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Klartext!
  1. Klartext-Interview mit Tanja Gabler: “Hauptsache Online”

    Aug 19 2010

    tanja_gabler

    Was halten Sie vom Disput zwischen Bloggern und Journalisten? Warum mögen Sie Facebook oder Twitter und was nervt Sie daran? Klicken Redakteure auf Online-Werbung? Klartext ist neugierig und fragt bei ausgewählten Online-Experten und Fachredakteuren nach. Heute im Interview: Tanja Gabler, Bloggerin und Leiterin der Online-Redaktion von Internet World Business.

    Journalisten contra Blogger – ein Grabenkampf mit Happy End oder ein unsinniger Disput ohne Ende?

    Für mich sind Journalisten und Blogger Kollegen, die mit unterschiedlichen Stilmitteln beziehungsweise in anderen Textformen arbeiten. Viele Journalisten haben eigene Blogs – und viele Blogs werden längst in den klassischen Medien zitiert. Das liegt einerseits daran, dass die Qualität der Blogbeiträge gestiegen ist, und andererseits daran, dass viele (Online-)Medien ihr Misstrauen gegenüber dieser Ausdrucksform verloren haben.

    2.    Warum mögen Sie Twitter, Facebook und Co.? Und was nervt?

    Twitter ist wie ein Gespräch unter Freunden, in das ich mich einklinken kann, wenn ich Lust darauf habe. Hier bekomme ich in Sekundenschnelle Antworten auf Fragen. Ich erfahre, wer was zu sagen hat und welche Themen die Branche gerade bewegen. Nervig ist nur, wegen Pressemeldungen nicht nur über Mail und Telefon, sondern auch über Twitter und Facebook kontaktiert zu werden.

    3.    Welche aktuellen Themen und Kampagnen der Online-Branche bewegen Sie derzeit?

    Am spannendsten finde ich im Moment Social Media: wie soziale Netzwerke die Art prägen, wie wir Informationen erhalten und weitergeben – und wie sie den Umgang zwischen Unternehmen und Verbrauchern verändern. Ein großes Thema, über das wir auch bei internetworld.de viel berichten, ist derzeit die Erfolgsmessung von Marketingaktivitäten auf Facebook oder Twitter. In diesem Bereich bewegt sich gerade viel.

    4.    Targeting und Profiling sind…

    … wenn sie gekonnt eingesetzt werden, wichtige Instrumente für Werbetreibende, um User mit bestimmten Interessen oder Merkmalen zu erreichen. Die Anonymität der Internetnutzer sollte selbstverständlich gewahrt bleiben.

    5.    Was halten Sie von Internet-Hypes wie ‚Chatroulette‘? Und welche Seite im Netz würden Sie verbieten, wenn Sie könnten?

    Bei Chatroulette habe ich schon Tränen gelacht. Wer’s nicht glaubt, soll’s ausprobieren, am besten mit einer Frau vor der Webcam. Gut gefallen hat mir auch die FCUK-Kampagne, bei der Chatroulette-User einen Einkaufsgutschein gewinnen konnten, wenn es ihnen gelang, eine Frau von sich zu überzeugen. Welche Seiten ich verbieten würde? Da ich gegen Zensur bin, nur jene, die ohnehin illegal sind.

    6.    Haben Sie einen Pop-Up-Blocker im Browser? Und wie gehen Sie mit Werbung im Netz generell um?

    Ich hab keinen Pop-up-Blocker aktiviert. Denn nur über Werbeeinnahmen ist es möglich, journalistische Inhalte für die User kostenlos anzubieten. Deshalb stehe ich Werbung positiv gegenüber, auch wenn ich mich selbst nur schwer zum Klick auf Banner verleiten lasse.

    7.    Wenn Sie heute nicht Fachjournalistin für die digitale Wirtschaft wären, dann…

    … wäre ich in der PR oder im Marketing tätig. Hauptsache online.

    Haben Sie Folge 1 unserer Interviewserie verpasst? Hier finden Sie das Interview mit Jens von Rauchhaupt, dem stellv. Chefredakteur von Adzine.