mediascale - innovative medienvermarktung
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    Im Fußball und bei Kampagnen zählt nur eins: Das Ergebnis. Und im Online-Marketing steht das Ergebnis meistens schnell fest. Deshalb reden wir im mediascale-Blog Klartext! Wir kommentieren Marktentwicklungen, erklären Fachfragen oder geben Tipps für die optimale Vertriebsausbeute. Im Klartext-Blog schreiben Wolfgang Bscheid und Julian Simons, Dominik Frings und Tobi Wegmann sowie Alexander Emmendörfer und Agnes Ley.

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Klartext!
  1. Klartext-Interview mit Tanja Gabler: “Hauptsache Online”

    Aug 19 2010

    tanja_gabler

    Was halten Sie vom Disput zwischen Bloggern und Journalisten? Warum mögen Sie Facebook oder Twitter und was nervt Sie daran? Klicken Redakteure auf Online-Werbung? Klartext ist neugierig und fragt bei ausgewählten Online-Experten und Fachredakteuren nach. Heute im Interview: Tanja Gabler, Bloggerin und Leiterin der Online-Redaktion von Internet World Business.

    Journalisten contra Blogger – ein Grabenkampf mit Happy End oder ein unsinniger Disput ohne Ende?

    Für mich sind Journalisten und Blogger Kollegen, die mit unterschiedlichen Stilmitteln beziehungsweise in anderen Textformen arbeiten. Viele Journalisten haben eigene Blogs – und viele Blogs werden längst in den klassischen Medien zitiert. Das liegt einerseits daran, dass die Qualität der Blogbeiträge gestiegen ist, und andererseits daran, dass viele (Online-)Medien ihr Misstrauen gegenüber dieser Ausdrucksform verloren haben.

    2.    Warum mögen Sie Twitter, Facebook und Co.? Und was nervt?

    Twitter ist wie ein Gespräch unter Freunden, in das ich mich einklinken kann, wenn ich Lust darauf habe. Hier bekomme ich in Sekundenschnelle Antworten auf Fragen. Ich erfahre, wer was zu sagen hat und welche Themen die Branche gerade bewegen. Nervig ist nur, wegen Pressemeldungen nicht nur über Mail und Telefon, sondern auch über Twitter und Facebook kontaktiert zu werden.

    3.    Welche aktuellen Themen und Kampagnen der Online-Branche bewegen Sie derzeit?

    Am spannendsten finde ich im Moment Social Media: wie soziale Netzwerke die Art prägen, wie wir Informationen erhalten und weitergeben – und wie sie den Umgang zwischen Unternehmen und Verbrauchern verändern. Ein großes Thema, über das wir auch bei internetworld.de viel berichten, ist derzeit die Erfolgsmessung von Marketingaktivitäten auf Facebook oder Twitter. In diesem Bereich bewegt sich gerade viel.

    4.    Targeting und Profiling sind…

    … wenn sie gekonnt eingesetzt werden, wichtige Instrumente für Werbetreibende, um User mit bestimmten Interessen oder Merkmalen zu erreichen. Die Anonymität der Internetnutzer sollte selbstverständlich gewahrt bleiben.

    5.    Was halten Sie von Internet-Hypes wie ‚Chatroulette‘? Und welche Seite im Netz würden Sie verbieten, wenn Sie könnten?

    Bei Chatroulette habe ich schon Tränen gelacht. Wer’s nicht glaubt, soll’s ausprobieren, am besten mit einer Frau vor der Webcam. Gut gefallen hat mir auch die FCUK-Kampagne, bei der Chatroulette-User einen Einkaufsgutschein gewinnen konnten, wenn es ihnen gelang, eine Frau von sich zu überzeugen. Welche Seiten ich verbieten würde? Da ich gegen Zensur bin, nur jene, die ohnehin illegal sind.

    6.    Haben Sie einen Pop-Up-Blocker im Browser? Und wie gehen Sie mit Werbung im Netz generell um?

    Ich hab keinen Pop-up-Blocker aktiviert. Denn nur über Werbeeinnahmen ist es möglich, journalistische Inhalte für die User kostenlos anzubieten. Deshalb stehe ich Werbung positiv gegenüber, auch wenn ich mich selbst nur schwer zum Klick auf Banner verleiten lasse.

    7.    Wenn Sie heute nicht Fachjournalistin für die digitale Wirtschaft wären, dann…

    … wäre ich in der PR oder im Marketing tätig. Hauptsache online.

    Haben Sie Folge 1 unserer Interviewserie verpasst? Hier finden Sie das Interview mit Jens von Rauchhaupt, dem stellv. Chefredakteur von Adzine.

  2. Unwörter des Jahres

    Dez 21 2009
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Wenn ich darüber nachdenke, welche Wörter mir 2009 am meisten auf die Magenschleimhaut geschlagen sind, fällt es mir nicht schwer, schnell ein paar ganz heiße Kandidaten zu  finden. Favoriten auf das Podium sind  dabei aus meiner Sicht sicherlich „Twitter“ und „Paid Content“. Und manch Newsletter hat es sogar geschafft, beide in einer Zeile zu erwähnen. Dabei haben beide Begriffe im Grunde viel gemeinsam. Sie  beschreiben einen Hype, nur dass es sich bei Twitter meistens um eine positive Berichterstattung handelte, während der Grundtenor bei Paid Content zumeist negativ war. Für mich waren am Ende beide Begriffe gleich nervtötend, aber der Reihe nach:

    Twitter als solches will ich – ehrlich gesagt – gar nicht als ideologische Fehlgeburt (die Formulierung verdanke ich übrigens Jörg Haider und er verwendete sie einst, um Österreich zu beschreiben;)) darstellen. Es ist im Grunde ein Tool, das einige Leute ganz witzig finden und viele Menschen brauchen, um sich ein wenig größer zu machen als sie eigentlich sind. Auch wir nutzen seit neustem den sympathischen Tweety-Service und da will ich nicht den Sylvester spielen. Was allerdings medial diesem sehr bescheidenen Thema für eine Präsenz beschert wurde, spottete jeder Beschreibung. Es verging ja kein Tag, an dem nicht irgendjemand darüber berichtete – sei es auch nur so eine brachiale Ankündigungen wie: „Twitter denkt über Erlösmodelle nach“. Ganz ehrlich liebe Leser, das hätten die web2.0-Bastelfreunde vielleicht auch schon mal früher machen können. Darüber nachdenken kostet ja auch nix, abgesehen von dem Venture-Kapital, dass genau beim Lesen dieser Zeilen mal wieder durchläuft, wie die Kapitalrücklagen einst bei Lycos. Was mir fehlte war in dem Zusammenhang übrigens die Schlagzeile am Folgetag: Twitter hat das Denken über Erlöse (wegen zu hohem Prozac-Genuss) wieder aufgegeben. Das hätte mich im Übrigen auch wieder über die Situation schmunzeln lassen. Irgendwann hieß es, dass Twitter für Firmen kostenpflichtig werden würde und das bringt uns wozu? Richtig! „Paid Content“!

    Im Grunde ist hierzu auch alles gesagt, was es zu sagen gab. Verlage beschimpfen ihre Leser, Blogger beschimpfen die Verlage und der teilneutral eingestellte Journalist freut sich über die selbstfüllenden Zeilen. Dabei, muss ich ganz ehrlich sagen, entbehrt der „Streit“ doch jeglicher Grundlage. Wenn jemand etwas nur noch kostenpflichtig anbieten will, soll er dies tun. Er wird nicht daran gehindert und der bisherige Bezieher des Contents wird schon mitbekommen, dass es jetzt nichts mehr für umme gibt. Es gibt wahrlich keinen Grund, den User als Schotten und den Verleger als Inquisitor zu bezeichnen, weil beides nicht der Fall ist, wenn man vernünftig miteinander umgeht. Gerade im Advent kann man doch ein wenig mehr Verständnis erwarten, wäre da nicht der Shoppingstress und die verhagelte Jahresbilanz. Aber ob man jetzt mit wehenden Fahnen untergeht, weil einem noch nicht mal ein Erlösmodell einfallen mag oder man einfach zu lange auf einer falschen Basis gewirtschaftet hat, spielt in der letzten Konsequenz keine Rolle mehr. Wenn ich nun mal Schicksal spielen darf, dann wäre der letzte Tweet 2014:

    Mopo wurde eingestellt, Döpfi tobt und wir sind übrigens auch weg vom Fenster. Macht es gut und Danke für den Fisch! Tschüss!#ende #gelände

    Adieu in 140 Zeichen kann so schön klingen. Frohes Fest!

  3. Wenn im Web 2.0 die Sicherung durchbrennt

    Okt 21 2009

    Agentur, Mittagspause, Spiegel, Bild und Express sind durch, also noch Twitter lesen: „Wenn der Webshop von XX  scheiße ist, ist das Meeting vertane Zeit“, „Nokia sucks“, „YY [eine weitere Weltmarke]  hätte die Pleite verdient“. Wenn ich nicht schon sitzen würde, plumpste ich jetzt auf meinen Hosenboden. Innerhalb von fünf Surfminuten finde ich mühelos noch  drei weitere Tweets, in denen Medienmenschen Ihre Kunden schmähen oder über Marken pöbeln, für die sie höchst dankbar wären, arbeiten zu dürfen. Nun war das Internet noch nie ein Ort der abgewogenen Formulierungen und höflichen Umgangsformen. Das weiß jeder, der in einem Forum schon einmal eine nicht vollständig mit technischen Details, Seriennummer und Softwarerevison komplettierte Frage zu stellen wagte und darauf von  unverzüglich reagierenden Superusern unflätigst niederkartätscht wurde. Solche Nickname-Maulhelden entpuppen sich im Übrigen  meist als durchaus  höflich und hilfsbereit,  falls  man zufällig mal einen persönlich kennenlernt.  Und auch die auf Twitter wild pöbelenden Medienmenschen können durchaus Löffel und Gabel halten, sonst hätten sie Ihren Arbeitsplatz nicht. Ihre Ausbrüche sind von der Art mäßiger Witze, wie sie auch ich gelegentlich gegenüber vertrauten Kollegen oder engen Freunden vom Stapel lasse. Diese bleiben im Zimmer und sind nach kurzem Lachen für immer vergessen,  das Beste, was Ihnen passieren konnte. Spontan auf  Twitter gepostet kann sie die ganze Welt lesen und sie sind  konserviert für die Ewigkeit, auf dass die Enkel noch Stoff zum Verhöhnen finden. Denn wirklich anonym ist kaum jemand der „Professionellen“, die auf Twitter posten, auch wenn dies mancher glauben mag. Deshalb denkt bitte daran: Ihr sprecht mit der ganzen Welt, falls diese zuhören will.