In einem großen, großen Internetwald, da lebte einst das kleine Frequency Käppchen, welches fröhlich seiner Wege ging. Es hatte dabei ein schönes Leben, denn sein Job war nicht zu ermüdend und bestand lediglich darin, nicht jedes herabfallende Werbeblatt jedem digitalen Spaziergänger mehr als 1-n Mal auf den Kopf fallen zu lassen. Gerade die großen Werbeblätter hatten nämlich schon den einen oder anderen Wandersmann erzürnt. Deshalb war das Frequency Käppchen von der medialen Forstverwaltung beauftragt worden, diesem Ärgernis zuvorzukommen. Wenn es die unerwünschten Folgefälle vermieden hatte, konnte es sich normalerweise für den Rest des Tages ausruhen und Einsen auch mal Nullen sein lassen.
In seiner Freizeit surfte es dann gerne durch die Tiefen des Netzes und besuchte auch gerne mal benachbarte Käppchen in den umliegenden Nachbarwäldern. Eines Tages war das Käppchen unterwegs in einem ihm unbekannten Dickicht, als es an einer verfallenen Hütte vorbeikam, welche früher Wander-Adservern als Unterschlupf diente. Es hätte diese auch links liegen gelassen, wenn es nicht ein merkwürdiges Geräusch aus der alten Räuberhöhle vernommen hätte. Neugierig näherte sich das kleine Käppchen und lugte ins Innere. Es erblickte in der überraschend aufgeräumten Wohnstube ein Bett, in dem eine Gestalt unter den Laken lag und merkwürdige Wortfetzen ausspie: lolrofllmfaobtwcyafyieobeomrofllol… oder so ähnlich!
Vorsichtig räusperte sich das Käppchen. Das noch unbekannte Wesen unter der Decke blinzelte in seine Richtung und wisperte lieblich: “Komm näher, mein kleines Käppchen, und zeig dich mir, damit ich dich besser sehen kann. Ich habe hier auch feinste StreamingAds für dich.” Dem Käppchen liefen die Bytes in der Software zusammen, denn es liebte StreamingAds, und so pirschte es achtlos voran. Als es nur noch ein paar Pixel weit entfernt vom Bett stand, drehte sich die Gestalt im Bett um und türmte sich vor dem Frequency Käppchen auf. Das Käppchen erschrak, denn anstatt eines harmlosen StreamingAd-Lieferanten befand sich in dem Bett ein gemeiner Werbewolf. Noch bevor das Käppchen an “Alt F4″ denken konnte, drückte der Werbewolf “Alt+Strg+Entf”, und das Käppchen war Geschichte.
Eine Moral von der Geschichte gibt es nicht, aber sie beruht auf wahren Gegebenheiten. Das besagte Käppchen war in den Diensten von Meedia tätig, und nach seinem Tod am Montag den 23.04.2012 wurde die Meedia-Webseite immer wieder und bei jedem Besuch ungehindert mit WDR-BanderoleAds geflutet.
Neben dem bedauerlichen Einzelschicksal des kleinen Frequency Käppchens bleibt die Erkenntnis, dass Radioforschung online auch kontraproduktiv wirken kann – auf den Punkt gebracht. Hört, hört!




