mediascale - innovative medienvermarktung
Klartext!
  1. Die dunkle Seite des WWW

    Jun 21 2011

    Dominik Frings

    In der Online Mediaplanung kommen wir zumindest in Deutschland ja kaum um die AGOF internetfacts und das TOP Tool herum. Auch für Performance-Kampagnen lohnt sich der geneigte Blick, um Potenziale, Argumentationen, Validierungen oder schlichtweg Platzierungsideen zu sammeln. Geht es um die Planung als solche, würde ich durchaus gerne Verbesserungen in diversen Details fordern. Für das Erfassen der User ist die AGOF-Auswertung hingegen sehr umfänglich. Und man kann getrost davon ausgehen, dass die ausgewiesenen knapp 51 Mio. Nutzer in etwa dem Heer deutscher Surfer entsprechen. Lücken gibt es – und das ist kein Vorwurf – bei den erfassten Seiten. Entweder man ist Mitglied und ist drin, oder man ist es nicht und steht vor der Tür. Für diejenigen, die vor der Tür stehen wiederum gilt: Entweder sie wollen nicht rein oder sie dürfen nicht bzw. es ist ihnen egal. Zu den Verweigerern zählen z.B. unbedeutende Angebote wie Google, YouTube, Amazon oder Facebook. Nicht bei allen macht eine Erfassung einen schlanken Fuß. Wenn man allerdings beim Screenplanning YouTube nicht richtig verorten kann, ist das in etwa so, wie wenn die Fernsehforschung (AGF) ohne die 71 TV-Sender auskommen müsste.

    Neben den genannten Seiten außerhalb des AGOF-Universums gibt es natürlich noch viele weitere mehr oder minder bekannte Websites, derer man auf andere Weise habhaft werden muss. Hier hilft dann beispielsweise die zentrale Such- und Sammelstelle Google mit dem Adplanner weiter, denn hier sind deutlich mehr Seiten gelistet. Und gerade um das Potenzial von Retargeting zu eruieren, hilft der Blick auf die Zugriffsraten diverser Kundenwebsites. Wirklich planen kann man mit dem Tool jedoch nicht. Aber eine Unterstützung ist es mitunter allemal, und es zeigt auch sehr gut, wo sich der deutsche User im Netz so herumtreibt. Kurios mag dabei anmuten, dass ligatus und mp newmedia in dem Listing auch recht weit vorne auftauchen. Hier ist also noch Optimierungspotenzial – oder kennen sie jemanden aus ihrem Bekanntenkreis, der nach dem Check der Mails und des Wetters noch mal schnell bei ligatus nach dem Rechten sieht?

    Den wahren Blick hingegen gewährt uns erst alexa.com.  Dort finden Sie in Deutschland auf Rang 27, was Sie eh schon immer vermutet haben. youporn.com hat sich hochgeschlafen, und was soll man sagen, es ist keine allzu große Überraschung. Aus rein wissenschaftlichem Antrieb habe ich mir dann auch noch die Struktur etwas genauer angeschaut und den „Get Details“-Button gedrückt. Und hier kam die eigentlich bedrückende Botschaft: Der Deutsche ist in der Nutzung führend im Nationenvergleich. Zwar folgen ihm Italiener, Belgier, Österreicher und Schweizer dicht auf den Fersen, aber der Siegerplatz ist vergeben:

    Offen bleibt die Frage, was eigentlich die Amerikaner so weit ins hintere Feld verbannt. Es mag sicherlich auch an der lokalen Konkurrenz auf Rang 45 der Topsites liegen, aber ein Platz hinter Algerien ist doch eines Weltpolizisten und des weltweit größten Produzenten entsprechender Inhalte nicht würdig, wobei es Frau Palin sicherlich freuen dürfte. Ich könnte mir auch vorstellen, dass sie es geschafft hat, die Seite in Alaska sperren zu lassen, aber das ist jetzt wirklich nur eine Vermutung.

    Und dann noch zu einem ganz anderen Thema: Ich bin gebeten worden, Grüße über diesen Blog auszurichten. Also: Lieber Martin, es ist vielleicht jetzt nicht ein Artikel, auf den deine Eltern stolz wären, aber du hast es ja so gewollt und solltest es aus deiner Branche gewohnt sein. Viele Grüße und bis zum nächsten Termin.