mediascale - innovative medienvermarktung
Klartext!
  1. Cookies und Datenschutz – Was ändert sich ?

    Mrz 29 2011
    Tobias Wegmann

    Tobias Wegmann

    Am 25. Mai 2011 ist es soweit.  An diesem Tag tritt  die überarbeitete Richtlinie der Europäischen Union für den Datenschutz in der elektronischen Kommunikation in Kraft. Über die Interpretation des Inhalts und die praktische Umsetzung dieser Richtlinie bestand seit der Verabschiedung  im Jahr 2009  lange Zeit Verwirrung und Unklarheit. Jetzt beginnen sich die Nebel zu lichten.

    Worum geht es? Die Richtlinie postuliert, dass die  Betreiber von Onlineangeboten eine explizite Zustimmung des Nutzers einholen müssen, wenn sie ein Cookie auf seinem Rechner ablegen wollen. Ein Cookie ist eine kleine Textdatei, die eine Webseite über den Browser auf dem Rechner eines Users ablegen darf und in der sie Informationen speichern kann, um den User in Zukunft wiederzuerkennen, also zu “tracken”.  Das Cookie ist nicht die einzige technische Methode, die ein Tracking ermöglicht, aber sie ist die am weitesten verbreitete und auch über Fachkreise hinaus zumindest dem Namen nach bekannt. Dies dürfte der Grund sein, warum sich die EU-Richtlinie explizit zu Cookies äußert, andere Trackingverfahren aber nicht erwähnt.

    Die Gültigkeit der Richtlinie umfasst im Übrigen den gesamten europäischen Internetmarkt und somit theoretisch auch die lokalisierten Angebote der großen nichteuropäischen Internetdienste  wie etwa Google und Facebook. Da diese aber sowohl ihren Firmensitz in den USA haben als auch die technische Infrastruktur dort betreiben, sind die Vorschriften für sie wohl in der Praxis ohne Konsequenzen.

    Ausgenommen von der “ausdrücklichen Zustimmung des Users” sind so genannte Session-Cookies, das sind Cookies, die beim Schließen des Browsers automatisch gelöscht werden, da ihre voreingestellte Lebenszeit dann abläuft.  Darüber hinaus – so die Richtlinie – dürfen Cookies  ohne Zustimmung eingesetzt werden, „soweit sie unbedingt erforderlich sind, damit der Anbieter eines Dienstes der Informationsgesellschaft, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wurde, diesen Dienst zur Verfügung stellen kann”.  Was  hierbei unter “unbedingt erforderlich” zu verstehen ist, kann unterschiedlichst interpretiert werden.

    Die entscheidende Frage lautet aber: Wie soll die “ausdrückliche Zustimmung” des Users zum Setzen eines Cookies in der Praxis eingeholt werden?

    Vorstellbar wäre zum Beispiel, dass ein User bei jedem Aufruf einer Website seine Zustimmung zum Setzen des Cookies durch einen Mouseclick oder das Absenden eines Formulars kundtun muss. Dies würde hinsichtlich der Usability von Angeboten gravierende Folgen haben, die geradezu absurd anmuten.  Trotzdem ist das Szenario kein bloßes Hirngespinst. So wie es jetzt aussieht, wird die Richtlinie in Belgien in ähnlicher Form in die Praxis umgesetzt werden. Hier fordert der Gesetzgeber sogar eine schriftliche (!) Zustimmung des Internetusers, bevor das Cookie geschrieben werden darf.

    Anders sieht es in den großen europäischen Internetmärkten wie etwa Großbritannien, Deutschland und Frankreich aus. Dort haben sich die Interessenvertreter aller betroffenen Parteien in einem langwierigen Prozess darauf geeinigt, dass eine entsprechende Browsereinstellung durch den User, mit der er alle oder einige Cookies akzeptiert, als generelle Einwilligung verstanden werden kann. Das bedeutet: An der Handhabung der Cookies durch die Webseiten und Angebote ändert sich in der Praxis auch nach dem 25.5.2011 nichts Grundlegendes. Deshalb wird die EU-Richtlinie in Deutschland wohl auch keine Änderungen in der nationalen Gesetzgebung nach sich ziehen.

     

     

     

  2. Dialogmarketing 2.0.

    Mrz 25 2011
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Sehr geehrte Leser und Leserinnen,

    bitte vergessen Sie alles, was mein Kollege Alexander Emmendörfer an dieser Stelle regelmäßig zum Thema E-Mail-Marketing zusammendichtet. Richtig erfolgreiche Konzepte bestehen aus ganz simplen Zutaten, welche ich gerne am Beispiel einer Mail an meine Kollegin Mary Jakob aufführen möchte. Ein besonderer Dank gilt dabei noch der erfolgreichen Spam-Software bzw. der Perfidität des Absenders, sich einem Blacklisting zu entziehen. Zustellung ist also schon mal garantiert, ganz ohne ballastartigen Firlefanz wie Zertifizierung oder dergleichen. Aber nun zum Konzept:

    1. Reine Textmails reichen. Bitte keine html-Wüsten oder Bildergemetzel.

    2. Eine personalisierte Überschrift:

    “Guten Tag,”

    3. Anlassbezogene Kommunikation sollte im Vordergrund stehen:

    “Ich bitten Sie akzeptieren Sie meine Entschuldigung für die Zusendung dieser E-Mail ohne Ihre Zustimmung. Ich glaube, Sie sind eine hoch angesehene Persönlichkeit. Dies ist jedoch nicht zwingend, noch werde ich in irgendeiner Weise zwingen Sie gegen Ihren Willen Ehre, aber ich hoffe, Sie werden lesen und betrachten den Wert I anbieten.”

    4. Ein realistisches Incentive:

    “Mein Name ist Herr Song Lile, ich bin der Credit Officer in Hang Seng Bank, Hong Kong. Ich habe einen geschäftlichen Vorschlag in Höhe von 19,5 Mio. US-zu einem Offshore-Konto mit Ihrem übertragen werden assistace wenn bereit, mit der Einnahme dieses Geschäft zum Erfolg.”

    5. Ein kurzer und prägnanter Call-To-Action:

    “Du kannst mich auf meiner privaten E-Mail-Kontakt: (songlile6@asus.hk) und senden Sie mir folgende Informationen zur Dokumentation Zweck:

    1. Vollständige Namen

    2. Private Rufnummer

    3. Aktuelle Wohnadresse

    Ich freue mich von Ihnen zu hören.”

    Ja, und fertig ist die Laube, würde ich sagen. Song Lile macht es vor, und was der gute Mensch von Hong Kong kann, dass können Sie doch schon lange, oder? Sollten Sie noch Detailfragen haben, steht Ihnen Mr. Lile unter seiner oben genannten Mailadresse Tag und Nacht zur Verfügung. Er interessiert sich übrigens besonders für Viagra, Pulver aus Tigerhoden und Anlagemöglichkeiten in Offshore Windparks.

  3. Und wir wachsen weiter…

    Mrz 23 2011
    Julian Simons

    Julian Simons

    Nach unserer KuZu freuen wir uns, wieder  Erfreuliches vermelden zu können: mediascale ist weiterhin stark auf Wachstumskurs! Im vergangenen Jahr konnten wir das Gross Income gegenüber 2009 von 3.3 Millionen Euro auf 4.8 Millionen Euro und damit um knapp 45 % steigern. Das Billingvolumen stieg im gleichen Zeitraum um knapp 25 Prozent von 48 Millionen auf 59 Millionen Euro. Mehr Umsatz bedeutet natürlich auch mehr Arbeit: Deshalb erweitern wir unsere Mitarbeiterzahl stetig. Letztes Jahr hat mediascale sein Team von 26 auf 31 Personen aufgestockt.

    Treiber der positiven Entwicklung ist vor allem unser eigenes Targetingprodukt NE.R.O. Wir setzen es mittlerweile bei rund 20 Prozent unseres gesamten Kampagnenvolumens ein. Über 500 Kampagnen haben wir in den letzten drei Jahren mit dem Vermarkter übergreifenden Tool bereits geplant und betreut. Sowohl für Branding- als auch für Performancekampagnen nehmen unsere Kunden das umfassende Targeting-Knowhow von mediascale in Anspruch. Zusätzlich konnten wir 2010 mit dem Online Schuhshop mirapodo, der Shopping-Community Limango oder der Hotelkette Leonardo Hotels starke Neukunden gewinnen, die erheblich zu unserer erfolgreichen Performance beitrugen.

    Und die Branchen-Prognosen in den Bereichen Online-Performance-Marketing und Targeting sprechen für sich: mediascale blickt optimistisch in die Zukunft und erwartet auch für dieses Jahr eine positive Entwicklung. Vor allem Targeting hält für uns noch einige Herausforderungen bereit. Beispielsweise wird Bewegtbild-Targeting als Teil der Online-Kampagnen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Deshalb wollen wir in diesem Bereich 2011 das Targeting für Branding-Kunden weiterentwickeln, um die Effizienz der Kampagnen nochmals zu steigern.

    Außerdem planen wir, unser Targeting-Angebot im deutschsprachigen Raum (Schweiz und Österreich) auszubauen, um dort sowohl bereits bestehende Kunden wie Tele2, aber auch neue Kunden direkt oder über die bestehenden Partnerschaften von unserer Kompetenz und Erfahrung zu überzeugen.

    Wir freuen uns auf ein 2011 mit unseren Kunden und Partnern.

     

  4. Darf’s ein bisschen mehr sein?

    Mrz 17 2011
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Das Tolle an der Gegenwart ist, dass sie im Grunde vorbei ist, sobald der Satz beendet wurde und dabei immer mehr bringt, als wir wollen oder verarbeiten können. Die Zahl der Produkte und Anwendungen steigt zum Teil ja schneller, als fernöstliche Länder wackeln können, und es besteht eine konstante Neigung zum Overload. Ich habe inzwischen sogar das Gefühl, dass manche Anwendungen wie der Google People Finder nur schon mal so auf Verdacht programmiert werden, um ihn im Falle einer Katastrophe in einem zivilisierten Land zum Einsatz zu bringen. Wenn es Google zusammen mit Steve Jobs und der Cloud (Cloud = mein aktueller Favorit zum Unwort des Jahres) schaffen könnten, zukünftig auch noch gleich die Beben vorherzusagen, wäre der Menschheit aber mehr geholfen.

    Stein des Anstoßes zu meinem Beitrag war jedoch eigentlich der Bericht einer jungen Dame in der amerikanischen Fachpropaganda zum Thema Location-based Services (LBS) und im Besonderen zu QR-Codes. Falls Sie die nicht kennen: Das sind diese zweidimensionalen Pixelgewitter-Strichcodes (siehe unten).

    QR-Code

    Ich gebe den Text kurz in eigenen Worten wieder: Auf der SXSW (einer Mischung aus Cannes, Rock am Ring, dmexco und digitalem Flohmarkt) hat man es inzwischen geschafft, selbst den Kaffeebecher und das Klopapier mit QR-Codes zu versehen, und das ist nicht nur toll, sondern auch die Zukunft. Ich finde differenzierte Berichte ja immer klasse, möchte aber vielleicht anmerken, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. LBSs  werden mit Sicherheit an Bedeutung gewinnen und das zu Recht. QR-Codes werden eine immer wichtigere Rolle spielen, und auch hier brauche ich nicht lange nachzudenken, um herauszufinden, dass sie ihren berechtigten Platz in einer digitalen Gesellschaft haben. Gerade zum Interaktivieren von Print- oder Plakatanzeigen scheint mir der Code ein geeignetes Mittel, da das iPad ja noch nicht in jedem Haushalt auf dem Wohnzimmertisch liegt.

    Ob ich aber mehr Infos über den Bodensee-Kaffee haben möchte, welchen ich gerade lustlos schlürfe oder über den Inhalt der Tüte Chips, die ich gerade mampfe, wage ich zu bezweifeln. Oder haben Sie schon mal die Info-Hotline von Funny Frisch „Ungarisch“ angerufen bzw. den Dentagard-Notruf betätigt? Eben, neben viel Nützlichem wird uns auch wieder einmal viel Quatsch erwarten. Es ist dabei anzunehmen, dass ein dosierter Einsatz – wenn man also wirklich was zu erzählen hat – einen weiter bringen wird, als den Rohrschachtest für Mobile-Kameras auf allem zu platzieren, was sich bei Drei nicht das Klo herunter spülen lässt. Daneben gibt es auch noch ein Problem, dass hier nicht berücksichtigt wird: Klar können QR-Codes die direkte Response erhöhen. Im Gegensatz zu URLs kann sie sich außer Autisten aber keiner merken, und deswegen sollte man sich schon fragen, ob sie die URLs ersetzen oder nicht besser ergänzen sollen.

  5. Affiliate-Marketing in neuer Qualität

    Mrz 15 2011

    Taskin Erdem

    Bisher kennen Sie mediascale als Performance-Experten, die besonders den Vertriebserfolg ihrer Kunden im Auge haben. Deshalb integrieren wir für einige unserer Kunden seit einiger Zeit Affiliate-Marketing als Teilbereich des gesamten Online-Marketing-Mixes in die Kampagnen, um die maximale Effizienz zu erreichen.

    Was bisher vereinzelt zum Einsatz kam,  bekommt jetzt einen eigenen Bereich und ein eigenes Gesicht: Mich. Mein Name ist Taskin Erdem, ich leite ab sofort den neuen Bereich Search und Affiliate bei mediascale und widme mich diesen Themen auch in unserem Agenturblog. Den Markt für Suchmaschinen- und Affiliate Marketing  kenne ich seit  Jahren aus meinen verschiedenen Tätigkeiten für nationale und internationale Kunden bei bigmouthmedia und bei Plan.Net.

    Was macht mediascale bei Online-Partnerprogrammen anders als andere?  Wir setzen Affiliate-Marketing vor allem gezielt zur kostengünstigen Leadgenerierung und zur strategischen Kampagnenverlägnerung ein. Wir achten in unseren Programmen und Kampagnen sehr genau darauf, dass dem Kunden nur gewünschter Traffic aus produktaffinen Umfeldern ausgeliefert wird. Insbesondere der Abgleich mit einzelnen Performancekanälen wie Suchmaschinenmarketing, Displaywerbung, Retargeting und E-Dialog spielt dabei eine wichtige Rolle. Verwendet ein Advertiser andere Kanäle des Online-Marketings, ist es umso wichtiger, den Bereich Affiliate ebenfalls  in die Gesamtstrategie einzubinden und gesamtheitlich zu betreuen. Nur wenn alle Kanäle richtig gemessen, budgetiert,  gesteuert und gebündelt werden, ist der größtmögliche Erfolg erreichbar. Kurz gesagt: Wir bringen eine neue Qualität ins Affiliate Marketing.

    Über unsere agentureigenen Tools, die automatisch dynamische und für das Userprofil passende Werbemittel generieren, können wir die Kampagnenleistung weiter steigern. Und beim Erstellen und Optimieren der dynamischen visuellen Werbemittel profitieren wir von unserer marktweit einzigartigen Erfahrung im Rahmen unzähliger Performance-Kampagnen.

    Ein Beispiel wie wir in der Kreation für mirapodo optimal passende Werbemittel über ein dynamisches Bannertool entwickelt haben, finden Sie hier.

  6. Wann kommt 42?

    Mrz 10 2011
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Wer sich mit eher obskurer Literatur eines Terry Pratchett oder eines Douglas Adams beschäftigt hat, weiß: Die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem großen Ganzen lautet schlicht und einfach 42.

    So einfach diese Antwort ist, so schwierig gestaltet sich außerhalb surrealer Scheibenwelten die Antwort auf die Frage: Was ist ein Onlineformat wert verglichen mit einem TV-Spot diverser Längen? Um diese nicht ganz unwesentliche Problemstellung zu beantworten, haben unsere geschätzten Marktpartner eine Vielzahl von Studien aufgelegt, die letzten Endes nur eines zeigen: Heraus kommt die für den Studieninitiator bequemste Wahrheit. Deshalb ist man – angesichts divergierender Ergebnisse – darauf angewiesen, sich eine subjektive Meinung zu bilden.

    Also, Spot an: Starten wir mal beim PreRollAd. Hier herrscht weitestgehend Einigkeit, dass es einem 30sekündigen TV-Spot das Wasser reicht. Sowohl eher contentgetriebene Publisher als auch TV-Häuser/Vermarkter kommen hier zu einer größtenteils einheitlichen Bewertung. Trotz dieser ungeahnten Allianz stellt sich mir die Frage: Kann es überhaupt sein, dass ein exklusiver Spot im Web, dem 100 Prozent Aufmerksamkeit gilt und der durchschnittlich 75 bis 90 Prozent Abspielzeit aufweist, gleichwertig ist mit einem non-exklusiven Spot im TV-Werbeblock, der doch den ein oder anderen in die Küche oder die Bedürfnisverrichtungsanstalt treibt? Ich bezweifle es! Klar, man kann als Gegenargument anführen, dass ein PreRoll häufig nicht in Vollbildformat gesehen wird und selten 20 Sekunden überschreitet. Aber reicht das aus, um die aufgezeigten Vorteile zu nivellieren? Meiner Meinung nach spricht viel mehr dafür, dass das Pendant zum TV-Spot im Block ein MidRollAd ist. Ein einzeln positioniertes PreRoll aber müsste in seiner Wirkung TV plus X entsprechen.

    Divergierende Studienmeinungen gibt es dann vor allem im Bereich der LogoutAds. Während die eine Erhebung von einer 1:1 Umrechnung ausgeht (also: Die Wirkung eines LogoutAds entspricht der eines TV-Spots), bescheinigen andere Studienmacher eher eine 1:4 (IP Deutschland) oder gar eine 1:8-Situation (acht LogoutAds bewirken das gleiche wie ein TV-Spot). Ich vermag es selber hier nicht abschließend einzuordnen, gehe aber weder vom einen noch vom anderen aus, zumal weil bei der zum Teil doch sehr kurzen Verweildauer die Kreation eine tragende Rolle spielt. Sicher ist: Wer Marke und Produkt nicht gleich zum Einstieg nennt, vergibt die Chance eines wertigen Kontaktes. Da hilft weder gutes Targeting noch große Bühne.

    Bei Standard-Werbeformaten ist man sich überwiegend einig, dass sich die Wertigkeit im Vergleich zu TV irgendwo im Bereich 1:8 bewegt: Also ein TV-Spot achtmal wirksamer ist als Bewegtbild im Banner. Wobei hier noch durchaus in einzelne Formate unterschieden werden muss. Das Format Medium Rectangle dürfte mit seiner eher zentrierten Position und der Möglichkeit ganzflächig zu streamen einen deutlichen Uplift im Vergleich zu Skyscrapern und Bannern haben und wohl ein Verhältnis von 1:4 bis 1:5 aufweisen.

    Homepage-Inszenierungen zu guter Letzt werden auch gerne die Wirkungskraft eines herkömmlich TV-Spots zugestanden. Die doch sehr großen Unterschiede bei der Umsetzung erschweren aber das einheitliche Bewerten. Hier erwarte ich einen fantastischen Studienkrieg, wenn sich einzelne Vermarkter im Nachweis der höchsten Effizienz des jeweils eigenen Produktes duellieren.

    Für das Medium Online wäre es bei alledem insgesamt aber am zuträglichsten, eine unabhängige Aussage darüber zu erhalten, wie es um die Wirkungen einzelner Formate tatsächlich bestellt ist. Am besten gleich auf diverse Branchen bezogen. Denn nur dann kann sich das Netz gegenüber anderen Medien emanzipieren. Und wir können Marketingentscheidern auch an kritischen Tagen ein rundum sicheres Gefühl vermitteln. Bis dahin regiert der Spekulant und das gute alte Bauchgefühl, welches im schlimmsten Fall eine Magenverstimmung sein kann.

  7. Data Economy 2011 – Rakete oder Blase?

    Mrz 08 2011
    Tobias Wegmann

    Tobias Wegmann

    Regelmäßige Leser unseres Blogs haben es sicher schon bemerkt: Wir betrachten den Echtzeithandel mit Displayinventar (Realtime Bidding), den Branchenhype des Jahres 2011, mit freundlicher Skepsis, zumindest was seine raketenhafte Ausbreitung im deutschen Onlinemarkt anbetrifft. Zwar gibt es, wie bei jeder Innovationswelle, mehr als genug neue Marktteilnehmer, die über den großen Teich kommen und viel Technologie und großen Marketingaufwand bereitstellen. Es ist aber bisher nicht gelungen, die deutschen Vermarkter auch nur ansatzweise zu überzeugen, dass sie ihr Inventar bei einer der vielen Plattformen, die sich mit drei Buchstaben abkürzen, besser vergoldet bekommen als auf den hergebrachten Vertriebswegen. Was man auf den Sell-Side-Plattformen (SSPs) aktuell angeboten bekommt, ist entweder Cross-Border-Traffic aus ausländischen Märkten oder Inventar aus Deutschland, das drittklassig ist beziehungsweise nur zu Testzwecken vorübergehend eingestellt wurde. Es fehlt dem Realtime-Spiel also an hochwertigen  Reichweiten.

    Und wie sieht es mit den Daten aus? Sie erscheinen als die zweite unerlässliche Zutat, damit der Markt wirklich fliegt. Um zu diesem Thema neue Einsichten zu gewinnen, machten wir uns letzte Woche auf nach London. Das Blog Exchangewire hatte alle Größen der Buy und Sell Sides zu einem Symposion zum Thema Datenbereitstellung im europäischen Displaymarkt versammelt.

    Die Qualität der Veranstaltung selbst war exzellent. Der Teilnehmerkreis bestand aus über 200 Experten, vorwiegend aus dem angelsächsichen Raum (die Zahl der Anwesenden aus dem deutschen Markt war, milde gesagt, sehr überschaubar). Fast alle Keynotes und Panels waren inhaltlich hochspannend, weit entfernt von den üblichen Akquisepräsentationen, die Diskussionen, die sich ergaben, ungewohnt offen.

    Was die Inhalte anbelangt, so wurde schnell klar, dass der Weg hin zu einer funktionierenden “Data Economy” noch weit und steinig sein wird. Und, dass heute niemand sagen kann, welche Businessmodelle überhaupt zukunftsfähig sind. So gibt es zwar eine ganze Reihe von Data Exchanges, die ihre Plattformen jetzt auch auf dem Kontinent launchen, aber niemand kann die Frage beantworten, wer dort Daten in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung stellen wird, die über reine ReTargeting-Informationen hinausgehen.

    Mike Nolet, CTO der RTB-Plattform AppNexus, brachte das Problem auf den Punkt, indem er darauf hinwies, dass auf seiner Technologie bisher ausschließlich Retargeting-Reichweiten abgewickelt werden. Diese mögen valide und qualitativ hochwertig sein, aber sie haben selbst auf einem Markt, der so viele User aufweist wie der amerikanische, nur eine  begrenzte Reichweitenrelevanz und lassen sich naturgemäß weder beliebig vergößern noch unbegrenzt oft nutzen. Auf die direkte Frage, ob er denke, dass das ganze Datenthema im Moment nicht mehr sei als “a big Bubble”, kam von Mike als Antwort ein simples “Yes”.

    Das mag übertrieben sein, aber die Branche wird in Zukunft auf eine Reihe von wichtigen Fragen gute Antworten finden müssen, um mehr als eine Blase zu erzeugen: Wer stellt für große Brandingkampagnen Daten bereit, die auch wirklich das enthalten, was sie versprechen? Bis zu welchem Volumen können solche Daten überhaupt erzeugt werden, ohne dramatisch an Qualität zu verlieren? Und wie können Mechanismen aussehen, die diese Daten standardisiert verifizieren, ohne dass die Kampagne alleine durch den Aufwand  für die Validierung schon in die Unwirtschaftlichkeit getrieben wird?

    Unser Fazit nach einem Tag in London ist klar: Es wird noch ein wenig dauern, bis die Datenrakete ihre Stufen zündet und tatsächlich abhebt.

  8. Ein Hoch auf uns!

    Mrz 03 2011
    Agnes Ley

    Agnes Ley

    Den heutigen Beitrag in unserem Klartext Blog darf natürlich nur eine Frau schreiben – klar, es ist Weiberfasching! Und mein Thema für heute ist das Ergebnis unserer jährlichen Kundenzufriedenheitsbefragung, kurz und liebevoll Kuzu genannt. Diese beiden Fakten bringen mich nun in eine ungewohnte Situation: Selbstbeweihräucherung und kräftiges auf die Schultern Klopfen. Aber, liebe Kunden, das haben Sie sich jetzt einfach selbst zuzuschreiben – denn hier kommt die ungeschönte Wahrheit:

    Ende 2010 haben wir unsere Kunden wieder nach ihrer Meinung rund um die Agenturleistungen von mediascale wie E-Dialog, Media oder Targetinglösungen gefragt. Dabei konnten unterschiedliche Kriterien von Effizienz über Kompetenz der Ansprechpartner und unsere Branchenkenntnisse bis hin zu Proaktivität und Innovationskraft im Schulnotensystem beurteilt werden. Fast 60 Ansprechpartner aus 25 unterschiedlichen Unternehmen haben sich an unserer Umfrage beteiligt. Vielen Dank, dass Sie sich dafür Zeit genommen haben!

    Aber vor allem danke für die guten Bewertungen in unserer Kuzu: Insgesamt erhielten wir in der Gesamtzufriedenheit die ausgezeichnete Note 1,55. Besonders gut schnitten wir in den Bereichen Flexibilität, Erreichbarkeit und Zuverlässigkeit ab. Zum zweiten Mal nach 2009 konnten die Umfrageteilnehmer den Bereich “Dialog” bei mediascale separat bewerten. Auch hier erreichten wir mit der Note 1,60 eine hohe Gesamtzufriedenheit. Das freut uns riesig!

    Aber jetzt Schluss mit Eigenlob und Jubeltänzen, weg mit den Champus-Flaschen. Wir machen uns wieder an die Arbeit und geben weiterhin unser Bestes für die Optimierung unserer Kampagnen. Damit dies weiterhin gelingt, auch ein herzliches Dankeschön an alle Mitarbeiter von mediascale: Liebe Kollegen, danke für euren Einsatz!

    Bevor´s auch noch rührselig wird, such ich einen Mann mit Krawatte… die Schere ist schon gezückt!

  9. GDL: Aufruf zum Counter Streik

    Mrz 01 2011
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Nach etwas längerer Auszeit, an dem Stress, Viren und Urlaub einen nicht geringen Anteil hatten, befinde ich mich nun wieder in der Lage, ein wenig Prosa zum Besten zu geben und ich möchte mich in dem Zusammenhang mal wieder der Deutschen Bahn widmen bzw. meiner neuen Lieblingsvereinigung GDL.

    Es ist wieder soweit: Die große Streiksaison ist angebrochen und wird in der aktuellen Spielzeit nach dem Guerilla-Prinzip vorgetragen (Gewerkschaft Der Lokguerilleros). Wir wähnen uns ja immer an der Spitze der technologischen Gesellschaft, aber gerade in diesen Zeiten sieht man wieder, dass es doch eher die klassischen Kommunikationswege sind, die auch in der Krise funktionieren. Der Webcheck am Vorabend ergab in meinem Fall keinen konkreten Streikbefund. Die unschöne Nachricht erreichte mich gänzlich analog per Funkwelle in den Radionachrichten zwischen Duschkabine und Zahnputzbecher. Ich schätze, dass die digitale Revolution noch ein wenig braucht, um uns unter fließendem Wasser mit pittoresken Bildschirmen die aktuellen News zu präsentieren. Am Bahnhof angekommen war es die Printbranche, welche die Gunst der Stunde nutzte. Hier standen aus Launchzeiten altbekannte Damen und Herren im Michelin-Outfit und verteilten die “Welt Kompakt” zur Überbrückung der Wartezeit. Chapeau, für die kurzen Reaktionszeiträume. So schnell hätte man einen Banner nicht produzieren und schalten können.

    Letzten Endes ist die Lage aber verdammt ärgerlich für alle Reisenden, die geschäftlich oder privat die S-Bahnen, Regiokriecher oder schnellschleichenden Achsbeschwerer auf der Überholspur nutzen bzw. darauf angewiesen sind. Ein angekündigter Streik würde wenigstens zu einem geordneten Chaos führen. So ist man der flächentariflichen Willkür einer doch sehr begrenzten Personenzahl ausgesetzt. Möglichkeiten zur Gegenwehr hat man leider auch nur begrenzt, wobei… wie wäre es, wenn wir alle behavioural und soziodemografischen Targetings, Expertisen und Systeme kombinieren, die Lokführer identifizieren und sie zielgerichtet mit Werbung beleidigen und beschimpfen? Ich denke dabei auch nicht an Standardformate, sondern eher an Video Interstitial und Fullscreen Layer. Wenn das nicht hilft, klemmen wir in einer nie dagewesenen Allianz nacheinander Google, Facebook und Bild.de ab, und dann wollen wir mal sehen, wer hier zuletzt lacht. Unter dem Schlachtruf „Reisende der Werbebranche vereinigt euch“ fordere ich hiermit zum Counter Streik auf.

    Da zu befürchten ist, dass das Schmunzeln über die beschriebenen Maßnahmen größer ist als der tatsächliche Wille zur Umsetzung, bleibt mir nur ein Trost: Irgendwann fährt ein Computer den Zug, und die Lokführer dürfen höchstens noch Modellbahnen steuern. Dann ist der Ärger ein für alle Mal passé, bis einem der schwere Ausnahmefehler 404 wieder verdeutlicht, wie abhängig man inzwischen doch von dieser blöden Technik ist.

  10. Klartext-Interview mit Olaf Kolbrück: Facebook und Twitter als erste Lektüre

    Feb 24 2011
    Olaf Kolbrück

    Olaf Kolbrück

    Was sind die aktuellen Trends der Branche? Was ist Ihr Lieblings-Social-Network und wie viel Zeit verbringen Sie täglich mit Social Media? Wir wollen es wissen und fragen deshalb bei ausgewählten Online-Experten und Fachredakteuren nach. Heute im Interview: Olaf Kolbrück, meinungsstarker Off-the record-Blogger, Reporter Internet und eBusiness sowie Redakteur im Ressort Marketing bei  Horizont, der in Frankfurt beheimateten Zeitung für Marketing, Werbung und Medien.

    1.  Herr Kolbrück, Xing, Facebook oder beides? Welche Plattform erfüllt für Sie welchen Zweck und wie viel Zeit nehmen Sie sich für die Pflege?

    Facebook und Twitter sind meine erste Morgenlektüre. Noch vor Spiegel Online und Faz.net. Facebook und Twitter sind für mich eine wohl sortierte Informationsquelle für meine privaten Interessen und beruflichen Themen, weil Menschen, die mich interessieren, die Inhalte liefern, die mir nahe sind. Manchmal ist es aber auch schlicht unterhaltsam. Lesen, nachdenken, antworten, eigene Inhalte beitragen – das kann und darf über den Tag verteilt gut länger als eine Stunde dauern. Das klingt viel? Aber der abendliche Blick in Facebook ersetzt mir ja auch Heute-Journal und Tagesthemen. Xing? Das ist für mich nur noch ein Telefonbuch deluxe.

    Und warum tragen Sie einen Hut in Ihrem Facebook-Profil?

    Aus purer Eitelkeit. Weil er mir gut steht. Sagt man. Natürlich auch, weil ich ein uniques Bild wollte, das ein Stück Privatheit ausdrückt und nicht nach cooler Beraterpose oder Bewerber-Mimik aussieht. Also auch wieder aus Eitelkeit.

    2.  Welche Online- oder Social Media-Kampagne ist Ihnen in den letzten sechs Monaten besonders aufgefallen? Warum?

    Social Media und Kampagne – das passt zusammen wie Fußgängerzonen und Autos  Klar, man kann dort auch mit dem Pkw fahren, es ist aber nicht wirklich sinnvoll, wenn man voran kommen will. Es geht bei Social Media in erster Linie um Prozesse zwischen und mit Menschen, nicht um einen Feldzug. Wie man das Web als fröhliches Thekengespräch und durchaus als Tupperware-Party begreifen kann, ohne in klassische Werbe- und Vertriebsdenke zu verfallen, zeigt die Facebook-Präsenz von dm-Drogeriemarkt. Hier wird mit einem Lächeln, persönlicher Note und menschlicher Nähe der Dialog mit dem Kunden betrieben. Die Kette muss gar nicht groß Werbung in eigener Sache machen. Das Bild von der lebendigen und kundennahen Marke vermittelt der Austausch mit den Fans selbst und glaubwürdiger als jede Kampagne.

    3.  Würde Sie Ihr Verlag bezahlt ein halbes Jahr freistellen, um einen Blog oder eine Webseite zu gründen, was würden Sie ins Leben rufen?

    Zusammen mit Kollegen habe ich vor kurzem das Projekt Mykeynote.tv im Verlag gestartet. Es geht also auch ohne Freistellung.

    4.  Online Behavioral Advertising ist…

    …ein Weg, deutlich relevantere Werbeinhalte zu präsentieren. Er wird an Akzeptanz gewinnen, wenn durch mehr Transparenz das Vertrauen der Konsumenten in diese Werbeform steigt.

    5.  Wie oft werden Sie via Twitter oder Blogs auf Themen gebracht, über die Sie dann später schreiben?

    Zugespitzt gesagt: beinahe täglich. Früher, um eine alte journalistische Plattitüde zu zitieren, lagen die Themen auf der Straße, heute liegen sie in der Timeline. Aber nicht alles, was wunderbar in 140 Zeichen passt, hat Substanz für mehr. Nicht jedes Thema ist also das Ergebnis von Twitter und Co. Das Mitmach-Web kann es nicht ersetzen, selbst nachzudenken, Dinge zu hinterfragen, selbst zu recherchieren und dadurch Themen zu finden. Manchmal hilft ebenso ein Plausch mit Freunden und Kollegen – oder Gedrucktes.

    6.  In Amerika werden via Realtime Bidding bereits Profildaten von Menschen mit konkreten Kaufabsichten gehandelt. Wie wird sich das Thema in Deutschland entwickeln?

    Sobald Verlage und Media-Agenturen das Potenzial verstanden haben, könnte es der Online-Werbung einen mächtigen Schub geben und das Wachstum der Web-Werbung potenzieren. Spätestens 2012 wird das Realtime Biding auch hierzulande eine relevante Größe  sein.

    7.  Herr Kolbrück, jetzt mal “off the record”:  Fühlen Sie sich als prominentester Blogger von Horizont den Printkollegen manchmal ein wenig überlegen?

    Gewiss nicht. Im Vergleich zur Expertise und stilistischen Finesse von Kollegen, schreibe ich als Blogger doch nur hin und wieder ungefragt ein paar Dinge, die mir auf dem Herzen liegen, mit leichter Hand ins Internet.

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