mediascale - innovative medienvermarktung
Klartext!
  1. thinkperformance mit Google

    Mai 20 2014

    Think-performance-google-2010

    Google, naja ihr wisst schon, diese Suchmaschine, dieser Technologieanbieter, der Handyhersteller, dieses Unternehmen, das Betriebssysteme für Smartphones und Tablets liefert, diese Videoplattform, der Vermarkter für Displaywerbung, die Socialplattform, der Appstore, etc. hat uns zu ihrem Event im Haus der Kunst in München – quasi P1 – eingeladen. Was glaubt Ihr worum es ging?

    Genau: Es ging um Big Data, Customer Journey, Mobile, Internationalisierung, Multi-Screen-User, Programmatic Buying und Fussball. Das Übliche also. Keine Ahnung, wie viele Gäste eingeladen wurden, gefühlt waren 1000 Menschen anwesend. Ich hatte auch das Gefühl, dass es sich eher um eine Verkaufsveranstaltung von Google an Unternehmen direkt handelt. Gut, es waren auch einige Agenturen eingeladen, aber angesprochen wurden dann doch die Unternehmen. Es war ein Mix an recht einfach gehaltenen Vorträgen von Google Spezialisten und Kunden (also Fallbeispielen mit Google), in einem stetigen Wechsel von englisch und deutsch, die immer von einem Beatbox-Duo eingeläutet wurden, mit dem Ziel, den Zuhörer von Google zu überzeugen. Bevor ich es weiter ausschmücke eine kleine Zusammenfassung: Wer in Zukunft als Unternehmen bestehen will, muss alle Daten erfassen, ob Online oder Offline, er muss sein Geschäft ins Ausland expandieren und sein Geschäftsmodell sinnvoll auf mobilen Endgeräten abbilden. Sonst kann er gleich einpacken…

    IMG_0551So, und jetzt mal die Disziplinen einzeln unter die Lupe genommen:

    (Big) Data

    Daten, Daten, Daten… Das ist wahrlich nichts Neues im Zusammenhang mit Google. Zuletzt wurde ja sogar gerichtlich entschieden, dass Google damit aufhören soll, alle Informationen zu speichern und vereinzelt das Recht zur Löschung von bestimmten Daten gewährleistet werden soll. Das spricht aber natürlich gegen Google’s Credo: Jedem, alle Informationen, wo auch immer man ist – quasi universell – zugänglich zu machen. Das bedeutet: Alles was Google finden kann, soll jedem zur Verfügung gestellt werden. Ein nobles Unterfangen. Wie wir alle wissen, klappt das nicht so wirklich und ein solches Credo von einem Unternehmen, welches nur aus Geheimnissen besteht, ist auch etwas fraglich. Wurscht, ich möchte heute keine moralischen Fragen der Gesellschaft erörtern, sondern über das Event berichten ;).

    Zum Thema zurück. Google’s Auffassung – die ich auch teile -  ist, nur wenn man weiss, was man richtig oder falsch macht, führt das zu einer Verbesserung. Herausfinden, was man richtig oder falsch macht, kann man für gewöhnlich mit Daten. Allerdings müssen hierzu die Daten auch komplett und einheitlich sein. Da sehr viele Marktteilnehmer das nicht mal mit ihren Online Daten hinbekommen, wird es ungleich schwieriger auch noch Offline Daten in Auswertungen zu bekommen. Big Data, Budget Allocation und Attribution Modelling sind hier die Buzzwords der letzten Zeit. Wir arbeiten natürlich intern auch an Lösungen, mit denen Unternehmen ganz genau wissen mit welcher Maßnahme, welche Werbewirkung, welche Umsätze über welche Kanäle erzielt werden können, bevor sie stattfinden. Puh, schwierig …noch. Der Grundgedanke ist genial, aber noch mangelt es an der Umsetzbarkeit. Wie schön wäre es, wenn ein Budget zur Verfügung steht und durch Angabe von wenigen Zielen adhoc ein Mediaplan rausspringt. Der Traum eines jeden Marketing Teams. Google versucht hier mit seinem eigenen Produkt zu Punkten: Google Analytics bzw. Google Analytics Premium bzw., wie sie es nannten, Universal Analytics. In den gezeigten Cases, kann man sehen, wie zumindest Daten gesammelt werden können. Daten zu Endgeräten, Kanälen, Ländern und Daten aus dem stationären Handel. Natürlich sind die Fallbeispiele relativ einfach, aber irgendwo muss man ja anfangen.

    Im Grunde unterstützen wir diesen Grundgedanken, aber noch ist es nicht das, was wir unter Attribution Modelling verstehen. Mit einem guten Data-Warehouse-System und einem stringent geführten Datenerfassungssystem, bekommt man diese Auswertungen mit recht viel anderen Analyse Tools auch hin. Uns interessiert eher die Art der Auswertung und die daraus folgenden Schritte und das alles am besten automatisiert.

    Was uns zum Nächsten Agendapunkt bringt:

    Programmatic Buying

    Dazu kann ich nur sagen, schön, dass alle nun erkannt haben, was Google schon seit einer halben Ewigkeit bereits über das Google Display Network anbietet: Auktionsbasierter Einkauf nach vorgegebenen Zielgruppen. Auf dem Event wurde das Thema natürlich weitergesponnen und bringt das erste Thema Data mit Programmatic Buying zusammen. Man möge sich vorstellen, dass ein System ständig alle Daten erhält und durch Echtzeitauswertung Media einkauft. Alles automatisch natürlich. Da stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch Marketing Personal benötigt, völlig egal, ob auf Kundenseite oder Agenturseite. Wir werden dann alle nicht mehr nötig sein, da man ja auch keine Strategen oder Einkäufer braucht. Na ob sich da mal Google nicht verschätzt? Aber wie soll man auch die Weltherrschaft erlangen, wenn man nicht in Utopien denkt.

    Jetzt erst mal zu einem aktuelleren Part:

    Mobile

    Hier ist sich wieder jeder einig. Das was seit Jahren angekündigt wurde – man konnte es schon nicht mehr hören – hat sich nun mehr als nur etabliert: Der mobile Markt. Zwar wird noch ein bisschen darüber gestritten, ob Tablets nun dazugehören oder nicht, aber mit der rasanten Zunahme an Samrtphones sind auch dementsprechend die Nutzung, Verweildauer und damit auch beachtliche Werbebudgets in diesem Segment untergekommen. In manchen Ländern und Industrien teilweise schon über den Budgets für Desktop. Ich denke das kann man auch sehr gut nachvollziehen, jeder hat so ein Ding. Laut Google aber eben noch nicht überall und auch noch nicht mit einer zufriedenstellenden Geschwindigkeit. Auch die Geräte können noch an Funktionalität und Design zulegen. Man konnte aber schon erkennen, dass Google hier neben der textlichen Suche und ihrer Videoplattform YouTube versucht ein drittes Standbein aufzuziehen. Nach Android, dem Kauf von Motorola, dem Launch von Google Play, den Nexus Geräten, hätte es dann jeder mitbekommen müssen, wo der Technologiegigant sich unter anderem etablieren und noch mehr Brötchen verdienen will. Die Beiträge kann ich sehr kurz zusammenfassen. Wer dachte, dass Mobile ja eh nur 10% des Traffics ausmacht und über mobile Endgeräte sowieso kein Umsatz generiert wird, der kann aktuell nur sagen, “HILFE, wir brauchen sofort eine mobile Webseite über die man abschließen kann”. Denn in den Fallbeispielen, bei denen es übrigens nicht um Soft-Conversions ging, konnte man erkennen wie groß bereits der Anteil an Abschlüssen ist. Noch ist das Segment nicht ganz “sauber”, da es unter das nächste Buzzword Multiscreen fällt und damit sich auch wieder die Datenerfassung und Werbeauslieferung erschwert. Aber ich denke es wird einfacher sein, hier einen Weg zu finden eine Multi-Screen-Customer-Journey zu erfassen, als eine in stetigem Wechsel zwischen Online und Offline. Also, nix wie ran an eine sinnvolle, performante, vielleicht ein wenig abgespeckte mobile Präsenz und Bewerbung.

    Zukunft und Internationalisierung:

    Über die Zukunft von Google lässt sich schwer etwas sagen. Das Unternehmen gehört zu den innovativsten seiner Zeit. Selbstfahrende Autos, Häuser und Wohnungen, die automatisiert geregelt werden, komplette Netzabdeckung mit Hotspot-Ballons, etc. Die Zukunft für Unternehmen sieht Google auch in der Internationalisierung und Globalisierung.  Google nennt hier ganz klare Expansionsziele: BRIC und SMIT, also Brasilien, Russland, Indien, China und Südkorea, Mexiko, Indonesien und Türkei. Das ist jetzt natürlich auch nix Neues, aber auch von Google noch mal die Bestätigung, dass auch Google in diesen Ländern massiven Zuwachs allein schon wegen den Userzahlen und der unglaublich schnellwachsenden Kaufkraft erkennen kann.

    Zum Ende gab dann noch ein bisschen Fussball zum Ausklang, Vorschau Pokal Finale und WM mit Stefan Reuter. Hier wollte man wohl den Bogen spannen zu Performance, die nur durch harte Arbeit und Talent zu Erfolg führt und einem nicht einfach in den Schoß fällt.IMG_0553

    Es war ein ganz rundes Event, bei dem ich jetzt kaum Neuigkeiten mitnehmen konnte, aber eben einige Bestätigungen, in welche Richtung es geht bzw. gehen könnte.

     

  2. Große Wellen schlagen mit Facebook!

    Mai 16 2014
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Das schöne an Wellen ist, dass sie mit zuverlässiger Regelmäßigkeit an der gleichen Stelle wieder auftreffen, wo man sie zuvor schon gesichtet hatte. So ist es mit Licht genau wie an der Nordsee und so kommt auch die Welle der Entrüstung justament genau da an, wo schon alle anderen Empörungen anbrandeten, nachdem die Euphorie über den digitalen Werbegral entfleucht war: Im Markt und in den Medien.

    Folglich melden sich wieder alle Wellenreiter zu Wort, die sich doch ach so sehr betrogen fühlen von Facebook, weil die vermeintlich kostenlosen Reichweiten nun offenkundig doch nicht mehr so üppig verfügbar sind und weil es sich widererwarten doch nicht um eine Wohltätige Stiftung handelt, sondern um ein Unternehmen mit kommerziellen Interesse. Diese Entwicklung wurde übrigens schon seit geraumer Zeit von Leuten prognostiziert, die sich deutlich intensiver mit sozialen Netzwerken beschäftigen, als ich dies zu tun vermag. So ganz unabsehbar kommt es tatsächlich nicht, dass ein System das sich Netzwerken, Relevanz und ja auch Profit auf die Fahnen geschrieben hat genauso vorgeht, wie nun geschehen.

    Den vollständigen Artikel lesen Sie hier bei LEAD digital.

  3. Werbemittelformate Mobile – Teil 1

    Mai 14 2014
    Antonia Altmeppen

    Antonia Altmeppen

    Wer neben den Online Werbemitteln aus den ersten drei Teilen auf weitere attraktive Werbemöglichkeiten setzen will, investiert in Mobile. Denn dieser Werbemarkt ist das am prozentual stärksten wachsende Marktsegment in Deutschland (+67% in 2013).

    Smartphones sind „fast-Alleskönner“. Neben der Sprachtelefonie bereiten sie dem Nutzer ein digitales Vergnügen. Sei es in Ton und Bild oder mit ihren zahlreichen anderen Funktionen, sie spielen eine zentrale Rolle im Alltag und auf der „Reise“ des Nutzers auf dem Weg zur Kaufentscheidung.

    Auch im mobilen Werbemarkt kann der Werbetreibende sich zwischen den sogenannten Standard-Mobile-Werbemitteln wie dem Mobile Content Ad oder dem Mobile Sticky Banner entscheiden oder er wählt deutlich aufwendigere, aufmerksamkeitswirksamere Werbemittel wie das Mobile Interstitial, das Mobile Expandable Ad oder das Mobile Medium Rectangle. Im 1. Teil wollen wir zunächst mit der einfachen Form des Mobile Advertising Contents beginnen.

    Mobile Content Ad – verwandt mit dem Online Superbanner

    Die wohl gängigste Werbemöglichkeit im Mobile Markt ist das Mobile Content Ad. Das Mobile Content Ad ist ein inPage Format in den Größen 2:1, 4:1 und 6:1 (siehe Abbildung), dass durch sein auffälliges, langgestrecktes Querformat auf sich aufmerksam macht. Hierbei kann der Werbetreibende entscheiden ob die Werbebotschaft inmitten eines redaktionellen Contents oder im Footer platziert werden soll. Außerdem kann das Content Ad als sogenannter Follow-Up Teaser (Sonderwerbemittel) oberhalb der Seite platziert werden.

    1g23

    Mobile Content Ad 2:1       Mobile Content Ad 4:1      Mobile Content Ad 6:1

    Dieses Werbemittel kann sowohl animiert als auch statisch über alle Betriebssysteme auf mobilen Seiten ausgespielt werden. Zusätzlich kann das Werbemittel so eingebunden werden, dass daraus ein Sticky Ad wird, welches immer am oberen oder unteren Rand des Bildschirms sichtbar ist und sich über den redaktionellen Inhalt schiebt. Nach Ablauf einiger Sekunden oder durch die persönliche Nutzerinteraktion blendet sich das Werbemittel nach oben oder nach unten aus.

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    Mobile Sticky Ad

    Seit der ersten Stunde des Mobile Advertising steht das Mobile Content Ad sowie die Weiterentwicklung das Mobile Sticky Ad dem Werbetriebenden mit animierten Grafikelementen zur Verfügung. Es ist die derzeit beliebteste Möglichkeit, um in das Blickfeld des Nutzers zu gelangen. Angeordnet im oberen Bereich des Handyscreen zieht es die Aufmerksamkeit des Users unweigerlich auf sich und kommuniziert die Werbebotschaft  eingehend. Wer allerdings die Individualität und Ausdrucksstärke im Besonderen liebt, entscheidet sich für die Sonderformate, die im nächsten Artikel vorgestellt werden.

  4. New Media Award 2014 – Kreativmonster frisst Gold auf

    Mai 09 2014
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Ja, der New Media Award hat auf der Reeperbahn seine Heimat gefunden und Heimat hat hochdekoriert auch gleichzeitig den New Media Award gefunden. So oder ähnlich kann man Location und Gewinner kurz umschreiben. Der Hornbach-Hammer ist ja tatsächlich eine gute Kampagne, so schwachsinnig man das Produkt auch finden mag. Oder ist ihnen schon mal ein Hammer, der nicht aus einem Panzer geschweißt wurde, unter den Händen weg korrodiert? Vielleicht ist die Kampagne ja auch gerade deswegen so gut, weil es letzten Endes die Königsdisziplin der Werbung ist, ein Produkt zu verkaufen bzw. zu inszenieren, das wahrlich keiner braucht.

    Es war an dem Abend auch nicht alles Gold, was glänzt. Primäre Ursache dafür war sicherlich, dass nicht immer Gold vergeben wurde. Ich habe mich dazu bereits vor einigen Jahren kritisch geäußert und werde nicht müde dies weiterhin zu tun bzw. die Formulierung zu verschärfen, ganz im Zeichen der albernen Mode offener Briefe:

    Liebe Jury! Eine Einreichung kostet Zeit, Nerven und Geld und folgt dem Geiste eines Wettbewerbes. Wettbewerb ist das, wo viele starten und EINER gewinnt. So was kennt ihr vielleicht vom Fußball und die Analogie möchte ich gleich aufgreifen. Manchmal wird man am Ende einer Saison mit 65 Punkten Meister, weil einfach keiner besser war.  Manchmal reicht das selbe Ergebnis aber nur für Platz 3. Niemals aber würde einer (DFL, Fans, Medien) auf die Idee kommen zu sagen: 65 Punkte, damit bist du zwar Erster, es reicht aber einfach nicht für die Meisterschaft. Welche Borniertheit muss ich also an den Tag legen, um mich mit einer solchen Entscheidung auf die Bühne zu stellen und das auch noch ernsthaft als gute Idee zu verkaufen. Verkaufen ist ein gutes Stichwort, denn anders als die gezeigten Kampagnen, war das Verkaufen der Entscheidung nicht unbedingt Awardverdächtig und ein plattitüdes „mehr Mut“ an alle Kreativen ist weder hilfreich noch eine wegweisende konstruktive Kritik. Da kann ich dann nur zurückrufen: Dann macht es doch besser ihr extragescheiten sogenannte Digitalexperten. Nebenbei wäre eine Reflektion der Wirkungskraft hilfreich. Denn wenn ich den ersten Platz nicht vergebe, will ich den zweiten Platz – dem ewig das Makel des Besten unter Schlechten beiwohnt – nicht haben. Besser bedient ist man dann noch, wenn man gar nichts eingereicht hätte.

    Impression vom New Media Award 2014. Quelle: NMA

    Impression vom New Media Award 2014. Quelle: NMA

    Zurück zum Thema, denn es war alles in allem ein munteres Treiben, dass dank Frau Bauernfeind teilweise eher einem Kleinkunsttheater glich als einer Preisverleihung. Es bleibt zu hoffen, dass sich weiterhin noch jemand zu ihr auf die Bühne traut, denn gegen die entwaffnende Schlagfertigkeit war nur wenig Kraut gewachsen. Die Gewinner haben meines Erachtens in ALLEN Kategorien verdienter Maßen die Preise eingeheimst, die eines wilden LSD-Traums entsprungenen Animationen gepaart mit dem dumpfen Grollen der Stadtbahn wurden dem Motto gerecht und das anschließende Get-Together nebst Streifzug durch die nähere Umgebung, hat nicht nur einen Kater, sondern auch Laune gemacht. Hoffen wir also, dass auf St. Pauli weiterhin das Licht brennt und das die ein oder andere Manöverkritik ihren Weg durch den Schleier der kreativen Verblendung findet.

  5. Wenn die Banner nach Nirwana reisen und die Klicks chinesisch sprechen

    Mai 06 2014
    Tobias Wegmann

    Tobias Wegmann

    Seit den Anfängen der Internetwerbung gehört es zu den vornehmsten Aufgaben einer Mediaagentur, zu prüfen, ob die Kampagne eines Werbekunden korrekt und in der gebuchten Menge ausgeliefert wurde. Sind die Banner auf den richtigen Webseiten auch tatsächlich erschienen? Kamen die Reaktionen auf die Werbemittel auch eindeutig von interessierten Nutzern oder waren Klicks von Bots oder Spidern dabei? Aufgrund der gegenüber anderen Werbekanälen sehr viel höheren Anzahl der Marktteilnehmer auf Medienseite und der technischen Komplexität des Auslieferungsvorgangs, gibt es in der Displaywerbung leider eine Fülle von Möglichkeiten für unseriöse Gesellen eine gar nicht erbrachte Werbeleistung vorzutäuschen. Wir sprechen hier, je nachdem welche Leistung dem Kunden vorgegaukelt werden soll, von Impression- beziehungsweise Klickfraud.

    Mit der Zunahme der programmatischen Abwicklung von Kampagnen über Demand- und Sell-Side-Plattformen haben sich diese Probleme deutlich verschärft. Die vielgerühmte “Demokratisierung” des Marktzugangs führt nicht in erster Linie zu mehr Wettbewerb und Transparenz, sondern vor allem auch dazu, dass die Plattformen potentiellen Betrügern eine Fülle von neuen Möglichkeiten eröffnen, ihr Unwesen zu treiben. Sehr eindrücklich beschrieben wurde dies von Thomas Servatius  in seinem Vortrag auf der letzten Adtrader-Conference:

    Welche Möglichkeiten der Gegenwehr hat eine Mediaagentur nun, um zu verhindern, dass das Kampagnenbudget in unsichtbaren Frames verschwindet oder von chinesischen Klickrobots verbraucht wird? Hier helfen uns zwei ganz einfache Regeln, die nicht nur für die Onlinewerbung gelten dürften:

    1.  Ich kaufe nur, was ich kenne!

    Wenn Sie direkt einkaufen, so meiden Sie Zweit- und Drittvermarkter, wenn immer möglich. Wenn Sie Kampagnen über Plattformen schalten, wählen Sie das Angebot dort  sorgfältig aus. Bevorzugen Sie Supply-Side-Plattformen (SSPs), die die Qualität ihrer Publisher engmaschig zu überwachen versuchen. Benutzen Sie Whitelists von Domains, die Sie selbst geprüft haben, wann immer das möglich ist.

    2. Ich sehe mir an, was ich gekauft habe!

    Auch eine sorgfältige Auswahl der Publisher und ein konsequentes Whitelisting der Domains bietet leider keinen kompletten Schutz vor Fraudversuchen. Deshalb gilt es, die Kampagne regelmäßig auf typische Auffälligkeiten zu kontrollieren und diesen dann sofort nachzugehen. Reports über die Referer der Impressions zeigen, ob die Werbemittel tatsächlich auf den gebuchten Seiten ausgeliefert wurden. In den Klickreports und deren Referer gilt es auf Auffäligkeiten zu achten: Wie konvertiert der Traffic nach dem Klick? Aus welchen Regionen stammen die Klicks im Verhältnis zur Geoverteilung der Impressions? Treten unübliche Muster im Klickverhalten oder gehäuft leere Referer auf? Die Software eines Adverification-Dienstleisters kann bei dieser Qualitätskontrolle unterstützen, macht dies aber natürlich auch nicht kostenlos. Ob ihr Einsatz notwendig und sinnvoll ist, hängt von der individuellen Kampagnenstrategie und dem damit verbundenen Fraudrisiko ab.

  6. Bscheid gsagt – Folge 44: Datengestützte Medienplanung

    Apr 30 2014

    Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse, E-Mail, Telefonnummer…haben wir etwas vergessen? Dies sind zumindest die Standard-Daten, die man inzwischen überall bei einer Anmeldung angibt, die das Internet nutzt – egal ob bei Facebook, WhatsApp, Xing, Online Shopping, Bejeweled (extra mega pro), etc.

    In den letzten Monaten sind immer mehr Berichte aufgetaucht, wie bestimmte Online Portale mit unseren Daten umgehen, was alles um irgendwelche Ecken eigentlich ganz öffentlich zugänglich ist und wie man sich doch bei der Datenvermittlung am besten schützen kann.

    Interessant ist die Interpretation der Gesellschaft von politischen Daten und Werbedaten. Wenn der Staat unsere Daten nutzt um ungefragt auf persönliche Computer zuzugreifen, ist der nationale Aufschrei noch relativ harmlos. Werden persönliche Daten (anonym) zur Planung von intelligenterer Werbung genutzt, gehen die Online-User auf die Barrikaden.

    In der heutigen Folge von Bscheid gsagt diskutiert mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid datengestützte Medienplanung und was genau die Datenvermittlung für die Kommunikation in der Werbungtreibenen Industrie bedeutet.

    Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

  7. Facebook: We keep you posted!

    Apr 24 2014
    Irina Mayr

    Irina Mayr

    Der 9. April – es sollte der Tag der großen Veränderungen bei Facebook werden. Wochen, ja Monate zuvor schon waren die Neuerungen des Social-Media-Riesen angepriesen worden, ohne jedoch die genauen Details zu verraten. Die einzigen Hinweise, die Facebook bis zuletzt preisgab, betrafen die Änderungen im Bereich der Kampagnen- und Anzeigenstruktur und auch die Anzeigenform „Sponsored Story“, die es ab dem 09. April fortan nicht mehr geben sollte.

    Mit Spannung wurde also der Facebook’sche Neuanfang am 9. April erwartet. Und dann war es soweit, der Tag der Wahrheit. Und? Nichts geschah. Nichts? Nun gut, ganz so ist es nun auch nicht gewesen. Im Verlauf nun ein kurzes Update.

    Sponsored Story –> Page Like Ad

    Die Anzeigenform „Sponsored Story“ ist, wie bereits in meinem letzten Blogbeitrag berichtet, seit dem 09. April nicht mehr verfügbar. An dessen Stelle treten nun Page Like Ads, die auch mit neuer Form und Bildgröße überraschen. Automatisch ziehen sich diese Anzeigenformen nicht mehr nur das Profilbild der jeweiligen Unternehmensseite, wie es bei den Sponsored Stories der Fall war, sondern auch das Titelbild der zu bewerbenden Seite, das dementsprechend in der Anzeige selbst größer und auffälliger in Erscheinung tritt. Sollte man das Bild selbst auswählen wollen, liegt die neue, empfohlene Bildgröße für diese Anzeigenform im News Feed bei einer Pixelgröße von 600×225.

    Review

    Hinzukommen nun auch die veränderten Targetingmöglichkeiten, die neben individuellen Bild- und Text-Einstellungen frei wählbar sind. Erste Schritte, die wir mit dieser Anzeigenform für unsere Kunden gegangen sind, haben gezeigt: Die Page Like Ads können sich hinsichtlich der Performance-Werte sehen lassen, die neue Anzeigengröße und Aufmachung spielt dabei sicherlich eine Rolle.

    Page Post Ads

    Eine weitere Änderung, die Facebook bei den Einstellungsmöglichkeiten der Anzeigenformate vorgenommen hat, betrifft die Page Post Ads. Wie es bislang ohne Mucken und Murren möglich war Page Post Anzeigen so einzustellen, dass immer das aktuellste Posting der Unternehmensseite gefiltert und damit über die Page Post Ad den Usern ausgesteuert wurde, ist nicht mehr möglich. Die Bewerbungsform „Most Recent Post“ wurde von Facebook abgestellt, um sicher zu gehen, dass Werbetreibende und Kunden bei Facebook ihre besten Page Post Anzeigen an die jeweils richtige Zielgruppe aussteuern. Durch die stetige Aktualisierung der Anzeigen könnte die Gefahr bestehen, dass auch irrelevante Posts die eingestellte Zielgruppe erreichen.

    Die neue Kampagnen- und Anzeigenstruktur

    Eine weitere Veränderung, die sukzessive bereits vor dem 09. April Einzug gehalten hatte, ist die neue Anzeigen- und Kampagnenstruktur bei Facebook. Bislang waren Kampagnen in zwei Ebenen aufgebaut: in eine Kampagnenebene und eine Anzeigenebene. Nun ist zwischen den beiden bestehenden Ebenen eine neue hinzugekommen, der sogenannte Werbeanzeigensatz. Dieser ermöglicht es, die verschiedenen Anzeigen innerhalb einer Kampagne hinsichtlich Laufzeit und Budget zu verwalten:

    Struktur

    Eine Kampagne kann nun ab sofort mehrere Werbeanzeigensätze enthalten und jeder einzelne Satz kann mit einem eigenen Budget und Laufzeitplan ausgestattet werden. Bei den Kampagnen und Werbeanzeigen selbst hat es bislang aber keine weiteren Änderungen gegeben, lediglich die Aufmachung des Selbstbuchungstools wurde von Facebook etwas angepasst.

    Zum Abschluss folgt noch ein kurzer Blick in die Glaskugel, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

    Facebook plant voraussichtlich noch in diesem Jahr, den Anzeigen in der rechten Spalte des Newsfeed mehr Platz einzuräumen, will damit aber gleichzeitig die Anzahl der Anzeigen selbst verringern. Durch die Anpassung der Anzeigen in der rechten Randspalte an die Newsfeed-Anzeigen in der Mitte soll es dann künftig auch in den Bildgrößen keine Unterschiede mehr geben. Die von Facebook angekündigten Änderungen, die Anzeigenformate selbst auf eine sinnvolle Anzahl an Werbemöglichkeiten zu reduzieren, ist bis heute jedoch ausgeblieben. Man darf also weiterhin gespannt sein, was in den nächsten Tagen und Wochen noch passieren wird.

    In einem können Sie sich aber sicher sein: We keep you posted!

  8. Sehen und (nicht) gesehen werden (wollen)

    Apr 15 2014
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Es gibt Situationen, da ist die eigene Sichtbarkeit ein Problem. Nämlich dann, wenn es um Orte geht, die nicht unbedingt zum sonstigen Erscheinungsbild eines Menschen passen – z.B. in der Ausnüchterungszelle, in der Herbertstraße oder auf einem Justin-Bieber-Konzert. Umgekehrt kann Nicht-Sichtbarkeit das jähe Ende eines dunkel gekleideten Joggers an der nachtdämmernden Landstraße bedeuten.

    In der Onlinewerbung ist die Sachlage ebenso eindeutig wie unbestreitbar: Es gibt eine nicht zu verachtende Gefahr, dass Werbetreibende mit ihren Anzeigen auf Seiten landen, die nicht zum tradierten Markenkern passen. Waschmittelwerbung auf Schmuddelporno-Seiten wird vermutlich selbst der freigeistigste Marken-Verantwortliche nicht als zielführend erachten. Und ja, probiotische Nahrungsmittel mögen freie radikale Elemente bekämpfen, aber nicht rechtsradikale Inhalte. Davon abgesehen kann natürlich nur Werbung wahrgenommen werden, die auch gesehen wurde.

    Letzteres ist dabei allerdings keine online-immanente Herausforderung sondern stellt sich in allen Medien und hier wie dort  fängt der Interpretationsspielraum an. Ich kann einen PPS-Wert bei Plakaten als Wahrheit akzeptieren, werde aber nicht lange suchen müssen, um einige Schwachstellen in der Erhebung zu finden. Und ob ich nun den Auflagen und Leserzahlen pro Heft trauen sollte, sei jedem selbst überlassen. Kritische Stimmen dazu gäbe es jedenfalls und die Argumente klingen nicht vollkommen absurd.

    Den vollständigen Artikel lesen Sie hier bei LEAD digital.

     

  9. Glossar: Werbemittelformate Online Display Teil 3

    Apr 10 2014
    Agnes Ley

    Agnes Ley

    Nachdem in Teil 1 dieser Reihe die VideoAds und in Teil 2 die Standard Display Formate behandelt wurden, soll es heute um In-Text und Sonderwerbeformen gehen.

    Die wohl unauffälligsten Werbeformen sind kleine Textlinks oder Kombinationen von Bild und Text. Neben der Platzierung solcher Werbeformen unter dem Text oder auch seitlich neben dem Text eines Beitrags, ist die Integration in den Text als sog. In-Text-Format möglich. Bei In-Text-Werbung wird ein Wort aus einem redaktionellen Text gekennzeichnet (z.B. durch Unterstreichung und/oder farblich). Fährt man mit der Maus über dieses gekennzeichnete Wort, so öffnet sich ein Kästchen mit einem größeren Werbeplatz, in den - je nachdem - nur Text, eine Kombination aus Bild und Text oder auch Videomaterial integriert werden kann.

    InText1

    Die Sonderformate in ihrer Gänze zu beschreiben würde wohl weitere 10 Blogartikel benötigen, da es immer wieder neue und andere Sonderformate gibt. Denn wie ihr Name schon sagt, genügen sie keinem Standard, sondern sind eben besondere Formate. Nichts desto weniger sollen die wichtigsten Kategorien hier genannt sein.

    1. Sonderformate, die sich über den Content legen:

    Die wohl auffälligsten Sonderformate sind Formate, die sich über den Content legen oder sogar vor die gesamte Seite legen. Im letzteren Fall spricht man von einem Interstitial, das vor dem ersten Anzeigen der Website oder beim Wechsel zu einer anderen Unterseite des Angebotes angezeigt wird. Das Interstitial ist dabei bildschirmfüllend präsent und schließt sich nach einer vom Werbeträger zu definierenden Zeit (zumeist 7-10 Sekunden) selbst. Darüber hinaus hat das Interstitial einen Schließen- oder Überspringen-Button, mit dem der User vor Ablauf zur gewünschten Seite wechseln kann. Ein kleineres Format, das sich über den Content der Website legt, ist der Layer. Die Form und Größe sind je nach Website-Vorgaben recht frei gestaltbar. Wichtig ist auch hier der Schließen-Button und die selbstschließende Funktion des Werbemittels nach einer vorgegeben Zeit. Da sich der Layer einige Zeit großer Beliebtheit erfreute, wurde auch hier ein Standard eingeführt, der sog. Universal Flash Layer, der keine individuelle Größe, sondern ein vorgegebenes Pixel-Maß hat, wodurch er großflächig bei vielen Werbeträgern eingesetzt werden kann. Generell sieht man Layer im Netz heutzutage nur noch wenig, da der User sich oftmals durch diese Werbeform gestört fühlt und statt positive Markenwerte aufzunehmen, eher Ärger verspürt.

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    Das letzte wichtige Format in dieser Reihe, ist das Banderole Ad, das sich wie ein Streifen über die gesamte Breite der Website legt. Das Besondere im Vergleich zu den anderen bereits genannten Formaten ist, dass es nach dem Schließen als kleiner Streifen am rechten Rand sichtbar bleibt und auf Interaktion des Users wieder aufgefahren werden kann.

    2. Sonderformate, die den Content verdrängen:

    Einige Formate schieben oder kicken den Content der Website weg, um mehr Platz für die Werbeform zu schaffen. Hierunter fällt zum Beispiel das Pushdown Ad, das die Website nach unten wegschiebt. Nach ca. 7 Sekunden fährt das Werbemittel wieder zurück, so dass die Website normal angezeigt wird. Der User kann das Werbemittel jederzeit wieder auf die volle Größe auffahren.

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    Der gleichen Systematik folgt das Sidekick Ad, das an der rechten Seite auf dem AdSlot 2 positioniert ist, wo der Skyscraper normalerweise ist. Das Werbemittel kickt die Website nach links weg, so dass die Werbefläche den gesamten Bildschirm einnimmt. Auch dieses Format fährt wieder auf eine kleinere Form zurück.

    3. Sonderformate, die den Content umranden

    Ein Format, das eigentlich schon als Standard Format durchgeht ist das Wallpaper: Eine Kombination aus den Werbemitteln auf AdSlot 1 und 2. Zumeist werden das Bigsizebanner und der WideSkyscaper zu einem Wallpaper zusammen gesetzt, das somit oben und an der rechten Seite die Seite einrahmt. Oftmals kann zusätzlich zur eigentlichen Werbeform der gesamte Hintergrund der Werbeträgerseite in der gewünschten Farbe eingefärbt werden, wodurch das Wallpaper eine noch stärkere optische Wirkung hat.

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    Als echtes Sonderformat ist in dieser Kategorie auch das Homepageevent/der Homepagetakeover zu nennen. Diese Formate, die meist für einen gesamten Tag festplatziert sind, haben bei jedem Werbeträger unterschiedliche Maße und verschiedene Ausprägungen. Bei manchen Seiten kann zu Platzierungen auf der rechten Seite und im oberen Bereich auch auf der linken Seite des Content eine Werbefläche belegt werden. Bei anderen Werbeträgern kommen Formate im Content Bereiche dazu. Hier gibt es unzählige Kombinations- und Verbindungsmöglichkeiten, die individuell pro Platzierung erfragt werden müssen.

     

  10. Bscheid gsagt – Folge 43: Native Advertising

    Apr 08 2014

    Ist es Werbung? Ist es keine Werbung? Manchmal ist man sich bei einem guten Native-Advertisement-Beitrag wirklich nicht sicher. Das Werbeformat, das sich als redaktioneller Beitrag “tarnt” gewinnt inzwischen wieder an Popularität. Native Advertising ist natürlich trotzdem Werbung, die für den Konsumenten allerdings weniger aufdringlich, nervig und weniger wie die Faust-aufs-Auge wirken soll.

    Gleichzeitig kann die Linie zwischen redaktionellem Inhalt und Native Advertising auch mal relativ dünn werden, das gilt für Print- und Onlinemedien. Vielleicht ist es aber auch nur ein nettes Buzzwort, was mal wieder die Runde dreht?

    Heute gibt uns mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid ein paar Insights in die Welt des Native Advertisings und wie die Fachmedien mit dem Thema umgehen.

    Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

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