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Klartext!
  1. Die 10 besten Recycling Strategien

    Aug 31 2010
    Dominik Frings

    Dominik Frings

    Viele haben es ja schon immer gewusst: Banken und Versicherungen kann man nicht trauen. Nun stellt sich noch heraus, dass die besagten Institute nicht einmal in der Lage sind, eine eigenständige Spotkreation zu entwickeln, sondern auf Spots und Filme zurückgreifen, welche unter Umständen von den eigenen Kunden im Schweiße ihres Angesichts erstellt wurden. Ist das nun ein Skandal oder eigentlich eher banal? Ich finde Letzteres, denn Recycling gehört nun schon seit Jahren zu einem unserer Grundwerte unter dessen Banner wir bald schon in der zweiten Generation Joghurtbecher ausspülen und die Tackernadel aus dem Teebeutel ziehen, damit Letzterer in die braune Tonne wandern darf. Es ist natürlich nicht okay, die eigentlichen Produzenten nicht gefragt zu haben. Allerdings geht es definitiv einen Schritt zu weit, wenn man Werbekopien mit dem Diebstahl von Kunst, Musik oder Patenten vergleicht. Es ist letzten Endes auch schon so viel produziert worden, dass es kein Wunder ist, dass sich gewisse Dinge wiederholen. Wobei es bei den Ergo- und UBS-Kampagnen sicher kein Zufall ist. Ein Armutszeugnis für die Kreativen ist somit aus meiner Sicht das Maximum an Verdammnis, welches ich hier für angemessen erachte.

    Nachahmen von bestimmten Prozessen oder Methoden eines Innovators oder Marktführers ist durchaus ja auch in einem gewissen Rahmen die Triebfeder allen Wirtschaftens – und wer wüsste es nicht besser als so manches Fachblatt. Auch hier gleichen sich des Öfteren die Inhalte und Aufmacher. Besonders beliebt ist zurzeit das Verwenden eines bestimmten Artikels (der, die, das), einer Zahl (insbesondere 7, 10 und 12),  eines Superlativs (besten, erfolgreichsten, wichtigsten), eines überbewerteten Themas  (Facebook, Twitter, Social Commerce) und des Wortes „Strategie“. Aus diesem Baukasten lässt sich problemlos für jede Woche eine Überschrift kreieren wie z.B.: „Die 10 besten Facebook Strategien“, „Die 12 erfolgreichsten Social Media Tools“, „Die 7 schlechtesten Newsflashs“,  „Die 10 schönsten Getreidesilos“, „Die 10 charmantesten 7 Geißlein“, „Die 12 wichtigsten Zahlen zwischen 1 und 100“,  „Die 7 nervigsten Aneinanderreihungen von Beispielen in einem Blogartikel“.

    Welche Publikation jetzt damit angefangen und wer es übernommen hat, dass lässt sich wohl nur schwer nachvollziehen. Es gibt aber eine gemeinsame Quelle von der sie alle abgekupfert haben: Die Bibel!!! Die Bibel ist das erste überlieferte Dokument, welches Zahl + x kombinierte, um es griffig in altertümliche Hirne zu impfen. Da sind die „10 Gebote“, die „7 Todsünden“, „die 10 Plagen“, „die 3 Weisen aus dem Morgenland“ und, und, und. Nur der Superlativ fehlt und die Strategie, aber Sünde ist Sünde und „die 10 beliebtesten Plagen“ wären vermutlich auch ein wenig irreführend gewesen und taugen höchstens für ein Sonja-Zietlow-Format um 20.15h.

    Tja meine lieben Leser, da muss wohl Ablass gezahlt und Vater Unser gebetet werden oder es wird nichts mit dem Himmel, weil Gott die Raubkopierer bestimmt auch nicht mag und sich ärgert, dass keine Gema-Gebühren an ihn abgeführt werden. Somit ist die nächste Naturkatastrophe vielleicht gar nicht einfach nur ein großes Unglück, sondern lediglich eine  einstweilige Verfügung vom Übervater vor dem Menschheitsgericht.