zweier Umsätze ist hierbei allerdings nicht zu erwarten bzw. würde ich an der Stelle stark bezweifeln wollen.

    Was bleibt nun unterm Strich in Bezug auf die Jobkrise: Herr Jobs schafft eine neue Position durch seinen Weggang, und zumindest in den kommenden Produkten steckt noch sein Geist. Wenn es also bergab geht, wird es noch ein Weilchen dauern, 7,31 Milliarden Dollar Quartalsgewinn lassen sich so rasch gar nicht herunterwirtschaften. Zudem dürften bei aufziehenden dunklen Wolken vor allem die Produktionsanlagen in Fernost Federn lassen müssen, bevor der Sparhammer in Kalifornien zuschlägt. Frau Bartz schafft ebenfalls eine neue Stelle und wird vermutlich künftig auch nicht mehr so viele Positionen einnehmen. Trotz möglicher Strafzahlungen dürfen wir auch hier getrost davon ausgehen, dass sie für sich und ihre Lieben ausgesorgt hat. Macht also in Summe zwei freie Stellen, mit denen dem US-Arbeitsmarkt aus der Krise geholfen werden kann. Die Rechnung könnte bei einer Fusion allerdings stark ins Negative rutschen, wenn auf dem Altar der Synergie pauschal jede dritte Stelle gestrichen wird. Schade eigentlich, es sah gerade so aus, als ginge es bergauf.

  6. Behavioural-E-Mail-Marketing in der Praxis? – Leider nein.

    Sep 08 2011
    Alexander Emmendoerfer

    Alexander Emmendoerfer

    Behavioural-E-Mail-Marketing. Wir haben hier im Blog das Thema schon ein paar Mal erwähnt, und es wäre zugegebenermaßen eine echte Performance-Wunderwaffe, verhaltensbasierte Werbeaussteuerung mit den Möglichkeiten des E-Mail-Marketings zu verschmelzen. Nun sieht es allerdings so aus, als hätte ein „Branchenspezialist“ zu sehr von verbotenen Früchten genascht: In einem Adzine-Artikel hat ein Gastautor das „Konzept für maximale Relevanz im E-Mail-Marketing“ ausgerufen, das großen Erfolg verspricht, nur leider nach deutschem (und europäischem) Recht absolut nicht erlaubt ist.

    Was ist genau passiert? Herr Jakob S. Gomersall, General-Manager von RedEyeDeutschland, hat in einem aktuellen Newsletter und Artikel des geschätzten Branchenmagazins Adzine das Behavioural-E-Mail als Erfolgskonzept für „die nächsten Schritte im E-Mail-Marketing“ beschrieben. Konkret geht es darum, das Surfverhalten von Interessenten beim Besuch eines Webshops zu speichern und für bessere, relevantere Angebote per E-Mail  zu nutzen.

    Ohne Zweifel eine nette Idee, die vermutlich jedem Verantwortlichen in Online-Marketing schon mal durch den Kopf gegangen ist – nur leider ist sie in dem von Herrn Gomersall beschriebenen Verfahren verboten. Jede Form der ungefragten, gemeinsamen Speicherung von Trackingdaten und personenbezogenen Daten ist untersagt. Streng genommen ist es sogar schon verboten, innerhalb des Mediums E-Mail das Klickverhalten im E-Mail individuell zu speichern und später für relevantere Angebote zu nutzen. Jetzt mögen sich viele denken “wo kein Kläger, da kein Richter”, doch derartige Überlegungen können im empfindlichen Umfeld der aktuellen Datenschutzdiskussionen schnell zu umfassenderen Problemen führen…

    Warum ist es denn in Deutschland nicht erlaubt, Daten aus Trackingsystemen ungefragt zusammen mit personenbezogenen Daten zu verknüpfen oder zu speichern? Mit dieser Thematik muss sich die ganze Online-Branche ja nun schon seit einiger Zeit befassen, und zumindest, was eine gemeinsame Speicherung der Daten betrifft, gibt es ebenfalls schon seit einiger Zeit keine Zweifel mehr: Zusammenfassend gesagt ist alles, wovon der Interessent oder User nicht annehmen muss, dass es ungefragt über ihn zusammen mit seinen personenbezogenen Daten gespeichert ist, zum Schutz des Users auch verboten.
    So ist es auch zu erklären, dass Kaufdaten natürlich zusammen mit den personenbezogenen Daten gespeichert werden dürfen. Jeder Kunde muss davon ausgehen, dass beispielsweise der Kauf von Schuhen in einem Webshop seinen persönlichen Daten zugeordnet wird und er – Werbe-Opt-In vorausgesetzt – später Angebote entsprechend dieses Kaufs erhält. Jedes CRM-Programm funktioniert auf dieser Basis. Aber er muss eben nicht davon ausgehen, dass Informationen über sein Surf- oder Klickverhalten zusammen mit seinem Datensatz gespeichert werden. Hier schützt ihn der Gesetzgeber in zahlreichen Paragraphen. Und dies im Übrigen sowohl in Deutschland als auch in der EU und ebenso sowohl in aktuellen als auch in zukünftigen Richtlinien.

    Der Gipfel ist allerdings, dass man Herrn Gomersall hier nicht einmal unterstellen kann, dass er die rechtlichen Aspekte nur vergessen hätte. Genau das Gegenteil ist der Fall, denn er verkündet die gemeinsame Speicherung der Daten ausdrücklich als rechtens: „Übrigens: Die Zusammenführung persönlicher und verhaltensbezogener Informationen in einer Datenbank entspricht der geltenden Rechtslage in Deutschland.“  Es wird wohl sein Geheimnis bleiben, wann und wo er diese Erkenntnisse gesammelt hat.

    Jetzt sagen Sie vielleicht, aber Amazon schickt mir doch genau solche E-Mails. Immer wenn ich ein paar Bügeleisen auf der Amazon-Site anschaue, bekomme ich zwei Tage später ein E-Mail von Amazon mit Bügeleisen-Angeboten… Richtig! Nur Amazon hat sich genau dafür die ausdrückliche (!) Erlaubnis geholt. Diese Erlaubnis darf auch nicht in irgendwelchen Fußnoten oder AGBs versteckt sein, sondern der User muss hier „auf der Grundlage von klaren und umfassenden Informationen“ seine Zustimmung gegeben haben (Artikel 5, Absatz 3, Richtlinie 2009/136/EG des Europäischen Parlaments). Amazon hat dies übrigens genau so umgesetzt und einen entsprechenden Text in die persönlichen Einstellungen integriert. Leider gibt es in Deutschland nur sehr wenige Unternehmen, die die Möglichkeit nutzen, eine derartige verhaltensbasierte Werbeerlaubnis einzuholen. Aus persönlichen Erfahrungen kann ich sagen, dass wohl immer noch die Sorge vorherrscht, Interessenten und Kunden mit Fragen zu diesem Thema abzuschrecken, und die Unternehmen befürchten, dass die User dann lieber gar kein Opt-In für E-Mail-Marketing abgeben. Sie vergeben damit allerdings eine große Chance zu mehr Effizienz im E-Mail-Marketing.

    Und damit kommen wir zum versöhnlichen Schluss unserer kleinen Insider-Schelte, denn in einem Punkt kann ich Herrn Gomersall vollkommen Recht geben: Vorausgesetzt immer mehr Unternehmen entschließen sich in der Zukunft dazu, diese ausdrückliche Erlaubnis einzuholen, könnten wir wirklich „die nächsten Schritte im E-Mail-Marketing“ einleiten…

     

  7. Targeting und die Frage: Ist auch wirklich drin, was drauf steht?

    Sep 06 2011

    Wolfgang Bscheid

    Mittlerweile zählt Targeting bei immer mehr Kunden zum Standardrepertoire ihrer Onlineplanung. Egal ob Vermarkter oder Agentur, jeder bestückt seinen Leistungskatalog mit den unterschiedlichsten Targeting-Möglichkeiten. Dabei sieht es fast so aus, als ob die klassischen Planungsmodelle (AGOF, Umfeld, etc.) sukzessive durch eine Profil-basierte Reichweitensteuerung ersetzt würden. Aber je öfter Onlineplaner Profildaten als zentrale Größe nutzen, um so lauter wird die Frage:  Ist auch wirklich drin, was drauf steht?

    Früher war es kein Problem, zu überprüfen, ob man als Werbetreibender das bekommen hat, was man gebucht hatte. Heutzutage macht Targeting eine solche Kontrolle deutlich schwieriger. Wer garantiert, dass es sich bei der Buchung auch wirklich – wie gewünscht – um Männer zwischen 18 und 29 Jahren mit starker Sportaffinität handelt? Man kann schlecht jedem selektierten Nutzer ins Cookie schauen, zumal sich die wirklichen Profilinformationen in den seltensten Fällen an dieser Stelle befinden, sondern meist in Datenbanken abgelegt wurden. Damit sich Targeting in der Onlineplanung weiter etablieren kann, sind deshalb vor allem zwei Dinge enorm wichtig: Transparenz und Datensicherheit.

    Herkunft und Qualität der Daten

    Beim Umgang mit Profilinformationen lohnt es sich besonders bezüglich Herkunft und Qualität genau hinzuschauen und gegebenenfalls nachzufragen. Die wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang sind folgende:

    - Woher kommen die Daten? Fragen Sie unbedingt nach der Herkunft der Daten und haken Sie konsequent nach. Erst wenn Sie genau den Ursprung der Daten kennen, sollten Sie den Anbieter in die engere Auswahl nehmen.

    - Wie hochwertig sind die Informationen? Lassen Sie sich auch erklären, in welchem Umfang welche Datenquelle genutzt wird. Denn es nützt Ihnen nicht viel, wenn der Anbieter zwar hochwertige und vertrauenswürde Datenquellen einsetzt, diese aber nur einen untergeordneten Anteil am gesamten Datenbestand bilden.

    - Wurden die Daten zusätzlich bearbeitet, verdichtet aggregiert, oder wurden auf andere Art und Weise neue Informationen hinzugefügt?

    - Wie transparent sind diese “Veredelungsprozesse” tatsächlich? Wenn Ihnen bei der Frage nach etwaigen Datentransformationen Modelle vorgestellt werden, die nicht auf den ersten Blick plausibel und nachvollziehbar sind, dann sollten Sie sich besser Unterstützung aus Ihrer Marktforschungsabteilung holen. Oft reicht es schon, wenn Sie ankündigen, dass Sie einen entsprechenden Kollegen konsultieren.

    - Wie lässt sich kontrollieren, ob auch wirklich drin ist, was drauf steht? Überprüfen Sie, was für Daten Ihnen angeboten werden: Es besteht ein riesiger Unterschied zwischen absoluten und prozentualen Profilinformationen. Absolute Daten garantieren, dass das Cookie beispielsweise einer Frau zwischen 18 und 29 Jahren zuzuordnen ist. Prozentuale Informationen sagen nur aus, mit welcher Wahrscheinlichkeit es sich bei dem Profil um eine Frau zwischen 18 und 29 Jahren handelt.

    Im Grunde ist gegen prozentuale Profilinformationen nichts einzuwenden, da auch sie schon eine deutliche Reduzierung der Streuverluste Ihrer Kampagnen gewährleisten können. Wichtig ist nur, dass Ihnen der Unterschied  klar und deutlich kommuniziert wird und dass Sie bei prozentualen Profilinformationen gleichzeitig über die Treffergenauigkeit aufgeklärt werden. Denn nur so können Sie den erzielbaren Mehrwert exakt abschätzen und damit auch das Preis-Leistungsverhältnis des Angebots beurteilen.

    Nur wer Ihnen diese Frage beantworten kann und sich gleichzeitig auch externen Kontrollinstrumenten gegenüber aufgeschlossen zeigt, hat Ihr Vertrauen verdient. Wenn ein Anbieter hier zuckt, ist auf alle Fälle Skepsis angesagt.

    Datenqualität bei mediascale

    So lässt mediascale zum Beispiel seine eigenen Profilbestände zyklisch über einen Abgleich mit  hochwertigen Paneldaten verifizieren. Mit diesem Verfahren ermitteln wird für jedes einzelne Attribut dessen exakte Treffergenauigkeit. Klassisch erhobene Paneldaten bilden für uns derzeit die valideste Basis  zur Überprüfung der eignen Datenqualität.

    Diese Methode eignet sich aber auch für eine externe punktuelle Überprüfung von Profildaten. Meistens ist es schon hilfreich, eine solche Kontrolle in Aussicht zu stellen, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Denn wer sich seiner Datenqualität sicher ist, der wird solche Maßnahmen begrüßen. Wer hingegen auf eher fragwürdige Daten setzt, wird hier schnell das Weite suchen. Und je schneller es zu dieser Marktbereinigung kommt, desto sicherer können Kunden das spannende Instrument Targeting für sich nutzen.

  8. Klartext-Interview mit Sebastian Badenberg: “Ich lasse mich gerade von Google Plus verführen.”

    Aug 30 2011
    Sebastian Badenberg

    Sebastian Badenberg

    Was hat der Esel mit E-Mail-Marketing zu tun? Was ist das nächste “big thing” in der digitalen Branche? Lesen Sie hier unser neues Experten-Interview. Heute haben wir bei Sebastian Badenberg, leitender Redakteur beim eCommerce-Magazin webselling, nachgefragt.

    1. Herr Badenberg, Xing, Twitter oder Facebook? Wie sieht es mit Ihrer persönlichen Online-Reputation aus, und wie viel Zeit nehmen Sie sich für die Pflege?

    Beruflich nutze ich Xing und Twitter, privat Facebook. Gerade lasse ich mich allerdings – wie fast alle meine Kollegen – von Google+ verführen. Mal sehen, was daraus wird. Meine Profile besuche ich mehrmals täglich. Ich würde mich als – im positiven Sinne – Internetjunkie bezeichnen. Letztes Jahr war ich im Urlaub drei (!) Wochen offline. Eine Art Selbstversuch. Schweißausbrüche, Panikattacken. Die ersten Tage waren wirklich hart. Dann habe ich erstmals fünf Bücher am Stück gelesen (Print, nicht eBook).

    2. Welche Online- oder Social Media-Kampagne ist Ihnen in den letzten sechs Monaten besonders aufgefallen? Warum?

    Ich fand den Social Media-Burger von Mc Donald´s spannend. Nette Idee, gute Umsetzung, hohe Response. Und: Inzwischen ist der Social Media-Burger im realen Leben – sprich in den Filialen – angekommen.

    3. Muss man als Verantwortlicher der webselling besonders häufig online shoppen? Was kaufen Sie, und was würden Sie niemals im Internet erwerben?

    Man muss nicht, tut es aber. Bücher, DVDs, Konzerttickets und Kleidung kaufe ich (fast) ausschließlich im Netz. Gerne auch mal einen Restaurant-Gutschein bei Groupon oder meine Bahnfahrkarte auf www.bahn.de. Bei Lebensmitteln, Möbelstücken und teuren Hardware-Produkten bevorzuge ich den klassischen Einzelhandel.

    4. Bewegtbildwerbung im Web wird…?

    …momentan noch viel zu wenig genutzt! Mit einem sinnvollen Konzept dahinter bietet Bewegtbildwerbung einen echten Mehrwert für den Kunden.

    5. webselling wird in Zukunft…?

    …mit der webmaking eine „kleine“ Schwester haben. Ein Magazin für Webdesigner, Coder, Administratoren und CTOs. Viel Nutzwert, viele Workshops. Webmaking erscheint zweimonatlich, seit dem 5. August gibt es die erste Ausgabe zu kaufen.

    6. Targeting, Real Time Bidding, Profiling oder…? Was ist für Sie das „next big thing“ in der Online Mediaplanung?

    Ohje! Schwierig, schwierig. Über diese Antwort habe ich wirklich lange nachgedacht. Ich finde alle drei Bereiche sehr spannend und wichtig. Deshalb möchte ich eigentlich keinen Bereich herausheben. Müsste ich mich entscheiden, würde meine Wahl wohl auf Real Time Bidding fallen. Zu diesem Thema hatten wir gerade einen spannenden Artikel in der webselling. Wobei, ein Artikel zu Profiling ist auch schon in Arbeit.

    7. Laut Facebook tragen Ihre Lieblingsbands Namen wie „Drunken Werewolves“, „Rat Monkeys“ und „The Meteors“. Was fasziniert Sie an Psychobilly?

    Soviel zum Thema Online-Reputation! Die Mitglieder von Bands mit solch eindrucksvollen Namen wie „Drunken Werewolves“, und „Rat Monkeys“ sind meist Freunde und Bekannte aus längst vergangenen Wuppertaler Jugendtagen, die übrigens wirklich tolle Musik machen. Die „Meteors“ sind schlicht und einfach die beste Band auf diesem Planeten. Jedenfalls in meiner Welt. An Psychobilly mag ich seine rohe und ursprüngliche Energie.

    8. Ein Online-Journalist ohne Twitter ist…?

    …wahrscheinlich gerade auf Facebook unterwegs.

    9. Ihr Lieblingstier soll angeblich der Esel sein. Welche Charaktereigenschaften gefallen Ihnen an diesem Tier denn?

    Klug, geduldig, liebenswert und manchmal bockig. Ein Arbeitstier mit eigenem Kopf und freiem Willen. Leider leidet der Esel in unseren Breitengraden etwas (und meiner Meinung nach völlig zu Unrecht) unter einem schlechten Image. Pferde werden dagegen, wie ich finde, völlig überbewertet. Stichwort: Totilas! Der Esel ist sozusagen das E-Mail-Marketing der Tierwelt.

    10. Und außerdem sollen Sie portugiesische Küche mögen. Verraten Sie uns Ihr Geheimrezept für ein erstes Date in Lissabon?

    Ich bin seit sieben Jahren in festen Händen. Ein erstes Date sprengt meine Vorstellungskraft.

  9. Review „Under The Bridge 2011“

    Aug 23 2011

    Es kam, wie es kommen musste: Ohne Regenschauer geht es halt nicht bei unserem Brückenfest, aber deswegen sind die schützenden Flussquerungen ja auch nie weit weg vom Veranstaltungsort. Gerade im aktuellen Sommer (also die drei Tage Sonnenschein, die es bis dato gab) war die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass sich der ein oder andere Niederschlag zu uns herablässt. Lassen wir die Dinge aber chronologisch Revue passieren:

    Es fing morgens grau in grau an und ich machte mir doch ernsthaft Sorgen. Es dauerte dann aber nur bis zum späten Vormittag, bis die Sonne verstohlen durch die Wolken linste und plötzlich Hoffnung aufkeimte, dass die Isarbrücke am Zoo doch nur schmückendes Beiwerk bleiben könnte. Zum Angrillen war dann auch alles vorbereitet. Ein besonderes Lob hier insbesondere an Organisationsmeister Jonny, der auch die Grillzange schwang. In Holzkohle geräuchert ist er jetzt auf alle Fälle und ich hoffe, dass sich die tränenden Augen am Folgetag beim Dino-Schlachtfest in der Arroganz Arena wieder beruhigten.

    Es trafen dann auch mehr und mehr hungrige Gäste ein. Der Zustrom verebbte, als sich die nächste Gewitterfront am Himmel in Position brachte. Die letzten Hoffnungen, dass die große schwarze Wolke – nennen wir sie einfach mal Übercloud – doch nur vorbeizieht, ertranken in den anschließenden Sommergüssen. So musste unter der Brücke zusammengerückt werden. Da Vorräte etc. bereits eh im Trockenen deponiert waren, blieben größere Komplikationen und hektische Rettungsaktionen aus.

    Under The Bridge 2011 - mediascale Sommerfest

    Die Wettermacher hatten zu guter Letzt ein Einsehen, verschonten uns mit stundenlangem Dauerregen und retteten uns vor einem Brückentag. So konnte in der Folge dann doch noch fröhlich gefeiert werden. Von diesem Angebot wurde auch gerne Gebrauch gemacht und so war es trotz diverser Unwägbarkeiten doch noch eine gelungene Veranstaltung.

    Für die kommenden Jahre liegen bereits folgende Anträge vor:

    1.    Termin im April, denn da ist das Wetter besser!

    2.    Location irgendwo an den südlichen Gardasee verlegen!

    Die Chancen auf Erfolg werden bei beiden Forderungen eher als marginal eingestuft, weswegen wir uns auch freuen, im August des nächsten Jahres wieder zu den Isarufern einzuladen.

  10. Location Based Advertising bei Foursquare

    Aug 19 2011

    Agnes Ley

    Heute möchte ich den Blog nutzen, um ein bisschen zum Thema Location Based Advertising, kurz LBA, zu philosophieren. LBA ist eine mittlerweile nicht mehr ganz so neue Form, Werbung gezielt standortbezogen auf mobilen Endgeräten auszusteuern. Aber welche Möglichkeiten der Werbung gibt es hier eigentlich?

    Am Beispiel des Location Based Service Anbieters Foursquare will ich an dieser Stelle etwas Licht ins Dunkel bringen:

    Wie funktioniert Foursquare? Bei Foursquare checken die User an unterschiedlichen Standorten, an denen sie sich gerade befinden, ein. Dabei profitiert die App vom Spieltrieb der User. Wer sich am häufigsten in einer Location einloggt, wird Mayor bzw. Bürgermeister. Zusätzlich kann man über die Logins Badges bzw. Medaillen erspielen.

    Die Werbemöglichkeiten bei Foursquare für Händler: Das Einstellen eines sogenannten Specials ist kostenlos. Ein Special/Angebot kann dabei ganz unterschiedlich gestaltet sein. Ein Add-on beim Kauf eines Produktes wie ein Gratis-Getränk zum Essen oder ein gewährter Rabatt auf ein Produkt. Dabei werden sieben Arten von Angeboten unterschieden:

    Mayor Angebot: Ein Sonderagebot des Unternehmens, das sich ausschließlich an den Mayor richtet. Hier wird also der treuste Kunde belohnt, und gleichzeitig wird natürlich der Major-Status umkämpfter.
    Stammkunden Angebot: Das Sonderangebot ist an die Häufigkeit des Check-Ins in der Location gebunden, es ist z.B. erst gültig nach dem zehnten Check-In.
    Freunde Angebot: Nutzt den sozialen Charakter durch die Bindung des Angebots an einen Freundeskreis, der sich gleichzeitig einchecken muss, um das Angebot freizuschalten.
    Schwarm-Angebot: Eine Gesamtanzahl an Foursquare Nutzern kann dieses Angebot freischalten. Dabei definiert der Werbetreibende, wie viele User sich in einer vorgegeben Zeit einloggen müssen, damit das Angebot zum Tragen kommt.
    Blitz Angebot: Ein Angebot, das nur kurze Zeit gültig ist und nur in begrenzter Stückzahl vorhanden ist. First-come, first-served.
    Neuling Sonderangebot: Kann zum Anlocken neuer Kunden genutzt werden. Sie erhalten das Sonderangebot beim ersten Check-In.
    Check-in Sonderangebot: Kann vom User bei jedem Check-in ohne Begrenzung genutzt werden.
    Für welche Unternehmen macht nun aber diese Art der Werbung Sinn? Da das Einstellen der Angebote kostenlos ist, können auch kleine Unternehmen davon profitieren. Aber auch für große Händler mit einem entsprechenden Netz an Filialen oder Niederlassungen handelt es sich um einen guten Direktmarketingkanal. Die Ansprache der Nutzer, die sich in der unmittelbaren Nähe aufhalten, kann gezielt und unter Kommunikation von Sonderangeboten erfolgen – dadurch ist der Streuverlust gering. Größter Hemmschuh ist aber die zum Teil sehr geringe Reichweite. So hat Foursquare weltweit über zehn Millionen Nutzer (laut eigenen Angaben), für Deutschland gibt es jedoch keine wirklich belastbaren Nutzerzahlen. Gemunkelt wird eine Million Nutzer, in der Diskussion mit Kollegen schätzen wir die Zahl sogar noch etwas geringer ein.

    Die Werbemöglichkeiten bei Foursquare für Marken ohne physische Adresse: Hat eine Marke keine Ladenlokale, in denen Sonderangebote promotet werden können, kann man dennoch bei Foursquare aktiv werden. Eine Möglichkeit ist das Erstellen einer Foursquare Seite – diese kann ähnlich wie bei Facebook individuell gestaltet werden. Mit der Seite versucht das Unternehmen Fans zu generieren. Diesen Fans kann die Marke dann Tipps zu Locations, Lokalen etc. geben. Dieses Engagement macht für eine Marke nur Sinn, wenn ein Konzept dahinter steht und ein langfristiges Engagement geplant ist (abzuwägen ist: Steht die geringe Reichweite im Verhältnis zum verursachten Arbeitsaufwand?). Anwendungsbeispiele könnten beispielsweise sein: Die Marke gibt Tipps zu speziellen Events oder Sportereignissen und verteilt dann Gratis-Proben an den Orten, die empfohlen wurden.
    Eine zweite Möglichkeit als Marke bei Foursquare präsent zu sein, ist das Sponsoring eines Badges. Die Nutzer erhalten das Partner Badge nur, wenn die von der Marke definierten Kriterien erfüllt wurden. So hat beispielsweise CNN einen gesunden Lebensstil belohnt und Usern, die auf Bauernmärkten eingecheckt haben, ein spezielles CNN Badge gegeben.

    Soweit ein erster Überblick zu LBA bei Foursquare. Ich gehe jetzt dann gleich mal bei Pizzahut vorbei, da gibt´s gerade zehn Prozent Rabatt, und danach gibt´s noch einen Donut mit 50 Prozent Rabatt. Es verabschiedet sich: Der Mayor von mediascale :-)

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