mediascale - innovative medienvermarktung
Klartext!
  1. Bscheid gsagt – 27: Gadgets und Innovationen – vom Haserl bis High-Tech

    Nov 27 2012

    Sollten Sie noch auf der Suche nach ein paar Weihnachtsgeschenken sein, haben wir heute genau das Richtige für Sie: Drei innovative Gadgets, die Ihnen garantiert – jedes auf seine Weise – viel Aufmerksamkeit bringen werden. Wolfgang Bscheid, Geschäftsführer von mediascale, zeigt Ihnen heute wie der Hase läuft, wie man während der Weihnachtszeit doch ein bisschen auf die Kalorien achten kann, und wie man ganz einfach per Knopfdruck jederzeit mit der Welt verbunden ist.

    Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

  2. Die Ad-Trading-Debatte auf der dmexco

    Sep 17 2012

    Ist Ad-Trading ein Geschäftsmodell für die gesamte Branche? War das überhaupt die richtige Frage? Wahrscheinlich nicht, denn in der Debate Hall auf der dmexco wurden eigentlich viel spannendere Fragen gestellt: Ist Real Time Bidding wirklich ein Restplatzthema? Zwei Vermarkter, zwei Meinungen! Überlässt man RTB den Zwischenhändlern und intermediären Plattformen oder erwirbt man sich als Vermarkter oder Agentur die Kompetenzen und integriert RTB in sein Leistungsspektrum? Wer bestimmt eigentlich, was genau Premiuminventar ist und was es kosten darf? Und warum hinkt Deutschland beim Thema Real Time Bidding hinterher.

    mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid diskutierte in Köln am ersten Messetag rund eine halbe Stunde mit Sascha Jansen (Annalect), Martin Lütgenau (Tomorrow Focus Media), Philip Missler (Interactive Media) und Ronald Paul (Quisma). Leider endete das Wortgefecht viel zu früh, nämlich als es richtig spannend wurde. Unser Fazit: Was Premium oder Qualität ist und was diese kosten darf, definiert künftig der Werbungtreibende, nicht der Vermarkter. Und: RTB ist nachhaltig, aber viel komplexer als es so manch neue Zwischenhandelsstufe suggeriert.

    Weitere interessante Videos von der dmexco gibt es im YouTube-Kanal der Kongressmesse.

  3. Noch 13 Tage…

    Aug 30 2012

    … dann gehts los: Die dmexco öffnet ihre Tore. Unter dem diesjährigen Motto “The Digital Transformation: Shaping Models – Creating Business” trifft sich in Köln mal wieder die Crème de la Chrome des digitalen Business, wie Helge Schneider sagen würde. Eines der auch im sprachlichen Sinne wirklich großen Themen für 2012 wird “Big Data” sein. Wie gehen Agenturen, Werbungtreibende und Vermarkter mit der täglich anfallenden Datenfülle um? Wem gehören die Daten? Wie werden sie beispielsweise für die Marketingplanung genutzt? Und was sind die Herausforderungen und Chancen?

    In diesem Blog nehmen wir uns ja öfter solcher Themen an, Wolfgang Bscheid wird dies auch auf dem dmexco-Kongress tun. Am Mittwoch, 12. September, diskutiert er in der Debate Hall von 11:15 bis 11:45 Uhr auf dem Panel “AdTrading: A Business Model for the whole Industry?” gemeinsam mit Sascha Jansen (Managing Director, Annalect Group Germany), Martin Lütgenau (Managing Director, Tomorrow Focus), Philip Missler (Managing Director, InteractiveMedia) und Ronald Paul (CEO, Quisma).

    Am zweiten Messetag geht es dann konkret um die nächste Generation des Targetings und um eine Premiere. mediascale wird in der Speakers Corner zum ersten Mal öffentlich das Modell eines “Psychologischen Profiltargetings” vorstellen – am Beispiel des 1er BMW. Beginn des Vortrags von Wolfgang Bscheid ist um 14 Uhr.

    Erste Hinweise, was es mit dem psychologischen Profiltargeting auf sich hat, gibt Ihnen unsere neue Folge von “Bscheid gsagt”:

    Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

  4. Sommerloch ist Transferzeit

    Aug 28 2012

    Michael Beuth

    Wohl dem, der die Sommermonate für Ferien, Müßiggang und Erholung nutzen kann, passiert doch in Politik, Medien und Werbewirtschaft in der Regel nichts von Belang, abgesehen von alljährlichen Suchen nach vermeintlichen Alligatoren in deutschen Baggerseen oder unerklärlichen Benzin-Preiserhöhungen zur Reisezeit. Dem geneigten Leser kann ich allerdings versichern: Der Schein trügt! Hinter den Kulissen laufen speziell im Online Werbemarkt die „Saisonvorbereitungen auf Hochtouren“… Sie verzeihen die Fußball-Metapher, doch es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, vergleicht man die aktuellen Vorgänge in der Online Werbebranche mit der deutschen Bundesliga.

    Jedes Jahr im Sommer versuchen die Vereine (Vermarkter) fieberhaft, möglichst günstig ihren Kader (Portfolio) aufzurüsten. Den vorläufigen Höhepunkt erreicht diese Hysterie (Vereine und Vermarkter) Ende August. Bei den Vereinen endet die offizielle Transferperiode und bei den Vermarktern steht die dmexco vor der Tür. Das heißt, irgendwie muss man ja die Neuzugänge noch mit einem Preisschild versehen und ungeliebte Ladenhüter möglichst der Konkurrenz andrehen.

    Nachdem ja nun schon seit einiger Zeit die AGOF internet facts auf Einzelmonatsbasis erhoben werden, hat sich ein regelrechtes Wettbieten um die letzten verbliebenen Unique User etabliert. Es führt dazu, dass einzelne Publisher und vermeintlich kleinere Verlagshäuser oder Portale immer häufiger und in immer kürzeren Abständen ihre Vermarktungspartnerschaften wechseln. Da Internetnutzer ein endliches Gut sind, kann nur wachsen, wer andere im Verdrängungswettbewerb aussticht, was in teilweise völlig abstrusen Transfers (Vermarktungswechseln) endet.

    Wenn also in der Liga gilt „Geld schießt keine Tore“, heißt das dann in unserer Branche nicht umgekehrt „Garantiesummen für Publisher sichern nicht zwangsläufig den Erfolg in der Vermarktung“? Vielleicht haben Sie ja noch ein Juwel aus der dritten Liga für uns, das alle Erstliga-Scouts bislang übersehen haben.

  5. Klartext-Interview mit Vera Günther: “Die ganze digitale Welt wächst zusammen.”

    Aug 14 2012

    Vera Günther

    Heute gibt es endlich mal wieder ein Klartext-Interview. Die Fachjournalistin Vera Günther spricht über den Unterschied zwischen PR und Journalismus, lässt sich gerne von Blogs inspirieren und verrät uns, welche App auf ihrem Smartphone am meisten genutzt wird.

    1. Frau Günther, Sie sind freie Fachjournalistin in der Online-Branche. Welches digitale Thema beschäftigt Sie zurzeit am intensivsten?

    Das verzweifelte Bemühen, mit den Entwicklungen Stand zu halten. Die gesamte digitale Welt wächst zusammen. Radio funkt im Internet, Plakate verbinden sich mit Smartphones, die wiederum dienen als Second Screen, während ich fernsehe. Bewegte Bilder auf jedem Kanal und riesige Datenmengen, die über Auktionsmodelle oder Ad Trading den Besitzer wechseln. Dazu immer wieder neue interaktive Werbeformate und Diskussionen über Mediawährungen. Ich weiß gar nicht, mit was ich mich momentan zuerst beschäftigen soll.

    2. Sie haben nicht nur als Journalistin, sondern auch als PR-Fachfrau gearbeitet. Auf welcher Seite fühlen Sie sich wohler? Und warum?

    Es hat beides seinen Reiz, PR-Arbeit ist im Grunde ja vielseitiger als Journalismus. Allerdings bin ich trotzdem lieber Journalistin, ich liebe die Recherche, den Dingen auf den Grund zu gehen, Themen herauszukitzeln und dann auch etwas kritischer an Texte herangehen zu dürfen. Da sind die Möglichkeiten in der PR ja zugegebenermaßen beschränkt, auch wenn man nicht immer zwangsläufig mit Superlativen und zu vielen ausschmückenden Adjektiven arbeiten sollte.

    3. Wie oft werden Sie via Twitter oder Blogs auf Themen gebracht, über die Sie dann später schreiben?

    Über Twitter? Eigentlich nie. Man müsste schon sehr viele Tweets verfolgen, um dann über den einen wichtigen zu stolpern. Und wer hat schon die Zeit dazu? Gut gemachte Blogs können hingegen sehr viele Anregungen und auch Hintergründe für Artikel liefern.

    4. Welche Online- oder Social Media-Kampagne ist Ihnen in den letzten sechs Monaten besonders aufgefallen? Warum?

    Dazu müsste die Kampagne erst mal Zeit haben, abgespielt zu werden. Klick und weg. Seit der clever gemachten Greenpeace-Antwort auf VWs Darth Vader Spot, ist mir eigentlich sehr wenig ins Auge gestochen. Sehr eindringlich fand ich allerdings die „Deutschland findet Euch“-Kampagne für die “Initiative Vermisste Kinder”, die ja auch zahlreiche Preise abgeräumt hat. Genial, wenn auch höchst kontraproduktiv für Onlinewerbung, ist dabei die Idee des Vermisst-Add-on. Ein Bannerblocker, der dafür sorgt, dass statt Werbebannern Vermisstenanzeigen von Kindern eingeblendet werden.

    5. Gute Werbung ist…

    … so originell oder eindringlich, dass man sie gerne schaut und so intelligent mit der Marke verwoben, dass man sich diese dabei auch merken kann.

    6. Was wird auf der diesjährigen dmexco Ihrer Meinung nach das Gesprächsthema Nummer eins sein? Und welches Thema wird schon jetzt grenzenlos überschätzt?

    Ich glaube, dass es das eine beherrschende Thema nicht geben wird, dazu schwirren mit Bewegtbild, Realtime Bidding, Big Data, Multiscreen momentan viel zu viele Themen durch den Raum. Die Bereiche Mobile und Second Screen werden aber ganz sicher ein viel größeres Gewicht haben als noch in den Vorjahren, weil nach dem Hype nun langsam auch die gelungenen Realisierungen kommen. Ansonsten geht es wie immer um Währungen. Währungen für Bewegtbild, Währungen für Mobile, Währungen für Webradio. Nach wie vor glaube ich, dass das Thema Social Media als Lösung für die werbemüden Zielgruppen überschätzt wird.

    7. Xing, Twitter, Facebook oder Google+? Wie sieht es mit Ihrer persönlichen Online Reputation aus, und wie viel Zeit nehmen Sie sich für die Pflege?

    Ganz schlecht sieht es damit aus, jederzeit aktuell halte ich eigentlich nur mein Xing-Profil als digitale Visitenkarte im Netz. Xing nutze ich regelmäßig, um mit meinem Netzwerk zu kommunizieren und neue Kontakte zu suchen. Meine tapferen 18 Twitter-Follower hingegen stehen wohl eher auf den schweigsamen Typ, und auch in Facebook nehme ich eher beobachtend teil. Wenn ich meinen Freunden etwas mitteilen möchte, mache ich das immer noch lieber gezielt per Email oder persönlich.

    8. Sie haben zwei Söhne im Grundschulalter. Handy, Wii Nintendo, iPad – welche Geräte finden sich bei Ihnen zu Hause? Und gibt es feste Regeln im Umgang mit digitalen Medien?

    Wii – Was? Gibt es bei uns nicht und vermisst auch keiner. Glücklicherweise mussten wir für den Umgang mit digitalen Medien noch keine Regeln aufstellen. Unsere Söhne spielen häufiger Monopoly (klassisch auf dem Spielbrett) als FiFA 12 auf dem PC. Meistgenutzte  Applikation auf meinem Smartphone ist insbesondere in der Bundesliga-Saison die Kicker-App. Ansonsten sind meine Söhne eher auf dem Bolzplatz als vor irgendeiner Form von Mattscheibe zu finden.

    9. Und zum Schluss: Was ist Ihr Lieblingssommerurlaubsziel? Und warum? Und wann fahren Sie das nächste Mal hin?

    Da gäbe es viele. Motorradfahren über den Passo di Falzorego oder Passo die Gavia in Südtirol, oder Paddeln in Kanada oder Norwegen. Was das Motorradfahren angeht, so war die Fahrt zum TÜV meine letzte große Tour seit Jahren, Paddeln in Norwegen steht hingegen für nächstes Jahr auf dem Plan. Durch Jobwechsel bleibt für dieses Jahr nur eine Woche auf einer Berghütte in Österreich, auch sehr schön, aber viel zu kurz.

     

     

     

  6. New Media Award 2012: Was gesagt werden muss!

    Apr 27 2012

    Dominik Frings

    Wie jedes Jahr traf sich auch gestern Abend die Branche zur Verleihung des New Media Awards, um digitale Kampagnen zu adeln und dem geselligen Beisammensein zu frönen. Nach diversen Gastauftritten im Rheinland war in diesem Jahr die schönste Hansestadt der Republik die Bühne für zum Teil unglaubliche Szenen, die einen bei der Beantwortung der Frage, ob es denn auch noch glaubliche Szenen gibt, zögern lassen. Aber der Reihe nach:

    Die Location war mit dem alten Edelfettwerk ein wenig unglücklich gewählt. Nicht, dass man hier nicht gut feiern könnte, nur für Preisverleihungen ist es schwierig, wenn der Raum lang und schmal, die Akustik grenzwertig ist und die Säulen in großer Überzahl sind. Die nicht optimalen Voraussetzungen wurden allerdings auch in diesem Jahr durch die gut aufgelegte und gewohnt adrette sowie eloquente Moderatorin Katrin Bauerfeind kompensiert, deren Omnipräsenz auf der Bühne bei einigen Herren mitunter dafür sorgte, dass diese sich fühlten wie Schweini auf dem Weg zum Elfer, ohne dabei allerdings die testikulären Kronjuwelen wiederzufinden.

    Und dann ging sie los, die Polonaise. Und sie geriet von anfänglicher Realsatire zu ungekanntem Slapstick, was eine Mischung aus Staunen, Lachen und Fassungslosigkeit hinterließ. Eine halbwegs ernstgemeinte Probe hätte den Ablauf durchaus flüssig aussehen lassen können. Statuten, welche die Einreichung einer Kampagne in nur EINER (!) Kategorie erlauben, hätten verhindern können, dass wir Einreichungsvideos in der Endlosschleife sehen und nunmehr zu therapeutischen Zwecken vermisste Kinder in einem Viano mit einem Edding malen, während aus dem Laugenburger die Soße auf die virtuelle Tapete tropft. Wer den Bullshitbingo-Bogen dabei gehabt hätte, wäre bereits zu Beginn der Veranstaltung triumphierend aufgesprungen und hätte zum „latest shit“ sein Hemd über den Kopf gezogen und „Humba, Humba Täteretä“ schalmeit. Erwähnte ich eigentlich schon, dass die durchaus gut aufgelegte und adrette sowie eloquente Moderatorin hier so einiges kompensierte?

    Ihnen sind jetzt vielleicht die vielen Konjunktive entgangen und der leichte Sarkasmus. Aber als Fazit wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als den NMA 2012 abzuhaken und für das nächste Jahr grundlegend an dem Konzept zu feilen. Eine gut aufgelegte und adrette sowie eloquente Moderatorin sollte darin nicht fehlen, und auch die Party im Anschluss kann als Grundpfeiler erhalten bleiben. Denn als die RTL2-eske Verleihung einmal überstanden war, wurde es ein sehr geselliges Fest, das der Leber eine kleine Denkaufgabe für das Wochenende mitgab. Ernsthaft feiern kann man also in Hamburg – und vielleicht wird es ja beim nächsten Mal auch eine ernsthafte Preisverleihung.

    Bevor ich es vergesse, erwähnte ich eigentlich schon die adrette und eloquente Moderatorin? Nein? Gut, dann sei das hiermit nachgeholt. Und nun können wir uns bis zur dmexco wieder anderen Merkwürdigkeiten zuwenden. Ich habe fertig!

  7. Kreation und Targeting – Vortrag von Wolfgang Bscheid auf der dmexco 2011

    Nov 10 2011

    Wolfgang Bscheid

    Wie wir vor einigen Wochen versprochen haben, liefern wir hiermit noch die praktischen Beispiele zu Wolfgang Bscheids Vortrag auf der dmexco 2011 nach. In der Speaker´s Corner sprach der mediascale-Geschäftsführer im September ausführlich zum Thema “Targeting – Medial auf dem Vormarsch. Kreativ noch immer in den Startlöchern”. Bereits heute wird in Deutschland über ein Drittel aller Kampagnen “getargetet” ausgeliefert, aber nicht einmal fünf Prozent davon nutzen Targeting auch für die Motivsteuerung. Warum tun sich viele Kreative so schwer mit diesem Thema? Mit drei anschaulichen Praxisbeispielen (BMW, O2 und mirapodo) zeigte Wolfgang Bscheid, wie Targeting die Kundenansprache in der Online-Werbung verbessern kann.

    Alle Charts und Beispiele finden Sie hier. Die Präsentation läuft allerdings leider nicht auf allen Browsern, sondern nur auf der aktuellen Firefox-Version.

  8. dmexco: Wolfgang Bscheid im Interview mit media-TREFF

    Okt 19 2011

    Wolfgang Bscheid

    Auf der dmexco sprach mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid mit Natalie Wander, Redakteurin bei media-TREFF, über die neusten Entwicklungen im Targeting. Wie steht es um die Datenqualität im Targeting? Wenn Targeting eine Rechnung mit Wahrscheinlichkeiten ist, wie kann man die Trefferwahrscheinlichkeit erhöhen? Was kann eine Agentur tun, um den Werbekunden zu belegen, dass sie mit einer hohen Datenqualität arbeitet? Außerdem erklärt Wolfgang Bscheid anhand eines schönen Praxisbeispiels, wie der Abgleich zwischen anonymen Cookie-Profilen und externen Paneldaten funktioniert.

    Das Video-Interview finden Sie hier.

  9. ATS London: Ad Trading Summit von Exchangewire

    Sep 29 2011
    Tobias Wegmann

    Tobias Wegmann

    Wir haben durchaus überlegt, ob wir es uns wirklich antun wollen, in der Woche der dmexco auch noch am Ad Trading Summit in London teilzunehmen, oder ob das  unsere Aufnahmekapazität für steil ansteigende Volumengraphen und Jubelmeldungen übersteigen würde. Ein ganzer Tag Ausharren auf den roten Plüschsesseln eines dunklen Kinosaals an der Themse wurde dann aber mit einer durchaus informativen Veranstaltung belohnt.

    Die Gold- und Silbersponsoren zeigten zum Auftakt in den Keynotes eine Menge Exponentialkurven und errichteten so manches Luftschloss. Unübertrefflich hierbei der köstliche Konrad Feldmann von Quantcast, der die ach so fruchtlosen konventionellen Optimierungsmühen eines Mediaplaners im “Zeitalter der künstlichen Intelligenz“ („Yes, it has arrived, indeed“) mit dem Schachspiel eines Schulkindes gegen den Supercomputer Deep Blue verglich.

    In den Paneldiskussionen ging es dann aber wesentlich nüchterner und nachdenklicher zu, und man konnte so einiges lernen über die aktuelle Großwetterlage  im automatisierten Handel auf den beiden größten Onlinemärkten des Westens.

    Logo ATS London

    Wir hatten wieder Gelegenheit, eine ganz Reihe von neuen Marktteilnehmern kennenzulernen, die wir bisher weder aus dem Alltagsgeschäft noch von den beliebten Übersichts-Charts der Display-Ökosysteme her kannten. Angesprochen auf die wie Champignons aus dem Humus aufschießenden neuen Akronyme und Start-Up-Firmen kommentierte Marco Bertozzi von Vivaki, dass es da draußen eben viele Menschen gebe, die ein Produktfeature mit einem Businessmodell verwechseln würden. Seine daraus abgeleitete Prognose des kommenden In-Sourcings vieler Funktionalitäten erleben wir tatsächlich auch heute schon in Deutschland. Mit Adition bietet der erste Adservingprovider Sichtbarkeitsmessung jetzt als integrales Produkt ohne zusätzlichen Dienstleister an. Und dass die traditionellen Adnetworks sich demnächst RTB-fähig machen wollen, ist ein offenes Geheimnis.

    Was die Kampagnenpraxis auf dem englischen Markt anbelangt, so wird allen anders lautenden “Studien” zum Trotz weiterhin nur ein sehr kleiner Teil der Kampagnenvolumina wirklich real-time gehandelt. Und was über die Exchanges eingekauft wird, geschieht zu einem überwiegenden Teil noch ganz konventionell zu festen Geboten – auch wenn das jetzt nicht mehr “Marktplatzbuchung”, sondern „Programmatic Buying“ heißt. Die Gründe hierfür liegen weiterhin in den noch nicht wirklich klar erkennbaren Prozess-, Performance- und Erlösvorteilen, die sowohl Kunden als auch viele Publisher in ihrem Engagement zögern lassen.

    Offen angesprochen wurde auch das Qualitätsproblem des in den Marktplätzen bereit gestellten Mediainventars. Premiumumfelder sucht man hier bis heute vergebens. Eine Tatsache, die wir auch in Deutschland nur zu gut kennen. Ein Panelteilnehmer behauptete gar, wenn man in den Adnetworks nur noch Belegungsgruppen mit weniger als fünf Bannerplätzen pro Einzelseite zulassen würden, würde sich die Gesamtreichweite im Mid- und Longtail halbieren.

    Dies war natürlich zusätzliches Wasser auf die Mühlen von Richard Prince von Blue Hive, der im Panel zum Thema „Branding und Realtime-Time“ recht polemisch den mangelnden Leistungsnachweis anprangerte, den Online-Werbung generell erbringe. Die Begriffe und Prozesse waren ihm zu kompliziert, was nicht falsch ist, zum Teil aber natürlich auch mit der empirischen Messbarkeit der Einzelkontakte und direkten Reaktionen im Kanal Online zu tun hat.

    Hier zeichnete sich ganz abseits vom Thema RTB ein interessantes Diskussionsfeld für die nächsten Jahre ab. Wenn irgendwann fast alle Endgeräte IP-fähig sind, wo verläuft dann die Grenzen zwischen den Kanälen TV und Online?

    Und wird, wie es manche gerne hätten, die Messbarkeit des Onlinekanals auf indirekte Wirkunsgmessungen zurückgefahren, um eine simple und monolithische Planungsgrundlage zu haben? Oder wird sich irgendwann jeder elektronisch verbreitete Werbemittelkontakt einer individuellen Responsemessung stellen müssen, einfach deshalb, weil die Messung technisch möglich ist? Raten Sie gerne, was ich glaube, was hier geschehen wird.

     

  10. dmexco im Spiegel der Zeit – eine Manöverkritik

    Sep 26 2011

    Tobias Wegmann

    Dominik Frings

     

     

     

     

     

     

    Dominik: Mensch, Tobi! Das blühende Leben sieht aber anders aus! Zu tief in Schnapsschorle getaucht?

    Tobi: Vielleicht solltest Du erst mal in den Spiegel schauen, bevor Du Dich so aus dem Fenster lehnst. Aber stimmt schon: Zwei Tage dmexco, Kaffee, Kekse und Würste, realtime Shuttling zu den Partys, kaum Schlaf, da wird man nicht schöner. Habe auch wild geträumt: vom OVK, der klickbare Banner bei Androhung von Haftstrafen verbietet. Clutter rulez. Dementoren stürmten das Admanagement und haben die Klickcommands konfisziert. Glücklicherweise nur die Nachwirkung von einer Putzeimerportion Rindertartar und zu viel Jubiläums-Aquavit. Ich werde deswegen jetzt Einkehr halten und auf dem Weg zum virtuellen Veganer eventuell den zweiten Schaltkreis anstreben.

    Dominik (legt mit ernstem Blick Tobi  kumpelhaft den Arm auf die Schulter): Und? Auch gute Termine gehabt?

    Tobi: Ja, Sidney Carton aus Minneapolis hat uns exclusiv seine neue DSP-Cloud Lösung Broken Wings vorgestellt, natürlich semantisch cookieless plugable. Hatte leider noch keine Business Cards, aber er will sich spätestens nächste Woche aus der Cloud melden. Ansonsten: Features, Features, Features, wohin das Auge in den Hallen fällt. Außer dort, wo Hostessen in Hotpants standen. Da kannst du auf der dmexco ja immer getrost vorbei gehen. Ehrlich vermisst habe ich die Koreaner und Chinesen mit ihren Klapptischchen. Da war die Messe wohl zu früh ausgebucht. In der Debate Hall konnte man dafür in den Pausen schön übernicken, und die Käsepromotion am Stand der Medienlandschaft NRW war geradezu phänomenal. Wie war es bei dir?

    Dominik: Zwei bis drei spannende Neukundengespräche gehabt – ich würde sagen so gut wie geclosed die Deals – und dazu interessante Speaches zum Thema mobiles ReTargteting und App-Interstitials. Jetzt einen Tag ausruhen, dann beide Füße aufs Gas und auf der Überholspur durch Q4. Werde nebenbei noch die Bewegungsanalysen der lieben Kollegen anschauen. Haben ja dieses Jahr erstmalig allen einen RFID-Chip in den Oberschenkel verpflanzt und jetzt wissen wir detailliert, wer, wo, was gemacht hat. Tolles Tool, und dann siehst auch, wer den ganzen Tag nur bei Oger Media am Stand herumgelungert und Cookies gemampft hat.

    Tobi: Oger Media? Ist Dir Shrek Rotten auch über die Füße gestolpert? Sah schlecht aus, der Knabe, am zweiten Messetag.

    Dominik: Nein, zum Glück nicht. Vielleicht hat es ja geschneit, passiert hier im Rheinland schon mal Mitte September. Und wenn man dann abends nicht rechtzeitig den Absprung schafft, heißt’s halt Schwemmbirne und Raubkater. Dumm, wenn dann ein Newbui am Morgen ansteht. Da kann man froh sein, wenn es bald Richtung Flieger geht.

    Tobi: Wenigstens das mit den Taxis klappte diesmal besser. Wollte nach den Erfahrungen des letzten Jahres schon auf Rikscha und Rheinfähre umsteigen, aber es lief ja ganz flüssig. Nur Telefonieren war mal wieder eine Katastrophe, und mailen konnte ich auch nicht. War dann immer nachmittags vorne im Copyshop und habe per Fax getwittert.

    Dominik: Hey richtig, echt übel. Ich hatte gerade meine zwei Mobiltelefone, das iPad, den Laptop und das ferngesteuerte Auto vom ebay-Stand automatisch ins W-Lan eingewählt: Ende Gelände. Dass man das aber auch nicht in den Griff bekommt. Wollte mit den Techies aus Halle 7 eine Mobile Video Conference machen und dann: nur weiße Mattscheibe und vegetierende Ladebalken.

    Tobi: Skandalös. Da wird es auch schwierig, den Traffic zu bidden, wenn der Performance bei solchen Kindereien schon die Puste ausgeht. Aber nun gut. Ich muss jetzt mal Gepäck aufnehmen und zum Flieger.

    Dominik: Dann können wir uns das Taxi teilen. Die anderen Jungs und das Mädel sind schon auf dem Weg.

    Tobi: Alle in einem Flieger? Und was machen wir, wenn die Maschine abstürzt?

    Dominik: Ähemm… das ist dann ja … wohl nicht mehr unser Problem, oder?

    Tobi (niest): Stimmt.

    Dominik: Gesundheit!

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